Kapitel 35: Das Ende der Zeit?

An einem Abend als Aurian mit ihren beiden Männern auf dem Plateau bei einem Becher Wein saß wollte sie gerade ihre Idee in die Tat umsetzen, als Väterchen Zeit aufgeregt erschien. Er war dermaßen aufgeregt das er sogar vergaß in seiner Gestalt als alter Mann auf zu treten sondern in seiner jungen vor ihnen auftauchte. „Aurian, Aurian, es ist schrecklich, wirklich schrecklich.....“ Aurian sprang auf und sah ihn an. Gerade als sie ihn fragen wollte was denn so schrecklich wäre, erschienen auch Iona und Aaron , wobei auch Iona total aus dem Häuschen war. Und auch sie sprach von dem Ende....wobei Aurian kein Wort verstand. Ebenso tauchten langsam aber sicher alle Götter und Inkarnationen auf...und sogar die böse Inkarnation, wobei die allerdings nur von Aurian und ihren beiden Löwen erkannt wurde. Und zu gutem Schluss erschienen nun auch Mystra und Andra, die beiden Ältesten. Mystra sah Aurian an. „Es ist Zeit meine Liebe.“ Auch hier verstand Aurian nicht. Sie die ansonsten immer alles oder eben fast alles wusste, stand nun hier und verstand rein gar nichts. Mystra sah sich um, alle waren da sogar die Helden des Schicksals und auch der Hüter des Schwertes mit seiner Familie, doch einer fehlte....... Lazarus. Ihn sah man nun langsam am Strand auf das Plateau zu schreiten. Alle folgten Mystras Blick und dort ging er der Sohn des Lichts, er erstrahlte in hellstem Licht, als würde es ihn umspülen. Während er immer näher kam, öffnete er sein Hemd und lies es von seinen Schultern gleiten, sein Körper wurde durchstrahlt von dem Licht doch sah man nun seine kraftvolle Statur. Aurian sah ihm ebenso entgegen wie alle anderen. In aller Eile erzählte Iona nun das eine der Galaxien zum Tode verurteilt war, da sich eine ihrer Sonnen in eine Supernova verwandeln würde, oder um es deutlicher zu sagen, die Sonne würde explodieren und alle Welten und Sterne in ihrer Umgebung mit sich reißen, alles würde unter gehen, wenn Aurian nicht schnell etwas unternehmen würde. Wobei Väterchen Zeit als auch die Schicksalsdame Ionas Erzählung immer mal unterstützten und ihr sagten, das keiner von ihnen wüsste was dort geschehen war, denn an sich hätte die Sonne noch einige Millionen von Jahren scheinen müssen, doch irgendwas hatte es ausgelöst das sie nun explodieren würde.

Nun mischte sich Mystra ein: „Aurian, es wird Zeit für Andra und mich zu gehen. Wir werden Jasmin und Dorian nun folgen. Es tut mir leid, dich nun zurück lassen zu müssen, dich als auch unsere Kinder, doch die Zeichen sind da und wir müssen ihnen folgen. Du hast es immer gewusst, nehme ich an.“ Und auf einmal wusste Aurian was zu tun war, sie nickte leicht. Sie kannte die Zukunft, sie wusste was geschehen würde und doch sah sie Mystra nun schmerzlich an, doch nickte sie. „Ja ich habe es gewusst, doch hatte ich gehofft das wir noch einige Jahrhunderte Zeit haben würden. Das deutlichste Zeichen ist er.“ damit deutete sie auf Lazarus der immer noch langsam näher kam. Sie sah zu ihrem Sohn. „Ich sollte dankbar sein das er wenigstens die Liebe hat kennen lernen können, bevor....“ Sie sprach nicht weiter, denn nun folgten Frage auf Frage von den anderen und auch Myrion und Leon sahen sie fragend an. Sie drehte sich zu ihren beiden Löwen um. „Sie haben recht, es ist Zeit. Lazarus und ich haben etwas zu erledigen, das Licht hat einen Auftrag und da ich seine Hüterin bin und Lazarus ein Teil von mir ist, werden wir es zusammen erledigen müssen. Die Explosion der Sonne muss aufgehalten werden.“ Sie sah Myrion und Leon an. „Achtet mir auf alles solange ich weg bin.“ Die beiden wollten gerade protestieren und ihr sagen das sie mit gehen würden, doch legte sie ihre Finger auf deren Münder. „Nein, ihr müsst hier solange auf alles achten. Benutzt meinen Stab und auch Black wird euch weiter helfen können.“ Inzwischen hatte auch sie begonnen zu leuchten und begann bereits ihre Kleidung ab zu legen. „Nun werdet ihr alle einen Blick auf das wahre Licht werfen können, vergesst mich nicht. Ich liebe euch alle.“ Fragen wurden gestellt wohin sie gehen würde und was ihre Worte zu bedeuten hätten, das sie doch wieder kommen würde, was man denn ohne sie machen sollte und noch vieles mehr. Doch sie antwortete nur: „Lazarus und ich werden eine Galaxie retten gehen.“ Inzwischen trat Lazarus näher und als er vor seiner Mutter stand lächelte er sie an. „Erst jetzt wird mir bewusst wie nahe wir uns wirklich standen, Mutter. Es ging weit über das körperliche hinaus. Du bist die Herrin des Lichts und ich bin dein Sohn.“ Lazarus stand inzwischen vollkommen nackt vor ihr, so wie sie auch bereits ausgezogen war. Sie nickte und lächelte ihn ebenfalls an. Dann zog Lazarus Aurian an sich und beide schienen im Licht zu verschmelzen. Er beugte den Kopf und küsste sie, während sich beide zu drehen begannen und sich langsam in die Luft erhoben, die Umstehenden mussten ihre Augen bedecken weil das Licht das nun erschien ihnen sonst die Augen geblendet hätte. Dann wurde es schwächer, doch von den beiden war nichts mehr zu erkennen, sie bestanden nur noch aus Licht und niemand konnte sehen wo Lazarus aufhörte und Aurian begann, sie waren nun eins. Lazarus hielt Aurian mit seinen Armen dermaßen umfangen das man sie kaum noch sehen konnte. Leise hörte man ihn sagen: „Myrion, Leon...ich werde auf sie aufpassen. Aber nur ihres und mein Feuer sind in der Lage die Supernova zu verhindern. Wir werden wieder kommen, wir wissen nur noch nicht wann.“ Und dann... wie ein Komet am Himmel flogen sie davon und in der Ferne verschwand das Licht und ließ die anderen zurück. Myrion hatte ihnen nachgesehen und sachte flossen Tränen seine Wangen herab, er hatte das Gefühl ihm würde es das Herz zerreißen. Leon legte einen Arm um seine Schultern, er hatte diesen starken Kerl noch nie weinen sehen und so ging es ihm besonders an die Nieren. Was alle nicht bemerkt hatten war das Mystra und Andra sich ebenfalls zurück gezogen hatten. In der Kristallhöhle hatte sich eine neue Nische gebildet, doch war sie anders als die anderen, denn Black vertrat den beiden den Weg als sie ihre Bahren aufsuchen wollten um Jasmin, Eric und Dorian zu folgen. Er sah sie an. „Ich habe eine Botschaft für euch. Ihr werdet nicht zu Jasmins Insel gehen, sondern lediglich in einen langen Schlaf fallen, denn es wird eine Zeit kommen da werdet ihr noch gebraucht werden. Finstere Zeiten brechen nun an. Die beiden Löwen müssen sich nun bewähren und ohne die Herrin auskommen müssen.“ Andra sah auf den großen schwarzen Hund herab, der den Helden als Berater diente. „Was wird geschehen? Sollen wir nicht doch lieber bleiben und den beiden beistehen?“ Black schüttelte den Kopf. „Nein, so ist es vorher bestimmt, ihr müsst nun ruhen. Die jungfräuliche Göttin wird nun solange herrschen bis es wieder eine Herrin des Lichts geben wird.“ Als Mystra endlich die Worte verstand weinte sie auf. Leise schluchzte sie: „Aurian ist tot, sie und Lazarus gaben ihr Leben um die Galaxie zu retten.“ Black bestätigte es nicht noch sprach er dagegen. Andra legte seinen Arm um Mystra. „Dann ist es wirklich besser wir erleben nicht mehr mit was nun geschieht. Komm Liebste lass uns ruhen bis wir wieder gebraucht werden.“ Mystra weinte immer noch leise, doch nickte sie und folgte ihm. So legten die beiden sich auf die für sie bestimmten Bahren und würden dort die Zeit abwarten. Kaum lagen sie dort fielen sie in einen tiefen Schlaf, während sich die Nische mit einer durchsichtigen Wand schloss. Black murmelte leise: „Wenn ich weinen könnte würde ich es ebenso tun. Es werden dunkle Zeiten auf uns zu kommen. Aurian war das Licht, nicht nur seine Herrin, doch denke ich das hat sie heute begriffen.“ dann trabte er langsam wieder auf das Plateau um zu beobachten was nun geschehen würde.

