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Kapitel 11: Lazarus

Die Hochzeit war noch wochenlang
in aller Munde, allerdings hatte das für Nara und Iron auch den
Nachteil das man den Tempel jetzt regelrecht belagerte, was wohl
auch dem Umstand zu verdanken war, das die Göttin sich gezeigt
hatte. So langsam kristallisierten sich auch aus den Novizen
diejenigen heraus, die man eventuell für die Leitung eines
weiteren Tempels auswählen konnte. Es überraschte vor allem
Iron, das ganz oben auf der Liste sogar Marie stand. Doch Nara
hatte jeden einzelnen im Auge, obwohl es den Novizen nicht
auffiel. Joran bemühte sich weiterhin um Nara, was selbst ihr
langsam auffiel. Die junge Frau die sich an Iron heran gemacht
hatte, versuchte es nun ihrerseits bei Joran. Sie zeigte Mut und
Ausdauer wenn sie ein Ziel verfolgte. Doch im Gegensatz zu Iron
lies sich Joran nicht mit ihr ein. Und an einem Morgen sahen die
jungen Novizen das Nara vor dem Altar kniete und die Herrin
anrief und sie bat, einen weiteren Tempel wieder her zu stellen,
da ihre Kapazitäten ausgeschöpft wären und sie keine neuen
Novizen mehr aufnehmen könnten da der Tempel jetzt schon maßlos
überfüllt wäre. Und das obwohl sie auch Häuser des dazu
gehörenden Dorfes schon bereit gestellt hatte. Der Zulauf an
Gläubigen die in die Tempel eintreten wollten, war kaum noch zu
überschauen. Doch Joran hatte dahingehend ein Talent entwickelt,
wirklich ganz genau über jeden Anwärter Bescheid zu wissen und
stand so Nara zur Seite. Ebenso wie er auch die ersten Novizen
genau beobachtete und hier und da seine Beobachtungen Iron oder
Nara mitteilte. Doch als wäre das alles nicht genug, als Nara
abermals versuchte die Herrin zu erreichen, erschien statt ihrer
ein junger Gott neben ihr und sprach sie an. „Ich könnte dir
auch helfen, die Herrin des Lichts ist zur Zeit auf einer
anderen Welt unterwegs die Hilfe braucht.“ Nara erschrak und
sprang auf. Dann sah sie den jungen Gott an und ihr blieb fast
der Atem stehen. Sie hatte schon viele attraktive Männer gesehen
und Iron brauchte sich hinter keinem zu verstecken, doch dieser
junge Gott hier verschlug ihr den Atem. Er war riesig, sie
schätzte über zwei Meter gross, hatte einen sehr ausgeprägten
Brustkorb der entsprechend auch muskulös war, seine Oberarme
schienen die kurzen Ärmel seines Seidenhemds fast zu sprengen.
Dazu kam das er sein Hemd nur lässig in die Lederhose die er
trug gesteckt und es offen gelassen hatte und so offenbarte was
er zu bieten hatte. Sein Gesicht war markant und er hatte die
strahlend blauen Augen seiner Mutter. Nara ahnte wer dort vor
ihr stand und sie anzüglich musterte. Lazarus der Sohn der
Herrin des Lichts, der Gott der Liebe. Nara brachte keinen Ton
heraus, sie spürte das ihr Körper auf ihn reagierte, obwohl er
bislang nichts getan hatte, was es auslösen hätte können, doch
alleine seine Präsenz reichte schon und sie sah seinem Gesicht
an, das er sich dessen auch absolut bewusst war. Er lächelte sie
an und dieses Lächeln lies sie scharf einatmen. Er zwinkerte ihr
zu als er es bemerkte. „Ich weiss das du mich willst, ebenso wie
viele andere Frauen auch. Und wer weiß vielleicht nehme ich mir
auch was du mir geben willst.“ Sie knurrte ihn an. „Ja ich gebe
zu du hast eine gewisse Anziehungskraft, auch auf mich. Doch ob
Gott oder nicht, bei mir wirst du keinen Erfolg haben. Denn ich
denke nicht daran es mit dir zu tun, also vergiss es.“ Es fiel
Nara wirklich nicht leicht ihm zu widerstehen, doch sah sie
nicht ein das sie ihm wie eine reife Frucht in den Schoss fallen
sollte. Lazarus sah sie erstaunt an, das war ihm ja noch nie
passiert, es gab tatsächlich jemanden der ihm widerstehen
konnte? So trat er näher an sie heran und legte blitzschnell
einen Arm um sie und bevor Nara sich versah, lagen seine Lippen
auf den ihren und er küsste sie. Sie wehrte sich so gut sie es
vermochte. Und ebenso plötzlich wie er sie an sich gezogen
hatte, wobei ihr seine körperliche Nähe noch bewusster wurde,
lies er sie auch wieder los. Nara holte aus und bevor Lazarus es
sich nun versah hatte er ihre Hand ihm Gesicht. Sie funkelte ihn
wütend an: „Wage das nie wieder. Ob Gott oder nicht, aber
niemand zwingt mich zu etwas das ich nicht will.“ Ihr war klar
was sie getan hatte, sie hatte einen Gott geschlagen und
rechnete nun damit das sie seine Strafe dafür treffen würde,
doch das war ihr egal. Wer alles mitbekommen hatte war Iron, der
gerade als Lazarus auftauchte den Altarraum betreten wollte und
starr stehen geblieben war, als er den Blick sah mit dem dieser
Gott Nara betrachtete. Doch auch Iron spürte die animalisch
männliche Präsenz dieses Gottes und er war ebenso erstaunt wie
Lazarus das Nara dieser Ausstrahlung widerstehen konnte. Als er
sah das Nara die Hand hob wollte er schon aufschreien, doch sie
hatte den jungen Gott eher geschlagen als er bei ihr sein
konnte. Beide, Nara als auch Iron rechneten nun damit das
Lazarus sie für diese Tat strafen würde, doch was tat er?......
Er lachte, und das so herzlich das beide nun recht erstaunt
waren. Lazarus sah Nara an: „Eine Wildkatze, wie schön. Die
Ohrfeige habe ich verdient, doch nichts desto trotz hast du nun
meinen Jagdinstinkt geweckt und ich werde nicht eher aufgeben
bis du eine Nacht mit mir verbracht hast. Und ich garantiere
dir, diese eine Nacht wirst du niemals vergessen.“ Inzwischen
war Iron näher heran getreten und sah Lazarus an. „Du hast doch
gehört, sie will nicht.“ Lazarus Blick fiel nun auf Iron, er
nickte: „Ich gehe mal davon aus du bist ihr Gatte. Und ich sage
dir sie wird mir nicht ewig widerstehen können. Ich will sie und
ich bekomme immer was ich will. Ich werde sie nicht zwingen, das
liegt nicht in meiner Natur. Doch werde ich sie mir holen,
früher oder später.“ dann sah er Nara wieder an: „Doch nun zum
geschäftlichen, ich bin gekommen, dir deinen Wunsch zu erfüllen
und einen weiteren Tempel meiner Mutter in Stand zu setzen, sag
mir welcher es sein soll. Als Gegenleistung möchte ich drei
deiner Novizinnen für eine Nacht, sofern sie bereit sind es
freiwillig zu tun. Wie gesagt ich zwinge niemanden. Und einen
kleinen Altarraum für mich, als auch zwei Priester, je eine
weibliche und einen männlichen, für die Anrufungen an mich.“ Er
grinste jungenhaft und zwinkerte Nara zu: „Wobei ich es dir
erlaube mich auch an zu rufen, obwohl du eher meiner Mutter
angehörst.“ Nara sah ihn an: „ Ist das üblich? Ich meine das du
irgendetwas als Gegenleistung verlangst?“ Lazarus sah sie sanft
an: „Nun in der Regel werfen sich mir die Priesterinnen an den
Hals, ich würde also so oder so bekommen was ich will, sobald
deine Priesterinnen oder zur Zeit noch Novizinnen mich sehen
würden. Mir ist langweilig, so möchte ich etwas für euch tun und
wäre somit bereit deinem Wunsch nach zu kommen. Und ich könnte
auch ein wenig Hilfe bei dem Bau deiner neuen Bauprojekte
zusteuern.“ damit deutete er in Richtung Vortempel. Iron sah von
einem zum anderen, dann sah er Nara an: „Kleines wir brauchen
einen weiteren Tempel und wenn er uns helfen will und die
Mädchen freiwillig bereit sind, sollten wir seine Hilfe
annehmen. Und einen extra Altarraum für ihn, wäre auch kein
Problem. Zudem du hast gehört was die Herrin gesagt hat, achtet
ihn wie ihr mich und meine Männer achtet und ehrt.“ Nara nickte.
„Na gut ich werde die Novizinnen rufen und wenn sie bereit dazu
sind, meinetwegen.“ Lazarus war zufrieden. Dann schlug Nara den
Gong der die Novizen herbei rufen würde, die auch kurz darauf
erschienen. Iron und Nara beobachteten die weiblichen Novizen
und wie erwartet waren diese hin und weg als sie den jungen Mann
sahen der bei den beiden stand. Dann richtete Nara das Wort an
die jungen Novizen, wobei sie sich immer mal klar machen musste,
das sie nicht viel älter als diese war. „Das hier ist Lazarus,
der Gott der Liebe und der Sohn unserer Herrin. Er ist bereit
uns einen weiteren Tempel in Stand zu setzen, da die Herrin zu
Zeit anderen Verpflichtungen nach geht. Als Gegenleistung
verlangt er eine Nacht mit drei unserer Novizinnen. Es muss
keine dem Verlangen folgen, doch wer dazu bereit ist, kann sich
gerne melden. Außerdem möchte er je eine Priesterin und einen
Priester für seine eigenen Anrufungen. Wer also zu ihm
überwechseln möchte, darf das getrost sagen. Ob und wer dann
dafür ausgewählt wird von denen die sich melden, wird Lazarus
selber entscheiden.“ Nara sah über die jungen Frauen und es
meldeten sich mehr als drei um genau zu sagen alle bis auf
Marie. Nara schickte die jungen Männer und Marie hinaus und hieß
dann Lazarus zu wählen. Dieser sah sich die jungen Frauen an und
mit sicherem Blick wählte er die aus die bereits Erfahrung
hatten, unter ihnen auch die, die zuvor Iron verführt hatte.
