Kapitel 35: Das Ende der Zeit?

An einem Abend als Aurian mit
ihren beiden Männern auf dem Plateau bei einem Becher Wein saß
wollte sie gerade ihre Idee in die Tat umsetzen, als Väterchen
Zeit aufgeregt erschien. Er war dermaßen aufgeregt das er sogar
vergaß in seiner Gestalt als alter Mann auf zu treten sondern in
seiner jungen vor ihnen auftauchte. „Aurian, Aurian, es ist
schrecklich, wirklich schrecklich.....“ Aurian sprang auf und
sah ihn an. Gerade als sie ihn fragen wollte was denn so
schrecklich wäre, erschienen auch Iona und Aaron , wobei auch
Iona total aus dem Häuschen war. Und auch sie sprach von dem
Ende....wobei Aurian kein Wort verstand. Ebenso tauchten langsam
aber sicher alle Götter und Inkarnationen auf...und sogar die
böse Inkarnation, wobei die allerdings nur von Aurian und ihren
beiden Löwen erkannt wurde. Und zu gutem Schluss erschienen nun
auch Mystra und Andra, die beiden Ältesten. Mystra sah Aurian
an. „Es ist Zeit meine Liebe.“ Auch hier verstand Aurian nicht.
Sie die ansonsten immer alles oder eben fast alles wusste, stand
nun hier und verstand rein gar nichts. Mystra sah sich um, alle
waren da sogar die Helden des Schicksals und auch der Hüter des
Schwertes mit seiner Familie, doch einer fehlte....... Lazarus.
Ihn sah man nun langsam am Strand auf das Plateau zu schreiten.
Alle folgten Mystras Blick und dort ging er der Sohn des Lichts,
er erstrahlte in hellstem Licht, als würde es ihn umspülen.
Während er immer näher kam, öffnete er sein Hemd und lies es von
seinen Schultern gleiten, sein Körper wurde durchstrahlt von dem
Licht doch sah man nun seine kraftvolle Statur. Aurian sah ihm
ebenso entgegen wie alle anderen. In aller Eile erzählte Iona
nun das eine der Galaxien zum Tode verurteilt war, da sich eine
ihrer Sonnen in eine Supernova verwandeln würde, oder um es
deutlicher zu sagen, die Sonne würde explodieren und alle Welten
und Sterne in ihrer Umgebung mit sich reißen, alles würde unter
gehen, wenn Aurian nicht schnell etwas unternehmen würde. Wobei
Väterchen Zeit als auch die Schicksalsdame Ionas Erzählung immer
mal unterstützten und ihr sagten, das keiner von ihnen wüsste
was dort geschehen war, denn an sich hätte die Sonne noch einige
Millionen von Jahren scheinen müssen, doch irgendwas hatte es
ausgelöst das sie nun explodieren würde.
Nun mischte sich Mystra ein: „Aurian,
es wird Zeit für Andra und mich zu gehen. Wir werden Jasmin und
Dorian nun folgen. Es tut mir leid, dich nun zurück lassen zu
müssen, dich als auch unsere Kinder, doch die Zeichen sind da
und wir müssen ihnen folgen. Du hast es immer gewusst, nehme ich
an.“ Und auf einmal wusste Aurian was zu tun war, sie nickte
leicht. Sie kannte die Zukunft, sie wusste was geschehen würde
und doch sah sie Mystra nun schmerzlich an, doch nickte sie. „Ja
ich habe es gewusst, doch hatte ich gehofft das wir noch einige
Jahrhunderte Zeit haben würden. Das deutlichste Zeichen ist er.“
damit deutete sie auf Lazarus der immer noch langsam näher kam.
Sie sah zu ihrem Sohn. „Ich sollte dankbar sein das er
wenigstens die Liebe hat kennen lernen können, bevor....“ Sie
sprach nicht weiter, denn nun folgten Frage auf Frage von den
anderen und auch Myrion und Leon sahen sie fragend an. Sie
drehte sich zu ihren beiden Löwen um. „Sie haben recht, es ist
Zeit. Lazarus und ich haben etwas zu erledigen, das Licht hat
einen Auftrag und da ich seine Hüterin bin und Lazarus ein Teil
von mir ist, werden wir es zusammen erledigen müssen. Die
Explosion der Sonne muss aufgehalten werden.“ Sie sah Myrion und
Leon an. „Achtet mir auf alles solange ich weg bin.“ Die beiden
wollten gerade protestieren und ihr sagen das sie mit gehen
würden, doch legte sie ihre Finger auf deren Münder. „Nein, ihr
müsst hier solange auf alles achten. Benutzt meinen Stab und
auch Black wird euch weiter helfen können.“ Inzwischen hatte
auch sie begonnen zu leuchten und begann bereits ihre Kleidung
ab zu legen. „Nun werdet ihr alle einen Blick auf das wahre
Licht werfen können, vergesst mich nicht. Ich liebe euch alle.“
Fragen wurden gestellt wohin sie gehen würde und was ihre Worte
zu bedeuten hätten, das sie doch wieder kommen würde, was man
denn ohne sie machen sollte und noch vieles mehr. Doch sie
antwortete nur: „Lazarus und ich werden eine Galaxie retten
gehen.“ Inzwischen trat Lazarus näher und als er vor seiner
Mutter stand lächelte er sie an. „Erst jetzt wird mir bewusst
wie nahe wir uns wirklich standen, Mutter. Es ging weit über das
körperliche hinaus. Du bist die Herrin des Lichts und ich bin
dein Sohn.“ Lazarus stand inzwischen vollkommen nackt vor ihr,
so wie sie auch bereits ausgezogen war. Sie nickte und lächelte
ihn ebenfalls an. Dann zog Lazarus Aurian an sich und beide
schienen im Licht zu verschmelzen. Er beugte den Kopf und küsste
sie, während sich beide zu drehen begannen und sich langsam in
die Luft erhoben, die Umstehenden mussten ihre Augen bedecken
weil das Licht das nun erschien ihnen sonst die Augen geblendet
hätte. Dann wurde es schwächer, doch von den beiden war nichts
mehr zu erkennen, sie bestanden nur noch aus Licht und niemand
konnte sehen wo Lazarus aufhörte und Aurian begann, sie waren
nun eins. Lazarus hielt Aurian mit seinen Armen dermaßen
umfangen das man sie kaum noch sehen konnte. Leise hörte man ihn
sagen: „Myrion, Leon...ich werde auf sie aufpassen. Aber nur
ihres und mein Feuer sind in der Lage die Supernova zu
verhindern. Wir werden wieder kommen, wir wissen nur noch nicht
wann.“ Und dann... wie ein Komet am Himmel flogen sie davon und
in der Ferne verschwand das Licht und ließ die anderen zurück.
