Kapitel 7: „Der Vogel der Zeit“


 

Irons Berechnung der Zeit kam in etwa hin und nach einigen Stunden hörte er auch schon wie man an der Doppeltüre werkelte. Mal abgesehen davon das er ebenso gehört hatte wie die Luke oben abermals zufiel. Er grinste. Er hatte sich so versteckt das er aus einem kleinen Nebenraum alles beobachten konnte. Dann öffnete sich knirschend die Doppeltüre. Dieser Thomas hatte sich natürlich nicht an Naras Anweisungen gehalten und so betrat nicht nur er den Altarraum sondern auch seine Komplizen, die Nara in ihrer Mitte mit schleppten. Doch kaum waren alle in dem Raum, knallte auch wie Iron es erwartet hatte die Doppeltüre zu. Ebenso wie die Schurken nun herum fuhren und einige versuchten die Türe wieder zu öffnen. Und wie auch bei Nara und Iron erschien nun das Gesicht über dem Altar. „Das ist sinnlos sie lässt sich nicht mehr öffnen. Was wollt ihr hier und wieso schleppt ihr die junge Frau hier herein? Außerdem würde ich euch empfehlen sie los zu lassen, bevor ich wirklich böse werde.“ Der Blick der Göttin ging über jeden einzelnen hinweg. Die Männer die Nara fest hielten ließen sie auch los und achteten nicht mehr auf sie. Darauf hatte Iron gewartet und zog Nara recht schnell in sein Versteck und deutete ihr an leise zu sein. Dann donnerte die Stimme der Göttin durch den Altarraum: „Ihr habt euch unbefugt in eines meiner Heiligtümer geschlichen also was habt ihr zu eurer Verteidigung zu sagen?“ Thomas trat nun vor und sah zu seinen Männern: „Lasst euch davon nicht ins Bockshorn jagen, das ist nur eine Holographie.“ Damit schritt er weiter zum Altar weil er ja hoffte dort das Buch vor zu finden. Er hatte keinen Grund an Naras Worten zu zweifeln, denn bis hier her hatte ja alles gestimmt was sie gesagt hatte.

„So man hält mich also für eine Holographie, dann sollte ich euch eines besseren belehren.“ Nun Thomas war immer noch davon überzeugt das es nur eine Illusion, eine Holographie war wie er sagte, doch seinen Männern war das inzwischen nicht mehr geheuer. Doch weg konnten sie nicht, der Rückweg war ihnen versperrt. Und ehe sich Thomas versah stand auf einmal eine schwarzhaarige Frau vor ihm, es verschlug ihm glattweg den Atem als er sie sah. Hinter ihr tauchten zwei große Krieger auf, die nicht aussahen als wäre mit ihnen zu spaßen, denn deren Blick war finster. Beide trugen ein mächtiges Schwert auf ihrem Rücken und sahen auch so aus als wüssten sie damit um zu gehen. Iron und Nara erkannten sie als die Herrin des Lichts und ihre beiden Begleiter. Die Frau sah Thomas von oben bis unten an: „Du bist also der Rädelsführer, dann soll dich auch meine Strafe treffen. Ebenso deine Begleiter, es sei denn du kannst für dich eine Frau vor weisen.“ Eiskalt erklang ihre Stimme, so kannten Nara und Iron sie gar nicht. Sie beide traten nun aus ihrem Versteck hervor und stellten sich in die Nähe der beiden Begleiter der Herrin. Man sah das Thomas nun nicht wusste was er sagen sollte, dann deutete er auf Nara. „Sie ist die Frau an meiner Seite.“ Die Herrin sah kurz zu Nara und schüttelte den Kopf: „Nein das kann nicht sein, denn sie gehört bereits dem Mann an der an ihrer Seite steht. Somit hast du also mein Gebot nicht beachtet, das nur Paare dieses Heiligtum betreten dürfen. Und hast den Frevel begangen, dich durch eine List hier her zu begeben, also treffe dich meine Strafe.“ Sie hob kurz ihre Hand und Thomas verschwand. Sein Schrei hallte noch eine Weile nach. Dann sah die Herrin seine Kumpanen an. „Nun zu euch, ihr dürftet ebenso wenig hier sein, doch da ihr angestiftet wurdet, lasse ich mal Gnade vor Recht ergehen. Ändert eure Lebensweise und verbreitet überall, das die Götter noch lange nicht tot sind. Als Zeichen dafür das eure Worte stimmen, werde ich diesem Tempel seine alte Schönheit zurück geben. Doch warne ich euch, kehrt ihr noch einmal zurück und versucht euch an den Schätzen meiner Tempel zu vergreifen, wird es euch nicht anders ergehen als eurem Anführer. Und nun geht.“ Damit öffnete sich hinter ihnen die Doppeltüre. Nara und Iron lachten leise als sie sahen wie eilig die Bande es auf einmal hatte. Als diese endlich weg waren, flüsterte Iron Nara leise zu: „Ich denke nun werden wir wohl Ruhe vor ihnen haben.“ Dann sahen sie zu der Göttin hin, diese zwinkerte Nara noch mal sachte zu, dann waren sie und ihre Begleiter verschwunden. Kaum waren sie wieder alleine zog Iron Nara in seine Arme: „Verdammt ich hatte eine Höllenangst um dich, doch als ich hörte welches Märchen du diesem Kerl aufgetischt hattest, wurde mir klar das wir ihn so ein für alle mal los werden könnten ohne uns die Finger schmutzig zu machen. Und ich bin so froh das du wieder bei mir bist.“ Dann küsste er sie leidenschaftlich, glücklich sie wieder zu haben, wobei sie den Kuss ebenso erwiderte und ihre Arme um ihn legte. Kurz darauf sahen sie zu das sie wieder in ihren schönen Tempel kamen und saßen noch lange auf dem Felsenvorsprung bei einem Glas Wein zusammen und berichteten wie es ihnen ergangen war. Nara fragte sich was mit Thomas geschehen sei und ob sie ihn überhaupt jemals wieder sehen würde. Seine Komplizen hielten sich an das was die Herrin gesagt hatte. Sie verbreiteten überall das es die Götter noch geben würde und das sie selber mit einer Göttin gesprochen hatten. Als man sie auslachte, wiesen sie auf den alten Tempel und seine Dorfanlage hin. Als die Leute den Tempel sahen, wurden sie doch nachdenklich. Wissenschaftler, Archäologen und anerkannte Spezialisten kamen und untersuchten den Tempel und mussten nach genauer Analyse zugeben, das der Tempel tatsächlich nicht von Menschenhand wieder hergerichtet worden war. Zudem er nun Einzelheiten enthielt, die man bis dato noch gar nicht kannte, Was ihrer Meinung nach auch ein Zeichen sei, das hier fremdartige Kräfte am Werk gewesen sein mussten. Die unterirdische Anlage entdeckten sie allerdings nicht und die Schurken schwiegen darüber. Doch davon bekamen Nara und Iron nichts mit, sie waren damit beschäftigt, den Geheimnissen die der Tempel enthielt in dem sie sich gerade befanden auf den Grund zu gehen. Sie waren nun einige male schon durch die Schatzkammer gelaufen doch hatten sie den Schatz kaum beachtet. Doch an einem Morgen als Nara abermals an den Truhen vorbei ging, fiel ihr etwas auf. Es glitzerte wie üblich und ab und an sah sie auch mal zu den Kisten herüber, so konnte es kommen das sie an einem Morgen näher trat und in einer der offenen Kisten einen Jadelöwe liegen sah, der die Größe ihrer Handfläche hatte. Als sie ihn in die Hand nahm spürt sie das der Löwe nicht nur ein Schmuckstück war und rief aufgeregt nach Iron. Als dieser angelaufen kam zeigte sie ihm den Jadelöwen. Er sah sie verdutzt an: „Jetzt sag nicht der hat die ganze Zeit hier gelegen?“ Nara grinste: „Na gut dann sag ich es nicht. Aber es muss wohl stimmen, da wir kein Interesse an den Schätzen hier hatten, haben wir das nie bemerkt.“ Iron klatschte sich mit der Hand an die Stirn. „Wo versteckt man Schmuckstücke am besten? Dort wo keiner gezielt suchen würde, bei dem restlichen Schatz. Darauf wäre ich nie gekommen. Ich hatte eher vermutet das man sie ebenso wie die Buchhälften auf den Sockeln finden würde.“ Nara nickte: „Und ich denke aus diesem Grund hat man ihn auch hier herein getan. Doch da wir kein Interesse an den Schätzen hatten, sahen wir auch nicht nach. Ihn hier zu verstecken war genial.“ Nun begannen beide die Kisten mal genauer zu untersuchen ob sie eventuell noch etwas übersehen hatten. Sie räumten die Kisten und Truhen aus und packten nach dem sonst außer gewöhnlichem wenn auch wertvollem Schmuck, Goldmünzen und Edelsteinen nichts darin war, wieder ein. Dann gingen sie um den Löwen genauer zu untersuchen. Und tatsächlich es war einer der gesuchten Artefakte. Sie hatten den ersten Löwen gefunden. Diesen stellten sie nun auch auf einen der Sockel. Als sie das taten öffnete sich ein anderer Sockel und zeigte ihnen das er einen Inhalt besaß. Denn dort war der zweite Löwe zu finden. Sie entnahmen auch den zweiten Jadelöwen und stellten ihn nach dem der Sockel sich wieder geschlossen hatte oben auf. Iron sah Nara an. „Nun fehlt eigentlich nur noch das Zepter des Lichts, doch wo könnte das zu finden sein? Ich meine das wir uns nicht darauf verlassen können ihn in den Tempel auf den Sockeln zu finden dürfte jetzt wohl klar sein. Es könnte also überall versteckt sein.“ Nara nickte: „Und ich glaube ich weiß auch wo wir es finden. Nicht in irgendeinem Tempel, doch schätze ich das unsere Odyssee noch lange nicht zu ende ist.“ Irons Blick war fragend: „Was meinst du?“ Dann begann Nara ihm zu erklären was sie dachte: „Du erinnerst dich an den Spiegelraum? Der mit den Schildern? Wo du felsenfest behauptet hast der Raum sei vorher noch nicht da gewesen? Jetzt wo wir wissen zu was die Herrin fähig ist, scheint es mir nicht mehr unmöglich das du eventuell sogar recht hast und ich denke dort müssen wir suchen. Es hat etwas mit den Spiegeln zu tun. Ich gehe mal davon aus es ist unnötig alle anderen Tempel noch auf zu suchen. Wir werden die Antwort hier finden.“ Iron sah sie immer noch fragend an, also erklärte sie weiter: „Schau mal als ich das Schild berührte für die Vergangenheit, zeigte uns der Spiegel was damals geschehen war. Doch es gibt noch mehr, die Gegenwart, die Zukunft und die anderen Schilder, wie den Vogel der Zeit, die schlafende Urgewalt und das Geheimnis der Vergangenheit. Unter einem dieser Schilder werden wir das Zepter wahrscheinlich finden, die Frage ist nur unter welchem. Ich denke mal das die Spiegel oder einer von ihnen uns zeigen wird wo das Zepter liegt oder zu finden ist.“ Das leuchtete auch Iron ein und es klang nicht mal so unwahrscheinlich. Wie falsch oder wie sehr sie an der Tatsache vorbei dachten, würden die beiden später feststellen können. Sicher die Spiegel würden ihnen einiges zeigen, doch hatte es mit den Spiegeln eine noch ganz andere Bewandtnis, wie sie bald feststellen würden. Iron dachte kurz nach, er hatte ja begonnen sich durch die Bibliothek zu lesen und dann fiel es ihm wieder ein. „Über den Vogel der Zeit habe ich etwas gelesen. In einer alten Legende erzählt man sich das der Vogel der Zeit alle fünfhundert Jahre einmal die Welt umfliegt und so eine Erneuerung stattfindet. Er erhebt sich, fliegt um die Welt und lässt sich dann in seinem Nest wieder nieder, dort setzt er mit seinem Feuerschweif das Nest in Brand und er verbrennt, doch hinterlässt er ein Ei, aus dem nach fünfhundert Jahren ein neuer Vogel schlüpft der dann abermals die Welt umfliegt, die Erneuerung einläutet und es dann hält wie sein Vorgänger.“ Nara sah ihn an: „Du meinst einen Phönix? Ja gibt es denn für unsere Welt auch einen Phönix? Das wusste ich gar nicht. Denn soweit ich weiß hat den Vogel noch nie jemand gesehen.“ Iron lachte leise: „Nun ich nehme an das man ihn wahrscheinlich schon gesehen hat, aber fünfhundert Jahre sind eine lange Zeit, so das er wohl wieder in Vergessenheit gerät oder aber man sieht ihn um die Welt fliegen doch hält es für einen Kometen oder so etwas. Wir leben in einer recht profanen Zeit, wo es kaum noch alten Legenden und Mythen gibt oder man eben nicht mehr an sie glaubt. Und so sieht man was man sehen will, ob es stimmt oder nicht.“ Nara nickte: „Das stimmt, keine Götter, keinen Phönix, noch Platz für alte Geschichten. Alles ist wissenschaftlich erklärbar und wenn es das nicht ist, stimmt es eben nicht oder ist nur eine Geschichte. Ich glaube wir müssen gewaltig umdenken. Ich meine wir wissen ja nun das es die Götter noch gibt, das sie immer noch da sind und über uns wachen. Also warum sollte es dann nicht auch den Phönix geben.“ Nara dachte nach. „Man könnte es auch mit dem Glauben an die Götter vergleichen. Wie lange ist es her das die Götter verleugnet wurden? Das sind nun auch fast oder sogar genau fünfhundert Jahre. Doch jetzt hat es begonnen, der Glaube wenn diese Schurken sich an das Wort der Herrin halten, wird eventuell wieder aufleben. Der erste Tempel ist wieder erneuert worden, nehme ich mal an. Auch wenn wir nicht nach gesehen haben, denke ich das es so ist. Der Glaube erwacht zu neuem Leben.“ Was die beiden auch nicht wussten oder noch nicht mal ahnten war, das man sie als die neuen Priester ansah. Denn die Schurken hatten auch herum erzählt das diese beiden hoch in der Gunst der Göttin standen. Die beiden ahnten ja nicht das hier nun ein Stein ins rollen gebracht worden war, der eine Lawine auslösen würde und nicht mehr auf zu halten war. Und auf einer fernen Welt tief verborgen im Universum lächelte eine schwarz haarige Göttin über die Ereignisse die nun stattfanden.