Myrion und Leon saßen etwas abseits und Leon hatte immer noch einen Arm um Myrions Schultern liegen und versuchte ihn zu trösten, obwohl auch er Trost gebraucht hätte, denn er hatte eben so viel verloren. Aaron der Krieg, stand etwas abseits und stützte sich mit beiden Händen auf die Balustrade des Plateaus und sah in den Himmel als könne er dort Aurian noch sehen. Black konnte sehen wie sich seine mächtige Kriegsbrust hob und senkte und auf einmal wusste er warum dieser Mann so litt. Auch Aaron hatte Aurian geliebt. Alle anderen sprachen durcheinander und jeder war der Verzweiflung nahe. Nur eine blieb bei allem kühl, jemand auf den man bisher kaum geachtet hatte, da sie im Gegensatz zu allen anderen ihr Dasein als Sternenbild gefristet hatte. Und das seit dem Tag als sie begriffen hatte wozu sie geboren worden war. Sicher sie war auch immer mal erschienen, wenn Feierlichkeiten an standen, oder wenn sie einfach mal Lust hatte ihre Eltern zu besuchen. Aber niemals hatte ein Mann sie berührt. Suna, „die Eine“. Sie behielt einen klaren Kopf und begann nun alles zu ordnen, still und leise. Sie hatte sich nicht darum gerissen doch sah sie das sonst auch hier alles im Chaos versinken würde, wenn nicht einer oder wie in ihrem Fall eine das Ruder ergreifen würde. Und sie sah noch etwas, das Licht am Horizont, in den Gestalten von Doran und Aileen. Wenn sie auch nicht die Lichtintensität ihrer Mutter hatten, so trugen sie es dennoch in sich. Und ein Kind aus deren Verbindung könnte eine neue Herrin hervorbringen. Zumindest hoffte sie das, denn sie ahnte das Aurian wohl nie zurück kehren würde und wenn doch, dann erst in langer Zeit. „Ich ahne was du denkst.“ hörte sie neben sich und sah herab zu dem Hund der neben ihr saß. „Doch selbst wenn sich Aileen entschließen sollte Doran zu erhören, ist es fraglich ob daraus wirklich eine neue Herrin entstehen wird. Denn das Licht ist fort. Vergiss das nicht.“ Suna nickte. „Ich weiß. Doch ein Versuch ist es wert, denn ich bin keine Herrin des Lichts.“ Black folgte ihrem Blick zu den beiden Teenagern. „Das war Aurian auch nicht.“ Nun sah Suna Black erstaunt an. „Was? Aber...aber...“ Black lachte sofern man das von einem Hund behaupten konnte. „Du bist immer noch geblendet, du hast doch selbst gesehen was geschehen ist, weißt du es immer noch nicht?“ Nun auf einmal wusste Suna was Black meinte. „Ich verstehe, sie war nicht die Herrin des Lichts sondern das Licht selber, aber wie konnte das geschehen, sie war doch körperlich und sie wurde ganz normal gezeugt und geboren. Und noch was...wieso kann ich dich verstehen? Müsstest du nicht normalerweise nur von der Heldin verstanden werden?“ Black grinste, was eher wie das blecken von Zähnen aussah. „Ein letztes Geschenk von Aurian bevor sie ging, das Universum steht Kopf und sie hielt es für nötig das bestimmte Leute mich verstehen sollten. Und wie das geschehen konnte...“ Damit blickte er wieder zu Aaron. „Das kann dir nun nur noch einer sagen, doch ob er es tun wird ist eine andere Frage. Denn Aurians Geheimnis war nicht allen bekannt und zwei von ihnen liegen nun im süßen Schlummer.“ Suna winkte ab: „Das sie Nymphoman war, ist inzwischen wohl kein Geheimnis mehr.“ Black grinste immer noch: „Das meine ich nicht, sondern du hast mich gefragt wie es sein konnte das sie nicht nur die Trägerin des Lichts war sondern das Licht selber, und das Geheimnis kannten nur wenige. Und nun nur noch Aaron.“ Suna sah auf Black herab. „Was ausgerechnet er? Er ist noch skrupelloser als mein Vater in seiner Bestzeit.“ Black nickte. „Ja er und eben weil er skrupellos ist. Er war in der Lage zu tun was getan werden musste. Und Aaron hat das Geheimnis tief in sich verborgen. Ich bezweifle das er es jemals lüften wird. Denn Aaron ist zwar skrupellos und eiskalt, doch hat er gelernt was Ehre bedeutet und die ist ihm sehr wichtig.“ Suna fragte sich warum ihr Black das alles erzählte. Das Licht tat nie etwas ohne Grund also musste es auch einen Grund geben das sie nun etwas erfuhr das wohl scheinbar außer Mystra und Andra nur noch Aaron wusste, nämlich das Aurian ein Geheimnis umgab das weit aus tiefer ging als das was bekannt war.