Myrion hatte ihnen nachgesehen und sachte flossen Tränen seine
Wangen herab, er hatte das Gefühl ihm würde es das Herz
zerreißen. Leon legte einen Arm um seine Schultern, er hatte
diesen starken Kerl noch nie weinen sehen und so ging es ihm
besonders an die Nieren. Was alle nicht bemerkt hatten war das
Mystra und Andra sich ebenfalls zurück gezogen hatten. In der
Kristallhöhle hatte sich eine neue Nische gebildet, doch war sie
anders als die anderen, denn Black vertrat den beiden den Weg
als sie ihre Bahren aufsuchen wollten um Jasmin, Eric und Dorian
zu folgen. Er sah sie an. „Ich habe eine Botschaft für euch. Ihr
werdet nicht zu Jasmins Insel gehen, sondern lediglich in einen
langen Schlaf fallen, denn es wird eine Zeit kommen da werdet
ihr noch gebraucht werden. Finstere Zeiten brechen nun an. Die
beiden Löwen müssen sich nun bewähren und ohne die Herrin
auskommen müssen.“ Andra sah auf den großen schwarzen Hund
herab, der den Helden als Berater diente. „Was wird geschehen?
Sollen wir nicht doch lieber bleiben und den beiden beistehen?“
Black schüttelte den Kopf. „Nein, so ist es vorher bestimmt, ihr
müsst nun ruhen. Die jungfräuliche Göttin wird nun solange
herrschen bis es wieder eine Herrin des Lichts geben wird.“ Als
Mystra endlich die Worte verstand weinte sie auf. Leise
schluchzte sie: „Aurian ist tot, sie und Lazarus gaben ihr Leben
um die Galaxie zu retten.“ Black bestätigte es nicht noch sprach
er dagegen. Andra legte seinen Arm um Mystra. „Dann ist es
wirklich besser wir erleben nicht mehr mit was nun geschieht.
Komm Liebste lass uns ruhen bis wir wieder gebraucht werden.“
Mystra weinte immer noch leise, doch nickte sie und folgte ihm.
So legten die beiden sich auf die für sie bestimmten Bahren und
würden dort die Zeit abwarten. Kaum lagen sie dort fielen sie in
einen tiefen Schlaf, während sich die Nische mit einer
durchsichtigen Wand schloss. Black murmelte leise: „Wenn ich
weinen könnte würde ich es ebenso tun. Es werden dunkle Zeiten
auf uns zu kommen. Aurian war das Licht, nicht nur seine Herrin,
doch denke ich das hat sie heute begriffen.“ dann trabte er
langsam wieder auf das Plateau um zu beobachten was nun
geschehen würde.
Myrion und Leon saßen etwas
abseits und Leon hatte immer noch einen Arm um Myrions Schultern
liegen und versuchte ihn zu trösten, obwohl auch er Trost
gebraucht hätte, denn er hatte eben so viel verloren. Aaron der
Krieg, stand etwas abseits und stützte sich mit beiden Händen
auf die Balustrade des Plateaus und sah in den Himmel als könne
er dort Aurian noch sehen. Black konnte sehen wie sich seine
mächtige Kriegsbrust hob und senkte und auf einmal wusste er
warum dieser Mann so litt. Auch Aaron hatte Aurian geliebt. Alle
anderen sprachen durcheinander und jeder war der Verzweiflung
nahe. Nur eine blieb bei allem kühl, jemand auf den man bisher
kaum geachtet hatte, da sie im Gegensatz zu allen anderen ihr
Dasein als Sternenbild gefristet hatte. Und das seit dem Tag als
sie begriffen hatte wozu sie geboren worden war. Sicher sie war
auch immer mal erschienen, wenn Feierlichkeiten an standen, oder
wenn sie einfach mal Lust hatte ihre Eltern zu besuchen. Aber
niemals hatte ein Mann sie berührt. Suna, „die Eine“. Sie
behielt einen klaren Kopf und begann nun alles zu ordnen, still
und leise. Sie hatte sich nicht darum gerissen doch sah sie das
sonst auch hier alles im Chaos versinken würde, wenn nicht einer
oder wie in ihrem Fall eine das Ruder ergreifen würde. Und sie
sah noch etwas, das Licht am Horizont, in den Gestalten von
Doran und Aileen. Wenn sie auch nicht die Lichtintensität ihrer
Mutter hatten, so trugen sie es dennoch in sich. Und ein Kind
aus deren Verbindung könnte eine neue Herrin hervorbringen.
Zumindest hoffte sie das, denn sie ahnte das Aurian wohl nie
zurück kehren würde und wenn doch, dann erst in langer Zeit.
„Ich ahne was du denkst.“ hörte sie neben sich und sah herab zu
dem Hund der neben ihr saß. „Doch selbst wenn sich Aileen
entschließen sollte Doran zu erhören, ist es fraglich ob daraus
wirklich eine neue Herrin entstehen wird. Denn das Licht ist
fort. Vergiss das nicht.“ Suna nickte. „Ich weiß. Doch ein
Versuch ist es wert, denn ich bin keine Herrin des Lichts.“
Black folgte ihrem Blick zu den beiden Teenagern. „Das war
Aurian auch nicht.“ Nun sah Suna Black erstaunt an. „Was?
Aber...aber...“ Black lachte sofern man das von einem Hund
behaupten konnte. „Du bist immer noch geblendet, du hast doch
selbst gesehen was geschehen ist, weißt du es immer noch nicht?“
Nun auf einmal wusste Suna was Black meinte. „Ich verstehe, sie
war nicht die Herrin des Lichts sondern das Licht selber, aber
wie konnte das geschehen, sie war doch körperlich und sie wurde
ganz normal gezeugt und geboren. Und noch was...wieso kann ich
dich verstehen? Müsstest du nicht normalerweise nur von der
Heldin verstanden werden?“ Black grinste, was eher wie das
blecken von Zähnen aussah. „Ein letztes Geschenk von Aurian
bevor sie ging, das Universum steht Kopf und sie hielt es für
nötig das bestimmte Leute mich verstehen sollten. Und wie das
geschehen konnte...“ Damit blickte er wieder zu Aaron. „Das kann
dir nun nur noch einer sagen, doch ob er es tun wird ist eine
andere Frage. Denn Aurians Geheimnis war nicht allen bekannt und
zwei von ihnen liegen nun im süßen Schlummer.“ Suna winkte ab:
„Das sie Nymphoman war, ist inzwischen wohl kein Geheimnis
mehr.“ Black grinste immer noch: „Das meine ich nicht, sondern
du hast mich gefragt wie es sein konnte das sie nicht nur die
Trägerin des Lichts war sondern das Licht selber, und das
Geheimnis kannten nur wenige. Und nun nur noch Aaron.“ Suna sah
auf Black herab. „Was ausgerechnet er? Er ist noch skrupelloser
als mein Vater in seiner Bestzeit.“ Black nickte. „Ja er und
eben weil er skrupellos ist. Er war in der Lage zu tun was getan
werden musste. Und Aaron hat das Geheimnis tief in sich
verborgen. Ich bezweifle das er es jemals lüften wird. Denn
Aaron ist zwar skrupellos und eiskalt, doch hat er gelernt was
Ehre bedeutet und die ist ihm sehr wichtig.“ Suna fragte sich
warum ihr Black das alles erzählte. Das Licht tat nie etwas ohne
Grund also musste es auch einen Grund geben das sie nun etwas
erfuhr das wohl scheinbar außer Mystra und Andra nur noch Aaron
wusste, nämlich das Aurian ein Geheimnis umgab das weit aus
tiefer ging als das was bekannt war.