Iron sah sie an, er liebte sie wirklich, so zog er sie an sich: „Was denkst du wann bist du soweit das wir wieder mit einander schlafen können? Ich will dich und es tut mir körperlich weh, neben dir zu liegen und nicht mehr als Küsse und einige Zärtlichkeiten zu bekommen. Der Glaube ist mir im Moment recht egal, ich will etwas anderes.“ Sie sah zu ihm auf: „Bitte dränge mich nicht, es ist alles noch so frisch, ich liebe dich wirklich, doch lass mir noch ein wenig Zeit, lass uns erst mal diese Probleme lösen.“ Iron seufzte leise, dann küsste er sie zärtlich. Lange würde er sich nicht mehr hinhalten lassen, das wusste er. Doch gab er nun erst mal nach. Sie betrachtete ihn, er trug nur eine Jeans und seine Schuhe. Iron sah aus als entspränge er einem Buch der alten Helden, er war groß, muskulös und gut aussehend. Es machte sie schwach, wenn er sie in seine starken Arme nahm und sie seinen kraftvollen Körper spürte und doch hielt sie etwas davon ab seinem Drängen nach zu geben. Als er sie wieder los ließ atmete sie auf, dann gingen beide in den Spiegelraum. Sie wollten nun genau wissen was es damit auf sich hatte. So berührte Nara nun das Schild auf dem „Vogel der Zeit“ stand. Und wie erwartet sahen sie ein Nest, Iron nickte Nara zu: „Ich wusste es, also stimmt es doch hier ist von dem Phönix die Rede gewesen.“ Nara sah genauer hin. „Im Nest ist kein Ei, siehst du es ist leer.“ Auch Iron sah es sich nun genauer an: „Nun vielleicht hat sich der Vogel bereits erhoben und umfliegt die Welt. Wäre doch möglich. Du sagtest doch eben selber das die Zeit hin kommen könnte.“ Nara nickte: „Dennoch wieso habe ich das Gefühl das es nicht so ist? Das hier etwas nicht stimmt?“ Sie versuchte noch näher heran zu kommen um sich das Nest noch genauer an zu sehen, doch dann stolperte sie und wollte sich am Spiegel festhalten, doch ehe sie sich versah war sie in den Spiegel hinein gefallen und fand sich nun auf einer Bergspitze nahe des Nestes wieder. Iron der es beobachtet hatte, erschrak als sie im Spiegel verschwand, doch überlegte er nicht lange sondern trat nun auch in den Spiegel ein. Er würde Nara nicht alleine lassen. Es war eisig kalt, es wehte ein kräftiger Wind und Naras lange flammend roten Haare, flatterten um ihr Gesicht. Beide froren, vor allem Iron der nicht mal ein Hemd trug. Sie sahen sich um, hinter ihnen war der Spiegel durch den sie die Bergspitze betreten hatten verschwunden. Iron fluchte: „Verdammt das war ja zu erwarten. Der Rückweg ist fort. Was nun?“ Nara hatte sich bereits umgesehen und hatte etwas tiefer auf einem Felsenvorsprung ein Skelett gesehen und auch das Ei entdeckt. „Dort, da ist es, wir müssen es herauf holen und wieder ins Nest legen.“ Iron sah Nara abschätzend an: „Na klar ohne Bergsteigerausrüstung, kannst du mir vielleicht auch verraten wie wir das machen sollen?“ Seine Zähne klapperten regelrecht auf einander. Nara sah zu dem Vorsprung herab und nickte: „Ja lass mich herunter und ich hole das Ei, anschließend ziehst du mich wieder hoch.“ Iron sah das es eh nicht anders ging also nickte er. „Na gut.“ Er umfasste Naras Handgelenk und ließ sie vorsichtig auf den Vorsprung herab. Sie lief schnell zu dem Skelett und holte das Ei, es war so groß das sie es kaum tragen konnte, so zog sie ihr T- Shirt aus der Hose und legte das Ei da hinein, es nun so vor dem Bauch tragend. Anschließend ging sie zurück und streckte die freie Hand wieder nach Iron aus, der abermals ihr Handgelenk umfasste und begann sie wieder hoch zu ziehen. Oben angekommen ging sie schnell zu dem Nest und legte das Ei wieder dort hinein. Iron sah sie an: „Dir ist schon klar das wir hier erfrieren werden oder?“ Er zog sie an sich um sich selber und auch ihr etwas Wärme zu geben. Beide sahen auf das Ei. „Also bevor wir den nächsten Spiegel testen, das heißt sofern wir hier noch lebend und an einem Stück heraus kommen, werden wir uns entsprechend anziehen und Ausrüstung mit nehmen.“ Beiden wurde schwarz vor Augen, sie zwinkerten kurz und als sie wieder etwas sehen konnten standen sie, sich immer noch feste umarmend wieder in dem Spiegelraum vor dem Spiegel mit dem Nest. Doch jetzt lag das Ei wieder darin und sie konnten sehen wie es von innen aufgepickt wurde und nach einiger Zeit der Feuervogel aus dem Ei kam. Er brannte und sie spürten die Hitze des Feuervogels durch den Spiegel bis zu sich hin. Dann lies der Vogel einen lauten Schrei los, nickte ihnen zu und erhob sich um seinen Flug um die Welt zu beginnen.

Nara und Iron schleppten sich zitternd bis ins Bad und Nara lies heißes Wasser ein, anschließend setzten sie sich hinein um ihre fast durch gefrorenen Glieder wieder auf zu wärmen. Sie hatten nun erfahren, das sie auch in die Spiegel eintreten konnten und so auch in der Lage waren etwas zu verändern. Ob man allerdings in den Spiegel zweimal eintreten konnte wussten sie noch nicht, doch das wollten sie später mal testen, denn Nara war der Meinung man sollte auch das Skelett mal näher untersuchen. Denn man hatte scheinbar versucht das Ei zu stehlen und es wäre höchst interessant zu wissen wer und wieso. Iron stimmte ihr zu, es konnte alles wichtig sein, selbst Dinge die man eventuell kaum beachtete, wie zum Beispiel die Schatzkisten, die einen viel größeren Schatz enthalten hatten, als sie zuerst angenommen hatten, also könnte es auch durchaus sein, das der Verstorbene ihnen auch etwas hinterlassen hatte das wichtig sein könnte. Iron hatte einen Arm um Nara liegen und hielt sie an sich gedrückt. „Also eins ist mal sicher, das Leben mit dir ist nie langweilig. Doch wüsste ich etwas das es noch aufregender gestalten könnte und auch recht ungefährlich ist.“ Damit beugte er sich zu ihr und küsste sie nun recht leidenschaftlich, während seine freie Hand langsam über ihren Körper strich. Nara erwiderte den Kuss, doch als sie seine Hand auf ihrem Körper spürte, die sie recht fordernd streichelte versuchte sie von ihm los zu kommen. Doch Iron wollte nicht schon wieder nach geben, also wurden seine Zärtlichkeiten nachdrücklicher und er presste sie an sich. Nara hatte das Gefühl als hätte er den Verstand verloren, so riss sie sich regelrecht von ihm los: „Was soll denn das, wieso bist du auf einmal so? Ich sagte dir doch lass mir Zeit. Wenn du mich wirklich liebst dann lässt du mir die Zeit auch.“ Iron schüttelte kurz mit dem Kopf und sah sie an: „Es tut mir leid, ich weiß auch nicht was in mich gefahren ist. Bislang habe ich ein „nein“ immer akzeptiert, es tut mir wirklich leid.“ Sie sah das er es ernst meinte. Vor allem so kannte sie ihn gar nicht, irgendwas musste mit ihm sein. Denn selbst in dem Rosenzimmer, hatte er sich beherrschen können. Doch nun drängte er sie mehr als hartnäckig. Sie würde der Sache auf den Grund gehen. Denn obwohl sie ihn noch nicht so lange kannte, wusste sie doch das er sehr rücksichtsvoll war und dieses drängende Verhalten passte nicht zu ihm.