Würde es jemals gelüftet werden? Und was war mit Aurian und Lazarus geschehen? Suna dachte über alles nach, während auch sie in den Sternenhimmel sah.

Kapitel 36: Aurians Geheimnis, Teil 1


 

In den nächsten Stunden wartete man darauf das die Inkarnationen Entwarnung gaben, was dann auch erfolgte. Die Galaxie war gerettet, Lazarus und Aurian hatten es geschafft, aber um welchen Preis. Myrion und Leon warteten darauf das die beiden wieder kommen würden, doch dann trat die Schicksalsdame zu ihnen und legte beiden eine Hand auf die Schulter. „Es tut mir leid, aber nicht einer von uns kann ihre Anwesenheit spüren, es ist als wären sie nicht mehr da.“ Black hatte die beiden informiert das Mystra und Andra sich zur Ruhe gelegt hatten, doch als Suna nachsehen wollte stand sie vor einer Wand, dort wo man zuvor noch die Kristallhöhle betreten konnte, hatte sich eine geschlossene Wand gebildet. Die Kristallhöhle war verschlossen, das war bisher noch nie geschehen, soweit man wusste. Es war zum verzweifeln, Mystra und Andra waren nicht mehr erreichbar, Aurian und Lazarus verschollen oder sogar tot. Die Insel der Götter war vom Licht verlassen worden. Suna dachte immer wieder angestrengt darüber nach wieso, wie konnte es sein das das Licht sie im Stich ließ.

Allgemein nahm man es ruhig hin das Suna sich nun um die Ordnung kümmerte. Am meisten hatte es Myrion getroffen. Doch klammerte er sich an die Hoffnung, das er seine Liebste wieder sehen würde. Er klammerte sich an Lazarus letzte Worte, das sie wieder kommen würden. Leon war da anders, obwohl auch er die Hoffnung nicht aufgab, so nahm er doch irgendwann sein altes Leben wieder auf. Aaron hingegen machte eine Veränderung durch, niemand konnte sich erklären, wieso er sich so veränderte. Er wurde noch gewalttätiger, er provozierte Kriege wo eigentlich keine statt finden sollten und selbst Iona konnte ihn nicht zur Räson bringen. Bis Suna verfügte das man ihn einsperren sollte bis er wieder zur Vernunft gekommen wäre. Es war nicht leicht Aaron ein zu sperren, denn er war einer der stärksten Männer der Götterinsel, fünf Männer waren nötig. Er tobte wie ein Wahnsinniger, es war als habe er den Verstand verloren. Man musste ihn regelrecht in Ketten legen, wie einen räudigen Hund.

Wer noch litt waren Nara und Iron als auch ihre Kinder. Lazarus war wie ein Sturm in ihr Leben getreten und nun mehr oder weniger ebenso wieder daraus verschwunden.

Die Zeit verging, doch langsam aber sicher beruhigte sich alles wieder.

Black hätte eventuell ein wenig Licht in diese ganzen merkwürdigen Ereignisse bringen können, doch er schwieg. Bei Anrufungen an Aurian oder Lazarus blieb es still. Suna versuchte alles irgendwie zu regeln doch nichts klappte, man konnte die beiden eben nicht ersetzen. Es war unmöglich. Wenn auch Leon und Myrion sich darum kümmerten wenn man Aurian anrief, so war es dennoch nicht das selbe. Niemand hatte die Fähigkeiten die Aurian oder Lazarus zu eigen war.

So saßen Leon und Myrion eines Abend auf dem Plateau und sahen in den Himmel. „Ich bin nicht Lazarus, verdammt. Mir macht es nichts aus mit irgendwelchen Schlampen ins Bett zu steigen, doch ich bin nicht er. Die Frauen tun sich schwer mit mir ins Bett zu gehen, während sie ihm schon um den Hals fielen, wenn er nur den Raum betrat.“ Leon fluchte herum und Myrion sah ihn an: „Ich verstehe eh nicht wie du es schaffst mit irgendwem überhaupt ins Bett zu gehen. Ich vermisse sie und ich will keine andere.“ Während Myrion halt Aurians Pflichten erfüllte so gut er es konnte versuchte Leon das gleiche irgendwie für Lazarus zu tun, doch im Moment sah er Myrion an: „Und ich verstehe nicht wie du es schaffst ganz darauf zu verzichten. Ich liebe Aurian ebenso wie du, doch hat das eine doch nichts mit dem anderen zu tun. Die Liebe sitzt hier..“Damit legte er eine Hand auf sein Herz. „...aber das körperliche Bedürfnis ist etwas anderes, gerade du müsstest es doch inzwischen wissen. Aurian hat das absolut getrennt, ihr hat es nichts ausgemacht auch mit anderen das Bett zu teilen wenn es nötig war.“ Myrion nickte leicht. „Das stimmt schon, doch wie du selber sagst, wenn es nötig war, aber nicht aus eigenem Verlangen heraus. Wenn sie selber etwas wollte kam sie zu mir oder zu dir, doch wäre sie niemals zu einem anderen gegangen.“ Da konnte Leon nicht widersprechen, denn es stimmte was Myrion sagte.