Würde es jemals gelüftet werden?
Und was war mit Aurian und Lazarus geschehen? Suna dachte über
alles nach, während auch sie in den Sternenhimmel sah.

Kapitel 36: Aurians Geheimnis,
Teil 1

In den nächsten Stunden wartete
man darauf das die Inkarnationen Entwarnung gaben, was dann auch
erfolgte. Die Galaxie war gerettet, Lazarus und Aurian hatten es
geschafft, aber um welchen Preis. Myrion und Leon warteten
darauf das die beiden wieder kommen würden, doch dann trat die
Schicksalsdame zu ihnen und legte beiden eine Hand auf die
Schulter. „Es tut mir leid, aber nicht einer von uns kann ihre
Anwesenheit spüren, es ist als wären sie nicht mehr da.“ Black
hatte die beiden informiert das Mystra und Andra sich zur Ruhe
gelegt hatten, doch als Suna nachsehen wollte stand sie vor
einer Wand, dort wo man zuvor noch die Kristallhöhle betreten
konnte, hatte sich eine geschlossene Wand gebildet. Die
Kristallhöhle war verschlossen, das war bisher noch nie
geschehen, soweit man wusste. Es war zum verzweifeln, Mystra und
Andra waren nicht mehr erreichbar, Aurian und Lazarus
verschollen oder sogar tot. Die Insel der Götter war vom Licht
verlassen worden. Suna dachte immer wieder angestrengt darüber
nach wieso, wie konnte es sein das das Licht sie im Stich ließ.
Allgemein nahm man es ruhig hin
das Suna sich nun um die Ordnung kümmerte. Am meisten hatte es
Myrion getroffen. Doch klammerte er sich an die Hoffnung, das er
seine Liebste wieder sehen würde. Er klammerte sich an Lazarus
letzte Worte, das sie wieder kommen würden. Leon war da anders,
obwohl auch er die Hoffnung nicht aufgab, so nahm er doch
irgendwann sein altes Leben wieder auf. Aaron hingegen machte
eine Veränderung durch, niemand konnte sich erklären, wieso er
sich so veränderte. Er wurde noch gewalttätiger, er provozierte
Kriege wo eigentlich keine statt finden sollten und selbst Iona
konnte ihn nicht zur Räson bringen. Bis Suna verfügte das man
ihn einsperren sollte bis er wieder zur Vernunft gekommen wäre.
Es war nicht leicht Aaron ein zu sperren, denn er war einer der
stärksten Männer der Götterinsel, fünf Männer waren nötig. Er
tobte wie ein Wahnsinniger, es war als habe er den Verstand
verloren. Man musste ihn regelrecht in Ketten legen, wie einen
räudigen Hund.
Wer noch litt waren Nara und Iron
als auch ihre Kinder. Lazarus war wie ein Sturm in ihr Leben
getreten und nun mehr oder weniger ebenso wieder daraus
verschwunden.
Die Zeit verging, doch langsam
aber sicher beruhigte sich alles wieder.
Black hätte eventuell ein wenig
Licht in diese ganzen merkwürdigen Ereignisse bringen können,
doch er schwieg. Bei Anrufungen an Aurian oder Lazarus blieb es
still. Suna versuchte alles irgendwie zu regeln doch nichts
klappte, man konnte die beiden eben nicht ersetzen. Es war
unmöglich. Wenn auch Leon und Myrion sich darum kümmerten wenn
man Aurian anrief, so war es dennoch nicht das selbe. Niemand
hatte die Fähigkeiten die Aurian oder Lazarus zu eigen war.
So saßen Leon und Myrion eines
Abend auf dem Plateau und sahen in den Himmel. „Ich bin nicht
Lazarus, verdammt. Mir macht es nichts aus mit irgendwelchen
Schlampen ins Bett zu steigen, doch ich bin nicht er. Die Frauen
tun sich schwer mit mir ins Bett zu gehen, während sie ihm schon
um den Hals fielen, wenn er nur den Raum betrat.“ Leon fluchte
herum und Myrion sah ihn an: „Ich verstehe eh nicht wie du es
schaffst mit irgendwem überhaupt ins Bett zu gehen. Ich vermisse
sie und ich will keine andere.“ Während Myrion halt Aurians
Pflichten erfüllte so gut er es konnte versuchte Leon das
gleiche irgendwie für Lazarus zu tun, doch im Moment sah er
Myrion an: „Und ich verstehe nicht wie du es schaffst ganz
darauf zu verzichten. Ich liebe Aurian ebenso wie du, doch hat
das eine doch nichts mit dem anderen zu tun. Die Liebe sitzt
hier..“Damit legte er eine Hand auf sein Herz. „...aber das
körperliche Bedürfnis ist etwas anderes, gerade du müsstest es
doch inzwischen wissen. Aurian hat das absolut getrennt, ihr hat
es nichts ausgemacht auch mit anderen das Bett zu teilen wenn es
nötig war.“ Myrion nickte leicht. „Das stimmt schon, doch wie du
selber sagst, wenn es nötig war, aber nicht aus eigenem
Verlangen heraus. Wenn sie selber etwas wollte kam sie zu mir
oder zu dir, doch wäre sie niemals zu einem anderen gegangen.“
Da konnte Leon nicht widersprechen, denn es stimmte was Myrion
sagte.