Anschließend zeigte Iron dem jungen Gott das Zimmer das er in
Anspruch nehmen konnte. Dann verschwand Lazarus mit dem
Versprechen später wieder zu kommen. Als er fort war sah Iron
Nara an. „Ich schäme mich jetzt sogar ein wenig, das ich der
jungen Novizin nicht widerstehen konnte, wenn ich sehe wie du
diesem jungen Gott widerstehst. Und ich muss zugeben ich hätte
es sogar verstanden wenn du ihm gegeben hättest was er von dir
wollte. Denn selbst ich als Kerl, der wirklich nicht auf Männer
steht, spürte diese animalische Anziehungskraft die dieser Gott
um sich trägt. Also Kleines, solltest du irgendwann schwach
werden, so werde ich es dir nicht nachtragen, denn ich denke
diesem Kerl kann auf Dauer kaum eine Frau widerstehen.“ Nara
hatte ihm ruhig zugehört und nickte leicht: „Ich gebe zu es ist
mir nicht leicht gefallen, denn er hat wirklich etwas an sich
das es einem schwer macht. Doch erstens bin ich keine Frau die
gleich mit einem Kerl ins Bett geht, sei er auch noch so
attraktiv und zum anderen, ich liebe dich und wollte dich nicht
verletzen. Allerdings muss ich auch zugeben, das ich nicht weiß
wie lange ich noch so stark sein kann. Doch vorerst wird da wohl
nichts geschehen.“ Iron legte einen Arm um sie und presste sie
an sich, dann küsste er sie wild und verlangend. Und Nara
erwiderte den Kuss ebenso, was schlussendlich dann im Bett
endete. So wild wie in den nächsten Stunden war Nara noch nie
gewesen und Iron genoss es, obwohl er wusste das Lazarus dafür
wohl der Auslöser gewesen war. Dieser beobachtete die beiden
unsichtbar und lächelte. Hier war eine Sterbliche die nicht nach
dem ersten oder zweiten mal abwinkte, sondern die es sogar mit
dem Verlangen seiner Mutter, das Iron eine Zeitlang in sich
trug, aufgenommen hatte. Er nickte noch mal vor sich hin, dann
verschwand er endgültig und einige Stunden später, war der
Tempel den Nara und Iron am liebsten hatten wieder hergestellt.
Allerdings hatte er oberirdisch noch einen kleinen Seitentrakt
dazu bekommen, in dem es einige Zimmer gab die für die Priester
des Liebesgottes gedacht waren, als auch einen extra Altarraum,
wie auch ein Schlafzimmer für den jungen Gott in dem er sich
gedachte zu vergnügen, vorzugsweise mit Nara, sobald sie ihn mal
erhört hatte. Er ging davon aus das sie ihm nicht lange
widerstehen könnte, doch gefiel es ihm so eine kleine Wildkatze
zähmen zu können. Und er hatte die Jagd für sich eröffnet. Das
sie verheiratet war interessierte ihn nicht, wieso auch. Sie war
die oberste Priesterin seiner Mutter auf dieser Welt und so ging
er davon aus, auch ebenso verlangend. Aurian hatte das Tun ihres
Sohnes beobachtet und schmunzelte vor sich hin als er sich seine
erste Ohrfeige verdientermaßen ein fing.
Als Lazarus später wieder
auftauchte, sagte er ihnen welchen der Tempel er wieder her
gerichtet hatte. Und teilte ihnen mit das dieser Tempel einen
extra Seitentrakt bekommen habe und wozu er gedacht sei. Er
wusste das es der Lieblingstempel der beiden war, also wollte er
sich dort auch hauptsächlich sehen lassen. Nara reizte ihn, vor
allem da sie ihn ablehnte. Als Iron und Nara von der Herrichtung
des Tempels erfuhren waren sie überglücklich, so das sie ihm
gerne erlaubten einen Teil des Tempels für sich zu nutzen,
immerhin war er ein Gott. In der kommenden Nacht ging es in dem
Zimmer das man Lazarus zur Verfügung gestellt hatte, turbulent
zu und doch schien der junge Gott am Morgen nicht besonders
zufrieden zu sein. Er suchte dann auch Nara und Iron in Naras
Büro auf. Als er mit finsterem Gesicht eintrat, flüchtete Joran
regelrecht. Nara sah Lazarus fragend an, denn es schien ihr so
als sei der junge Gott normalerweise ein recht sonniges Gemüt
und wenn dieser so finster schaute musste es einen Grund haben.
Der lies sich auch in einem Stuhl vor dem Schreibtisch nieder
und sah Iron und Nara an: „Ihr nährt eine falsche Schlange an
eurer Brust. Eine der jungen Novizinnen ist nicht so ehrlich wie
sie es euch Glauben machen will. Oja sie hat mir diese Nacht
sehr viel Spaß bereitet, doch spürte ich das mit ihr etwas nicht
stimmt. Es ist richtig das nichts bösartiges die Tempel meiner
Mutter betreten kann, doch diese hier verbirgt es sehr gut. Ich
würde euch empfehlen sie aus dem Tempel zu entfernen. Sie ist
Macht besessen und will mehr als ihr zusteht. Noch hält es sich
in Grenzen, doch könnte es sein das sie irgendwann nicht nur
deinen Mann will,“ dabei sah er Nara an: „sondern auch den Platz
als oberste Priesterin.“ Iron sah Lazarus an: „Ich nehme an du
redest von der Kleinen die mich dazu brachte mit ihr zu
schlafen.“ Lazarus nickte. „Genau die meine ich, sie wollte
schwanger werden und hatte gehofft das du sie schwängern
würdest. Sie ging davon aus, das du dann Nara verlassen und sie
nehmen würdest. Womit sie dann sehr weit oben in der
Tempelhierarchie gewesen wäre. Zwar immer noch Nara unterstellt,
doch immerhin auf dem zweiten Platz. Ich habe jetzt dafür
gesorgt das sie von keinem Novizen oder Priester schwanger
werden kann. Sie wird erst schwanger werden können wenn ihr sie
aus dem Tempel entfernt.“ Nara nickte, sie hatte sich schon
gedacht das die junge Frau ein wenig sehr hinter den
Führungskräften des Tempels her war, erst Iron und dann Joran
und nun hatte sie es wohl auch bei Lazarus versucht. „Ich bin ja
nur froh das ich sie nicht für einen Tempel ausgewählt hatte. In
den nächsten Tagen wollte ich die ersten Weihen abhalten und
dann für diesen Tempel hier eine neue Hohepriesterin einsetzen.
Damit Iron und ich auch mal wieder anderen Aufgaben folgen
können. Aber ich denke ich weiss wen ich hier einsetze, sie ist
zwar noch sehr jung, doch die beste.“ Lazarus wurde hellhörig
und Nara sah das er die Ohren spitzte: „ Vergiss es, sie kommt
noch nicht für dich in Frage, sie ist noch unschuldig und das
soll sie auch noch eine weile bleiben.“ Lazarus grinste schon
wieder sein Jungengrinsen. „Ich denke du meinst die Kleine die
sich nicht meldete. Aber süss ist sie ja. Doch keine Sorge
solange sie es nicht von sich aus will, werde ich nicht
drängen.“ Iron sah Lazarus an und nickte leicht: „Ich sehe es
wie Nara, Marie ist noch zu jung.“ Lazarus grinsen wurde immer
tiefer: „Ihr Sterblichen seid manchmal sowas von blind. Euer
Mündel ist lange nicht mehr so unschuldig wie ihr denkt. Die
Kleine hat es faustdick hinter den Ohren, aber nicht auf so
niederträchtige Art wie die junge Frau die mir die Nacht
versüßte, doch ist hier im Tempel das erste Kind unterwegs und
es amüsiert mich das ihr davon nichts gemerkt habt. Der Vater
ist übrigens der junge Mann der eben so fluchtartig das Zimmer
verließ.“ Iron und Nara sahen Lazarus nun sprachlos an. Als
Lazarus den Blick der beiden sah lachte er herzhaft: „Eure
Hochzeitsnacht war sicherlich sehr aufregend, allerdings nicht
nur für euch. Auch eure Novizen haben sich köstlich amüsiert in
dieser Nacht und dabei kann es passieren das es auch Kinder
gibt.“ Nun fand Iron seine Sprache wieder: „Verdammt verdammt.“
Amüsiert sah Lazarus die beiden an. Nara lies bereits ihre
Klingel erschallen und als Joran zur Türe herein sah befahl sie
ihm Marie zu holen und mit ihr ins Büro zu kommen. Kurze Zeit
später kamen auch die beiden, wobei Marie jetzt schon recht
schuldbewusst aussah. Nara sah von einem zum anderen: „Habt ihr
uns nichts zu sagen?“ Im Beisein des Gottes mussten sie nun
Farbe bekennen und gaben zu das sie dem Wort der Herrin recht
wortgetreu gefolgt waren. Während die beiden berichteten lachte
Lazarus wieder herzlich, als er Naras fassungsloses Gesicht sah.
Nach dem Nara sich wieder gefasst hatte, nickte sie nur: „Nun
ist es passiert und es ist ein Kind unterwegs, also gut, sorge
dafür das Marie ein eigenes Zimmer bekommt und das sie es bequem
hat.“ Joran druckste herum: „Dürfen Marie und ich zusammen in
einem Zimmer wohnen?“ Nun musste sich auch Iron das lachen
verkneifen vor allem als Nara nickte und die Augen verdrehte.
„Also gut nehmt euch ein Zimmer zusammen.“ Bevor die beiden das
Zimmer verließen beauftragte Nara Joran noch die junge Frau die
von Lazarus durchschaut worden war zu ihr in Büro zu schicken.
Diese musste kurz darauf ihre Sachen packen und den Tempel
verlassen. Sie hatte ausgespielt, ihr Fehler war das sie zu hoch
gegriffen hatte und sich mit Lazarus ein zu lassen bei den
Wünschen die in ihr waren, war das wohl ihr größter Fehler. Sie
hätte damit rechnen müssen das er sie durchschauen würde. Doch
nun war sie fort und es war wieder ein Platz frei geworden. Den
nahm nur einen Tag später eine recht ernsthafte junge Frau ein.