Aurians Abwesenheit hatte die beiden noch mehr zusammen geschweißt. Beide spürten instinktiv das irgend etwas vor sich ging. So sah Myrion Leon an. „Kommt es dir nicht auch komisch vor? Suna übernimmt die Verwaltungsarbeit, Aaron rastet vollkommen aus, Black kann auf einmal mit uns reden oder vielmehr wir können ihn verstehen. Die Kristallhöhle wurde verschlossen und Aurian und Lazarus sind verschwunden. Hier ist doch irgend etwas im Busch, es ist als warte das Universum auf etwas.“ Leon nickte: „Du hast recht, am meisten wundert mich Aaron, er war zwar nie der sanftmütigste, was auch irgendwie logisch ist, denn er hat es täglich mit dem Tod zu tun oder mit Vergewaltigungen. Gewalt ist sein Geschäft, doch das er nun so ausrastet passt nicht zu ihm, denn bei aller Kälte war er doch immer sehr beherrscht. Er war ein Stratege, eiskalt und überlegt. Hier stimmt doch etwas nicht. Verdammt, wenn Aurian hier wäre könnte sie es uns sagen.“ Myrion sah ihn ruhig an: „Wenn Aurian hier wäre, würde er sich wohl erst gar nicht so gebärden, es ist als würde er durch ihre Abwesenheit....“ Nun begann Myrion nach zu denken. „...als würde er durch ihre Abwesenheit nicht mehr kontrolliert werden, als hätte sie ihn immer unter Kontrolle gehalten. Doch verstehe ich das nicht, er war doch lediglich ihr Lehrer in Kampftechniken gewesen. Oder hast du bemerkt das zwischen ihnen noch etwas anderes vor ging?“ Leon schüttelte den Kopf. „Nein..nicht das ich wüsste, er hat sich ihr nie genähert außer wenn es um Kriegsbelange ging. Im Gegenteil ich hatte eher das Gefühl als ginge er ihr sogar aus dem Weg. Ich nahm immer an das er ebenso getrieben wurde von dem Verlangen das alle Männer in ihrer Nähe hatten und das er ihr deswegen wenn es möglich war aus dem Weg ging um nicht über sie her zu fallen. Denn im Gegensatz zu einigen anderen Kerlen hier, hätte er keine Skrupel gehabt sie sich auch mit Gewalt zu nehmen, was er aber nie getan hat....oder doch?“ Leon sah Myrion fragend an. „Wie war es als du sie kennen gelernt hast?“ Myrion zuckte mit den Schultern. „Nun ja, ich habe mich Hals über Kopf in sie verliebt, natürlich wollte ich sie auch und in ihrer Nähe konnte ich kaum an was anderes denken als wie ich sie ins Bett bekommen könnte. Und am ersten Morgen, sah ich nur wie er sie im Arm hielt und sachte an sich drückte. Da nahm ich schon an, das er einer der Kerle gewesen war mit denen sie vor mir....“ Myrion lies sich das noch mal durch den Kopf gehen. „...doch vielleicht war er tatsächlich einer der Kerle die sie vor mir hatte, verdammt sie hat es zwar immer bestritten, doch so langsam könnte ich es mir vorstellen. Denn sind wir doch mal ehrlich, ich zumindest habe mich immer gewundert das ein normal sterblicher Kerl die Nacht mit ihr überhaupt überlebt hat. Wenn auch bislang eher aus der scherzhaften Perspektive, doch was ist wenn sie es nicht mit den sterblichen sondern....“ Leon vervollständigte den Satz. „ es mit Aaron getrieben hat. Dann wäre es auch logisch das er nun so ausrastet, er liebte sie, wenn auch anders als wir. Doch er hat sich ihr nie genähert, zumindest nicht das ich es wüsste.“ Myrion schüttelte den Kopf. „Nein, soweit ich weiß hat sie seit dem ich sie kenne nie mit ihm geschlafen. Und er hat sich ihr auch nie in dieser Weise genähert. Das wüsste ich.“ Suna trat während dessen näher, sie hatte die Unterhaltung der beiden Männer eine Weile verfolgt und reimte sich nun selber langsam einiges zusammen. „Entschuldigt wenn ich eure Unterhaltung störe, doch an euren Überlegungen könnte etwas dran sein. Denn Black erzählte mir in der Nacht als Aurian und Lazarus verschwanden, das Aaron ein Geheimnis hütet, das mit Aurian zusammen hängt. Und es nur drei Personen wussten, mit Ausnahmen von Aurian selber vielleicht, obwohl ich eher immer das Gefühl hatte auch sie wusste nichts davon. Und nun sind alle drei nicht mehr ansprechbar, Mystra und Andra sind unerreichbar und Aaron hat den Verstand verloren.“ Die beiden sahen Suna überrascht an, diese setzte sich nun zu ihnen. „Aurian hatte ein Geheimnis?“ Myrion sah sie fragend an und Suna nickte leicht. „Ja mir wurde es auch erst bewusst als sie verschwunden war, nun ja das heißt Black stubste mich mit der Nase darauf. Aurian war nicht die Herrin des Lichts, sie war das Licht selber und fragt mich jetzt nicht wie es sein konnte, denn diese Frage stelle ich mir selber seit jenem Abend. Doch Black sagte mir das sie ein Geheimnis umgab, wovon nur Mystra, Andra und Aaron gewusst haben. Und das nur Aaron hatte tun können was getan werden musste.“ Myrion sah von einem zum anderen. „Vielleicht müssen wir das Geheimnis nur aufdecken, vielleicht ist das ganze eine Prüfung. Und wenn wir es wissen kommt sie wieder.“ Leon und Suna sahen ihn sanft an. Sie wussten wie sehr Myrion Aurian geliebt hatte. Myrions Kiefer mahlten aufeinander, er war äußerst erregt über das was Suna ihnen da berichtete. „Und wenn ich es aus ihm heraus prügeln muss ich will es wissen. Wieso war sie das Licht und das obwohl sie körperlich war. Und wenn ihre Seele nicht Aurians war, wo ist dann deren Seele geblieben und seid wann hat das Licht eine Seele oder ist eine? Wenn er es weiß, prügle ich es aus ihm heraus, das könnt ihr mir glauben.“ Myrion ballte seine Hände zu Fäusten und sprang auf. Suna sah ihn ruhig an. „Ach ja hast du schon mal versucht aus einem Wahnsinnigen etwas heraus zu bekommen? Vor allem mit den Fäusten? Nein...das müssen wir anders anfangen, mit raus prügeln wird es nicht gehen.“ Leon stimmte ihr zu. „Myrion sie hat recht, wir müssen anders vorgehen. Er ist der einzige der es uns sagen kann und selbst wenn du ihn tot schlägst, wird es es auf diese Weise nicht sagen. Nein wir müssen versuchen zu ihm vor zu dringen. Irgendwo dort drin ist sein Verstand und den müssen wir erreichen und ich habe auch eine Idee wie wir ihn erreichen können.“ Myrion sah ein das die beiden recht hatten und setzte sich wieder, nun sah er Leon fragend an: „Dann sag uns wie, wenn du eine Idee hast.“ Nun begann Leon ihnen seinen Plan zu erläutern, Myrion als auch Suna nickten immer mal zustimmend und ihnen wurde klar das Leon hier wohl die beste Idee hatte um aus Aaron heraus zu bekommen, was sie wissen mussten. Black saß in der Nähe und dachte sich nur seinen Teil. Er würde abwarten, wie es immer gewesen war, doch die drei waren auf gutem Wege das Geheimnis zu lüften, ob es ihnen allerdings gefallen würde, das stand auf einem anderen Blatt. Kurze Zeit später begannen sie den Plan in die Tat um zu setzen. Mit Hilfe von Alrik dem Hüter des Schwertes holte man Aaron aus seinem Gefängnis. Zuvor hatte man ihn ruhig gestellt damit er sich nicht zu sehr wehren würde. Allerdings hatte man ihm eine Höhle hergerichtet in der er in seinen Tobsuchtsanfällen nicht viel kaputt machen konnte und man beließ ihn weiter hin in seinen Ketten, es war zu gefährlich ihn ohne sie fest zu halten. Alrik würde ihn bewachen. Es sprach sich schnell auf der Insel herum was los war und was man vor hatte. Jeder der Bewohner war bereit seinen Teil dazu zu tun, um heraus zu bekommen was damals wirklich geschehen war. Doch die Erkenntnis das Aurian nicht nur die Herrin sondern das Licht selber war, schlug ein wie eine Bombe. Iona war die erste die es aussprach. „Wenn sie das Licht war oder ist, dann ist sie mehr als unsterblich. Dann ist sie auch nicht tot. Denn das Licht kann man nicht töten, auch eine Supernova kann das nicht.“