Die nächste Stunde ging sie ihm aus dem Weg und suchte in der Bibliothek nach Hinweisen was auf sein Verhalten schließen könnte. Vielleicht stand ja etwas in den Büchern darüber, möglicherweise hatte es etwas mit ihrem inzwischen doch recht langen Aufenthalt in dem Tempel zu tun, oder irgend etwas. Dann wurde sie fündig, ganz hinten im Regal stand ein kleines Handgeschriebenes Buch, worin sie lesen konnte das der Tempel beziehungsweise die Zugehörigkeit als Priester zur Göttin bei den Männern starke Auswirkungen hatte. Da die Göttin recht sinnlich und auch verlangend war, weswegen sie wahrscheinlich auch zwei Begleiter hatte, wie man hier an nahm, so wirkte sich dieses Verlangen auch auf die Priester aus. Vor allem auf die Männer, weswegen es vorwiegend nur Priesterinnen gab, da es ihnen am wenigsten ausmachte beziehungsweise auf sie nicht diese starke Wirkung hatte. Daher kam es oft vor das die Priester sich nicht nur auf eine Frau festlegten sondern auch schon mal eine andere als ihre Partnerin mit ins Bett nahmen. Die Priesterinnen wussten das und lebten mit diesem Wissen. Vor allem da es immer mehr Priesterinnen als Priester gab und so auch die Frauen die keinen festen Partner hatten in den Genuss der körperlichen Befriedigung kamen. Wobei auch hier stand das es ab und an wohl vorgekommen war das der Sohn der Herrin als auch einer ihrer Begleiter, die Priesterinnen besuchten und sich dort ein wenig Spaß holten. Als Nara das las schnaufte sie leise: „Na wunderbar das kann ja heiter werden, vor allem da man scheinbar ja nun auf uns aufmerksam geworden ist. Nun weiß ich auch wieso es das Rosenzimmer gibt. Das wird wohl für etwas unwilligere Priesterinnen benutzt worden zu sein. Denn das Zimmer überzeugt.“ Iron hörte sie in der Bibliothek vor sich hin schimpfen und betrat es, sie noch ganz zerknirscht ansehend. Nara winkte ab: “Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Mir scheint wir hatten mit der Vermutung recht, das man uns zu Priestern der Herrin ausbildete. Denn du zeigt alle Auswirkungen die diese wohl an sich hatten.“ Mit diesen Worten reichte sie ihm das Buch. „Aber lies selbst.“ Auch Iron las es sich durch und hin und wieder nickte er mal, doch als er zu dem Abschnitt kam wo von dem Sohn und einem der Gefährten der Herrin die Rede war sah er Nara entsetzt an. „Sie fordern also auch das die Priesterinnen mit ihnen das Bett teilen? Sprich mit ihnen schlafen?“ Nara zuckte mit der Schulter: „Zumindest verstehe ich das so. Oh man, Iron in was sind wir da nur hinein geraten. Ich will das alles nicht. Ich will es im Moment nicht mal mit dir, geschweige denn mit einem der Kerle die zur Herrin gehören. Götter hin oder her.“ Iron nickte, er verstand zwar nicht wieso sie auch ihn ablehnte, doch das sie mit diesen Kerlen nichts machen wollte verstand er sehr gut. Zudem in ihm nun die Eifersucht hoch kochte, er ging davon aus das diese Männer schon genau wussten wie man eine Frau herum kriegte. Er sah Nara an: „ Und nun? Ich meine mir scheint egal wo wir nun hingehen, man hat uns wohl auserkoren und das Problem lässt sich nicht mehr einfach damit lösen das wir den Tempel verlassen. Ich bin dir auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Und ich nehme mal an das wird wohl noch schlimmer als besser werden. Was sollen wir denn nun tun? Ich finde es absolut schei.... das ich praktisch diesbezüglich so willenlos gemacht wurde. Aber nun wundert es mich auch nicht mehr wieso ich auf einmal so potent bin.“ Das er so offen darüber sprach ließ Nara nun erröten, sie sah ihn verlegen an. Als er den Blick bemerkte grinste er frech. „Kleines ich finde es süß wenn du so rot wirst, doch gibt es keinen Grund dafür. Es stimmt, ich war schon immer etwas verlangender und auch recht potent. Doch als wir hier das erste mal mit einander schliefen, war es besonders stark.“ Er redete weiter und sah wie sie immer verlegener und glühender im Gesicht wurde. Er sprach weiter weil er ihre Reaktion niedlich fand. Das würde er natürlich nicht im Beisein von anderen tun, doch sie waren ja alleine. Er las weiter, doch sah er auch immer mal zu ihr hin. Langsam wich die Farbe aus ihrem Gesicht und es normalisierte sich wieder. Er ging davon aus das sie zwar schon ein wenig Erfahrung hatte, aber das vielleicht dieser Thomas ihr erster gewesen war. Und sie sich deswegen nun auch ein wenig zierte.

In den nächsten zwei Tagen hielt er sich zurück, doch Nara sah das er fahrig war und sich kaum konzentrieren konnte. Sie rechnete damit das er in kurzer Zeit platzen würde, das er sich irgendwann nicht mehr beherrschen konnte. Sie bereitete sich schon mal darauf vor, das heißt andererseits überlegte sie auch, ob sie nicht auf ihn zugehen sollte. Doch sie überlegte zu lange, denn an einem Abend war es soweit. Sie hatte sich gerade hingelegt und trug auch wie am ersten Abend ein T-Shirt, man musste es ja nicht heraus fordern. Doch das nutzte ihr an diesem Abend auch nichts mehr. Er stand neben dem Bett und sah sie an als sie sich hinein legte, dann sah sie wie er sich komplett auszog, während er sonst immer seine Unterhose an ließ um sie nicht zu sehr verlegen zu machen. Sie ahnte was kommen würde, heute würde er sie nicht mehr in Ruhe lassen. Sie überlegte kurz ob sie noch aufstehen und sich in einem der anderen Zimmer verbarrikadieren sollte, doch dann sah sie seinen Blick. Nein sie musste ihm geben was er brauchte, so war er für sie kaum noch nützlich. Er drehte sich kaum das er im Bett lag zu ihr um und sah sie an, dann presste er leise hervor: „Ich kann nicht mehr, ich will dich und ich werde mir nun nehmen was ich will. Es tut mir leid.“ Er beugte sich über sie, presste sie mit seinem Körper in das Bett und der Kuss den er ihr nun gab sprach von starkem Verlangen, sie spürte das er immer noch versuchte sich zu beherrschen, das er noch nicht ganz den Verstand verloren hatte, doch als sie nun ihre Arme um ihn legte, den Kuss löste und leise hauchte: „Ich weiß und ich bin bereit.“ war es um ihn geschehen. Wie ein Wüstensturm kam er über sie, er war stürmisch und hart, doch spürte sie das sie darauf reagierte. Und als er merkte das sie soweit war, wartete er nicht mehr lange sondern nahm sich von ihr was er wollte, nichts hätte ihn nun davon zurück gehalten. Als er den Gipfel mit ihr gemeinsam erreichte, schrie er vor Erleichterung laut auf. Das eine mal reichte ihm aber noch lange nicht und so machte er auch sofort weiter, doch versuchte er nun zärtlicher zu sein. Als Nara sich ihm allerdings wild entgegen presste, ließ er die Zärtlichkeit und machte weiter wie zuvor. Er spürte das es ihr sogar gefiel. Es dauerte eine Weile bis er von ihr ab ließ, doch dann lag er neben ihr und hielt sie im Arm, er keuchte noch atemlos und sah sie an: „Es tut mir leid, ich habe es versucht, doch es ging nicht mehr.“ Sie nickte: „Ich verstehe und es ist in Ordnung. Ich liebe dich und war schon am überlegen ob ich dir nicht entgegen kommen sollte. Du sollst dich nicht quälen.“ Er lachte hart auf: „Klar sicher, dafür quäle ich dich und zwinge dich zu etwas das du noch nicht wolltest. Ich weiß nicht was schlimmer ist.“ Nara sah ihn liebevoll an: „Mach dir darüber keine Gedanken, ich wollte es schlussendlich auch.“ Er sah sie fragend an: „Ist das wirklich wahr? Oder sagst du das jetzt nur damit ich mir keine Vorwürfe mache?“ Sie lächelte ihn sanft an: „Es ist wahr, ich habe mich dämlich benommen. Schließlich hatten wir schon mal miteinander geschlafen, also war das doch Blödsinn dich dann so hin zu halten.“ Er sah sie noch mal kurz zweifelnd an, doch als sie ihn immer noch liebevoll ansah, nickte er. In dieser Nacht konnte er endlich mal wieder ruhig schlafen ohne immer wieder wach zu werden. Und am Morgen sah Nara sofort die Veränderung, er war ruhiger geworden, er hatte zu seiner alten Kraft zurück gefunden. Sie ging davon aus, das wenn sie regelmäßig dafür sorgen würde, das er bekam was er brauchte, das er dann nicht mehr so ausflippen würde. Zudem es ihr mit ihm wirklich gefallen hatte. Ob er nun zärtlich war oder so stürmisch wie in der vergangenen Nacht. Das wilde passte irgendwie zu ihm und das sagte sie ihm auch. An diesem Tag wollten sie sich noch mal das Nest ansehen und schauen ob sie den Spiegel abermals betreten konnten. Und sich dann dem nächsten widmen, immerhin hatten sie das Zepter des Lichts noch nicht gefunden.