Aurians Abwesenheit hatte die
beiden noch mehr zusammen geschweißt. Beide spürten instinktiv
das irgend etwas vor sich ging. So sah Myrion Leon an. „Kommt es
dir nicht auch komisch vor? Suna übernimmt die
Verwaltungsarbeit, Aaron rastet vollkommen aus, Black kann auf
einmal mit uns reden oder vielmehr wir können ihn verstehen. Die
Kristallhöhle wurde verschlossen und Aurian und Lazarus sind
verschwunden. Hier ist doch irgend etwas im Busch, es ist als
warte das Universum auf etwas.“ Leon nickte: „Du hast recht, am
meisten wundert mich Aaron, er war zwar nie der sanftmütigste,
was auch irgendwie logisch ist, denn er hat es täglich mit dem
Tod zu tun oder mit Vergewaltigungen. Gewalt ist sein Geschäft,
doch das er nun so ausrastet passt nicht zu ihm, denn bei aller
Kälte war er doch immer sehr beherrscht. Er war ein Stratege,
eiskalt und überlegt. Hier stimmt doch etwas nicht. Verdammt,
wenn Aurian hier wäre könnte sie es uns sagen.“ Myrion sah ihn
ruhig an: „Wenn Aurian hier wäre, würde er sich wohl erst gar
nicht so gebärden, es ist als würde er durch ihre
Abwesenheit....“ Nun begann Myrion nach zu denken. „...als würde
er durch ihre Abwesenheit nicht mehr kontrolliert werden, als
hätte sie ihn immer unter Kontrolle gehalten. Doch verstehe ich
das nicht, er war doch lediglich ihr Lehrer in Kampftechniken
gewesen. Oder hast du bemerkt das zwischen ihnen noch etwas
anderes vor ging?“ Leon schüttelte den Kopf. „Nein..nicht das
ich wüsste, er hat sich ihr nie genähert außer wenn es um
Kriegsbelange ging. Im Gegenteil ich hatte eher das Gefühl als
ginge er ihr sogar aus dem Weg. Ich nahm immer an das er ebenso
getrieben wurde von dem Verlangen das alle Männer in ihrer Nähe
hatten und das er ihr deswegen wenn es möglich war aus dem Weg
ging um nicht über sie her zu fallen. Denn im Gegensatz zu
einigen anderen Kerlen hier, hätte er keine Skrupel gehabt sie
sich auch mit Gewalt zu nehmen, was er aber nie getan
hat....oder doch?“ Leon sah Myrion fragend an. „Wie war es als
du sie kennen gelernt hast?“ Myrion zuckte mit den Schultern.
„Nun ja, ich habe mich Hals über Kopf in sie verliebt, natürlich
wollte ich sie auch und in ihrer Nähe konnte ich kaum an was
anderes denken als wie ich sie ins Bett bekommen könnte. Und am
ersten Morgen, sah ich nur wie er sie im Arm hielt und sachte an
sich drückte. Da nahm ich schon an, das er einer der Kerle
gewesen war mit denen sie vor mir....“ Myrion lies sich das noch
mal durch den Kopf gehen. „...doch vielleicht war er tatsächlich
einer der Kerle die sie vor mir hatte, verdammt sie hat es zwar
immer bestritten, doch so langsam könnte ich es mir vorstellen.
Denn sind wir doch mal ehrlich, ich zumindest habe mich immer
gewundert das ein normal sterblicher Kerl die Nacht mit ihr
überhaupt überlebt hat. Wenn auch bislang eher aus der
scherzhaften Perspektive, doch was ist wenn sie es nicht mit den
sterblichen sondern....“ Leon vervollständigte den Satz. „ es
mit Aaron getrieben hat. Dann wäre es auch logisch das er nun so
ausrastet, er liebte sie, wenn auch anders als wir. Doch er hat
sich ihr nie genähert, zumindest nicht das ich es wüsste.“
Myrion schüttelte den Kopf. „Nein, soweit ich weiß hat sie seit
dem ich sie kenne nie mit ihm geschlafen. Und er hat sich ihr
auch nie in dieser Weise genähert. Das wüsste ich.“ Suna trat
während dessen näher, sie hatte die Unterhaltung der beiden
Männer eine Weile verfolgt und reimte sich nun selber langsam
einiges zusammen. „Entschuldigt wenn ich eure Unterhaltung
störe, doch an euren Überlegungen könnte etwas dran sein. Denn
Black erzählte mir in der Nacht als Aurian und Lazarus
verschwanden, das Aaron ein Geheimnis hütet, das mit Aurian
zusammen hängt. Und es nur drei Personen wussten, mit Ausnahmen
von Aurian selber vielleicht, obwohl ich eher immer das Gefühl
hatte auch sie wusste nichts davon. Und nun sind alle drei nicht
mehr ansprechbar, Mystra und Andra sind unerreichbar und Aaron
hat den Verstand verloren.“ Die beiden sahen Suna überrascht an,
diese setzte sich nun zu ihnen. „Aurian hatte ein Geheimnis?“
Myrion sah sie fragend an und Suna nickte leicht. „Ja mir wurde
es auch erst bewusst als sie verschwunden war, nun ja das heißt
Black stubste mich mit der Nase darauf. Aurian war nicht die
Herrin des Lichts, sie war das Licht selber und fragt mich jetzt
nicht wie es sein konnte, denn diese Frage stelle ich mir selber
seit jenem Abend. Doch Black sagte mir das sie ein Geheimnis
umgab, wovon nur Mystra, Andra und Aaron gewusst haben. Und das
nur Aaron hatte tun können was getan werden musste.“ Myrion sah
von einem zum anderen. „Vielleicht müssen wir das Geheimnis nur
aufdecken, vielleicht ist das ganze eine Prüfung. Und wenn wir
es wissen kommt sie wieder.“ Leon und Suna sahen ihn sanft an.