Doch was alle sehr verwunderte war die Reaktion die Aaron zeigte als Iskander die Höhle betrat, denn er wollte auf ihn losgehen und schrie: „DU.... DU BIST SCHULD!!“ Iskander verstand nicht was er schuld sein sollte und sah alle fragend an. Dann lachte Aaron irre und brach zusammen. Iona sah Iskander sanft an. „Er weiß nicht was er redet, er ist wahnsinnig vergiss das nicht. Nimm es ihm nicht übel.“ In der kommenden Nacht quälten Iskander schreckliche Träume, doch wollte er sie mit niemandem teilen und vergrub sie so erst mal in sich. Doch Nacht für Nacht sollten diese Träume wieder kommen, wonach er jedes mal in Schweiß gebadet wach wurde.

Und auch Doran und Aileen quälten Träume, Aileen sah sich jede Nacht mit Doran im Bett liegen und er sich ebenso mit ihr. Während er diese Träume genoss, schrie Aileen jedes mal laut auf. Doch ging mit Doran auch eine Wandlung vor, er würde zwar nie sanftmütig und liebevoll werden, doch näherte er sich nun Aileen nicht mehr mit Gewalt sondern versuchte sie zu verstehen um sie eventuell so herum zu kriegen und seine Träume wahr werden zu lassen. Er wollte sie immer noch, auch wenn sie ihn erst mal ablehnte. Er war so von sich eingenommen das er sich dachte, er würde sie schon noch bekommen. Er hatte ja Zeit. Doch eins hatten beide gemeinsam, sie vermissten ihre Mutter und wollten ebenso wie ihre Väter wissen welches Geheimnis ihre Mutter umgab, das außer den drei niemand davon etwas gewusst hatte. Und so begannen sie zusammen zu arbeiten und würden sich dadurch eventuell näher kommen.

Abermals verging die Zeit und Aaron begann sich zu beruhigen. Sachte und langsam versuchte man seinen Verstand zu erreichen und hoffte das es irgendwann gelingen würde. Doch sollte es Aileen sein die zu ihm vordrang, denn als sie ihn einmal besuchte, sah er sie an. „Du bist wieder da, das ist gut.“ Ihm fiel es als erstem auf, das Aileen ihrer Mutter äußerlich sehr glich und so hielt er Aileen für Aurian. Als Leon es bemerkte wurde ihm klar wie sie nun an Aurians Geheimnis kommen könnten ohne Aaron zu sehr auf zu regen. Er würde einige Tests durchführen um Aarons Reaktionen zu sehen, denn ihm war klar das der nicht mal eben alles erzählen würde, man müsste ihn schon überlisten. Und so bereitete Leon mit dem Wissen von Myrion und Suna alles vor.

Würden sie nun erfahren was damals geschehen war?

Kapitel 37: Aurians Geheimnis, Teil 2


 

Aileen saß Aaron gegenüber, allerdings so weit weg das er sie nicht hätte berühren können. Die Ketten hielten ihn an seinem Platz. Hinter spanischen Wänden verborgen saßen Myrion, Leon und Suna und hofften das es Aileen gelingen würde, das Aaron auspacken würde und man nun erfuhr wieso das Licht zur Person geworden war. Myrion und Leon waren aber auf der Hut, sie wussten wie stark Aaron war und eventuell wäre es ihm möglich gewesen die Ketten doch zu zerbrechen und sich an Aileen zu vergehen oder sie gar zu töten. Doch Aaron saß auf seiner Pritsche und hatte den Blick auf den Boden gesenkt. Wie in der Nacht als Aurian und Lazarus verschwanden hob und senkte sich seine mächtige Brust. Dann hob er den Blick und sah Aileen an. Sein Blick schien klar zu sein. „Du bist nicht Aurian, was also willst du von mir?“ Aileen blickte ihn ebenso an. „Ich bin es... Aileen und ich habe ein Recht darauf zu erfahren was geschehen ist das meine Mutter zum Licht wurde. Bitte Aaron, ich muss es wissen.“ Aaron lachte auf einmal irre. „Du willst wissen was damals geschehen ist? Du willst wissen was mich nun in diesen Zustand brachte? Kind du weißt nicht was du verlangst. Frag Mystra oder Andra, sollen die es dir sagen.“ Er senkte wieder den Kopf, doch jetzt umspülte ihn die Erinnerung, an eine Zeit da er noch einigermaßen glücklich war. Er liebte Iona, sie war die einzige Frau die ihn wirklich interessierte. Er und Iona kümmerten sich um Aurian nach dem ihre Mutter gestorben war, zudem er ihr auch Kampfunterricht gab. Hier und da kamen auch mal Mystra oder Andra vorbei um nach ihr zu sehen. Es war alles soweit in Ordnung, das nahm er zumindest an. Bis zu dem Tag als Mystra ihn etwas fragte, Aurian betreffend.