Kapitel 8: Ein Tempel erwacht zu neuem Leben

Doch als erstes wollten sie sich aber mal den Tempel ansehen den die Herrin wieder hergestellt hatte. Wenn sie auch die letzten Tage nicht mehr daran gedacht hatten so fiel es ihnen nun aber wieder ein. So begaben sie sich zum Portalraum und waren innerhalb von Sekunden im anderen Tempel angekommen. Anschließend noch die Rune genutzt die sie nach oben bringen würde und sie standen im oberen Altarraum, um dort recht dumm aus der Wäsche zu schauen. Der Tempel war in der Tat wieder hergestellt, zumindest soweit sie es sehen konnten. Doch auf einigen der Bänke die nun im oberen Altarraum standen saßen Menschen, die nun aufsprangen als sie dort erschienen. Sie sahen sich die Leute an, es waren junge Menschen, vier junge Frauen und zwei Männer, alle eher jünger als sie, denn älter. Als diese die beiden bemerkten sprangen sie auf und gingen langsam nach vorne, dabei den Kopf leicht gesenkt. Nara und Iron waren noch zu sprachlos um etwas sagen zu können, sondern sahen nur die jungen Leute an. Überall standen auch noch Gerätschaften herum von den Spezialisten die den Tempel untersucht hatten, doch von denen war erst mal nichts zu sehen. Dann sah Nara wieder auf die jungen Leute, die sich nun genähert hatten und sich vor sie hin knieten. Nara schüttelte den Kopf: „Hallo was soll das? Wir sind doch keine Götter, also steht mal schnell wieder auf.“ Und Iron fragte: „Was wollt ihr hier, was ist hier los?“ Da die beiden für die jungen Leute aus dem Nichts erschienen waren, hatten diese sie im ersten Moment irrtümlicherweise für Götter gehalten. Einer der jungen Männer sah die beiden dann an, nach dem sich alle wieder erhoben hatten. „ Nun es wird in allen Nachrichten gebracht, Fernsehen, Zeitungen, Radio und so weiter, das die Götter auferstanden sind. Dann müsst ihr wohl die beiden sein die in der Gunst der Götter stehen und ihre ersten Priester. Wir wollen der Göttin dienen und als Novizen aufgenommen werden.“ Nara sah Iron sprachlos an. „Soviel dazu, wir sollten es noch ein wenig geheim halten. Nun weiß es die ganze Welt.“ Und richtig, nachdem die ersten Wissenschaftler es bestätigt hatten, das es sich hier um kein von Menschenhand erneuertes Gebäude handelte, ging es wie ein Lauffeuer um die Welt. Die Götter waren auferstanden und die Tempel würden zu neuem Leben erwachen. Als nun auch die Wissenschaftler, Archäologen und so weiter den Tumult im inneren des Tempels mit bekamen, liefen sie hinein und sahen vorne am Altar nun Iron und Nara stehen. Die beiden waren ihnen durch die Nachrichten bekannt, denn die Schurken hatten eine recht genaue Beschreibung gegeben und die Nachrichtenredakteure hatten aus den Universitäten Bildmaterial über die beiden besorgt. Nun wurden sie nicht nur von den jungen Leuten belagert sondern auch noch von einigen Kollegen und alle redeten auf sie ein, bis Iron der Kragen platzte und er brüllte: „Haaaalt es reicht. Einer nach dem anderen.“ Denn es ging die ganze Zeit: „Wie habt ihr die Götter entdeckt? Werden auch die anderen Tempel wieder erneuert? Was habt ihr an Wissen gewonnen? Habt ihr etwas über die alten Riten erfahren? Wie werden sie ausgeführt? Könnt ihr die Götter herbei rufen? Gibt es die Artefakte der Macht wirklich?“ Und der gleichen mehr. Fragen die sie zum Teil noch nicht beantworten wollten. Iron sah Nara an: „Ich denke wir sollten uns aufteilen, du kümmerst dich mal um die neuen Novizen und ich mich um unsere Kollegen. Was meinst du? Die Tempelanlage müssen wir uns dann später ansehen.“ Nara nickte, das wäre wohl das beste. Der junge Mann der sich eben schon als Sprecher der jungen Leute hervorgetan hatte, nahm Nara sachte am Arm. „Es gibt einen Arbeitsraum für die Hohepriesterin, wenn sie mir folgen, zeige ich ihnen den.“ Nara seufzte leise und nickte: „Na gut dann mal los, bevor noch mehr kommen und uns löchern.“ Dann führte sie der junge Mann aus dem Altarraum, nun sah Nara auch das von beiden Seiten des Altarraums lange Gänge abgingen, an denen rechts und links weitere Türen waren. Hier und da stoppte sie mal und öffnete eine der Türen und sah hinein. Es schien Wohnräume zu geben und Bäder die aber im Gegensatz zu denen im unteren Bereich mit profanen Wasserreglern bestückt waren. Nara grinste leicht als sie es sah. Ihr wurde damit klar, das auch die Götter nicht wollten das alles bekannt wurde. Iron ging es nicht anders, er gedachte das eine mit dem anderen zu verbinden und ging mit den Wissenschaftlern den anderen Gang ab, wo es ähnlich aussah wie bei Nara. Es gab auch eine gut bestückte Bibliothek, in der Iron nun den Rest der Wissenschaftshorde sah. Diese lasen sich bereits durch die Bibliothek. Er schmunzelte. Er ging mal davon aus das dort nur Bücher stehen würden die wirklich für die Allgemeinheit bestimmt waren. Da seine werten Kollegen ihn ja noch mit Fragen bombardiert hatten, war wohl nicht alles Wissen hier zu finden.

Als Nara am Ende des Ganges ankam stand sie vor dem letzten Raum der sich genau am Kopfende des Ganges befand. Dort waren wieder die Doppeltüren zu sehen und die beiden Löwenköpfe mit den Ringen um die Türe zu öffnen. Als sie den Raum betrat sah sie dort einen großen Schreibtisch stehen, an den Wänden weitere Regale mit Büchern und einige Sessel vor dem Schreibtisch. An der linken Seite des Raumes war eine Türe, allerdings ohne Klinke. Der junge Mann zuckte leicht mit der Schulter. „Diese Türe konnten wir leider nicht öffnen, wir wissen also nicht was dort hinter ist.“ Nara sah zur Türe und sah darauf eine hell leuchtende Rune. Sie sah die jungen Leute an und überlegte wie sie sie unauffällig fragen konnte ob sie die Rune nicht sehen würden. „Fällt ihnen an der Türe nichts auf?“ :fragte sie harmlos in die Runde. Die jungen Leute sahen sich gegenseitig fragend an, dann schüttelten alle einheitlich den Kopf. Nara nickte, sie verstand, die Rune war also nur für sie und vermutlich für Iron sichtbar, aber für alle anderen nicht. „Also gut, dann sehen wir doch mal nach was sich dahinter befindet.“ Die jungen Leute wollten schon sagen das man die Türe nicht öffnen könnte, als Nara bereits zur Türe schritt, die Rune berührte und die Türe sich wie erwartet öffnete. Man sah sie sprachlos an: „Öhm.äh..sie geht ja doch auf. Wie haben sie das nur gemacht?“ Nara drehte sich um: „Also erst mal nennt mich Nara und zum anderen, wie ich die Türe öffnete ist bereits Priesterwissen und das steht euch als Novizen noch nicht zu.“ Das sahen auch alle ein und nickten daher. Nara freute sich diebisch, wenn sie eine Frage nicht beantworten wollte beruhte sie sich einfach darauf, das es Wissen war, das nur den ausgebildeten Priestern zustand. Ähnlich hielt es auch Iron, wenn man eine Frage an ihn stellte die er absolut nicht beantworten wollte, sah er seine Kollegen an, schüttelte den Kopf und meinte: „Tut mir leid aber das ist internes Wissen der Priester und darüber darf ich nicht reden. Wenn ihr mehr wissen wollt müsst ihr schon dem Tempel als Novizen beitreten.“ Das wollte natürlich keiner also fragte man nicht weiter.

Nara betrat mit ihren Novizen nun einen Gang von dem drei Türen abgingen, die erste führte in ein kostbares Schlafgemach, das wohl der Hohepriesterin gehörte von dem eine weitere Türe abging, die wie sie vermutete ins Bad führte, die zweite Türe führte in einen Portalraum, der aber nicht wie die unteren, mehrere Runen an den Wänden enthielt, sondern lediglich eine mit der man in den unteren Bereich reisen konnte. Als einer der jungen Leute merkwürdig schaute und sie ihn fragend ansah meinte dieser nur: „Oh der Raum ist ja leer.“ Die letzte Türe führte in einen Runenraum, wie sie ihn schon kannte. Allerdings lies sie hier keinen eintreten, vor allem nicht als sie bemerkte das die jungen Leute hier die Rune sahen, die auf dem Boden aufgezeichnet war. Denn sie schnatterten untereinander wie Enten und diskutierten darüber was das für ein Zeichen sei und wofür es wohl gedacht war. Anschließend verließ Nara mit ihrer Gruppe den Gang und betrat mit ihnen wieder das Arbeitszimmer. Dann setzte sie sich an den Schreibtisch und bat auch die jungen Leute sich zu setzen. Nara seufzte leise. Sie wollten sich lediglich mal den erneuerten Tempel ansehen und das war das Ergebnis, statt sich um die weiteren Spiegel kümmern zu können, mussten sie nun neue Novizen aufnehmen und den Tempel in Gang bringen.

In Irons Gang schienen die praktischen Räume zu sein, dort gab es die Bibliothek, Wäschekammern, einen Aufenthaltsraum, Küche und Speiseraum, einige Besprechungszimmer, Waschküche, wobei als er die sah grinste er, auch die Götter schienen mit der Zeit zu gehen, denn anstatt wie man hätte vermuten können das man dort mit Bottichen hätte arbeiten müssen, standen dort moderne Waschmaschinen und Trockner. Des weiteren gab es noch ein zweites Arbeitszimmer das aber kleiner als das der Hohepriesterin war. Es schien für ihren Gemahl oder Gefährten zu sein. Er nickte. Bis dahin hatte er alle Fragen die man an ihn stellte und die er beantworten wollte und konnte auch beantwortet. Seine Kollegen war zwar noch nicht zufrieden, doch war ihm das auch vorher schon klar gewesen. Nun drehte er sich zu ihnen um: „Es reicht, Nara und ich sind ja nicht aus der Welt, wir werden regelmäßig Besprechungen abhalten und dann können sie ihre Fragen stellen. Doch für heute reicht es erst einmal. Ich muss mal sehen wie weit Nara mit den neuen Novizen ist.“ Seine Kollegen nickten, sie sahen ein das sie heute von dem jungen Priester nichts mehr erfahren würden. Als er bei Nara ankam, hatte diese bereits begonnen mit den jungen Leuten das praktische zu besprechen. Sie hatte sich deren Namen und Alter notiert, wobei sie feststellte das diese tatsächlich nicht älter sondern eher jünger als sie waren. Das Durchschnittsalter der sechs jungen Leute lag bei zwanzig Jahren. Sie hatte jeden gefragt warum er oder sie Novize werden und der Göttin dienen wolle. Die Antworten waren verschieden, einige weil sie an die Göttin wirklich glaubten, andere weil ihre Eltern es für eine gute Idee hielten oder eben aus anderen Gründen. Nara sagte ihnen, das sie sich in den Schlafräumen ein Bett aussuchen dürften, allerdings erst mal nach Geschlechtern getrennt. Dann teilte sie ihnen mit das sie geprüft werden würden, auf Ehrlichkeit und ob sie für die Priesterschaft geeignet wären. Dann bleute sie ihnen ein das egal was sie erfahren würden, sie zur Verschwiegenheit verpflichtet seien, was die Interna des Tempels anging. Das verstanden alle und nickten. Anschließend erklärte sie ihnen das es täglich einige Stunden geben würde in denen sie geschult werden würden, vorausgesetzt sie würden die Prüfung bestehen.