Sie wussten wie sehr Myrion Aurian geliebt hatte. Myrions Kiefer
mahlten aufeinander, er war äußerst erregt über das was Suna
ihnen da berichtete. „Und wenn ich es aus ihm heraus prügeln
muss ich will es wissen. Wieso war sie das Licht und das obwohl
sie körperlich war. Und wenn ihre Seele nicht Aurians war, wo
ist dann deren Seele geblieben und seid wann hat das Licht eine
Seele oder ist eine? Wenn er es weiß, prügle ich es aus ihm
heraus, das könnt ihr mir glauben.“ Myrion ballte seine Hände zu
Fäusten und sprang auf. Suna sah ihn ruhig an. „Ach ja hast du
schon mal versucht aus einem Wahnsinnigen etwas heraus zu
bekommen? Vor allem mit den Fäusten? Nein...das müssen wir
anders anfangen, mit raus prügeln wird es nicht gehen.“ Leon
stimmte ihr zu. „Myrion sie hat recht, wir müssen anders
vorgehen. Er ist der einzige der es uns sagen kann und selbst
wenn du ihn tot schlägst, wird es es auf diese Weise nicht
sagen. Nein wir müssen versuchen zu ihm vor zu dringen. Irgendwo
dort drin ist sein Verstand und den müssen wir erreichen und ich
habe auch eine Idee wie wir ihn erreichen können.“ Myrion sah
ein das die beiden recht hatten und setzte sich wieder, nun sah
er Leon fragend an: „Dann sag uns wie, wenn du eine Idee hast.“
Nun begann Leon ihnen seinen Plan zu erläutern, Myrion als auch
Suna nickten immer mal zustimmend und ihnen wurde klar das Leon
hier wohl die beste Idee hatte um aus Aaron heraus zu bekommen,
was sie wissen mussten. Black saß in der Nähe und dachte sich
nur seinen Teil. Er würde abwarten, wie es immer gewesen war,
doch die drei waren auf gutem Wege das Geheimnis zu lüften, ob
es ihnen allerdings gefallen würde, das stand auf einem anderen
Blatt. Kurze Zeit später begannen sie den Plan in die Tat um zu
setzen. Mit Hilfe von Alrik dem Hüter des Schwertes holte man
Aaron aus seinem Gefängnis. Zuvor hatte man ihn ruhig gestellt
damit er sich nicht zu sehr wehren würde. Allerdings hatte man
ihm eine Höhle hergerichtet in der er in seinen
Tobsuchtsanfällen nicht viel kaputt machen konnte und man beließ
ihn weiter hin in seinen Ketten, es war zu gefährlich ihn ohne
sie fest zu halten. Alrik würde ihn bewachen. Es sprach sich
schnell auf der Insel herum was los war und was man vor hatte.
Jeder der Bewohner war bereit seinen Teil dazu zu tun, um heraus
zu bekommen was damals wirklich geschehen war. Doch die
Erkenntnis das Aurian nicht nur die Herrin sondern das Licht
selber war, schlug ein wie eine Bombe. Iona war die erste die es
aussprach. „Wenn sie das Licht war oder ist, dann ist sie mehr
als unsterblich. Dann ist sie auch nicht tot. Denn das Licht
kann man nicht töten, auch eine Supernova kann das nicht.“
Doch was alle sehr verwunderte
war die Reaktion die Aaron zeigte als Iskander die Höhle betrat,
denn er wollte auf ihn losgehen und schrie: „DU.... DU BIST
SCHULD!!“ Iskander verstand nicht was er schuld sein sollte und
sah alle fragend an. Dann lachte Aaron irre und brach zusammen.
Iona sah Iskander sanft an. „Er weiß nicht was er redet, er ist
wahnsinnig vergiss das nicht. Nimm es ihm nicht übel.“ In der
kommenden Nacht quälten Iskander schreckliche Träume, doch
wollte er sie mit niemandem teilen und vergrub sie so erst mal
in sich. Doch Nacht für Nacht sollten diese Träume wieder
kommen, wonach er jedes mal in Schweiß gebadet wach wurde.
Und auch Doran und Aileen quälten
Träume, Aileen sah sich jede Nacht mit Doran im Bett liegen und
er sich ebenso mit ihr. Während er diese Träume genoss, schrie
Aileen jedes mal laut auf. Doch ging mit Doran auch eine
Wandlung vor, er würde zwar nie sanftmütig und liebevoll werden,
doch näherte er sich nun Aileen nicht mehr mit Gewalt sondern
versuchte sie zu verstehen um sie eventuell so herum zu kriegen
und seine Träume wahr werden zu lassen. Er wollte sie immer
noch, auch wenn sie ihn erst mal ablehnte. Er war so von sich
eingenommen das er sich dachte, er würde sie schon noch
bekommen. Er hatte ja Zeit. Doch eins hatten beide gemeinsam,
sie vermissten ihre Mutter und wollten ebenso wie ihre Väter
wissen welches Geheimnis ihre Mutter umgab, das außer den drei
niemand davon etwas gewusst hatte. Und so begannen sie zusammen
zu arbeiten und würden sich dadurch eventuell näher kommen.
Abermals verging die Zeit und
Aaron begann sich zu beruhigen. Sachte und langsam versuchte man
seinen Verstand zu erreichen und hoffte das es irgendwann
gelingen würde. Doch sollte es Aileen sein die zu ihm vordrang,
denn als sie ihn einmal besuchte, sah er sie an. „Du bist wieder
da, das ist gut.“ Ihm fiel es als erstem auf, das Aileen ihrer
Mutter äußerlich sehr glich und so hielt er Aileen für Aurian.
Als Leon es bemerkte wurde ihm klar wie sie nun an Aurians
Geheimnis kommen könnten ohne Aaron zu sehr auf zu regen. Er
würde einige Tests durchführen um Aarons Reaktionen zu sehen,
denn ihm war klar das der nicht mal eben alles erzählen würde,
man müsste ihn schon überlisten. Und so bereitete Leon mit dem
Wissen von Myrion und Suna alles vor.
Würden sie nun erfahren was
damals geschehen war?

Kapitel 37: Aurians Geheimnis,
Teil 2

Aileen saß Aaron gegenüber,
allerdings so weit weg das er sie nicht hätte berühren können.
Die Ketten hielten ihn an seinem Platz. Hinter spanischen Wänden
verborgen saßen Myrion, Leon und Suna und hofften das es Aileen
gelingen würde, das Aaron auspacken würde und man nun erfuhr
wieso das Licht zur Person geworden war. Myrion und Leon waren
aber auf der Hut, sie wussten wie stark Aaron war und eventuell
wäre es ihm möglich gewesen die Ketten doch zu zerbrechen und
sich an Aileen zu vergehen oder sie gar zu töten. Doch Aaron saß
auf seiner Pritsche und hatte den Blick auf den Boden gesenkt.
Wie in der Nacht als Aurian und Lazarus verschwanden hob und
senkte sich seine mächtige Brust. Dann hob er den Blick und sah
Aileen an. Sein Blick schien klar zu sein. „Du bist nicht Aurian,
was also willst du von mir?“ Aileen blickte ihn ebenso an. „Ich
bin es... Aileen und ich habe ein Recht darauf zu erfahren was
geschehen ist das meine Mutter zum Licht wurde. Bitte Aaron, ich
muss es wissen.“ Aaron lachte auf einmal irre. „Du willst wissen
was damals geschehen ist? Du willst wissen was mich nun in
diesen Zustand brachte? Kind du weißt nicht was du verlangst.