Allerdings mussten Iron und Nara feststellen das diese einige
Jahre älter als sie war. Dennoch konnten sie sehen das diese
junge Frau genau aufpasste was die beiden ihnen beibrachten und
so entwickelte sie in kürzester Zeit ein Händchen dafür wie ein
Tempel zu führen war. Iron beobachtete Lazarus genau und er sah
das dieser Nara begehrte, er erkannte es an dessen Blicke und er
wusste das hier ein ernsthafter Konkurrent war. Iron seufzte,
wer konnte schon mit einem Gott konkurrieren. Er hoffte nur das
er Nara nicht ganz an diesen Gott verlieren würde. Doch wenige
Tage später fing Lazarus Iron mal ab, sah ihm in die Augen und
sagte ihm recht bestimmend: „Ich weiß das du weißt das ich Nara
will. Doch brauchst du keine Sorge darum zu haben das ich sie
dir weg nehmen werde. Ich begehre sie, das leugne ich nicht,
doch werde ich mich niemals feste binden, vor allem nicht an
eine Sterbliche. Ich liebe nur eine Frau und so wird es immer
sein.“ Iron sah ihn ruhig an und nickte verstehend, doch fragte
er ihn: „Stimmt es was geschrieben steht, das du und deine
Mutter? Ist sie die eine Frau?“ Lazarus nickte: „Ja, denn sie
ist die Herrin des Lichts und ich der Sohn des Lichts, wir
können nicht anders. So muss es auch sein, die wahre Erfüllung,
kann mir nur eine Frau geben und das ist Aurian. Doch Aurian
liebt Myrion, er ist ihr ein und alles. Ja ich liebe sie,
dennoch begehre ich auch andere Frauen, es liegt in meiner
Natur. Ebenso wie es in der Natur der Herrin des Lichts liegt,
weswegen sie auch einen Geliebten hat, Leon. Eifersucht ist uns
fremd. Meine Bestimmung ist es, meine Gunst vielen Frauen zu
schenken. Ich suche nur ein wenig Spaß und schenke den Frauen
ein Kind die normalerweise keins bekommen könnten, aber sich
eins wünschen. Ich mache sie fruchtbar.“ Iron sah ihn an und sah
den leichten Schmerz in Lazarus Augen und er begriff das Lazarus
obwohl er ein Gott der Liebe war, seine Liebe niemals Erfüllung
finden würde, da die Frau die dieser liebte, bereits einen
anderen liebte. Nämlich ihren Gatten. Das sie diesem jungen Gott
vielleicht die körperliche Erfüllung geben konnte, doch sie ihn
niemals als Mann in ihrem Herzen haben würde. So legte er eine
Hand auf Lazarus Schulter und nickte abermals verstehend. „Ich
hatte nur Angst Nara zu verlieren, denn ich liebe sie mehr als
mein Leben.“ Lazarus sah ihn sanft an: „Diese Angst musst du
nicht haben. Du wirst sie nicht an mich verlieren, denn sie
liebt dich auch aus reinem Herzen.“ Iron nickte leicht, er sah
den jungen Gott an. Kurze Zeit später war Lazarus verschwunden
und würde sich auch eine Weile nicht sehen lassen, er musste
erst mal mit den Gefühlen die diese junge Priesterin in ihm
ausgelöst hatte klar kommen. Denn sie gingen weit über das
begehren hinaus und das verstand er nicht. Denn er wollte von
den Frauen an sich nur eins, doch hier war es anders. Er hoffte
das Aurian oder einer seiner Väter ihm helfen könnte.


Kapitel 12: Aurian, Herrin des
Lichts

Nachdem Lazarus wieder fort war
und langsam wieder Ruhe im Tempel einkehrte, machten Iron und
Nara die Liste fertig für die Novizen die nun in den
Priesterstand erhoben werden sollten. Sie wussten das sie selber
noch viel zu lernen hatten und dennoch gezwungen waren das was
sie bereits wussten weiter zu geben. Nara dankte immer mal in
einem stillen Moment Donna das sie ihnen alles eingetrichtert
hatte. Ab und an besuchten sie auch mal den Muttertempel um sich
dort in der reichhaltigen Bibliothek weitere Informationen zu
holen. Doch vieles was damals vor fünfhundert Jahren noch
tragbar war, würde man heute nicht mehr wollen. Man lebte in
modernen Zeiten und so mussten auch die Tempel moderner werden
in ihren Ansichten. Wobei natürlich Grundsätzlichkeiten immer
noch eingehalten werden würden.
Und wenige Tage später war es
dann soweit, die Novizen fanden im Aufenthaltsraum an einer
schwarzen Tafel die Namen derer vor die nun zu Priestern geweiht
werden würden, als auch das es am nächsten Tag soweit sein
würde. Nara lies durch Marie und Joran die Kleidung für die
zukünftigen Priesterinnen und Priester verteilen. Ganze zehn
würden es sein, unter anderem auch die junge Frau die als
letztes gekommen war. Manch einer fand das ungerecht, doch die
junge Frau hatte sich so angestrengt das Nara die sich immer
wieder sagen musste, das sie selber auch mehr oder weniger ins
kalte Wasser geworfen worden war, keine bessere finden konnte.
Zumal Marie nun erst mal aus fiel. Lazarus hatte allerdings
nicht nur den anderen Tempel wieder hergerichtet sondern hatte
auch beim Bau des Krankenhauses und der Kinderheimes als auch
der Tagesstätte geholfen, was in seinem Fall bedeutete er hatte
in Windeseile die Gebäude fertig gestellt. Zudem er sogar her
gegangen war und die gleichen Gebäude auch in der Nähe des
anderen Tempels erstehen lassen hatte, wenn auch ein wenig mehr
ins Tal versetzt. Ohne Lazarus wäre es ihnen so schnell nicht
möglich gewesen, das war auch Iron und Nara klar. Und Iron, als
Mann war auch klar, das der Gott irgendwann die Rechnung dafür
präsentieren würde, vor allem da er wusste was Lazarus wirklich
wollte.
Am nächsten Tag war denn dann
soweit, abermals war der Tempel mit Blumen geschmückt. Die
jungen Novizen trugen alle Blumenkränze auf ihren Haaren und
durften zum ersten mal ihre Priesterkleidung tragen, was sie
alle sehr stolz machte. Ihre Familien waren teilweise angereist
um bei der Weihe dabei zu sein. Als alle Platz genommen hatten
traten Iron und Nara ein, sie schritten den Gang zwischen den
Bänken entlang und auf den Altar zu. Nara trug wie nun immer
ihren Stirnreif mit dem Lichtsymbol auf der Stirn. Ihnen folgten
die nun zu weihenden Priester und Priesterinnen. Unter anderem
waren es auch Joran und Marie, denen diese Ehre zuteil werden
würde. Dann begann die Zeremonie, jeder Novize wurde nochmals
gefragt ob er den Dienst an der Herrin beginnen wollte. Jeder
einzelne nickte. Allerdings sahen sie auch auf dem Altar die
Kleidung für zwei Hohepriesterinnen liegen und begannen
untereinander leise zu raunen. Als alle geweiht waren und ihren
Willen bekundet hatten, sprach Nara nochmals: „Ihr seid nun alle
der Herrin des Lichts verpflichtet. Euer Dienst an ihr beginnt
mit dem heutigen Tage, doch für zwei von euch wird es noch
härter werden. Denn Iron und ich haben noch einige Aufgaben für
die Herrin zu erfüllen und werden nicht mehr so viel zur
Verfügung stehen. Somit werden am heutigen Tage zwei von euch
nicht nur in den Priesterstand erhoben sondern auch den Titel
und die Pflichten einer Hohepriesterin bekommen. Und nun tretet
vor Iriana und Marie. Mir ist klar das einige Marie noch für zu
jung halten werden, aber sie war eine der besten. Ebenso wie
Iriana, obwohl sie erst so kurz bei uns ist. Marie wird Joran an
ihrer Seite haben, der auf sie achten wird und den wir ebenfalls
mit dem heutigen Tag in den Hohepriesterstand erheben werden.“
Damit übergab sie dann jeder der beiden jungen Frauen eine der
Hohepriesterausstattungen und Iron übergab Joran die
Hohepriesterkleidung. Die drei jungen Leute sahen die beiden
erstaunt an. Nara deutete leicht zur Seite: „Kleidet euch nun um
und zieht die Kleidung an die euch ab heute zusteht. Dann tretet
wieder vor uns.“ Die drei taten was man ihnen gesagt hatte und
waren recht flink wieder umgezogen. Als sie nun wieder vor Iron
und Nara standen, sprach diese abermals: „Nun werdet ihr eure
Aufgaben bekommen. Jede von euch wird einem der bereits wieder
hergestellten Tempel vorstehen. Ihr werdet dafür sorgen das die
neuen Novizen weiterhin ausgebildet werden, achtet auf die die
es besonders gut aufnehmen, setzt die an die Luft die nicht
geeignet sind. Seid nicht ungerecht oder unfair, behandelt alle
gleich. Sorgt dafür das die Krankenhäuser besetzt sind ebenso
wie die Kindertagesstätten als auch Kinderheime. Es wird keiner
abgewiesen. Ihr wisst was ihr wissen müsst, vorerst. Die Tempel
enthalten noch mehr Geheimnisse in die ihr allerdings erst
später unter vier Augen eingeweiht werdet, da nicht alles für
die Öffentlichkeit bestimmt ist. Ihr Marie und Joran, werdet den
Tempel auf dem Berg übernehmen, weil Iron und ich gedenken dort
hin über zu siedeln. So können wir euch immer noch zur Seite
stehen. Du Iriana übernimmst diesen Tempel hier. Allerdings
werden wir auch hier immer mal vorbei schauen und sehen wie es
geht und ob etwas im Argen liegt.“ Die drei nickten. Nara sah zu
den frisch gebackenen Priesterinnen und Priestern. „Vier von
euch werden mit Iriana hier bleiben, unterstützt sie wo ihr
könnt und neidet ihr nicht ihren Status, sie hat ihn sich hart
verdient. Drei von euch werden uns in den anderen Tempel
begleiten und Joran und Marie zur Seite stehen. Ihr dürft selber
wählen wer hier bleiben möchte oder mit kommen möchte, teilt uns
eure Entscheidung in zwei Stunden mit. Nun feiert mit euren
Angehörigen, denn morgen werden wir aufbrechen.“ Damit gingen
die frisch geweihten abermals den Gang entlang nach draußen,
natürlich unter leisem Gemurmel. Und wieder wurde fröhlich
gefeiert während Iron und Nara in ihrem Büro saßen. Iron sah
Nara an: „Ist es nun soweit, was denkst du? Werden wir nun die
letzten Geheimnisse den Spiegeln entlocken und das Zepter und
vielleicht meinen Vater finden?“ Nara legte ihre Arme um ihn,
denn sie saß wieder mal auf seinem Schoß und nickte: „Ja es wird
Zeit, die ganzen Verwaltungsarbeiten haben uns um ganze
zweieinhalb Monate zurück geworfen. Aber das ist wohl nicht zu
ändern. Doch nun denke ich wird es Zeit das wir wieder auf den
alten Weg zurück kehren und endlich deinen Vater befreien und
das Zepter finden. Denn ich denke uns stehen noch einige
Überraschungen bevor. Und ehrlich gesagt, freue ich mich darauf,
nicht zuletzt deswegen, da wir mal wieder Zeit nur für uns
haben.“ Iron nickte und sah sie liebevoll an: „Dir ist schon
klar, das die Priesterinnen und vor allem die Hohepriester noch
nicht richtig geweiht sind oder? Das werden sie erst sein wenn
sie die Rune erhalten haben.“ Nara seufzte leise: „Ja ich weiß,
doch sind sie wirklich schon bereit das Geheimnis zu verstehen?