Dann machte sie eine Auftragsliste fertig, die sie dem jungen Mann gab der sie angesprochen hatte. „Sorgt dafür das der Tempel Personal bekommt, darum können sich weder Iron noch ich kümmern. Da wir auch noch unseren Dienst an der Herrin verrichten müssen. Es werden Reinigungsfrauen, Köche und ähnliches gebraucht werden. Das Personal kann wenn es will sich im Dorf ein Haus aussuchen. Ich gehe mal davon aus das dieses auch wieder hergerichtet wurde.“ Als die jungen Leute nickten sah sie bestätigt, das das Dorf zur Tempelanlage gehörte. „Also gut, zu den Wissenschaftlern oder Reportern kein Wort was nicht ausdrücklich erlaubt ist. Ist das klar?“ Als sie soweit gekommen war betrat auch Iron den Raum und setzte sich auf die Schreibtischkante und sah noch wie alle nickten. Dann sah Nara jeden der jungen Leute an, alle machten einen ehrlichen Eindruck. Sie nickte. „Da es um die ganze Welt ging, werden sich wahrscheinlich noch mehr melden die den Dienst an der Herrin aufnehmen wollen. Sollten diese eintreffen, so teilt ihnen Betten zu und instruiert sie das sie erst mal schweigen.“ Iron sah sich ebenfalls die jungen Leute an, nahm den Zettel mit der Liste ihrer Namen zur Hand und sah darauf. „Ach und notiert euch deren Namen und Alter, so wie Nara es bei euch getan hat. Fragt sie welchen Grund sie haben dem Tempel beitreten zu wollen und notiert alles sorgfältig. Wenn es zu viele werden, also mehr als Schlafplätze vorhanden sind, setzt sie auf eine Warteliste, ich gehe mal davon aus das auch weitere Tempel bald erneuert und somit Platz für weitere Novizen geschaffen werden. Wobei wir wohl noch nicht wissen, wie wir das alles bewältigen sollen.“ Nara sah zu Iron auf, „Wir brauchen Geld um alles bezahlen zu können. Würdest du wohl etwas holen?“ Iron grinste, er wusste was sie meinte. Nara deutete zu der Türe mit der Rune. „Du kannst diesen Weg nehmen.“ Er nickte kurz und öffnete die Türe, wobei ihn nun auch die jungen Leute wieder verwundert ansahen. Nun Nara hatte nicht umsonst ihn geschickt, weil so konnten die Novizen sehen das er absolut gleich berechtigt war und die gleichen Fähigkeiten wie sie hatte, mal abgesehen davon der es besser tragen konnte als sie. Kurze Zeit später kam Iron zurück und trug eine kleine Truhe, er hatte sich bei der Göttin entschuldigt das sie sich einen kleinen Teil des Schatzes nehmen würden, für den Tempel. Die kleine mit Goldmünzen gefüllte Truhe stellte er nun auf dem Schreibtisch ab. „Das Gold könnt ihr verwenden um das Personal zu bezahlen. Da wir noch keine Tempelkleidung haben werden wir uns mal bei der Herrin erkundigen was die traditionelle Kleidung ist und ihr werdet anschließend einen Schneider beauftragen sie für uns an zu fertigen. Ihr seid die ersten und somit eventuell später auch mal für die Verwaltung eines Tempels vorgesehen. Also enttäuscht uns und die Herrin nicht. Und nun geht.“ Als Nara fertig war, erhoben sich die jungen Leute und suchten sich, wieder natürlich unter pausenlosem Geschnatter, erst mal einen Schlafplatz. Iron sah Nara an: „Also damit hatte ich nicht gerechnet.“ Nara nickte: „Ich auch nicht, es wird immer stressiger. Was als ein Abenteuer begann, entwickelt sich nun zu einer Weltumfassenden Angelegenheit.“ Iron zog sie aus dem Stuhl hoch und an sich. „Wir werden es schon schaffen, glaub mir, wir sind jung und stark. Und wie die Herrin sagte, zusammen unschlagbar.“ Er grinste sie frech an, dann küsste er sie bevor sie auch nur antworten konnte.

Den jungen Novizen würde ein gutes Leben bevor stehen. Die männlichen fanden Nara zum anbeten und die weiblichen bewunderten Iron. Es war vor allem keiner unter ihnen der es nicht ehrlich meinte. Nara und Iron konnten ja nicht ahnen, das die Tempel noch eine besondere Eigenheit hatten um falsche Priester und Priesterinnen von vorne herein aus zu schließen, doch würden sie darüber bald mehr erfahren. Ebenso wie die Wissenschaftler feststellen würden, das sie das Arbeitszimmer der Hohepriesterin ohne ihre ausdrückliche Erlaubnis nicht betreten konnten. Denn natürlich erfuhren sie durch das Geplauder der neuen Novizen untereinander auch von der Truhe mit Gold, doch als sie versuchten die Türe zu öffnen tat sich nichts. Wobei sie aber später sahen das die Novizen die Türe öffnen konnten. Doch wenn sie versuchten mit ein zu treten liefen sie am Eingang wie vor eine Wand. Der Tempel schützte das was in seinem inneren war, was nun zu Spekulationen führte wieso man dann damals die Tempel zerstören konnte. Man notierte sich die Fragen um sie später Iron zu stellen und hoffte das er sie beantworten würde.

Iron und Nara sahen sich nun einer Wulst von Problemen gegenüber, sie mussten neue Priester ausbilden, dafür sorgen das die anderen Tempel eventuell auch erneuert wurden, wobei sie natürlich auf die Hilfe der Göttin hofften. Dann fehlte ihnen immer noch das Zepter, ebenso wie sie nach wie vor nicht sicher sein konnten ob der Muttertempel nicht doch noch betrieben wurde. Als die beiden nun zusammen saßen, wobei Nara auf Irons Schoß saß und er sie umfasst hielt unterhielten sie sich darüber was sie nun als erstes in Angriff nehmen sollten. Iron war der Meinung das Zepter habe Vorrang, wobei Nara eher dafür war nach dem Muttertempel zu suchen und eventuell darauf zu hoffen das sie dort noch einige Erkenntnisse erhalten würden, die ihnen fehlten. Im Grunde sah es Nara so das sie selber grundsätzlich noch Novizen waren. Und wie sollte man jemanden ausbilden wenn man selber nur einen Bruchteil wusste? Iron musste sich ihrer Weisheit beugen und grinste sie an: „Die hohe Lady hatte recht, du bist wirklich weise. Also gut suchen wir nach dem Muttertempel und schauen was uns dort erwartet. Und wer weiß vielleicht finden wir tatsächlich noch einen Tempel vor der betrieben wird.“ Als später die Novizen das Arbeitszimmer betraten war es leer, Iron und Nara waren verschwunden, nur die Truhe mit den Goldstücken stand noch auf dem Schreibtisch.

Kapitel 9: Der Muttertempel


 