Sie stand vor ihm: „Aaron sag mir mal eins, wie ist es dir möglich ihr Unterricht zu geben ohne von ihr angezogen zu werden, ohne den Wunsch zu haben sie zu besitzen.“ Aaron blickte zu Aurian, dann Mystra wieder an. „Nun ja, also so anziehend finde ich sie eigentlich gar nicht. Im Gegenteil ich habe das Gefühl sie lehnt jeden Mann ab. Sicher sie ist schön, ist rassig und hat einen gut gebauten Körper. Und doch ist etwas an ihr das einen Mann lieber an ihr vorbei gehen lässt als sie besitzen zu wollen. Ihr fehlt....“ Abermals sah er zu Aurian. „das weibliche, ihr fehlt das was einen Mann anspricht, Sinnlichkeit, Ausstrahlung, eben dieses gewisse Etwas. Es ist etwas eigenartiges mit ihr.“ Mystra nickte und fragte nicht mehr nach, doch nun untersuchte sie das ganze. An sich müsste sich jeder Mann nach der jungen Frau verzehren, jeder Mann müsste den Wunsch haben sie haben zu wollen. So war es vorbestimmt und doch lief hier etwas komplett falsch. Mystra dachte nach, das Licht hatte alle Komponenten zusammen gefügt, Dorians und Erics Verlangen, ebenso wie die von Ikarus. Dann Jasmins Güte und Herzenswärme. Sie verstand es nicht, bis zu dem Moment als sie sah was fehlte..... das Licht war fort. Das Licht hatte Aurian verlassen, sie war nur noch eine leere Hülle, zwar mit Aurians Seele aber das was wichtig war, war fort. Mystra kam dahinter das Aurian jeden Mann ablehnte, das sobald sich ihr mal einer näherte sie sofort abblockte. Das durfte nicht sein. Mystra war verzweifelt. Sie sprach mit Andra darüber und so machten sich die beiden auf, nach dem Licht zu suchen, heimlich und unbemerkt. Es sollte niemand wissen das Aurian nicht das war was sie sein sollte. Und nach einiger Zeit fanden sie das Licht, es hatte ihnen Hinweise hinterlassen. Und sie fanden es bei einer jungen Frau die im sterben lag. Die junge Frau hatte bereits reichlich Erfahrung mit Männern gemacht und selbst jetzt noch da sie im sterben lag, umspülte sie eine gewisse Sinnlichkeit. Sie war so stark das selbst Mystra sie spürte, während Andra schwer atmete. „Holla... also die Frau hat was“ murmelte er leise. Mystra sah ihn überrascht an, denn er war nicht leicht aus der Fassung zu bringen. Sie sah auf die schlafende junge Frau und dachte nach. „Ich glaube das ist die Seele die das Licht will. Sie wird sterben und mir scheint das soll sie nicht, das Licht will ihre Seele erhalten. Aber wie kann das sein, Aurian hat bereits eine Seele, es können doch nicht zwei Seelen in ihr wohnen.“ Andra sah sich die junge Frau an. „Schau nur sie sieht fast so aus wie Aurian, nur das ihr Körper von der Krankheit fast zerstört wurde. hm...Aurians gesunder Körper, mit den Genen die sie von ihren Vorfahren hat und die Seele als auch Persönlichkeit dieser Frau, Mystra das wäre es. Damit wäre sie perfekt.“ Mystra sah Andra an: „Scheinbar siehst du es nicht alleine so, denn nur das Licht hat sie bisher am Leben erhalten, deswegen hat es Aurian verlassen, es musste die perfekte Seele finden. Doch frage ich mich was mit Aurians Seele nicht in Ordnung ist, das hier eine zweite gebraucht wird.“ Andra sah seine Frau sanft an: „Liebste wer sind wir das wir die Entscheidung des Lichts in Frage stellen. Es will diese Seele und wir müssen nun nur dafür sorgen das sie sie bekommt.“ Mystra seuftzte leise und weckte die junge Frau auf. Als diese sie ansah, erklärte ihr Mystra wer sie waren, leichte Panik war in den Augen der jungen Frau zu sehen. Doch als sie hörte das sie leben könnte wenn sie es wollte, hörte sie ruhig zu. Dann schloss sie für einen Moment die Augen und als sie sie wieder öffnete stand Wissen in ihnen geschrieben. Sie nickte und hauchte leise: „Ich weiß, ich habe nun alles erfahren. Jasmins Geschichte, ebenso Aurians Zukunft als auch die Zukunft der Insel der Götter, als auch alles andere was geschehen muss und wird. Ich weiß wer ihr seid. Glück und Leid liegt auf dem Weg den ihr mir anbietet. Das Licht durchdringt meine Seele, bisher war es nur Besucher oder Gast, doch jetzt will es etwas anderes, es will lebendig werden, es will nicht mehr nur Zuschauer sein. Es will alles selber erfahren. Würde ich jetzt sterben würde das Universum mit mir sterben, denn ohne das Licht kann das Universum nicht existieren. Und ich bin das Licht.“ Dann schwebte eine helle Lichtkugel aussehend wie ein Stern aus der jungen Frau hinaus und der Körper tat seinen letzten Atemzug. Mystra nahm das Licht mit der Seele sanft in ihre Hände und sie verschwanden um bei Aurian die schlief wieder auf zu tauchen. Mystra bat Andra den Raum zu verlassen, da sie nicht wusste was geschehen würde. Dann lies sie die Seele los und das Licht schwebte auf Aurian zu und sank in sie hinein. Schlagartig öffnete Aurian ihre Augen und sah entsetzt aus. Dann sah man das sie wohl innerlich ein Zwiegespräch führte, dann nickte sie und sah Mystra an. „Ich bin das Licht und ich habe einen großen Fehler gemacht. Es saß die falsche Seele in diesem Körper. Ich weiß nicht wie es geschehen konnte doch die Seele die hier drin saß war nicht die einer Frau, sondern die eines Mannes, kein Wunder das so jede Annäherung eines Mannes abgeblockt wurde.“ Das nun gehörte musste Mystra erst mal verdauen. Wie konnte denn so etwas geschehen? Die Seele eines Mannes in dem Körper einer Frau. „Aber warum hat sie..oder er nie etwas gesagt? Ich meine dann wäre doch alles klar gewesen.“ Aurian erhob sich aus dem Bett und als Mystra sie nun ansah verschlug es selbst ihr die Sprache, denn nun hatte diese junge Frau eine Ausstrahlung das selbst sie es spürte. Reine pure Sinnlichkeit ging von ihr aus und Mystra dachte nur leise in Galgenhumor, gut das ich Andra vorher raus geschickt habe. Langsam schritt Aurian zu einem Spiegel und sah hinein. Dann lachte sie leise. Mystra sah sie verwundert an. „Was gibt es zu lachen, die Lage ist ernst.“ Aurian sah sie spitzbübisch an. „Nun der junge Mann meinte gerade, wenn er auch kein Interesse an Männern gehabt habe, doch mich würde er sofort nehmen wenn er könnte.“ Nun verstand Mystra und lachte leise mit, doch wurde sogleich wieder ernst als sie Aurians Gesicht sah und bemerkte das diese nickte. Aurian sah Mystra an. „Also wir haben einige Probleme, erstens muss dieser junge Mann in einen anderen Körper oder sterben, wobei wir den neuen Körper vorziehen würden. Zweitens muss mein Körper entjungfert werden bevor ich meinen zukünftigen Mann treffe, denn wäre ich noch eine Jungfrau wenn er mir begegnet, würde das die Zukunft ändern. Und drittens darf ich eigentlich nicht wissen was die Zukunft bringt weil das würde sie auch verändern weil ich dann möglicherweise anders handeln würde als ich es sonst tun würde.“ Mystra sah sie an: „Du kennst die Zukunft? Du weißt wer du bist und wer deine Löwen sein werden? Und auch was mit dem Universum geschieht? Und...“ Doch bevor Mystra weiter fragen konnte winkte Aurian ab. „Ja, ja und ja...doch werde ich es dir nicht sagen. Ich muss alles vergessen was ich weiß. Doch keine Sorge dafür wird das Licht sorgen. Allerdings haben wir noch ein Problem, ich brauche einen Kerl der mit mir schläft, der allerdings niemals sagen wird was er erfahren hat. Nämlich das er in diesem Moment wo er es mit mir tut, mit einem Zwitter schläft, zwar nicht körperlich aber geistig.“ Mystra sah zur Türe, wo sie wusste Andra wartete. Aurian folgte ihrem Blick. „Nein nicht er. Ich könnte ihn zwar dazu bringen, doch er ist dir absolut treu, wenn man mal bis auf das eine mal absieht wo er dich betrog um meinen zukünftigen Mann zu zeugen. Aber wie auch immer, er würde darunter sehr leiden und das wollen wir nicht. Nein es sollte ein Kerl sein der absolut skrupellos ist, dem es scheiß egal ist.“ Mystra nickte und dachte nach. „Was ist mit Aaron, er als der personifizierte Krieg ist skrupellos und er ist immer scharf auf jede Frau. Er hat keine Skrupel sich zu nehmen was er will.“ Aurian ging auf und ab und nickte dann. „Ja warum nicht, doch muss ich dir nun noch etwas sagen...der erste Mann der mit mir schläft wird ein Kind zeugen, eine seelenlose Hülle, in die die Seele gehen wird die meinen Körper noch bewohnt. Es wird wie du dir unschwer denken kannst ein Junge werden, ich weiß auch schon die richtige Mutter für ihn, die ihn austragen wird.“ Mystra starrte Aurian erstaunt an. „Das ist dir alles möglich?“ Abermals lachte Aurian. „Du vergisst ich bin das Licht und nichts ist mir unmöglich. Ich werde dir nicht sagen wie der Junge heißen wird, doch hat er zwei Wünsche geäußert, erstens hat er mir seinen Wunschnamen genannt und noch etwas das dich sicherlich nicht interessiert.“ Doch Mystra war zu neugierig, also fragte sie nach. Aurian sah sich ihr Spiegelbild an und deutete dann darauf. „Kannst du es dir nicht denken?“ Mystra brauchte eine Sekunde doch dann begriff sie. „Er will dich?“ Aurian nickte. „Nun, er weiß das ich einem anderen Mann gehören werde, was aber nicht heißt das er mich nicht für ein oder zweimal bekommen könnte. Ich versprach es ihm. Irgendwann wird er sich daran erinnern und auch daran das ich mein Wort gehalten habe.“ Dann sah sie Mystra durchdringend an. „Ihr werdet alle drei schweigen müssen. Niemand darf es je erfahren was hier vor sich gegangen ist. Würde man es erfahren würde man ganz anders mit mir umgehen. Am liebsten würde ich auch euch das Wissen wieder nehmen, doch wäre das nicht fair. Und auch mir dürft ihr es niemals sagen. Es wird der Tag kommen da ich es selbst heraus finde und dieser Tag wird einiges verändern. Er wird das Universum ins Chaos stürzen.“ Mystra versprach es und Aurian legte sich wieder zur Ruhe. „Kommt morgen zu mir und bringt Aaron mit. Er ist genau der Mann den ich brauche.“ Als Mystra das Haus mit Andra verließ erzählte sie ihm was sie erfahren hatte, und lies nichts aus. Doch als die beiden mit Aaron sprachen machten sie einen Fehler, denn sie erzählten auch ihm alles was sie erfahren hatten. Aaron sah die beiden an. „Ich soll ein Kind zeugen? Ich will kein Kind. Seid ihr von allen guten Geistern verlassen?“ Dann klärte Mystra ihn darüber auf das dieses Kind niemals von ihm Vaterpflichten fordern würde, da es von einer anderen Frau ausgetragen werden und auch einen anderen Vater nennen würde. Genaueres würde er von Aurian erfahren. Er grummelte leise, erklärte sich dann aber bereit. Aurian wie er sie kannte war zwar nicht das was er sich normalerweise mit ins Bett nehmen würde, aber wenn es nötig war würde er sie sich nehmen und wenn es sein müsste auch mit Gewalt. Mystra schmunzelte als sie ihn grummeln hörte.