Frag Mystra oder Andra, sollen die es dir sagen.“ Er senkte
wieder den Kopf, doch jetzt umspülte ihn die Erinnerung, an eine
Zeit da er noch einigermaßen glücklich war. Er liebte Iona, sie
war die einzige Frau die ihn wirklich interessierte. Er und Iona
kümmerten sich um Aurian nach dem ihre Mutter gestorben war,
zudem er ihr auch Kampfunterricht gab. Hier und da kamen auch
mal Mystra oder Andra vorbei um nach ihr zu sehen. Es war alles
soweit in Ordnung, das nahm er zumindest an. Bis zu dem Tag als
Mystra ihn etwas fragte, Aurian betreffend.
Sie stand vor ihm: „Aaron sag mir
mal eins, wie ist es dir möglich ihr Unterricht zu geben ohne
von ihr angezogen zu werden, ohne den Wunsch zu haben sie zu
besitzen.“ Aaron blickte zu Aurian, dann Mystra wieder an. „Nun
ja, also so anziehend finde ich sie eigentlich gar nicht. Im
Gegenteil ich habe das Gefühl sie lehnt jeden Mann ab. Sicher
sie ist schön, ist rassig und hat einen gut gebauten Körper. Und
doch ist etwas an ihr das einen Mann lieber an ihr vorbei gehen
lässt als sie besitzen zu wollen. Ihr fehlt....“ Abermals sah er
zu Aurian. „das weibliche, ihr fehlt das was einen Mann
anspricht, Sinnlichkeit, Ausstrahlung, eben dieses gewisse
Etwas. Es ist etwas eigenartiges mit ihr.“ Mystra nickte und
fragte nicht mehr nach, doch nun untersuchte sie das ganze. An
sich müsste sich jeder Mann nach der jungen Frau verzehren,
jeder Mann müsste den Wunsch haben sie haben zu wollen. So war
es vorbestimmt und doch lief hier etwas komplett falsch. Mystra
dachte nach, das Licht hatte alle Komponenten zusammen gefügt,
Dorians und Erics Verlangen, ebenso wie die von Ikarus. Dann
Jasmins Güte und Herzenswärme. Sie verstand es nicht, bis zu dem
Moment als sie sah was fehlte..... das Licht war fort. Das Licht
hatte Aurian verlassen, sie war nur noch eine leere Hülle, zwar
mit Aurians Seele aber das was wichtig war, war fort. Mystra kam
dahinter das Aurian jeden Mann ablehnte, das sobald sich ihr mal
einer näherte sie sofort abblockte. Das durfte nicht sein.
Mystra war verzweifelt. Sie sprach mit Andra darüber und so
machten sich die beiden auf, nach dem Licht zu suchen, heimlich
und unbemerkt. Es sollte niemand wissen das Aurian nicht das war
was sie sein sollte. Und nach einiger Zeit fanden sie das Licht,
es hatte ihnen Hinweise hinterlassen. Und sie fanden es bei
einer jungen Frau die im sterben lag. Die junge Frau hatte
bereits reichlich Erfahrung mit Männern gemacht und selbst jetzt
noch da sie im sterben lag, umspülte sie eine gewisse
Sinnlichkeit. Sie war so stark das selbst Mystra sie spürte,
während Andra schwer atmete. „Holla... also die Frau hat was“
murmelte er leise. Mystra sah ihn überrascht an, denn er war
nicht leicht aus der Fassung zu bringen. Sie sah auf die
schlafende junge Frau und dachte nach. „Ich glaube das ist die
Seele die das Licht will. Sie wird sterben und mir scheint das
soll sie nicht, das Licht will ihre Seele erhalten. Aber wie
kann das sein, Aurian hat bereits eine Seele, es können doch
nicht zwei Seelen in ihr wohnen.“ Andra sah sich die junge Frau
an. „Schau nur sie sieht fast so aus wie Aurian, nur das ihr
Körper von der Krankheit fast zerstört wurde. hm...Aurians
gesunder Körper, mit den Genen die sie von ihren Vorfahren hat
und die Seele als auch Persönlichkeit dieser Frau, Mystra das
wäre es. Damit wäre sie perfekt.“ Mystra sah Andra an:
„Scheinbar siehst du es nicht alleine so, denn nur das Licht hat
sie bisher am Leben erhalten, deswegen hat es Aurian verlassen,
es musste die perfekte Seele finden. Doch frage ich mich was mit
Aurians Seele nicht in Ordnung ist, das hier eine zweite
gebraucht wird.“ Andra sah seine Frau sanft an: „Liebste wer
sind wir das wir die Entscheidung des Lichts in Frage stellen.
Es will diese Seele und wir müssen nun nur dafür sorgen das sie
sie bekommt.“ Mystra seuftzte leise und weckte die junge Frau
auf. Als diese sie ansah, erklärte ihr Mystra wer sie waren,
leichte Panik war in den Augen der jungen Frau zu sehen. Doch
als sie hörte das sie leben könnte wenn sie es wollte, hörte sie
ruhig zu. Dann schloss sie für einen Moment die Augen und als
sie sie wieder öffnete stand Wissen in ihnen geschrieben. Sie
nickte und hauchte leise: „Ich weiß, ich habe nun alles
erfahren. Jasmins Geschichte, ebenso Aurians Zukunft als auch
die Zukunft der Insel der Götter, als auch alles andere was
geschehen muss und wird. Ich weiß wer ihr seid. Glück und Leid
liegt auf dem Weg den ihr mir anbietet. Das Licht durchdringt
meine Seele, bisher war es nur Besucher oder Gast, doch jetzt
will es etwas anderes, es will lebendig werden, es will nicht
mehr nur Zuschauer sein. Es will alles selber erfahren. Würde
ich jetzt sterben würde das Universum mit mir sterben, denn ohne
das Licht kann das Universum nicht existieren. Und ich bin das
Licht.“ Dann schwebte eine helle Lichtkugel aussehend wie ein
Stern aus der jungen Frau hinaus und der Körper tat seinen
letzten Atemzug. Mystra nahm das Licht mit der Seele sanft in
ihre Hände und sie verschwanden um bei Aurian die schlief wieder
auf zu tauchen. Mystra bat Andra den Raum zu verlassen, da sie
nicht wusste was geschehen würde. Dann lies sie die Seele los
und das Licht schwebte auf Aurian zu und sank in sie hinein.