Iron und Nara hatten erst mal die Idee, den Teleportraum zu benutzen, doch als sie es versuchten, funktionierte es nicht. Die Rune für den Muttertempel aktivierte sich nicht. Also mussten sie auf herkömmliche Art reisen. So buchten sie am nächsten Tag einen Flug zu den Südgebirgen. Ihnen war klar das es auch von der nächsten Stadt aus noch ein beschwerlicher Weg ins Gebirge sein würde. Doch hofften sie darauf, zu finden was sie suchten. Als sie nach einige Stunden dort ankamen, mieteten sie sich Lasttiere um einiges an Ausrüstung auf ihnen zu verstauen. Dann machten sie sich auf den Weg hoch ins Gebirge. Sie hatten im Tempel einen ungefähren Lageplan gefunden so mussten sie zumindest nicht das ganze Gebirge absuchen. Als es Abend wurde, hatten sie mal gerade den halben Weg geschafft und bauten so ihr Zelt auf um zu übernachten. Schon recht früh, nach einer an sich ereignislosen Nacht, packten sie wieder alles zusammen und gingen weiter. Gegen Mittag hatten sie dann den etwaigen Zielort erreicht. Sie standen vor einer flachen doch recht hohen Felswand. Nara sah noch mal auf dem Plan nach. „Also hier irgendwo müsste er sein. Nur sehe ich nichts.“ Iron erging es nicht besser: „Also ich sehe auch nichts. Kann es sein das eventuell ein Ritual von Nöten ist das die Unsichtbarkeit für uns aufhebt?“ Nara hatte bereits das Buch aus ihren Rucksack genommen in dem sie über den Tempel gelesen hatte. Doch fand sich kein Ritual darin das man abhalten konnte, noch wie man die Unsichtbarkeit aufheben könnte. Sie suchte das gesamte Buch ab, dann fiel ihr eine Seite auf die ein wenig umgeknickt gewesen sein musste, denn in der Mitte waren einige Knicke zu sehen. Da ihr eh nichts anderes einfiel, knickte sie die Seite abermals so ein und als sie nun darauf sah, bemerkte sie das sich der Text verändert hatte. Sie nahm das Buch und stellte sich vor die Felswand und las nun den Text laut vor den sie entdeckt hatte. Iron sah sie fragend an, doch ließ er sie machen, schaden konnte es ja nicht, dachte er so bei sich. Und als sie am Ende angekommen war, flimmerte die Felswand leicht auf, also wiederholte sie den Text ein weiteres mal nun noch etwas lauter. Und abermals flimmerte die Felswand. Dann stellte sich Iron hinter sie, sah über ihre Schulter ebenfalls in das Buch und nun wiederholten sie den Text gemeinsam. Dann geschah es, langsam kristallisierten sich zwei mächtige Tore, die mindestens zehn Meter hoch waren aus der Wand, die sich nach dem sie sichtbar geworden waren knirschend öffneten. Iron und Nara nahmen schnell ihre Packtiere und traten dann durch die Tore. Kaum hatten sie die Tore durchschritten knallten sie hinter ihnen wieder zu und man sah wieder nur eine Felswand. Doch vor ihnen breitete sich ein blühendes Tal aus, in deren Mitte eine gigantische Tempelanlage stand. Langsam schritten sie mit ihren Packtieren auf die Anlage zu. Es gab einige Häuser, die an den Eingängen von Säulen eingerahmt waren, in ihrer Mitte schien der eigentliche Tempel zu stehen. Alles strahlte in hellem weißen Marmor. Doch sah es auch recht ausgestorben aus. Es war nichts zu hören bis auf die Vögel die sangen oder auch hier und da mal ein anderes Tier. Man sah das es Felder gegeben hatte die man irgendwann mal bewirtschaftet hatte, die aber nun scheinbar schon seit einer Ewigkeit brach lagen. Auch gab es Obstgärten mit Bäumen, ebenso wie auf einem Hang ein Weinberg zu sehen war. Doch alles schien seit einer sehr langen Zeit nicht mehr genutzt worden zu sein. Als sie sich dem Haupttempel näherten sahen sie wie eine alte Frau am Eingang stand. Sie hatte weißes Haar, ihr Rücken war gebeugt und sie stützte sich auf einen Stock. Iron und Nara ließen ihre Packtiere stehen und schritten auf die alte Frau zu. Diese sah sie an. „Ihr seid endlich gekommen, wir haben so lange auf euch gewartet. Wie viel Zeit ist nur vergangen?“ Die beiden jungen Leute sahen auf die alte Dame nieder und Iron fragte sanft: „Wer hat so lange auf uns gewartet und wieso wussten sie das wir kommen würden?“ Die alte Dame lächelte: „Tretet erst mal ein, alle eure Fragen sollen beantwortet werden.“ Sie strich Nara sanft über deren Wange: „Kind du bist noch schöner als in meinen Träumen. Nun wird die Herrin wieder zu ihrem Recht kommen, das ich das noch erleben darf. So lange, ach so lange haben wir gewartet.“ Tränen rannen der alten Dame die Wangen herab, als sie sich um wandte und den Tempel betrat. Iron und Nara folgten ihr. Sie führte die beiden jungen Leute in einen recht luxuriös eingerichteten Raum. Sie deutete auf zwei Sessel am Kamin: „Setzt euch Kinder und esst und trinkt etwas. Dann werden wir uns unterhalten.“ Nara nickte sachte, doch Iron sah die alte Dame an: „Verzeihen sie mir bitte sollte ich unhöflich sein, doch möchte ich unsere Tiere erst von ihrer Last befreien. Dann können wir gerne reden.“ Die Dame lächelte Iron zu: „Nein mein Junge du bist nicht unhöflich, im Gegenteil es zeugt von deiner ehrlichen und rücksichtsvollen Persönlichkeit. Geh nur und entlaste die Packtiere.“ Iron nickte noch mal freundlich dann ging er und die alte Dame sah Nara an: „Kind da hast du aber einen stattlichen Mann. Wäre ich einige Jährchen jünger könnte er mir wohl auch noch gefährlich werden.“ Dabei zwinkerte sie Nara schelmisch zu. Nara lachte herzlich, die alte Dame gefiel ihr. So setzte sie sich auf den angebotenen Platz und nahm sich etwas von dem gedeckten Tisch. Die alte Dame setzte sich in einen Sessel neben ihr und sah sie immer wieder an. Nara bemerkte den Blick und sah die alte Dame an: „Darf ich ihren Namen erfahren? Oder ist das nicht gestattet?“ Nun lachte die Dame leise: „Nun war ich wohl unhöflich, ich heiße Donna und war die ehemalige Hohepriesterin des westlichen Tempels.“ Nara blieb fast das was sie gerade in den Mund steckte im Hals stecken: „Sie sind Donna? Wirklich die Donna die das Tagebuch zurück ließ. Das ist fast fünfhundert Jahre her. Wie kann das sein?“ Und als Donna nickte, sah Nara sie zerknirscht an. „Verzeihen sie mir ich habe die letzten Seiten gelesen.“ Inzwischen kam auch Iron zurück und bekam noch den letzten Rest mit, er sah Donna ebenso überrascht und verwundert an: „Wie kann das sein? Wie Nara schon sagte das ist sehr lange her.“ Er setzte sich in den freien Sessel und sah weiterhin Donna an, diese nickte: „Nun das ist relativ einfach erklärt. Wenn Nara die letzten Seiten gelesen hat, wird ihr auch nicht entgangen sein das dort vom großen Rat die Rede war. Nun der große Rat bestand, jeweils aus den Hohepriesterinnen der verschiedenen Tempel, ebenso wie ihren Gefährten. Die Herrin richtete eine Grabkammer ein, allerdings etwas anders als es euch bekannt ist. Dort legten wir uns zur Ruhe um die Zeit zu überstehen. Wenn eine von uns zu alt wurde und der Tod nahte, weckte sie die nächste in der Rangfolge und deren Gefährten. Diese wartete dann ebenfalls bis auch sie zu alt wurden und so weiter. Ich bin die letzte. Mein Gefährte starb vor ungefähr fünf Jahren. Ich kam deswegen als letztes dran, weil ich mir sehnlichst wünschte noch mit zu erleben das sie ihren Platz wieder einnehmen würde. Und das scheint nun der Fall zu sein. Und es macht mich sehr glücklich. Ihr beide werdet die Nachfolge antreten, ihr werdet dafür sorgen das die Herrin wieder überall angebetet wird. Wir blieben zurück um euch alles zu zeigen, euch über die Riten zu schulen und auch alles andere was ihr wissen müsst.“ Langsam verstanden Nara und Iron. Nara lächelte Donna sanft an: „Dann wird es sie freuen, das wir erst vor wenigen Tagen, die ersten Novizen aufnahmen. Und stellen sie sich vor, es war ihr Tempel der als erstes erneuert wurde.“ Das freute Donna wirklich. Sie strahlte die beiden jungen Leute an. „Doch eine Frage habe ich, wir versuchten mit der Reiserune hier her zu gelangen, doch sie aktivierte sich nicht. Was ist passiert? Wieso ist sie nicht aktiviert?“ Donna sah Nara an und nickte verstehend: „Nun, als alle hier angekommen waren, haben wir die Rune hier auf Geheiß der Göttin deaktiviert. Sie wollte verhindern das es irgendeinem gelingen würde hier her zu kommen. Wir mussten absolut sicher sein. Doch jetzt können wir sie wieder aktivieren, so müsst ihr nicht mehr zurück reisen wie ihr hergekommen seid.“ Iron sah sie an: „Nun ja bis auf unsere Lasttiere, die sind nur gemietet und die müssen wieder an ihren Besitzer zurück gegeben werden.“ Donna lächelte: „Das sind sie bereits, kurz nach dem du sie von ihrer Last befreit hast, hat die Herrin sie wieder zurück geschickt. Die Herrin ist gütig und denkt an alles.“ Nachdem sich beide etwas gestärkt hatten, zeigte Donna ihnen ihre Unterkunft, doch bevor sie sich verabschiedete, fragte Nara sie noch: „Wo sind die anderen Priesterinnen und ihre Männer oder deren Nachkommen?“ Donna sah sie kurz an, einen Moment lang sah man den Schmerz in ihrem Gesicht. „Alle dem Lauf der Zeit gefolgt. Sie sind gestorben und Nachkommen bis auf die Kinder die wir mitbrachten, kamen keine mehr. So bin ich tatsächlich die letzte von ihnen. Doch bin ich nicht undankbar, ich erlebe noch mit wie meine Herrin ihren Platz wieder ein nimmt und zu ihrem Recht kommt. Das ist mehr als alle anderen hatten.“ Dann drehte sie sich um: „Ruht euch gut aus, morgen beginnen wir mit dem Unterricht. Ihr solltet wissen was ihr euren Novizen beibringen müsst.“ Nara und Iron unterhielten sich noch eine ganze Weile über das was sie erfahren hatten, doch dann legten sie sich auch schlafen. Sie hatten noch einige Fragen die sie stellen wollten, doch die würden bis morgen warten müssen.

An den nächsten Tagen erfuhren sie einiges von Donna. Als erstes zeigte sie ihnen wie man die Runen aktivieren und deaktivieren konnte. Angesprochen auf Irons überstarkes Verlangen, bekamen sie als Antwort das es an den Runen lag. Da diese durch einen Liebesakt aktiviert wurde, verband es die beiden mit einander die die Rune aktivierten und zugleich verband es sie auch mit der Herrin, wodurch das Verlangen des Mannes gesteigert wurde. Ihnen wurde erklärt das es diesbezüglich zwei Arten von Runen gab, zum einen die die sie bekommen hatten, die für die Hohepriesterin und den Hohepriester war und dann die Rune die für die einfachen Priesterinnen galten ebenso wie den Priestern. Sollte es irgendwann mal sein das eine normale Priesterin und deren Gefährte im Rang aufstiegen, würden sie in den entsprechenden Runenraum gehen müssen und die Runen würden angepasst. Nun wurde ihnen auch so einiges klar, vor allem wieso es in den oberen Räumen einen weiteren Runenraum gab. Die normale Rune verband allerdings nicht die Priesterin und ihren Gefährten, sondern war sofort aktiv nachdem die Priesterin oder auch der Priester sie bekommen hatte. Die Ringe verband die beiden Gefährten miteinander womit sie dann auch eventuell Zugang zum internen Bereich des Tempels hatten, sprich die Schatzkammer als auch alle anderen im unteren Bereich befindlichen Räume, vorausgesetzt sie hatten die Erlaubnis der Hohepriesterin. Ab und zu, wenn ein besonderes Kind geboren wurde, bekam es ebenso den Ring der es mit der Mutter verband, womit auch das Kind Zugang zum unteren Bereich hatte. Die Kinder wurden nicht nur von den Eltern erzogen sondern von der gesamten Priesterschaft, weil es den Priesterinnen nicht immer möglich war ihre Kinder selber zu erziehen, sei es durch starke Pflichten oder ähnliches. In manchen Fällen wusste man auch nicht mal genau wer der Vater war, da die Priesterinnen auch mit anderen Priestern als ihrem Gefährten schliefen. Ebenso wie die Priester es nicht immer so genau nahmen. Wenn sie das Verlangen übermannte, nahmen sie sich die Frau die sich ihnen anbot. Eifersucht gab es nicht. Donna räumte ein das es auch schon mal vor kam, das es sehr treue Partnerschaften gab, doch war es für die nicht immer leicht auch die Treue ein zu halten. Dennoch gab es sie. Es war jedem Angehörigen der Priesterschaft selbst überlassen ob sie sich nur mit einem einließen oder auch mal wechselten. Was nun die beiden Götter anging, sprich den Sohn der Herrin und einem ihrer Gefährten, so war es immer und grundsätzlich auf freiwilliger Basis ob sich eine Priesterin mit ihnen einließ oder es ablehnte. Doch galt es als hohe Ehre auserkoren zu werden, den beiden einige schöne Stunden zu bereiten. Auf Naras Frage welcher der beiden Gefährten sich schon mal eine Priesterin nahm, bekam sie zur Antwort, der Geliebte der Herrin. Es wäre bekannt das ihr Gemahl ihr treu wäre. Allerdings habe der Sohn einen hohen Verschleiß da er sehr ausdauernd und potent wäre, womit nicht jede Frau zurecht käme so das er sich oft mehrere Frauen mit auf das Zimmer nahm. Ihn konnte man aber um Nachwuchs bitten auch wenn man unfruchtbar war, machte er es möglich das so einem Paar Nachwuchs geschenkt wurde. Es war den Priesterinnen nicht gestattet Verhütungsmittel zu nehmen, ausgenommen der Hohepriesterin. Donna machte ihnen klar das jedes Kind in den Augen der Herrin ein Geschenk war. Die Hohepriesterinnen waren davon nur deswegen ausgenommen, da ihre Pflichten doch oft sehr hoch, anstrengend und mannigfaltig waren, so das man ihnen nur dann eine Schwangerschaft zumuten wollte, wenn es ihr eigener Wunsch war. Nachdem das soweit alles geklärt war, führte Donna sie in die Riten und Anrufungsgebete ein und erklärte ihnen das jeder zu ihnen kommen dürfe und das es der Hohepriesterin oblag zu entscheiden ob man damit die Herrin belästigen wolle oder nicht. Als sie auch das alles wussten, wurden ihnen die offiziellen Roben gezeigt die man tragen konnte. Diese waren recht offenherzig, das heißt der Priester trug meistens eine weiße Hose ob lang oder kurz überließ man ihm und dazu immer ein weißes Seidenhemd das allerdings nur zwei Knöpfe besaß die am unteren Teil des Hemdes angebracht war und somit die Brust recht offen ließ. Bei den Frauen war es ähnlich, auch hier waren die Roben recht offenherzig, die Damen konnten wählen zwischen kurzem Rock oder langer Hose, wie die Herren und deren Bluse war ebenfalls recht offen geschnitten so das man auch einen Blick auf das Dekolletee haben würde. Novizinnen als auch Novizen trugen noch offenherzigere Kleidung, während die älteren langsam hoch geschlossener gehen durften, ähnlich der Kleidung die nun Donna trug. Sie gab ihnen auch eine Ausstattung für jeden Rang mit, die sie nach schneidern lassen konnten. Donna trichterte ihnen in kürzester Zeit alles ein was sie wissen mussten, als habe sie Angst nicht mehr fertig zu werden. Ebenso erfuhren sie nun das die Tempel von der Herrin einen gewissen Schutz bekommen hatten, der es zwielichtigen Gestalten unmöglich machte als Priester in ihre Dienste zu treten, so das sie jedem Novizen der sich bei ihnen meldete absolut vertrauen konnten. Ebenso wurde ihnen erklärt das kein unbefugter die Räume der Hohepriesterin ohne deren ausdrückliche Erlaubnis betreten konnte. Und das es damals nur möglich war, das die Tempel zerstört werden konnten, weil die Herrin es so voraus gesagt und ihren Schutz bis auf die heiligen Räume abgezogen hatte. Und da sie den westlichen Tempel wieder hergestellt hatte deutete darauf hin das sie dort auch ihren Schutz wieder voll zum Einsatz gebracht hatte.