Am nächsten Tag betraten sie Aurians Haus. Diese erwartete sie bereits im Schlafzimmer. Sie trug eine Corsage die ihr Dekoltee betonte ebenso wie einen kurzen aber engen Lederrock. Als die beiden Männer sie sahen verschlug es ihnen den Atem. Aaron sah sie nur an und dachte, das soll Aurian sein? Er konnte kaum noch atmen, es fiel ihm bereits schwer sich zu beherrschen, er wollte sie, vergessen war das in ihr auch noch die Seele eines Mannes saß, vergessen war das er ein Kind zeugen würde, wenn er mit ihr schlafen würde. Nur ein Gedanke beherrschte ihn. Er wollte sie. Mystra beobachtete ihn und schmunzelte als sie seine Reaktion sah. Sie ahnte was in ihm vor ging. Andra hingegen erfüllte der gleiche Wunsch wie Aaron doch sah er Mystra an und flüsterte nur schwer atmend. „Ich gehe besser bevor ich etwas tue was ich bereuen würde.“ Er drehte sich schnell um und verließ das Zimmer. Mystra folgte ihm. Und so standen sich Aurian und Aaron alleine gegenüber. Er atmete schwer, öffnete aber bereits sein Hemd und trat langsam auf sie zu. „Ich will nur eins wissen, wie ist sein Name?“ Aurian sah ihn aus ihren strahlend blauen Augen an. „Den sollte ich dir an sich nicht nennen.“ Aaron lies sein Hemd auf den Boden gleiten und Aurian sah an ihm entlang, er war muskulös, kraftvoll und sehr selbstbewusst. Sie spürte wie die männliche Seele protestierte. Aaron strahlte soviel Männlichkeit aus das die männliche Seele in Aurian Angst bekam. Doch Aurian hieß sie zu schweigen, da es nötig war wenn er diesen Körper verlassen und ein Mann werden wollte. Doch auch sie zitterte leicht, als Aaron langsam auf sie zu trat. „Nenne mir seinen Namen.“ Da war er auch schon heran und legte den Arm blitzschnell um sie und zog sie mit einem kraftvollen Ruck zu sich heran. In Aurians innerem tobte die männliche Seele und versuchte sich dagegen zu wehren. Aurian nickte dann leicht. „Sein Name ist Iskander. Er wird einmal ein sehr mutiger und starker Mann sein.“ Aaron sah auf sie herab und nickte leicht. „Du weißt das ich nicht gerade der sanfteste bin und doch willst du das ich es tue? Nicht das ich abgeneigt wäre, nein....ich will dich und jetzt könnte mich eh niemand mehr aufhalten mir zu nehmen was ich will.“ Aurian nickte leicht. „Ja das weiß ich. Doch du bist ehrenvoll und du wirst niemals verraten was heute hier geschehen wird. Niemals.“ Aarons Augen waren vor Erregung bereits schmal geworden, sein Atem ging schon schwer und doch beherrschte er sich noch. Doch als sie ihr Gesicht hob und ihm ihre blutroten Lippen entgegen hielt verließ ihn die Beherrschung und er küsste sie hart und fordernd. Als er sie das erste mal nahm versuchte er so vorsichtig wie möglich zu sein, doch spürte er ihre Leidenschaft ebenso wie ihre wilde Natur. Ja.....das war Aurian wie sie sein sollte. Als beide den Gipfel erreichten entstand dabei der kleine seelenlose Junge und Iskander verabschiedete sich von Aurian, überlies ihr aber den Teil seiner Seele, der die Erinnerungen an seine Kindheit enthielt, damit sie darauf zurück greifen konnte, wenn sie auch ihr Wissen einmal abgegeben hatte. Nun griff das Licht ein und sandte den kleinen Jungen dort hin wohin er sollte. Weit in die Vergangenheit auf eine andere Welt wo ihn seine neue Mutter empfing. Aaron und Aurian tobten sich aber nun aus, während vor der Türe Andra und Mystra warteten. Doch hatten die beiden nicht damit gerechnet das es so lange dauern würde, so saßen sie später im Wohnzimmer oder aßen etwas, während es im Schlafzimmer immer noch rund ging.