Schlagartig öffnete Aurian ihre Augen und sah entsetzt aus. Dann
sah man das sie wohl innerlich ein Zwiegespräch führte, dann
nickte sie und sah Mystra an. „Ich bin das Licht und ich habe
einen großen Fehler gemacht. Es saß die falsche Seele in diesem
Körper. Ich weiß nicht wie es geschehen konnte doch die Seele
die hier drin saß war nicht die einer Frau, sondern die eines
Mannes, kein Wunder das so jede Annäherung eines Mannes
abgeblockt wurde.“ Das nun gehörte musste Mystra erst mal
verdauen. Wie konnte denn so etwas geschehen? Die Seele eines
Mannes in dem Körper einer Frau. „Aber warum hat sie..oder er
nie etwas gesagt? Ich meine dann wäre doch alles klar gewesen.“
Aurian erhob sich aus dem Bett und als Mystra sie nun ansah
verschlug es selbst ihr die Sprache, denn nun hatte diese junge
Frau eine Ausstrahlung das selbst sie es spürte. Reine pure
Sinnlichkeit ging von ihr aus und Mystra dachte nur leise in
Galgenhumor, gut das ich Andra vorher raus geschickt habe.
Langsam schritt Aurian zu einem Spiegel und sah hinein. Dann
lachte sie leise. Mystra sah sie verwundert an. „Was gibt es zu
lachen, die Lage ist ernst.“ Aurian sah sie spitzbübisch an.
„Nun der junge Mann meinte gerade, wenn er auch kein Interesse
an Männern gehabt habe, doch mich würde er sofort nehmen wenn er
könnte.“ Nun verstand Mystra und lachte leise mit, doch wurde
sogleich wieder ernst als sie Aurians Gesicht sah und bemerkte
das diese nickte. Aurian sah Mystra an. „Also wir haben einige
Probleme, erstens muss dieser junge Mann in einen anderen Körper
oder sterben, wobei wir den neuen Körper vorziehen würden.
Zweitens muss mein Körper entjungfert werden bevor ich meinen
zukünftigen Mann treffe, denn wäre ich noch eine Jungfrau wenn
er mir begegnet, würde das die Zukunft ändern. Und drittens darf
ich eigentlich nicht wissen was die Zukunft bringt weil das
würde sie auch verändern weil ich dann möglicherweise anders
handeln würde als ich es sonst tun würde.“ Mystra sah sie an:
„Du kennst die Zukunft? Du weißt wer du bist und wer deine Löwen
sein werden? Und auch was mit dem Universum geschieht? Und...“
Doch bevor Mystra weiter fragen konnte winkte Aurian ab. „Ja, ja
und ja...doch werde ich es dir nicht sagen. Ich muss alles
vergessen was ich weiß. Doch keine Sorge dafür wird das Licht
sorgen. Allerdings haben wir noch ein Problem, ich brauche einen
Kerl der mit mir schläft, der allerdings niemals sagen wird was
er erfahren hat. Nämlich das er in diesem Moment wo er es mit
mir tut, mit einem Zwitter schläft, zwar nicht körperlich aber
geistig.“ Mystra sah zur Türe, wo sie wusste Andra wartete.
Aurian folgte ihrem Blick. „Nein nicht er. Ich könnte ihn zwar
dazu bringen, doch er ist dir absolut treu, wenn man mal bis auf
das eine mal absieht wo er dich betrog um meinen zukünftigen
Mann zu zeugen. Aber wie auch immer, er würde darunter sehr
leiden und das wollen wir nicht. Nein es sollte ein Kerl sein
der absolut skrupellos ist, dem es scheiß egal ist.“ Mystra
nickte und dachte nach. „Was ist mit Aaron, er als der
personifizierte Krieg ist skrupellos und er ist immer scharf auf
jede Frau. Er hat keine Skrupel sich zu nehmen was er will.“
Aurian ging auf und ab und nickte dann. „Ja warum nicht, doch
muss ich dir nun noch etwas sagen...der erste Mann der mit mir
schläft wird ein Kind zeugen, eine seelenlose Hülle, in die die
Seele gehen wird die meinen Körper noch bewohnt. Es wird wie du
dir unschwer denken kannst ein Junge werden, ich weiß auch schon
die richtige Mutter für ihn, die ihn austragen wird.“ Mystra
starrte Aurian erstaunt an. „Das ist dir alles möglich?“
Abermals lachte Aurian. „Du vergisst ich bin das Licht und
nichts ist mir unmöglich. Ich werde dir nicht sagen wie der
Junge heißen wird, doch hat er zwei Wünsche geäußert, erstens
hat er mir seinen Wunschnamen genannt und noch etwas das dich
sicherlich nicht interessiert.“ Doch Mystra war zu neugierig,
also fragte sie nach. Aurian sah sich ihr Spiegelbild an und
deutete dann darauf. „Kannst du es dir nicht denken?“ Mystra
brauchte eine Sekunde doch dann begriff sie. „Er will dich?“
Aurian nickte. „Nun, er weiß das ich einem anderen Mann gehören
werde, was aber nicht heißt das er mich nicht für ein oder
zweimal bekommen könnte. Ich versprach es ihm. Irgendwann wird
er sich daran erinnern und auch daran das ich mein Wort gehalten
habe.“ Dann sah sie Mystra durchdringend an. „Ihr werdet alle
drei schweigen müssen. Niemand darf es je erfahren was hier vor
sich gegangen ist. Würde man es erfahren würde man ganz anders
mit mir umgehen. Am liebsten würde ich auch euch das Wissen
wieder nehmen, doch wäre das nicht fair. Und auch mir dürft ihr
es niemals sagen. Es wird der Tag kommen da ich es selbst heraus
finde und dieser Tag wird einiges verändern. Er wird das
Universum ins Chaos stürzen.“ Mystra versprach es und Aurian
legte sich wieder zur Ruhe. „Kommt morgen zu mir und bringt
Aaron mit. Er ist genau der Mann den ich brauche.“ Als Mystra
das Haus mit Andra verließ erzählte sie ihm was sie erfahren
hatte, und lies nichts aus. Doch als die beiden mit Aaron
sprachen machten sie einen Fehler, denn sie erzählten auch ihm
alles was sie erfahren hatten. Aaron sah die beiden an. „Ich
soll ein Kind zeugen? Ich will kein Kind. Seid ihr von allen
guten Geistern verlassen?“ Dann klärte Mystra ihn darüber auf
das dieses Kind niemals von ihm Vaterpflichten fordern würde, da
es von einer anderen Frau ausgetragen werden und auch einen
anderen Vater nennen würde. Genaueres würde er von Aurian
erfahren. Er grummelte leise, erklärte sich dann aber bereit.
Aurian wie er sie kannte war zwar nicht das was er sich
normalerweise mit ins Bett nehmen würde, aber wenn es nötig war
würde er sie sich nehmen und wenn es sein müsste auch mit
Gewalt. Mystra schmunzelte als sie ihn grummeln hörte.