Und es für sich zu behalten? Du weißt haben sie erst mal die
Rune erhalten, könnten sie auch in die unteren Bereiche und
damit auch in den Säulenraum mit den Artefakten.“ Daran hatte
Iron nicht gedacht, er nickte: „Doch wie willst du dann mit
ihnen in den anderen Tempel reisen, auf herkömmlichen Wege? Ist
das nicht ein wenig umständlich? Mal abgesehen davon das Iriana
auch Geld brauchen wird und sie nur dann daran kommt wenn sie in
den unteren Tempelbereich kann.“ Nara sah ihn an: „Du vergisst
das sie dazu einen Erwählten mitnehmen oder die Ringe bekommen
müsste, also so oder so könnte sie alleine eh nicht in den
unteren Bereich. Bei Joran und Marie sieht es anders aus, es
scheint als hätten die beiden sich für einander entschieden.“
Außerdem wollte Nara noch nicht
das die jungen Priester jetzt schon von den weiteren
Geheimnissen der Tempel erfahren sollten, so buchte sie Plätze
im Flugzeug für sie alle. Kurze Zeit später meldeten sich die,
die bereit waren mit in den anderen Tempel zu kommen.
Und am nächsten Tag ging es dann
los, beide waren schon gespannt was Lazarus aus dem tempel
gemacht hatte und waren mehr als überrascht, als sie sahen das
der Tempel nicht nur wieder vollkommen hergestellt war, sondern
das er auch einen Seitentrakt bekommen hatte, als auch das am
Hang auf dem Weg ins Tal ein Krankenhaus, eine Kindertagesstätte
und ein Kinderheim gebaut worden waren. Alles in einem sehr
schönen Park gelegen. Iron und Nara staunten als sie das sahen
und Iron sah Nara an. „Ich rechne damit das er uns die Rechnung
dafür bald präsentieren wird. Ich glaube kaum das er mit dem
zufrieden ist was er dafür bekommen hat.“ Nara nickte, sie sah
Iron ebenfalls an: „Und ich denke, ich weiß auch was der Preis
sein wird.“ Iron zog Nara sanft an sich. „Du hast gehört was er
sagte, wenn du nicht willst er wird dich nicht zwingen. Und ich
hoffe das er das niemals verlangen wird. Es schmerzt alleine der
Gedanke das du in seinen Armen liegen könntest und ich will
nicht wissen was er alles mit dir machen würde.“ Nara strich
Iron sanft über das Gesicht. „Nicht mehr als jeder Mann von
einer Frau will. Doch lass uns nun nicht daran denken, sehen wir
zu das wir uns einrichten und dann werden wir uns mal den
Spiegeln widmen.“
Doch bevor es dazu kommen sollte,
trafen sie im unteren Bereich, als sie diesen betraten auf die
Herrin des Lichts, diese stand lässig am Altar gelehnt. Sie
waren sehr erstaunt darüber das sich die Herrin ungerufen sehen
lies. Das verhieß nichts gutes nahmen sie an. Aurian, die Herrin
des Lichts trat auch sogleich auf beide zu und sah Nara an: „Ich
muss mit dir reden, es ist wichtig.“ Doch nun spürte auch Iron
die gleichen Gefühle die Nara Lazarus gegen über hatte oder auch
jede andere Frau. Ihm wurde nun die sinnliche Ausstrahlung der
Göttin mehr als bewusst. Und wie sollte es anders sein, stieg
Begehren in ihm hoch. Er wandte sich ab um die Herrin nicht mehr
ansehen zu müssen. Das war zu viel für ihn, denn er fand es doch
ein wenig verwerflich das er die Göttin körperlich begehrte. Er
konnte ja nicht ahnen das Aurian absichtlich ihr Ausstrahlung
sehr deutlich bei ihm zur Schau trug, damit er spürte was mit
Nara geschah wenn sie auf Lazarus traf. Nara sah sie an und
nickte: „Was ist los? Haben wir etwas falsch gemacht? Sollten
wir doch den neuen Hohepriestern schon Zugang zu den unteren
Bereichen geben?“ Aurian schmunzelte: „Nein das ist es nicht,
ich komme heute als Mutter von Lazarus zu dir und nicht als
Göttin.“ Sie führte Nara ein wenig von Iron weg. „Was ist mit
ihm?“ Nara war besorgt. Aurian sah die junge Frau an: „Wie alt
bist du jetzt?“ Nara zuckte mit den Schultern: „Ich werde in
wenigen Tagen dreiundzwanzig, warum?“ Aurian nickte. „Du bist
sehr attraktiv, das lockt manchen Mann an. Und wie ich gestehen
muss, Lazarus besonders. Vor allem da du dich gegen ihn gestellt
hast, was ich damit sagen will, du bist die erste Frau die ihn
abgewiesen hat. Und das machte ihn nervös. Das ist ihm noch nie
passiert und so konnte es kommen das er nun, wie soll ich es
sagen?“ Nara sah das Aurian überlegte. „Das er sich in dich
verliebt hat. Er weiß das er keine langfristige Beziehung mit
dir eingehen kann. Du bist sterblich und das kann nicht gut
gehen. Zudem weiß er als auch ich das du Iron von Herzen liebst.
Die Frage ist nun wie lange willst du ihn hinhalten, denn das er
von dir bekommt was er will, zumindest was die körperliche Seite
angeht, weißt du ebenso wie ich. Ich will ehrlich sein, er bat
mich sogar dir Unsterblichkeit zu verleihen, damit er dich nicht
altern und sterben sehen muss. Doch das steht außer Frage das
ich das nicht tun werde. Ihr beide, Iron und du, ihr seid
zweifellos ungewöhnliche Menschen, darüber brauchen wir nicht zu
diskutieren, doch die Unsterblichkeit muss man sich mehr als
verdienen. Da reicht es nicht das sich mein Sohn in dich
verliebt hat. Zudem ich dann nicht nur dir sondern auch Iron die
Unsterblichkeit geben müsste.“ Nara sah sie sprachlos an, das
hatte sie nicht erwartet. Sie dachte nach: „Ich kann nicht.
Weder will ich die Unsterblichkeit noch will ich mit Lazarus ins
Bett. Wie ihr sagtet Herrin, ich liebe Iron, er ist es den ich
will und keinen anderen. Auch keinen Gott.“ Aurian sah die junge
Frau an: „Er wird dich bekommen, daran zweifel ich nicht. Meine
Frage ist nun an dich, was empfindest du Lazarus gegenüber? Denn
wie jede Mutter obwohl es bei ihm und mir ein wenig anders
liegt, will ich das er glücklich wird. Und er ist verzweifelt.
Er weiß er sollte dir fernbleiben und doch treibt es ihn immer
wieder zu dir, auch wenn du ihn nicht siehst. Er hat sich in
dich verliebt und diese Liebe glüht stark in ihm. Bisher war ich
die einzige Frau der er Liebe entgegen brachte, doch jetzt sieht
es anders aus und eigentlich gönne ich ihm auch diese Liebe.
Doch es ist nicht leicht für ihn. Denn wie schon gesagt, erstens
liebst du deinen Iron und zum zweiten bist du sterblich. Das
sind Faktoren die er bedenken muss.“ Nara nickte: „Ich liebe ihn
nicht, er ist zweifellos attraktiv und es ist mir verdammt
schwer gefallen ihm zu widerstehen. Doch hat das nichts mit dem
Herzen zu tun, sondern mein Körper reagiert auf ihn. Meine Liebe
gehört Iron und das wird sich nie ändern.“ Iron bekam alles mit,
obwohl die beiden leise sprachen. Er wunderte sich nur das er
alles hören konnte, doch dann legte sich eine Hand auf seine
Schulter und er fuhr herum. Hinter ihm stand der Gemahl Aurians,
Myrion und nickte ihm sanft zu. „Es ist schwer zu hören, das
auch ein anderer Mann deine Frau liebt, oder? Körperliches
Begehren könnte man noch ertragen doch Liebe ist etwas anderes.
Und doch hat sich unser Sohn in deine Frau verliebt. Und Aurian
hat recht, was das körperliche angeht, wird er bekommen was er
will. Doch das ist ihm nicht genug. Diesmal nicht. Er liebt
deine Frau und will wieder geliebt werden.“ Myrion deutete mit
dem Kopf zu Aurian hin. „Sie liebt auch mehr als einen Mann, sie
liebt auch Leon, wenn auch auf andere Weise als mich. Ich weiß
das ich bei ihr an erster Stelle stehe und so kann ich damit
auch leben, ohne zu verzweifeln. Zudem Aurian niemals mit einem
Mann alleine klar kommen würde, sie braucht die Abwechslung. Und
Lazarus ist wie sie. Er liebt Aurian, als Frau und als Mutter,
er begehrt sie wie jeder andere Mann sie auch begehrt. Doch nun
hat er sich auch in Nara verliebt. Hätte sie ihm gleich gegeben
was er von ihr gewollt hätte, wäre sie vielleicht nur eine von
vielen gewesen, doch als sie sich ihm widersetzte und ihn sogar
ohrfeigte weil er sich einen Kuss raubte, da brannte die Liebe
in ihm hoch.“ Iron verstand: „Herr wollt ihr damit sagen ich
soll sie mit ihm teilen? Soll ich wirklich zulassen das sie sich
ihm hingibt. Das sie ihn lieben soll? Das kann ich nicht. Ich
will sie für mich haben, sie soll nur mir gehören. Wenn sie ihm
geben muss was er von ihr will, wenn er sie mit ins Bett nimmt,
das schmerzt mich schon, doch ihr Herz soll nur mir gehören. Ich
will wenigstens das für mich haben.“
Myrion sah ihn sanft an. „Wenn du
versuchst mit ihm Freundschaft zu schließen, wird es dir
leichter fallen auch ihr Herz zu teilen. Ich weiß es aus
Erfahrung, denn Leon und mich verbindet eine tiefe Freundschaft
und ich weiß das er Aurian sehr liebt, auch wenn er oftmals
andere Frauen mit in sein Bett nimmt. Und bei Lazarus ist es
nicht anders, er ist dazu ausersehen mit vielen Frauen das Bett
zu teilen. Er ist ein Eros, ein Gott der körperlichen Liebe. Und
einem Eros kann kaum eine Frau widerstehen und da wird deine
Nara keine Ausnahme sein und normalerweise sollte er lediglich
Liebe zu Aurian empfinden. Doch das Licht geht oftmals seine
eigenen Wege und hier hat es gewollt das er sich in Nara
verliebt, wenn wir auch noch nicht wissen warum, doch es muss
einen Grund geben, das sein Herz hier nicht unberührt blieb.“
Iron sah Myrion an: „Das Licht? Was heißt das?“ Myrion nickte
leicht“ Das Licht ist etwas eigenständiges. Ob es ein Wesen ist
wissen wir nicht, doch es hat sich in Aurian festgesetzt, sie
wird geleitet und geführt von diesem Licht. Und dieses Licht hat
einen Sohn geboren, Lazarus. Wenn auch Aurian zwangsläufig ihren
Körper dafür hergeben musste um ihn zu bekommen. Deswegen nennt
sich Lazarus auch Sohn des Lichts. Er und Aurian werden immer
zusammen finden, egal auf welche Art. Denn auch er trägt einen
Teil des Lichts in sich. Er ist nicht bösartig noch grausam.