Als Iron und Nara nach wenigen Tagen alles wussten was sie wissen mussten baten sie Donna sie doch zu begleiten und ihren Lebensabend in ihrem alten Tempel zu bestreiten. Doch Donna lehnte ab. Und an dem Morgen als sie abreisen wollten wussten sie auf einmal auch wieso, denn als Donna nicht zum Frühstück erschien, sah Nara bei ihr nach und fand sie friedlich entschlafen in ihrem Bett vor. Die beiden verschoben ihre Abreise noch um wenige Stunden und betteten Donna neben ihrem Gefährten in den Katakomben, wo auch bereits alle anderen lagen. Nara tat es leid, sie hatte Donna lieb gewonnen und hätte sie gerne noch einige Zeit um sich gehabt. Doch es sollte wohl nicht sein.

Anschließend verschlossen die beiden das Mutterhaus und benutzen die Reiserune um wieder in ihren Tempel zu kommen. Am Nachmittag des selben Tages übergab Nara den Novizen die Kleidung mit dem Auftrag einen Schneider zu suchen und die Kleidung nach schneidern zu lassen.

Inzwischen hatten sich auch weitere junge Leute eingefunden die in den Dienst der Herrin treten wollten. Nara begann am nächsten Tag mit der Ausbildung der jungen Leute, der junge Mann der von Anfang an etwas selbstbewusster als die anderen gewesen war, entwickelte sich langsam zu ihrer rechten Hand. Iron hingegen hatte die Öffentlichkeitsarbeit übernommen und kümmerte sich um die Kollegen als auch um die Reporter die nun auch den Tempel belagerten. An einem Tag als Iron wieder mal vor dem Tempel stand wobei er inzwischen auch die Kleidung eines Hohepriesters mit langen Hosen trug, was nun seine imposante Statur noch besser zur Geltung brachte, sah er als er seinen Kollegen einige Teppiche als Anschauungsmaterial und als Gabe für die Museen übergab, eine recht schüchterne junge Frau, obwohl sie eher wie ein Mädchen aussah. Sie war noch recht jung, sah zudem äußerst herunter gekommen aus und sah sich schüchtern um. So ließ er seine Kollegen stehen und trat auf die junge Frau zu. Als er sie ansprach und sie zu ihm auf sah, bemerkte er erst richtig wie schüchtern sie war. Freundlich und sanft sprach er zu ihr und erfuhr so das sie keine Familie mehr hatte, alleine auf der Welt stand und um Aufnahme als Novizin bat. Er bat sie ihm zu folgen und brachte sie zu Nara, die im Arbeitszimmer saß und mit Joran, so hieß der junge Mann, die Bestände durch ging und einen Einkaufszettel aufstellte was bei den örtlichen Geschäften als Vorrat bestellt werden musste. Sie sah auf als Iron den Raum betrat und bemerkte so nicht den Blick der Joran ihr zu warf, allerdings Iron fiel er auf. Als Iron ein wenig zur Seite trat sah sie das junge Mädchen das nun hinter ihm zum Vorschein kam. Iron sah Nara an: „Das ist Marie, sie möchte gerne als Novizin aufgenommen werden.“ In kurzen Worten gab er wieder was er von Marie erfahren hatte und Nara nickte. Dann sah sie Joran an: „Kümmere dich bitte um sie und gib ihr ein Bett im Dreierzimmer. Ich denke es tut ihr gut ein wenig mit den anderen zusammen zu sein.“ Auch Nara hatte die Schüchternheit des Mädchens bemerkt und hoffte das sie wenn sie mit den anderen Frauen zusammen war, ein wenig aus sich heraus kommen würde. Später erfuhr sie das Marie gerade mal erst siebzehn war und einige Jahre auf der Straße gelebt hatte. Maries Ankunft und deren Schicksal lies in Nara einen Plan wachsen, so ging sie mit Iron zu einem bekannten Architekten und hoffte das dieser es möglich machen konnte auf dem Tempelgelände ein Waisenhaus im Stil des Tempels errichten zu können. Angeschlossen an das Waisenhaus sollte auch ein Krankenhaus und eine Kindertagesstätte sein. Nara wusste das dies früher nie zu den Aufgaben der Tempel gehört hatte, doch dachte sie sich. Moderne Zeiten verändern auch einiges an den Aufgaben der Tempel. So entstand auf dem Gelände ein großes Bauprojekt.

 

Kapitel 10: Der Glaube ist wieder hergestellt


 

Die Zeit verging, inzwischen waren gut 3 Monate vergangen seit Iron und Nara das erste mal diesen Tempel betreten hatten. Wenn er auch zu dieser Zeit noch eine Ruine gewesen war. Iron fiel immer mehr auf das Joran versuchte sich bei Nara unentbehrlich zu machen. Und er wusste genau was der junge Mann sich erhoffte. Vor allem nach dem Iron den jungen Leuten in einer Unterrichtsstunde von den Gepflogenheiten der Priester bezüglich der körperlichen Seite des Priestertums, egal ob weiblich oder männlich berichtet hatte. Schließlich sollten die jungen Leute auch wissen auf was sie sich einließen. Nun den Männern gefiel das, bei den Frauen löste das zwiespältige Gefühle aus. Nun allerdings sah es so aus als wollte Joran ein wenig mehr von Nara. Iron machte Nara darauf aufmerksam, doch sie winkte nur ab, das er Gespenster sehen würde. Doch zog sie ihn auf, das er wohl bei aller Wachsamkeit nicht bemerkt hatte das die weiblichen Novizen ihn schlichtweg anhimmelten. Als sie ihm das sagte, lachte er leise. „Sie sollen die Herrin verehren und nicht uns.“ Doch blieb es wohl nicht aus, das die Hohepriesterinnen als auch die Hohepriester einen besonderen Stellenwert in den Tempeln einnahmen. Doch sollte nicht Nara diejenige sein die mit jemand anderem schlief, sondern Iron. Eine der Novizinnen passte Iron an einem Tag ab und begann ihn zu reizen. Anfangs fühlte er sich geschmeichelt doch versuchte es ab zu blocken. Doch die junge Frau gab nicht auf und da Iron nun belastet war von dem starken Verlangen der Herrin, überkam es ihn, er gab nach und nahm sich die junge Frau recht stürmisch. Anschließend allerdings zerfraß ihn das schlechte Gewissen und da er befürchtete das die junge Frau es Nara womöglich brühwarm berichten würde, nahm er sich vor selber zu beichten. Er hoffte das Nara ihm verzeihen würde. Und so stand er wenig später vor Nara und erzählte ihr davon: „Es tut mir wahnsinnig leid und es soll auch nicht wieder vorkommen. Kannst du mir verzeihen?“ Nara sah ihn an:“ Also ist es nun soweit. Dein Verlangen lässt es nicht mehr zu das du dich beherrschen kannst. Langsam verfluche ich den Tag da ich diese Ruine aufsuchte, ehrlich gesagt.“ Doch als Nara schwieg und darüber nachdachte, bemerkte sie das sie nicht mal eifersüchtig war. Das sie es vor sich selber damit zu erklären versuchte das es wohl geschehen könnte. Und nun in Irons Fall schon geschehen war. Sie sah ihn an, sie sah seine Liebe zu ihr in seinen Augen, sie sah das es ihm wirklich leid tat. Ebenso begriff sie das es seiner Liebe zu ihr keinen Abbruch tat, das er sie nach wie vor liebte, das hier nur sein Körper verrückt gespielt hatte, was ihn dazu gebracht hatte sich die Frau zu nehmen. Sie nickte: „Ja ich verzeihe dir, weil ich begriffen habe das du mich liebst und das es einen Unterschied gibt, zwischen reinem Sex und der Liebe, das eine hat mit dem anderen nicht unbedingt etwas zu tun. Was du dir bei ihr geholt hast war reine körperliche Befriedigung, doch das hat mit der Liebe zu mir nichts zu tun. Wobei es natürlich schmerzt das du es dir nicht von mir geholt hast. Doch verstehe ich das es aus dem Moment heraus geschah und nicht von dir geplant war.“ Er sah sie verblüfft und verwundert an. Er hatte erwartet das sie toben, weinen oder ihn sogar schlagen würde. Doch das sie relativ ruhig blieb verwunderte ihn: „Bist du nicht eifersüchtig?“ Sie sah ihn an: „Worauf sollte ich eifersüchtig sein? Wie gesagt es schmerzt ein wenig, doch das vergeht denke ich mal. Also nehme ich es nicht so ernst. Deine Liebe zu mir ist echt und alleine das zählt. Und die Kleine wollte dich wohl nur, du bist attraktiv und es wundert mich eigentlich das dir nicht noch mehr Frauen Avancen machen. Zudem ist es für eine Frau leicht einen Kerl herum zu kriegen, wenn ich also irgendwem oder was die Schuld daran geben sollte, dann wohl eher das wir in dieser Klemme stecken, das wir für etwas auserkoren wurden, was wir beide eigentlich nicht wollten. Also vergiss es, zudem es mir eventuell ja mal ebenso ergehen könnte.“ Als sie den letzten Satz sagte stellte er sich vor das sie eventuell Joran nachgeben würde und musste nun seinerseits ebenfalls feststellen, das es ihm ein wenig weh tat. Das sie sich bei einem anderen das holte was er ihr ebenso hätte geben können, doch richtige Eifersucht wollte auch bei ihm nicht aufkommen. Denn auch er sah das sie ihn wirklich liebte und musste zu der gleichen Erkenntnis gelangen wie sie, das das eine mit dem anderen nichts zu tun hatte. Er nickte, dennoch würde er versuchen dafür zu sorgen das es nicht noch mal geschah. Er trat auf sie zu und nahm sie in seine Arme: „Ich liebe dich wirklich und nichts und niemand wird dir diese Liebe nehmen können. Ich bin dein für alle Zeit und daher möchte ich dich fragen, möchtest du meine Frau werden?“ Sie sah zu ihm auf, ihre Arme legten sich um ihn: „Ja das will ich, denn ich liebe dich ebenso. Nichts wird uns mehr trennen, auch ein Seitensprung nicht.“