Am nächsten Tag betraten sie
Aurians Haus. Diese erwartete sie bereits im Schlafzimmer. Sie
trug eine Corsage die ihr Dekoltee betonte ebenso wie einen
kurzen aber engen Lederrock. Als die beiden Männer sie sahen
verschlug es ihnen den Atem. Aaron sah sie nur an und dachte,
das soll Aurian sein? Er konnte kaum noch atmen, es fiel ihm
bereits schwer sich zu beherrschen, er wollte sie, vergessen war
das in ihr auch noch die Seele eines Mannes saß, vergessen war
das er ein Kind zeugen würde, wenn er mit ihr schlafen würde.
Nur ein Gedanke beherrschte ihn. Er wollte sie. Mystra
beobachtete ihn und schmunzelte als sie seine Reaktion sah. Sie
ahnte was in ihm vor ging. Andra hingegen erfüllte der gleiche
Wunsch wie Aaron doch sah er Mystra an und flüsterte nur schwer
atmend. „Ich gehe besser bevor ich etwas tue was ich bereuen
würde.“ Er drehte sich schnell um und verließ das Zimmer. Mystra
folgte ihm. Und so standen sich Aurian und Aaron alleine
gegenüber. Er atmete schwer, öffnete aber bereits sein Hemd und
trat langsam auf sie zu. „Ich will nur eins wissen, wie ist sein
Name?“ Aurian sah ihn aus ihren strahlend blauen Augen an. „Den
sollte ich dir an sich nicht nennen.“ Aaron lies sein Hemd auf
den Boden gleiten und Aurian sah an ihm entlang, er war
muskulös, kraftvoll und sehr selbstbewusst. Sie spürte wie die
männliche Seele protestierte. Aaron strahlte soviel Männlichkeit
aus das die männliche Seele in Aurian Angst bekam. Doch Aurian
hieß sie zu schweigen, da es nötig war wenn er diesen Körper
verlassen und ein Mann werden wollte. Doch auch sie zitterte
leicht, als Aaron langsam auf sie zu trat. „Nenne mir seinen
Namen.“ Da war er auch schon heran und legte den Arm
blitzschnell um sie und zog sie mit einem kraftvollen Ruck zu
sich heran. In Aurians innerem tobte die männliche Seele und
versuchte sich dagegen zu wehren. Aurian nickte dann leicht.
„Sein Name ist Iskander. Er wird einmal ein sehr mutiger und
starker Mann sein.“ Aaron sah auf sie herab und nickte leicht.
„Du weißt das ich nicht gerade der sanfteste bin und doch willst
du das ich es tue? Nicht das ich abgeneigt wäre, nein....ich
will dich und jetzt könnte mich eh niemand mehr aufhalten mir zu
nehmen was ich will.“ Aurian nickte leicht. „Ja das weiß ich.
Doch du bist ehrenvoll und du wirst niemals verraten was heute
hier geschehen wird. Niemals.“ Aarons Augen waren vor Erregung
bereits schmal geworden, sein Atem ging schon schwer und doch
beherrschte er sich noch. Doch als sie ihr Gesicht hob und ihm
ihre blutroten Lippen entgegen hielt verließ ihn die
Beherrschung und er küsste sie hart und fordernd. Als er sie das
erste mal nahm versuchte er so vorsichtig wie möglich zu sein,
doch spürte er ihre Leidenschaft ebenso wie ihre wilde Natur.
Ja.....das war Aurian wie sie sein sollte. Als beide den Gipfel
erreichten entstand dabei der kleine seelenlose Junge und
Iskander verabschiedete sich von Aurian, überlies ihr aber den
Teil seiner Seele, der die Erinnerungen an seine Kindheit
enthielt, damit sie darauf zurück greifen konnte, wenn sie auch
ihr Wissen einmal abgegeben hatte. Nun griff das Licht ein und
sandte den kleinen Jungen dort hin wohin er sollte. Weit in die
Vergangenheit auf eine andere Welt wo ihn seine neue Mutter
empfing. Aaron und Aurian tobten sich aber nun aus, während vor
der Türe Andra und Mystra warteten. Doch hatten die beiden nicht
damit gerechnet das es so lange dauern würde, so saßen sie
später im Wohnzimmer oder aßen etwas, während es im Schlafzimmer
immer noch rund ging.
Als Aaron endlich erschöpft neben
Aurian lag und sie im Arm hielt, grinste er sie an. „Mädel der
Kerl der dich mal bekommt, kann sich glücklich schätzen, aber
holla hast du ein Temperament. Allerdings verspreche ich dir
eins, das war heute nicht das letzte mal das wir zusammen im
Bett lagen. Ich will mehr von dir, auch wenn ich im Moment nicht
mehr dazu in der Lage bin.“ Aurian sah ihn lächelnd an.
„Meinetwegen, allerdings nur solange bis ich.....“ Dann sah sie
ihn erstaunt an. “Hm..merkwürdig, ich dachte ich hätte mehr
gewusst, na ja jedenfalls bis ich meinen zukünftigen Mann kennen
lerne, dann ist damit Schluss, doch bis dahin können wir uns
amüsieren.“ Aaron stützte sich auf seinen Unterarm und sah auf
sie herab. „Du weißt den Namen nicht mehr?“ Aurian lachte leise
und drückte sich an ihn. „Na kanntest du den Namen deiner
Zukünftigen bevor du sie kennen gelernt hattest? Doch wohl
nicht.“ Da wurde Aaron klar das sie bereits alles vergessen
hatte. In der nächsten Zeit lernte er sie zu lieben, doch anders
als er Iona liebte. Aurian war der Traum eines jeden Mannes und
er war glücklich darüber das er sie, wenn auch nur für eine
kurze Zeit, hatte sein nennen können.
Er sah auf und merkte erst jetzt
das er sich alles von der Seele geredet hatte. Er seufzte leise
und sah Aileen an. „Nun kennst du das Geheimnis deiner Mutter
und meiner unglücklichen Liebe.“ Er deutete auf seine Ketten.
„Ihr könnt mich los binden, ich bin wieder ich selber.“ Auch
Aileen seufzte leise und nickte leicht. Dann trat Myrion zu den
beiden, er sah Aaron sanft an. „Du hättest vielleicht mal eher
was sagen sollen. Wenn du sie geliebt hast, ich hätte nichts
dagegen gehabt das sie auch dir ein wenig ihrer Zuneigung
geschenkt hätte. Sie hatte ein großes Herz.“ Er löste während er
mit Aaron redete die Ketten, obwohl er immer noch auf der Hut
war, doch schien es ihm als habe sich der Knoten bei Aaron
gelöst. Und nun war auch klar was mit Aurian los gewesen war,
sie besaß eine mit dem Licht verschmolzene Seele. Sie war das
Licht. Und das Licht in seiner Ursprungsform gab es nicht mehr,
Aurian und das Licht waren eins.