Doch er ist egoistisch und was er will nimmt er sich auch. Und
das muss er sogar, denn auch er wird vom Licht geleitet. Wenn
also das Licht in seinem Herzen eine Liebe entbrannt hat die
nicht nur Aurian gehört, wird es seine Gründe haben, die wir
noch nicht erkennen können. Das Licht ist das höchste im
Universum. Es ist nicht nur sanft und warm, sondern auch kalt
und herzlos wenn es darauf ankommt. Und Aurian war schon immer
dazu ausersehen es zu tragen, sie wurde nur dafür geboren, denn
sie ist stark genug damit klar zu kommen. Und Lazarus wurde mit
allen körperlichen Attributen ausgestattet um jede Frau herum zu
kriegen, ebenso wie er diese animalisch erotische und sehr
männliche Ausstrahlung mit sich trägt, der sogar nicht mal
Aurian widerstehen kann, denn hier zieht es Licht zu Licht.“
Iron begann langsam zu verstehen was Myrion ihm sagen wollte. Er
würde wohl Nara mit Lazarus teilen müssen und eventuell sogar
ihr Herz, weil das Licht es so wollte. Er lauschte zu Aurian und
Nara hin, die sich immer noch strikt weigerte Liebe für Lazarus
in ihr Herz zu lassen. Er seufzte, war es nicht genug das sie
einem anderen Weg folgen mussten als sie sich gedacht hatten,
war es nicht genug das sie ohne es zu wissen zu den höchsten
Priestern dieser Welt wurden, musste sich nun auch noch ein Gott
in ihre Beziehung drängen, den sie nicht wollten? Dann sah er
Myrion an, er hatte sich entschieden. „Also gut, doch ich stelle
eine Bedingung. Niemals darf er mir Nara weg nehmen und ich
möchte das man Naras Vater wieder in die Welt der Lebenden
lässt, ebenso wie ich meinen Vater endlich finden und befreien
möchte.“ Myrion nickte: „Ist das alles?“ Iron sah ihn an: „Nun
das Nara es von sich aus wollen muss ist wohl klar, das muss ich
kaum als Bedingung stellen. Ich will nicht das er sich mit
Gewalt nimmt was sie nicht geben möchte.“ Myrion lächelte: „Da
hast du recht, doch das würde er sowieso nicht tun, doch er wird
sie stärker bedrängen, bis sie ihm freiwillig gibt was er will
und würde dafür wahrscheinlich sogar noch einige Ohrfeigen in
Kauf nehmen. Die hatte ihn nämlich wirklich erheitert. Und was
nun deine anderen Bedingungen angeht, das mit Naras Vater, da
werden Aurian und ich schauen müssen wo seine Seele ist und ob
man seinen Körper noch verwerten kann. Was nun deinen Vater
angeht, nehmt den Spiegel der Gegenwart und ihr werdet ihn
finden. Doch stellt euch seine Befreiung nicht zu einfach vor.
Aurian kann da recht störrisch sein, wenn es um Bestrafungen
geht. Doch denke ich um ihren Sohn glücklich zu sehen würde sie
da wohl eine Ausnahme machen.“ Dann lauschten beide nochmals dem
Gespräch das Aurian mit Nara führte: „Ich wäre auch bereits
dafür Irons Vater frei zu lassen, natürlich nicht einfach so,
doch ich würde die Möglichkeit in Betracht ziehen.“ Nara
seufzte: „Also gut, vorausgesetzt Iron ist einverstanden, werde
ich Lazarus die Möglichkeit geben sich mir zu nähern. Doch sagt
ihm, ich werde es ihm nicht leicht machen. Gott hin oder her.
Ich möchte es der Zeit überlassen was werden wird. Und das ist
mein letztes Wort.“ Aurian nickte, sie hatte auch nicht erwartet
das sich die junge Sterbliche gegen die Götter stellen würde.
Dann sah sie zu Iron und sah nun das dort auch Myrion ihr Gemahl
stand, sie hatte nicht bemerkt das er erschienen war, doch
lächelte sie ihn liebevoll an. Iron und Nara sahen diesen
liebevollen Blick, der ebenso auch von Myrion zurück gegeben
wurde. Hier sahen sie eine Liebe die alle Grenzen überschritt.
Kurze Zeit später verabschiedeten sich Myrion und Aurian und
Iron und Nara blieben zurück. Iron hielt Nara im Arm und sah auf
sie herab. „Ich liebe dich und nichts und niemand wird dich von
mir trennen können. Auch ein Gott nicht. Also tue was du denkst
das richtig ist. Das Licht scheint mit uns zu sein, da es sogar
seine Trägerin zu uns schickt.“ Nara nickte: „Liebster, auch
mich wird nichts von dir trennen, wenn sich das nun auch
schmalzig anhört, doch ich liebe dich mehr als mich selber und
ich würde alles tun um dich glücklich zu sehen. Und wenn ich ihm
eh geben muss was er von mir will, so haben wir wenigstens noch
etwas dabei für uns heraus geschlagen.“ Sie grinste ihn frech an
und zwinkerte ihm zu. Iron lachte leise, dann küsste er sie
stürmisch. „Nun dann werden wir uns mal dem Spiegel der
Gegenwart widmen und sehen was wir dahinter finden werden.“
Kurze Zeit später standen sie
dann vor den Spiegeln, diesmal hatten sie sich allerdings
ausgerüstet mit verschiedenen Dingen die sie eventuell brauchen
könnten und trugen sie in einem Rucksack bei sich.. Dann drückte
Nara das Schild auf dem Gegenwart stand und im Spegel erschienen
auf einmal Bilder, die ihnen zeigte wie Lazarus einen dritten
Tempel wieder herrichtete. Dann schwenkte das Bild zu einer
Höhle in der eine Art Gefängnis war und in dem sie Irons Vater
sitzen sahen, der wieder in irgendwelchen Büchern las. „Das muss
es sein, also los.“ Kaum hatte Iron das ausgesprochen traten
beiden sehr schnell in den Spiegel hinein.
Das Abenteuer konnte beginnen.

Kapitel 13: Das Zepter des Lichts

Die Höhle war dunkel, doch vor
ihnen sahen sie ein Gitter hinter dem Irons Vater an einem Tisch
saß und las, wie sie es im Spiegel gesehen hatten. An den Wänden
seiner Zelle waren Fackeln angebracht, die seine Zelle
beleuchteten. Und auf dem Tisch an dem er saß stand eine Kerze.
Elektrisches Licht schien es hier nicht zu geben. Als sie sich
in dem Gang in dem sie standen weiter umsahen, entdeckten sie am
Ende des Ganges eine weitere Zelle in der fluchend ein Mann auf
und ab ging, als sie näher hinsahen, stellten sie fest das es
sich um Naras verflossenem Freund handelte.
Doch der interessierte sie
weniger, so traten sie auf die Zelle zu in der Irons Vater saß.
Iron war tief berührt als er ihn dort sitzen saß und fühlte sich
schuldig das er erst jetzt dazu kam, weiter nach ihm zu suchen.
Leise sprach er ihn an: „Vater bist du es wirklich?“ Dieser sah
auf und entdeckte nun Iron und Nara. „Wer seid ihr und was wollt
ihr hier?“ er sprang auf und trat zum Gitter dann sah er den
Gang entlang: „Es ist gefährlich, ihr solltet nicht hier sein.“
Iron sah seinen Vater an, er sah um keinen Tag gealtert aus.
„Ich bin Iron, dein Sohn und das hier ist Nara meine Frau. Wir
sind gekommen um dich hier heraus zu holen. Wieso ist es hier
gefährlich?“ Toren, Irons Vater schaute immer wieder den Gang
entlang. „Wenn man euch erwischt seid ihr tot oder sitzt
ebenfalls hier, also geht lieber wieder, mir kann man nicht
helfen.“ Iron lächelte leicht: „Doch wir können dir helfen und
wir haben keine Angst das man uns erwischen wird. Also sag uns
wie man das Gitter hier auf bekommt, gibt es irgendwo eine Türe
oder etwas das man öffnen kann?“ Toren sah seinen Sohn an: „Wie
lange bin ich schon hier? Du siehst aus als wärst du über
zwanzig Jahre alt. Geht es dir gut? Ich habe hier jegliches
Zeitgefühl verloren.“ Iron nickte: „Es sind inzwischen über zehn
Jahre vergangen seid du vermisst wurdest. Und ich bin jetzt
dreiundzwanzig. Danke Vater, ja mir geht es gut. Doch nun sag
uns wie wir dich hier heraus holen können.“ Toren schaute wieder
recht panisch den Gang entlang, doch sah er auch das er die
beiden jungen Leute nicht davon abhalten konnte. Er seufzte:
„Egal was geschieht, ich kann nun glücklich sterben, weil ich
dich noch mal sah und es dir gut geht. Aber gut. Mir wurde
gesagt, das die schlafende Urgewalt den Schlüssel in Händen
hält. Die Türe befindet sich unsichtbar in der Mauer.“ Dabei
deutete er ans Ende des Gitters, das in eine Mauer überging.
„Wer den Schlüssel besitzt kann diese Mauer oder vielmehr die
Türe öffnen und ich wäre frei. Doch weiß ich nicht wer oder was
diese schlafende Urgewalt ist. Ich weiß nur das sie ebenfalls
irgendwo in einer Höhle zu finden ist.“ Nara nickte: „Ich denke
ich weiß wo wir sie finden.“ Auch sie sah immer mal den Gang auf
und ab, sie nahm die Warnung von Toren sehr ernst. „Wir sollten
jetzt gehen und diese Urgewalt aufsuchen, dann kommen wir wieder
und werden dich hier heraus holen, Schwiegerpapa.“ Dabei
zwinkerte sie ihm schelmisch zu. Toren sah seinen Sohn an: „Du
hast da eine sehr mutige Frau gefunden, herzlichen Glückwunsch.
Aber nun geht bevor der Wächter zurück kommt.“ Iron nickte: „Wir
kommen wieder, also verzweifel nicht. Wir werden den Schlüssel
holen.“ Dann wurde er von Nara von dem Gitter weggezogen und als
sie abermals die Stelle betraten an der sie erschienen waren,
standen sie auch schon wieder vor den Spiegeln. Dann trat Nara
zu dem Schild auf dem schlafende Urgewalt stand und drückte
darauf. Im Spiegel erschien nun eine Lavalandschaft, doch man
sah das diese sich in einer riesigen Höhle befand. Direkt hinter
dem Spiegel war ein Plateau auf das man treten konnte. Nara sah
Iron an: „Bist du bereit?“ Der nickte: „Selbst wenn nicht, uns
bleibt nichts anderes übrig. Also los.“ Beide betraten dann den
Spiegel und standen kurz darauf auf dem Plateau und sahen nun
tief in die flüssige Lava herab. Nara nahm einen Kreidestein aus
dem Rucksack und malte einen Kreis auf den Boden an der Stelle
an der sie standen auf. „Hierhin müssen wir zurück wenn wir
wieder heraus wollen.“ Iron nickte und sah sich schon mal nach
einem Weg um, dann sah er das es an einer Seite einen schmalen
Weg gab der sich nach unten schlängelte. Hinter ihnen sah er in
der Ferne ein Licht das scheinbar aus der Höhle heraus führte.