Nara war Donna dankbar das sie ihnen auch etwas über die traditionellen Hochzeitsriten für Priester als auch allgemein erzählt hatte. Und so bereitete man sich wenige Tage später darauf vor die erste Hochzeit zu feiern. Auch das wurde natürlich in der Presse breit getreten. Iron und Nara mussten sich daran gewöhnen das sie nun im Blickpunkt der Öffentlichkeit standen. Das alles was sie taten öffentlich dokumentiert wurde, das sie kaum noch einen Schritt tun konnten ohne das ihnen irgendein Reporter an der Pelle klebte. Es sei denn sie würden sich wieder mal für einige Tage in ihren Lieblingstempel zurück ziehen. Schließlich wartete auch noch das Zepter auf sie und einige Rätsel hinter den verbliebenen Spiegeln. Doch das würde erst mal warten müssen. Iron ging vorerst der jungen Frau die ihn verführt hatte aus dem Weg, was ihr nicht verborgen blieb. Sie hatte sich einige Vergünstigungen durch das Schäferstündchen mit Iron erhofft, sah aber nun das diese Hoffnungen nicht erfüllt wurden. Alle anderen Frauen himmelten Iron zwar an, doch als sich herum sprach das Nara und er heiraten würden, machten sie sich erst recht keine Hoffnungen mehr auf ihn. Auch Nara fiel auf das Iron vorsichtiger geworden war und wenn es ihn doch mal drängte, überfiel er Nara einfach in ihrem Büro und schliff sie ins angrenzende Schlafzimmer um sich zu holen was er brauchte.

Dann war es soweit, der Tag der Hochzeit war gekommen. Als Nara sich für die Zeremonie fertig machen wollte und das Schlafzimmer betrat, lag auf dem Bett ein Traum von Kleid. Es hatte einen weiten Rock mit einer sehr langen Schleppe, war mit feinsten Stickereien besetzt und hatte eine Korsage als Oberteil. Sie wunderte sich über das Kleid , denn es war nicht das was sie gekauft hatte. Ihres war wesentlich schlichter gewesen. Auf dem Kleid lag ein Stirnreif der vorne auf der Stirn das Symbol des Lichts trug, dabei lag ein Zettel auf dem stand: „Das Kleid ist ein Geschenk der Götter, der Stirnreif hingegen gehört zur Ausstattung der höchsten Priesterin. Die man auch hohe Mutter nannte und Oberhaupt über alle Tempel war.“ Es war zwar nicht unterschrieben, doch ahnte Nara vom wem die Botschaft war und hauchte leise: „Danke Herrin.“ Iron hingegen fand in seinem Büro wo er sich umziehen wollte, eine weiße Hose vor und ein weißes allerdings tief ausgeschnittenes Seidenhemd das die gleichen Stickereien trug die auch Naras Kleid verschönerten. Auch auf seiner Kleidung lag ein mit feiner Schrift beschriebener Zettel auf dem, nur in abgewandelter Form das gleiche stand wie auf dem Naras. So zogen sich beide an. Naras Haare waren teilweise hoch gesteckt, doch so das sie hinten wie ein Wasserfall über ihren Rücken fielen. Die gesamte Presse war vertreten jeder wollte darüber berichten. Selbst das Fernsehen war anwesend. Das war das Ereignis des Jahrhunderts und keiner wollte es verpassen. Selbst die Novizen trugen Festtagskleidung und hatten sich als Spalier rechts und links auf den Gang zum Altar aufgestellt. Der gesamte Altarraum war mit Blumen geschmückt und auf den Bänken saßen die Bewohner der nahen Stadt und das Personal des Tempels. Die vorderen Bänke waren für die Novizen bestimmt sobald das Paar an ihnen vorbei geschritten war. Dann hörte man leise Musik spielen und man wunderte sich wo die her kam, denn im Tempel gab es nichts womit man Musik hätte machen können. Leises verwundertes Raunen war zu hören. Dann betraten Nara und Iron den Altarraum und es wurde bis auf die Musik still. Sie warteten einen Moment um allen Gelegenheit zu geben sie zu betrachten und schritten dann langsam an den Novizen vorbei nach vorne zum Altar. Leise raunte Iron Nara zu: „Weißt du woher die Musik kommt?“ Und Nara raunte zurück: „Ich nehme an von der gleichen Stelle wo auch mein Kleid und deine Ausstattung her kam.“ Iron verstand und nickte. Doch als sie vorne angekommen waren, sich die Novizen gesetzt hatten und sie in Ermangelung eines anderen Priesters die Zeremonie selber abhalten wollten, erschien am Altar ein gleißendes Licht. Als es fort war stand dort auf einmal die Herrin des Lichts und rechts und links hinter ihr ihre beiden Krieger, alle drei trugen ebenfalls Festtagskleidung. Wobei es ein wenig seltsam anmutete das diese ihre gewaltigen Schwerter auf dem Rücken trugen. Nun ging das Raunen erst richtig los, einige Menschen waren erstaunt, andere wiederum konnten nicht fassen was hier geschah und immer wieder hörte man von der einen oder anderen Stelle, „Das muss sie sein, das ist die Göttin, die Herrin des Lichts.“ Dann begann die Herrin zu sprechen: „Heute genau ist es fünfhundert Jahre her, das der erste meiner Tempel fiel. Ausgelöst wurde das ganze dadurch das der Vogel der Zeit aus seinem Nest gestohlen wurde und so seinen Flug nicht beginnen konnte. Das wurde von diesen beiden mutigen Menschen, Iron und Nara nun berichtigt. Und es freut mich das mein erster Tempel wieder seine Funktion aufnehmen wird. Weitere Tempel werden folgen. Doch sind wir, mein Gatte Myrion,“ dabei deutete sie auf den Krieger zu ihrer rechte Seite, „und mein Geliebter Leon,“ damit deutete sie zum dem Krieger zu ihrer Linken, „ und ich heute gekommen, um diese beiden tapferen Menschen, die ihren Weg gerade erst mal beschritten haben in den Bund der Ehe zu führen.“ dann trat sie vor und Iron und Nara knieten sich vor sie nieder und beugten leicht den Kopf. Anschließend legte die Herrin ihre Hände auf deren Köpfe. „Ich segne euch Auserwählte und frage euch nun, Iron willst du Nara zu deiner Gemahlin nehmen, bis der Tod euch abruft?“ Und Iron antwortete mit klarer Stimme: „Ja ich will und weit darüber hinaus.“ dann richtete sie ihre Frage an Nara: „Nara bist du gewillt Iron zu deinem Gemahl zu nehmen, bis der Tod euch abruft?“ Und Nara nickte leicht und antwortete ebenso: „Ja ich will und weit darüber hinaus.“ Lächelnd sah die Herrin auf die beiden herab. „Erhebt euch nun.“ Als sie das getan hatten, legte die Herrin ihrer beiden Hände ineinander: “Dann erkläre ich euch heute mit meinem Segen für verbunden. Möge euer Leben noch lange andauern. Ich weiß was ich euch zumute aber ihr seid die Weisheit und die Stärke und ich vertraue auf euch, das alles so kommen wird wie es vorausgesagt wurde. Ich habe allerdings auch ein Geschenk für euch beide. Ab dem heutigen Tage wird Iron von dem entbunden sein, was er durch die Verbindung zu mir, ertragen musste.“ Iron flüsterte leise zur Herrin: „Heißt das, dieses über starke Verlangen bin ich nun los?“ Sie nickte leicht: „Genau das meine ich, wobei ich dir den Rest aber gelassen habe.“ damit zwinkerte sie ihm sachte zu. Dann richtete sie sich an die Menschen die nur staunend im Raum saßen, während Nara und Iron rechts und links neben sie traten. „Achtet diese beiden, sie haben noch einen langen und beschwerlichen Weg vor sich. Ihr ahnt nicht mal was diese beiden schon ertragen haben und noch werden ertragen müssen, bis alles wieder seine Richtigkeit hat. Ihr könnt Schutz und Hilfe in meinen Tempeln bekommen wenn ihr in Not seid, doch wehe dem der versucht in ihnen etwas böses oder hinterhältiges zu tun, den wird meine Strafe treffen. Und auch mein Sohn Lazarus wird diese Welt besuchen, was bedeutet ihr werdet fruchtbarer werden, eure Welt wird mehr Kinder bekommen. Achtet ihn ebenso wie ihr mich, meine beiden Männer oder meine beiden höchsten Priester achtet. Und nun feiert und liebt euch, denn heute ist ein Freudentag nicht nur für diese beiden, sondern für eure ganze Welt. Und die Kinder die heute gezeugt werden sollten, werden alle mit besonderen Gaben von mir gesegnet sein.“ Dann traten Myrion und Leon vor und beglückwünschten nun ebenso Nara und Iron zu ihrer Trauung, anschließend richtete Myrion seine Worte an die Menschen. Alle sahen ihn an als seine sonore Stimme erklang. „Ihr habt meine Gattin gehört und seid versichert, das Leon und ich kommen werden um die zu strafen die sich dem Wort der Herrin widersetzen.“ Da er wenige Worte machte, waren sie um so eindringlicher und fast jeder, bis auf einige Schurken nahmen sie sich zu Herzen. Einen kurzen Moment später waren die drei Götter verschwunden und eine recht erstaunte und verwunderte Menschenmenge blieb zurück. Dann legte Iron einen Arm um Nara und führte sie aus und vor den Tempel wo lange Tische aufgebaut waren, die reichlich gedeckt waren mit allerlei leckeren Sachen. Sogar eine Kapelle spielte zum Tanz und so feierte man ausgelassen und freudig. Dieser Tag wurde später dann als weltweiter Feiertag im Kalender aufgenommen. Doch sprach man noch lange von dem Wunder das sich an diesem Tag ereignet hatte, der Glaube an die Göttin war wieder hergestellt. Niemand zweifelte mehr an ihrer Existenz. Und die Kinder die neun Monate nach diesem Tag geboren wurden, hatten tatsächlich besondere Fähigkeiten.