Als Aaron endlich erschöpft neben Aurian lag und sie im Arm hielt, grinste er sie an. „Mädel der Kerl der dich mal bekommt, kann sich glücklich schätzen, aber holla hast du ein Temperament. Allerdings verspreche ich dir eins, das war heute nicht das letzte mal das wir zusammen im Bett lagen. Ich will mehr von dir, auch wenn ich im Moment nicht mehr dazu in der Lage bin.“ Aurian sah ihn lächelnd an. „Meinetwegen, allerdings nur solange bis ich.....“ Dann sah sie ihn erstaunt an. “Hm..merkwürdig, ich dachte ich hätte mehr gewusst, na ja jedenfalls bis ich meinen zukünftigen Mann kennen lerne, dann ist damit Schluss, doch bis dahin können wir uns amüsieren.“ Aaron stützte sich auf seinen Unterarm und sah auf sie herab. „Du weißt den Namen nicht mehr?“ Aurian lachte leise und drückte sich an ihn. „Na kanntest du den Namen deiner Zukünftigen bevor du sie kennen gelernt hattest? Doch wohl nicht.“ Da wurde Aaron klar das sie bereits alles vergessen hatte. In der nächsten Zeit lernte er sie zu lieben, doch anders als er Iona liebte. Aurian war der Traum eines jeden Mannes und er war glücklich darüber das er sie, wenn auch nur für eine kurze Zeit, hatte sein nennen können.

Er sah auf und merkte erst jetzt das er sich alles von der Seele geredet hatte. Er seufzte leise und sah Aileen an. „Nun kennst du das Geheimnis deiner Mutter und meiner unglücklichen Liebe.“ Er deutete auf seine Ketten. „Ihr könnt mich los binden, ich bin wieder ich selber.“ Auch Aileen seufzte leise und nickte leicht. Dann trat Myrion zu den beiden, er sah Aaron sanft an. „Du hättest vielleicht mal eher was sagen sollen. Wenn du sie geliebt hast, ich hätte nichts dagegen gehabt das sie auch dir ein wenig ihrer Zuneigung geschenkt hätte. Sie hatte ein großes Herz.“ Er löste während er mit Aaron redete die Ketten, obwohl er immer noch auf der Hut war, doch schien es ihm als habe sich der Knoten bei Aaron gelöst. Und nun war auch klar was mit Aurian los gewesen war, sie besaß eine mit dem Licht verschmolzene Seele. Sie war das Licht. Und das Licht in seiner Ursprungsform gab es nicht mehr, Aurian und das Licht waren eins.