„Wo lang? Erst dem Licht folgen und sehen wohin diese Höhle
führt oder gleich den Weg nach unten, da mein Vater sagte das
die schlafende Urgewalt in einer Höhle lebt.“ Nara sah sich
ebenfalls um. „Nun sie wird wohl in dieser Höhle sein, nehme ich
mal an, doch einen Blick nach draußen zu riskieren kann nicht
falsch sein oder?“ Iron grinste und nickte: „Denke ich auch also
sehen wir mal wohin uns das Licht führt.“ Dann gingen beide in
die Richtung in der das Licht anzeigte das es wohl nach draußen
ging. Als sie den Höhleneingang erreicht hatten, blieb beiden
vor staunen der Mund offen stehen. Denn als sie hinaus sahen,
sahen sie auf der gegenüberliegenden Seite einen weiteren Berg.
Aber nicht irgendeinen Berg sondern den, auf dem ihr
Lieblingstempel lag. Nara sah Iron überrascht an. „Das ist
unsere Welt und dort drüben ist unser Tempel. Wir haben also
immer auf den Berg geschaut in dem diese Urgewalt schläft. Nun
bin ich wirklich neugierig was diese Urgewalt ist. Ob damit ein
Vulkan gemeint ist? Aber der könnte wohl kaum was in Händen
halten oder?“ Auch Iron war sprachlos vor Überraschung und sah
nun Nara an: „Finden wir es heraus.“ :damit drehte er sich um
und als sie wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen waren um
schritten sie den Kreis, nicht das sie aus versehen wieder in
ihrem Tempel landen würden. Anschließend folgten sie dem
schmalen Weg der nach unten führte. Immer wieder mal löste sich
etwas Geröll unter ihren Flüssen und fiel dann dampfend in die
heiße Lava. Beide waren inzwischen nass geschwitzt, so das als
sie auf einem kleinen Plateau ankamen wo ein wenig mehr Platz
war, Iron sein Hemd und seine Hose kurzerhand aus zog und die
lange Hose durch eine kurze ersetzte. Auch Nara zog sich nur ein
Trägertshirt und eine kurze Hose an. „Verdammt ist das hier heiß
und wir sind noch nicht mal unten angekommen.“ Iron nickte. Dann
gingen beiden weiter. Nach gefühlten Stunden, obwohl es nicht
mehr als eine war, kamen sie unten an und sahen das sich ein
Felsweg durch die Lava schlängelte, also folgten sie nun diesem
Weg weiter. Er führte sie durch Höhlen, die die Lava draußen
lies und ihnen ein wenig Abkühlung gab und auch immer mal wieder
zwischen die Lava hindurch, die rechts und links von ihnen immer
mal kurz auf brodelte und wie bei Geysiren hoch spritzte.
Irgendwann betraten sie dann eine Höhle an deren Eingang rechts
und links auf zwei Sockeln, zwei riesige Drachen standen. Sie
betrachteten die Sockel und auf dem einen stand: „Erwecke
niemals die Urgewalt ohne vor zu haben ihren Preis zu bezahlen.“
Als sie die Inschrift des anderen Sockels lasen stand dort
folgendes: „Sein Name ist Zandramas, vielseitig sind seine
Gesichter. Und seine Wünsche mannigfaltig.“ Iron und Nara sahen
sich ratlos an, dann zuckte Iron nur mit der Schulter. „Machen
wir hier erst mal eine Pause und essen was. Dann sollten wir
weiter gehen.“ Nara nickte, so setzten sie sich hin und packten
einige Vorräte aus die sie mitgenommen hatten. Sie aßen und
tranken vor allem etwas, dabei unterhielten sie sich über die
Frage wer oder was dieser Zandramas wohl sein mochte. Nara hatte
das Gefühl das sie sich hier nicht nur einer Urgewalt näherten
sondern auch etwas dass sie eigentlich wohl besser schlafen
lassen sollten. Doch das würde nicht gehen, denn sie brauchten
den Schlüssel den dieses Wesen was auch immer es sein mochte,
aufbewahrte. Auch sprach Iron aufgeregt von seinem Vater und
Nara sah ihm an das er glücklich war, wenigstens einige Worte
mit seinem Vater gewechselt zu haben. Sie legte ihm eine Hand
auf den Arm: „Schatz wir holen ihn da raus, koste es was es
wolle.“ Nach einer halben Stunde etwa hatten sie sich ein wenig
erholt und traten nun tiefer in die Höhle ein. Dort kamen sie an
ein gigantisches Tor auf dem in Augenhöhe Buchstaben zu sehen
waren. Das Tor war verschlossen und egal wie sie daran rüttelten
sie bekamen es nicht auf. Doch dann hatte Nara eine Idee. Sie
drückte auf die Buchstaben in der Reihenfolge das daraus der
Name Zandramas wurde. Und als sie den letzten Buchstaben berührt
hatte begann sich das Tor knirschend zu öffnen. Inzwischen
hatten sie sich bereits an die Kühle der Höhle gewöhnt so das
ihnen nun die Hitze die ihnen entgegen schlug, weil sie sich
abermals vor einem Lavasee befanden, besonders heiß vor kam.
Nara holte mal tief Luft: „Ich glaube wir sind fast da.“ Iron
nickte und sie gingen weiter. Schon von weitem sahen sie in der
Mitte des Lavasees eine steinerne Insel auf der etwas riesiges
lag. Es schien, obwohl sie so etwas nur aus den Mythen und
Legenden kannten, ein Drache zu sein. Je näher sie kamen um so
mehr kristallisierte es sich heraus, es war tatsächlich ein
Drache der dort schlief. Ein roter Feuerdrache, deswegen also
schlief er in dieser Lavahöhle. Nun konnten sie nur hoffen das
er nicht bösartig war. Doch hätte man sie hier her geschickt
wenn der Drache böse wäre? Langsam traten sie näher, aus den
Nüstern des Drachen kamen wenn er atmete immer mal Rauchwolken
heraus. Dann öffnete sich langsam ein Auge des Drachen und er
hob langsam den Kopf. „Menschen in meiner Höhle?“ dröhnte er
laut, dann öffnete er auch das andere Auge und setzte sich
schwer fällig auf. Anschließend senkte er den Kopf um die beiden
näher zu betrachten. „Wer seid ihr und was wollt ihr hier? Seid
ihr gekommen um mich von dieser Pein zu erlösen? Und sagt mir,
wisst ihr ob meine Gefährtin noch lebt?“ Er blies ihnen immer
mal Rauch entgegen wenn er mit ihnen sprach, so das Nara husten
musste. Also übernahm Iron das reden. „Nun wir sind gekommen den
Schlüssel zu holen um meinen Vater zu befreien. Doch von welcher
Pein sollen wir dich erlösen? Und ob deine Gefährtin noch lebt
wissen wir nicht. In unserer Zeit gibt es keine Drachen mehr. Na
ja, so nahmen wir zumindest bisher an.“ Der Drache hob langsam
wieder den Kopf. „Gebt mir meine Farbe und meine alte Kraft
zurück dann bekommt ihr den Schlüssel.“ Dabei schwang sein Kopf
langsam zur rechten Seite und als Iron dem Kopf mit seinen Augen
folgte sah er dort eine Kiste stehen. „Deine Farbe und deine
Kraft? Wie sollen wir das machen?“ Fragte Nara immer noch unter
leichtem Husten. Nun schwang der Kopf des Drachen in die andere
Richtung. “Seht dort, dort geht ein weiterer Weg entlang, wenn
ihr es schafft in die dritte Höhle zu kommen so werdet ihr dort
auf einem Altar einen goldenen Schlüssel finden, mit diesem
Schlüssel könnt ihr meine Fesseln lösen. Sobald ich frei bin
werde ich meine Farbe und auch meine Kraft zurück erhalten.“
Erst jetzt als der Drache seine Beine bewegte sahen sie das um
eins seiner Hinterbeine eine gewaltige Kette die leicht
leuchtete lag, die ihn an die steinerne Insel band. Doch Nara
war vorsichtig: „Wer fesselte dich hier und warum? Bitte
verstehe uns nicht falsch, doch irgendwer muss dir die Fessel ja
angelegt haben und es muss auch einen Grund dafür geben.“ Der
Drache schnaufte leicht, wobei abermals eine Rauchwolke seine
Nüstern verließ. „Also gut, es war die Herrin des Lichts, sie
band mich hier fest und sagte mir das zwei Menschen kommen
würden um mich zu befreien. Der eine stark genug um sich und
seine Begleiterin den Weg frei zu kämpfen und seine Begleiterin
klug genug um alle Rätsel zu lösen die sich auf dem Weg auftun
werden. Als Belohnung soll ich ihnen den Inhalt der Kiste geben.
Und der Grund.......“ Er druckste ein wenig herum. „ Nun
ich......war anmaßend. Ich war der weiseste Drache meiner Zeit
und da dachte ich, das mir und meiner Gefährtin die
Unsterblichkeit gut zu Gesicht stehen würde, also verlangte ich
von der Herrin das sie uns unsterblich machen sollte. Doch statt
dessen bekam ich eine Fessel um mein Bein, die mir Zeit geben
sollte darüber nach zu denken was ich verlangte. Ich weiß nicht
mal mehr wie lange ich schon hier bin. Wenn ihr mir helft, bin
ich bereit euch zu dienen solange ihr lebt.“ Nara nickte und sah
Iron an: „Was denkst du wirst du mit den Gegnern fertig die uns
eventuell begegnen werden?“ Iron sah kurz Nara an dann zu dem
Drachen hoch: „Mit welchen Gegnern haben wir es zu tun?“ Der
Kopf des Drachen schwenkte leicht hin und her. „Nun das weiß ich
nicht, aber ich hörte oft einige Wölfe heulen, also wäre es
möglich das in der ersten Höhle wohl Wölfe hausen, doch rechnet
mal damit das es keine normalen Wölfe sein werden, denn wenn die
Herrin sie dort hinein gesetzt hat, werden es ungewöhnliche
Wölfe sein. Mehr kann ich leider nicht sagen, tut mir leid.“
Iron nickte. „Nun ich bin ein Meister der Kampfkunst, also
sollte es mir wohl gelingen was man uns auch in den Weg stellt
nieder zu ringen. Also gut, wir werden es versuchen. Doch eine
Frage noch, was hast du für eine Farbe?“ Der Drache sah Iron an:
„Ich bin eigentlich ein goldener Drache. Und ich bin euch zu
ewigem Dank verpflichtet. Doch würde ich euch raten erst mal aus
zu ruhen und euch zu stärken, der Weg hierher wird wohl auch
nicht leicht gewesen sein. Allerdings möchte ich euch noch etwas
geben, das mir die Herrin nicht weg nehmen konnte. Ich möchte
einem von euch meine Magie lehren.“ Iron deutete auf Nara und
grinste: „Sie ist die weise, ich denke sie begreift schneller
als ich. Ich bin nur stark.“ Der Drache lachte dröhnend, er
freute sich das seine Befreiung bald nahte. So machten Iron und
Nara ein Lagerfeuer wobei Iron grinste: „eigentlich könnten wir
unsere Bratwürstchen auch gleich in die Lava halten.“ Doch auch
Zandramas der Drache bewirkte ein wenig Magie und kredenzte
ihnen frisches Wasser und auch noch einige andere Lebensmittel.
Und so aßen sie zu den Füßen des Drachens wobei Iron mal hoch
sah: „Wie sieht es mit dir aus, musst du nichts essen?“
Zandramas schüttelte den Kopf: „Nein ich bin satt ich hatte erst
heute morgen einige Kühe und Ochsen. Hungern ließ man mich
jedenfalls nicht. Legt euch später zum schlafen zwischen meine
Beine ich halte dann die Hitze der Lava ein wenig von euch ab.
Du siehst nämlich jetzt schon recht gegrillt aus.“ Und wirklich,
Irons Haut war inzwischen sehr gerötet. Doch er spürte es kaum
noch. Später legten sie sich wie vom Drachen geraten zwischen
seine Beine zum schlafen und er legte seinen Kopf sachte über
sie, diesen auf seinen Vorderbeinen abstützend. Er wollte seine
Befreier ja nicht zerquetschen.

Am nächsten Morgen als sie
ausgeruht waren und nach einem weiteren Mahl, machten sich Nara
und Iron auf den Weg zur ersten Höhle. Als sie das Tor was die
Höhle von dem Drachen trennte öffneten stürmten ihnen schon
riesige Wölfe entgegen, sie hatten alle die Größe eines kleinen
Ponys. Iron war vorbereitet und wirbelte nun zwischen ihnen
herum, doch jedes mal wenn sich einer der Wölfe Nara zu wandte
hatte er schon Iron im Genick. Der Kampf dauerte seine weile und
Zandramas hörte immer mal den einen oder anderen Wolf aufheulen
wenn das Leben ihn verließ. Doch auch Iron hatte seine Wunden
davon getragen, und schnaufte als der letzte Wolf sein Leben
aushauchte. Doch gab es in der Höhle einen kleinen Teich mit
frischem Quellwasser und Nara lief sogleich los als die Gefahr
gebannt schien und tauchte einige Tücher in das Wasser und
rannte zu Iron zurück, das heißt sie wollte es, denn urplötzlich
sprang aus einer dunklen Nische ein Wolf heraus der noch größer
als die anderen war. Er hatte einen Silberstreifen auf dem
Rücken und schien wesentlich älter zu sein als die anderen. Er
landete direkt auf Nara und warf sie um, sie schrie auf. Iron
hatte den Schrei gehört und mobilisierte nochmals alle Kräfte
die er hatte und spurtete zu Nara und hoffte das er nicht zu
spät kommen würde. Er traf gerade in dem Moment ein als der Wolf
zubeißen wollte. Dann sprang er vorwärts und trat den Wolf
direkt am Kopf so das der von Nara runter flog, sie allerdings
dabei mit seinen Krallen schwer verletzte. Dann setzte ihm Iron
nach und packte den Wolf mit seinen Händen ins Fell. Iron war
wütend und dachte an nichts mehr außer den Wolf zu töten, so
warf er ihn mit aller Kraft an die Wand und hörte wie dessen
Genick brach. Dann sah er sich mit wilden Augen um ob noch
irgendwo eine Bestie lauerte. Doch langsam beruhigte er sich
wieder und sah nun Nara schwer verletzt und stark blutend auf
der Erde liegen. Er hob sie sachte hoch und wollte sie zum Teich
tragen, als er das brüllen des Drachens hörte: BRING SIE ZU MIR
, SCHNELL, BEVOR DAS LEBEN SIE VERLÄSST, DEINE GEFÄHRTIN LIEGT
IM STERBEN.“ So rannte er mit Nara auf den Armen so schnell
seine noch übrigen Kräfte es zuließen wieder zu dem Drachen und
legte Nara zu dessen Füßen nieder. Dann brach er selber
zusammen.
Zandramas sah auf die beiden
Menschen herab und eine Träne verließ seine Augen, sie rollte
herab und blieb als goldene Perle auf dem Boden liegen, dann
begann er leise Worte zu murmeln und hauchte ein wenig Atem in
Naras Richtung. Langsam schlossen sich die tiefen Kratzer auf
Naras Körper die die Krallen des Wolfes verursacht hatten und
dank der Magie des Drachens blieben auch keine Narben zurück.
Dann kümmerte sich Zandramas um Iron doch sah er das dieser nur
vor Erschöpfung umgefallen war. Dennoch heilte er auch ihn von
seinen Wunden die die Wölfe ihm beigebracht hatten. Und fluchte
immer mal zwischendurch und verfluchte die Herrin, das er den
beiden wegen der dämlichen Kette nicht helfen konnte. Er war so
wütend das ihm in dem Moment gar nicht in den Sinn kam das die
beiden sich der ganzen Gefahren gar nicht aussetzen müssten,
wenn die Kette nicht wäre. Nach wenigen Minuten kamen beide
wieder zu Bewusstsein, er wachte über sie. Iron fühlte sich
gestärkt und sah sofort nach Nara. Doch als er sah das sie
geheilt war, sah er dankbar zu Zandramas hoch und hauchte leise:
„Danke.“ Zandramas nickte und grollte leise: „Nehmt euch den
Schlüssel aus der Truhe, ich will nicht schuld an eurem Tod
sein. Lasst mich hier verrotten.“ Iron sah zu Zandramas auf.
„Nein das werden wir nicht. Du hast uns geholfen nun helfen wir
auch dir. Das ist Ehrensache, wir müssen halt nur vorsichtiger
sein, das ist alles.“ Auch Nara hatte sich aufgesetzt und nickte
zu Irons Worten, dann sah sie die goldene Perle: „Was ist das,
sie lag eben aber noch nicht hier.“ Sie hob die Perle auf und
besah sie sich von allen Seiten. Sie war absolut rein. Leise
grollte Zandramas: „Keine Ahnung wo sie herkommt. Du kannst sie
behalten, wenn du möchtest. Sie erfüllt dir einen Wunsch es ist
eine Wunschperle.“ Er wollte nicht zugeben das er wegen der
beiden geweint hatte, doch sprach er die Wahrheit was den Wunsch
anging. Nara bedankte sich freundlich und steckte die Perle ein,
dann sah sie Iron an. „Sollen wir es noch mal versuchen, mal
abgesehen davon das der Teich und ein Bad darin doch lockt. Und
Wölfe dürfte es dort keine mehr geben.“ Iron lachte leise und
sah zu Zandramas hoch: „Hast du so etwas schon mal gesehen, die
Frau ist nicht klein zu kriegen, gerade eben lag sie noch im
sterben und nun will sie ein Bad nehmen und weiter machen.“
Zandramas sah zu den beiden herab: „Seid aber vorsichtig, je
weiter ihr rein geht um so weiter ist der Weg zurück. Und
Heilung muss manchmal recht schnell geschehen.“ Als die beiden
abermals zur Höhle gingen sah der Drache ihnen nach: „Herrin
muss das sein? Ist das wirklich nötig das die beiden ihr Leben
riskieren nur um mir zu helfen? Ich bin geläutert, bitte lass
mich frei, damit die beiden nicht noch mehr in Gefahr kommen.“
Doch er bekam keine Antwort also konnte er nur eins tun, ihnen
mit seinen Sinnen folgen und hoffen das sie schnell genug sein
würden, den Weg zurück zu laufen, damit er ihnen helfen konnte.
Nara und Iron nahmen erst mal ein Bad in dem kleinen Teich, doch
als Iron Nara dort im Teich stehen sah, wie das Wasser an ihr ab
perlte überkam es ihn, er wollte sie haben. So näherte er sich
ihr, packte sie und presste sie an sich, dann lagen seine Lippen
auch schon auf den ihren. Nara spürte seinen starken Körper,
spürte wie die Muskeln unter seiner Haut arbeiteten als er sie
an sich presste und ergab sich ihm. Zandramas der ihnen mit
seinen Sinnen gefolgt war, schnaufte leicht vor sich hin als er
sogar selber das Begehren Irons spürte und wie wild dieser nun
Nara nahm. Und auf einmal wurde ihm bewusst das er bereits jetzt
mit den beiden verbunden war. Sie gehörten zu ihm, obwohl er
nicht wusste wie das geschehen konnte. So dachte er darüber nach
während die beiden sich im Teich vergnügten. Nachdem Iron sich
aus getobt hatte und Nara glücklich in seinen Armen hielt sah er
sie liebevoll an. Sie hatte noch den leicht verklärten Blick den
sie immer hatte, wenn er mit ihr zusammen gewesen war. Das
zeigte ihm das es ihr ebenso viel Freude gemacht hatte. Sein
Herz quoll über vor Liebe zu ihr. Als sie sich von ihrem
Liebesspiel ein wenig erholt hatten verließen sie den Teich und
zogen sich wieder an, die Hitze der Lava die selbst bis hierhin
in die Höhle drang trocknete ihre Körper recht schnell. Dann
traten sie zum nächsten Tor und Nara las das Rätsel das dort
geschrieben stand. Auch waren hier wieder Buchstaben zu sehen.
Sie musste eine weile überlegen doch dann fiel ihr die Lösung
ein und sie tippte die Buchstaben an um das Lösungswort zu
schreiben. Beim letzten Buchstaben begann sich das Tor langsam
zu öffnen und Iron sah vorsichtig durch die breiter werdende
Öffnung in die nächste Höhle hinein. Doch es war weder was zu
erkennen noch irgendwas zu sehen. Auch stürmte nicht sofort
irgend etwas auf sie ein. Er sah Nara an: „Sei vorsichtig hier
scheint es sich nicht um wilde Tiere zu handeln. Lass mich erst
mal einige Schritte vorgehen.“ Nara nickte. Leise hörten Nara
und Iron in ihren Gedanken den Drachen reden: „Wenn es möglich
ist lockt eure Gegner heraus und zu mir, dann kann ich euch
helfen.“ Beide sahen sich verwundert an, das sie Zandramas so
hören konnten, doch hatten sie im Moment andere Probleme als
sich darüber Gedanken zu machen. Und so schlich Iron langsam in
die Höhle. Als er sie betrat flammten an den Wänden Fackeln auf
und er sah am Ende der Höhle einen Riesen stehen, der eine Keule
in der Hand trug. Leise murmelte er: „Hat die Herrin nun alle
Märchengestalten ausgegraben und zum Leben erweckt um uns auf zu
halten?“ Langsam ging er auf den Riesen zu und als der ihn sah
stürmte er los und Iron schrie nur Richtung Nara: „Renn, renn so
schnell du kannst.“ Nara überlegte nicht lange und rannte los
und Iron folgte ihr aber darauf achtend das der Riese ihm folgen
würde. Auch Zandramas hatte nun mit seinen Drachensinnen den
Riesen erspäht und spürte das die beiden Menschen den Riesen zu
ihm lockten. Er freute sich schon das er auch etwas tun könnte.
Und so rannten die beiden weiter in Richtung Drache und der
Riese hinter ihnen her. Als sie nun die große Höhle betraten in
der der Drache in der Mitte wartete spurteten beiden los und
ihnen auf den Fersen der Riese. Als dieser nun die Drachenhöhle
betrat blieb er plötzlich ruckartig stehen als er den Drachen
bemerkte. Doch seine Wut das er die beiden Winzlinge nicht
erwischen konnte war inzwischen größer als sein Verstand und so
rannte er abermals hinter den beiden her und kam so auch in die
nähe des Drachen der sich alt und schwächlich gestellt hatte.
Doch kaum war er in Reichweite des Drachen angekommen richtete
der sich auf und bevor der Riese ihn auch nur berühren konnte,
flammte auf einmal der Drachenodem auf und traf ihn volle
Breitseite, was ihn nach hinten stolpern und in die Lava fallen
ließ, in der er jämmerlich verbrannte. Nara und Iron hielten
sich den Bauch, denn sie waren regelrecht um ihr Leben gelaufen.
Schwer atmend standen sie dort und sahen den Riesen in der Lava
verschwinden. „Also gegen den hätte ich keine Chance gehabt, das
muss ich wirklich zugeben. Ich bin Nahkämpfer und hätte mit ihm
körperlichen Kontakt haben müssen, doch in dem Fall hätte er
mich einfach zerquetscht.“ :keuchte Iron. Zandramas sah recht
nachdenklich aus. „Also meine lieben Menschen, ich glaube hier
wurde kurzfristig der Gegner ausgetauscht. Ich weiß nur nicht
wieso. Denn wie du schon sagtest gegen den hättest du keine
Chance gehabt, es sieht fast so aus als hätte man beabsichtigt
das ich euch helfe.“ Iron sah zu Zandramas hoch und nickte nur
leicht. „Aber egal wir haben nun das Tor zur dritten Höhle
erreicht und deine Befreiung ist nahe. Die Frage ist nur sollen
wir sie auch noch heute öffnen oder erst mal ordentlich
ausruhen.“ Danach sahen dann beide, der Drache und Iron Nara an
und diese antwortete nur: „Wir machen es jetzt, schlimmer kann
es nicht mehr kommen." Also gingen Nara und Iron noch mal los,
allerdings betraten sie die zweite Höhle nun recht vorsichtig,
schon einmal hatten sie gedacht die Höhle sei nun leer und es
war falsch, Iron sah sich sorgsam um. Noch eine böse
Überraschung wollte er nicht erleben. Doch die Höhle war
tatsächlich leer und so standen sie abermals vor einem Tor mit
einem Rätsel. Auch hier musste Nara eine weile überlegen,
während Iron die Höhle weiter absuchte. Dann hatte Nara die
Lösung und gab sie durch antippen der Buchstaben ein. Wieder
öffnete sich langsam das Tor und abermals flammten fackeln auf
als Iron die Höhle betrat. Doch hier gab es keine Gegner nur den
Altar. Und auf diesem Lag ein goldener Schlüssel, als auch ein
kleines Nest mit zwei goldenen Eiern auf denen eine kleine
goldene Drachenstatue hockte. Nara betrachtete das Nest und die
Statue genauer, dann sah sie wie sich die Augen der Statue
bewegten und der Blick irgendwie um Hilfe flehte. Sie schlug
Iron leicht auf den Arm : „Schau mal sieht es nicht aus als
würde die kleine Statue mit ihren Augen um Hilfe flehen?“ Auch
Iron betrachtete nun die Statue genauer und sah das Nara recht
hatte. „Pack das Nest mit der Statue auch ein, vielleicht weiß
Zandramas was damit los ist. Im schlimmsten Fall müssen wir es
wieder zurück bringen.“ Nara nickte und nahm sachte das Nest auf
und trug es vorsichtig auf ihren Armen. Das Nest hatte den
Durchmesser von ungefähr dreißig Zentimetern. Iron nahm den
goldenen Schlüssel für Zandramas Kette. Dann gingen sie langsam
und vorsichtig wieder zurück, Nara konnte nicht schneller gehen
wenn sie das Nest nicht fallen lassen wollte. Nach einer Weile
waren sie wieder bei dem Drachen angekommen, dieser war schon
ganz aufgeregt und freute sich über seine baldige Freiheit. Doch
als sich Nara und Iron näherten und er das Nest sah und die
Statue darauf, brüllte er laut vor Schmerz auf. Nara erschrak so
sehr das sie das Nest fast fallen gelassen hätte, wenn nicht
Iron schnell zugegriffen hätte. Dann sahen sie den Drachen
fragend an: „Was ist los? Deine Freiheit winkt.“ Zandramas sah
auf das Nest: „Das ist meine Gefährtin, doch was ist mit ihr
geschehen? Sie ist zur Statue geworden. Ich verfluche dich
Herrin, was bedeutet mir die Freiheit wenn ich sie nicht mit ihr
teilen kann. Was hast du getan?“ Und abermals trat eine Träne
aus seinen Augen und kullerte als Perle zur Erde. Nun sahen Iron
und Nara woher die Perlen kamen. Sie waren die Tränen des
Drachen. Doch nun dachte Nara schnell nach: „Halt warte mal,
sagtest du nicht die Perlen erfüllen mir einen Wunsch? In dem
Fall ist noch nichts verloren oder? Sondern ich kann mir
wünschen das deine Gefährtin wieder zu dem wird was sie einst
war und ebenso das Nest. Damit seid ihr alle frei.“ Schnell hob
sie auch die zweite Perle auf. „Je eine Perle für einen Wunsch,
das ist doch was.“ Zandramas sah sie verwundert an: „Du würdest
deine Wunschperlen für mich verwenden? Denn ich kann und darf
sie nicht nutzen.“ Nara sah freundlich und sanft zu dem Drachen
hoch: „Aber sicherlich, wären wir nicht hier her gekommen hätte
ich sie eh nicht gehabt und ich habe alles was ich mir wünsche,
einen liebevollen Mann und eine Aufgabe. Mehr brauche ich
nicht.“ Zandramas sah sie immer noch verwundert an, dann blickte
er zu Iron: „Ist das auch deine Meinung?“ Dieser nickte: „Aber
ja, Nara hat recht, wir brauchen die Wunschperlen nicht, also
kann sie sie ruhig für euch verwenden. Doch jetzt sollten wir
erst mal deine Kette lösen.“ damit trat er in die Nähe des
Drachenbeins an dem die Kette befestigt war, doch bevor er die
Kette mit dem Schlüssel lösen konnte schrie Zandramas : „Warte,
nehmt euch erst das was in der Kiste ist, es ist nun rechtmäßig
eures. Bevor hier das Chaos ausbricht.“ Also trat Nara zu der
Kiste und öffnete sie und als sie dort hinein sah, schaute sie
überrascht zu Zandramas auf, dann nahm sie den Inhalt der Kiste
heraus. Dort lag nur das Zepter des Lichts drin und eine
silberne Drachenperle. Zandramas nickte. „Die Perle ist der
Schlüssel, werft sie gegen die Mauer und sie wird sich öffnen.
Und das andere ist das Zepter des Lichts, ich war dessen Hüter.“
Als sie nun alles sorgsam in ihrem Rucksack verstaut hatte und
das Nest wieder aufgehoben hatte, nickte sie Iron zu das er nun
die Kette lösen möge. Doch kaum fiel die Kette von dem Drachen
ab, wandelten sich seine Schuppen und wurden leuchtend golden,
zur gleichen Zeit durchdrang den Drachen auch seine alte Kraft.
Zeitgleich brach im wahrsten Sinne des Wortes das Chaos aus,
denn die Lava verschwand, die Höhle wurde kühler und dort wo die
Höhlen gewesen waren mit den Gegnern, brach auf einmal die
Gebirgswand auf und man hatte einen Weg nach draußen. Ebenso
befanden sich auf einmal riesige Schätze in der Höhle, dann trat
Ruhe ein und eine sanfte Stimme war zu hören: „Zandramas achte
dein Versprechen das du diesen beiden Menschen gabst, ich gebe
dir das Leben und die Freiheit zurück, doch maß dir niemals mehr
irgend etwas an, was dir nicht zusteht.“ Der Drache nickte: „Das
werde ich, keine Sorge, diese beiden sind mit mir und meiner
Gefährten auf Lebzeiten verbunden. Wir werden ihnen dienen, bis
ans Ende unserer Tage.“ Nara hatte unterdessen einen schönen
Platz in der Höhle gesucht für das Nest und stand nun davor mit
der Wunschperle in der einen Hand und der kleinen Statue in der
anderen: „Ich wünsche mir das das Nest samt seinem Inhalt wieder
wird wie es sein sollte.“ Und als sie den Wunsch ausgesprochen
hatte begann das Nest zu wachsen und wurde wieder in seine
Originalgröße gebracht, ebenso die Eier die darin lagen.
Anschließend setzte sie die kleine Drachenstatue vor sich auf
den Boden und ging einige Schritte zurück, nun nahm sie die
zweite Wunschperle und sprach nun den zweiten Wunsch aus:“ Ich
wünsche mir das auch der kleine goldene Drache wieder wird was
er eigentlich sein sollte.“ Und abermals begann ihr Wunsch zu
wirken, denn auch der Drache wuchs und wurde wieder lebendig.
Man sah nun das die Drachin kleiner war als ihr Gefährte. Als
Nara auf die beiden Wunschperlen sah, waren diese schwarz
geworden. Dennoch steckte sie sie ein, als Andenken an diesen
Tag. Zandramas sah seine Gefährtin liebevoll an, diese begab
sich sogleich wieder auf ihr Nest um die Eier zu bebrüten. Dann
sah Zandramas auf die beiden Menschen. „Ich gedenke mein
Versprechen zu halten. Wir, meine Gefährtin Serena und ich
werden euch dienen bis zu unserem oder euren letzten Atemzug.
Doch nun sollte ich euch nach Hause bringen. Es wird Zeit das
man sieht das es auch noch Drachen in eurer modernen Welt gibt.“
Damit hob er ein Vorderbein so hoch das die beiden aufsteigen
konnten, er trabte dann mit ihnen zu der Öffnung in der Felswand
und erhob sich mit ihnen auf dem Rücken in die Lüfte.
Nara und Iron hatten nicht nur
das Zepter des Lichts, nicht nur den Schlüssel zum Gefängnis zu
Toren gefunden, sondern hatten auch die friedlichen Drachen
wieder in ihre so moderne Welt gebracht.

 
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