Prolog

Aurian war nun einundzwanzig. Ihr Mutter war vor kurzem gestorben und hatte ihr das gesamte Vermögen der Familie Liones vermacht. Auf die Frage die sie einmal ihrer Mutter gestellt hatte, warum sie nie geheiratet und sie nur mit Hilfe ihrer Tante Iona großgezogen habe, antwortete diese: „Wer einmal bei einem Gott gelegen hat, will keinen anderen Mann mehr. Wenn ich einst gehe so hoffe ich ihn wieder zu sehen und vielleicht könnten wir dann glücklich sein.“ Aurian war ungefähr 1,70 m groß. Sie hatte Kampftraining gehabt und der Mann ihrer Tante hatte ihr beigebracht wie man mit einem Stab kämpfte. Ihre Muskeln waren gut ausgebildet und sie trainierte hart, wenn sie auch nicht wusste wofür. Sie hatte lange schwarze Haare und ihre Figur konnte man als rassig bezeichnen. Aber das auffälligste waren ihre stahlblauen Augen. Wenn sie einen damit ansah hatte man das Gefühl sie sah bis auf den Grund der Seele. Onkel Aaron, wie sie den Mann ihrer Tante nannte, hatte sie einmal gefragt, wie der Mann den sie akzeptieren könnte sein müsste. Sie hatte ihn bezaubernd angelächelt und ihm gesagt: „So wie du, gut durch trainiert, muskulös und vor allem selbstbewusst. Und Humor müsste er haben.“ Aaron musste sich sehr zusammen reißen, denn alleine ihr bezauberndes Lächeln löste in ihm schon heißes begehren aus. Doch wusste er auch das Iona ihn einen Kopf kürzer machen würde, wenn er sich an sie heran machen würde. Denn im Gegensatz zu Aurian selbst, wussten diese beiden was Aurian war. Und sie waren lediglich hier um auf zu passen das auch alles seinen Weg ging.

Als sie an einem Nachmittag wieder mal die Stoffpuppe die in ihrem Garten hing mit dem Stock bearbeitete, hörte sie hinter sich. „Deine Schrittfolge ist nicht standfest genug. Würde dich ein Lebender angreifen und du nicht nur auf diese Stoffpuppe schlagen, würde er dich aus den Schuhen hauen.“ Sie fuhr herum und sah dort lässig an den Gartenzaun gelehnt einen jungen Mann stehen. Ihr Blick glitt langsam an ihm entlang. Er war groß, trug ein recht offenes Hemd das seine Brust die eine starke Muskulatur zeigte, offenbarte. Auch an seinen Oberarmen waren die Muskeln stark ausgeprägt. Als sie ihn so musterte, was ihm ein leichtes schmunzeln entlockte, wurde ihr ganz heiß. Sie dachte nur : Holla, also der könnte mir gefallen. Dann sah sie ihm ins Gesicht: „Ach ja und du weißt wie es geht?“ Da er die Frechheit besaß sie einfach zu duzen, sah sie nicht ein es bei ihm anders zu halten. Aufreizend langsam löste er sich vom Gartenzaun, und ging auf sie zu. Sein Gang war geschmeidig und fließend, er machte keine unnötigen Bewegungen. Aaron hatte ihr genug beigebracht damit sie das erkennen konnte. Als sie ihn so auf sich zukommen sah schnaufte sie leise. Alles in ihr brannte lichterloh. Nicht das sie sich verliebt hatte, doch zum ersten mal wollte sie einen Mann und das war der Mann der hier vor ihr stand. Vor ihr angekommen sah er auf sie herab, er war gut einen Kopf größer als sie und grinste frech. „Also Kleines, dann greif mich mal an, versuch es und ich werde dir zeigen wo dein Fehler liegt.“ Das er sie „Kleines „ nannte brachte ihre Wut zum kochen und so griff sie ihn an. Doch er war so flink und schnell das sie auf dem Boden lag ehe sie überhaupt begriff was geschah. „Sagte ich es dir nicht? Du bist nicht standfest genug.“ Er reichte ihr die Hand um ihr auf zu helfen, doch Aurian war zu stolz um sie zu nehmen und erhob sich ohne seine Hilfe. Er zuckte nur mit der Schulter. Sie knurrte ihn an: „Und nenne mich nicht Kleines, ich heisse Aurian Liones.“ Er verbeugte sich charmant: „Verzeiht Mylady, dass ich so ungehobelt war, mein Name ist Myrion. Mein Nachname ist nicht wichtig, denn wir werden deinen Nachnamen tragen wenn wir mal verheiratet sind.“ Sie wollte gerade etwas erwidern als es ihr glatt die Sprache verschlug. Der Kerl war mehr als ungehobelt, er besaß die Frechheit von Hochzeit zu reden wo sie sich gerade erst kennen gelernt hatten. So starrte sie ihn nur an. Er war bereits zum Gartenzaun zurück gegangen und hatte auf dem Weg dort hin sein Hemd aus gezogen und hing es nun über den Gartenzaun. Als er sich umdrehte konnte sie sehen was das Hemd bisher verborgen hatte. Er war mehr als muskulös, sein Brustkorb war gewaltig und als er wieder auf sie zu kam konnte sie jede Muskelbewegung unter seiner Haut beobachten. Und abermals verschlug es ihr die Sprache. Sie spürte wie ihr Körper danach schrie sich in seine Arme zu werfen, doch natürlich würde sie das nicht tun. Myrion kannte die Wirkung die er auf Frauen hatte und als er sah das Aurian ihn nur anstarrte musste er abermals schmunzeln. Er rieb sich die Hände, „So Aurian dann versuch es noch mal aber langsam und ich werde dir zeigen wo deine Fehler liegen.“ Nun kam wieder Leben in sie und sie griff abermals an, doch nun langsam, so das er sie bei jedem Schritt den sie tat sagte was sie besser machen konnte. So trainierten sie den ganzen Nachmittag zusammen, seine Gegenwart machte sie nervös. Und Myrion? Er wusste nicht was ihn her getrieben hatte, doch als er die junge Frau sah die dort nur mit einer Lederhose und Lederweste bekleidet, die doch recht viel von ihrem Dekolletee offenbarte sah, war es um ihn geschehen. Er hätte es nicht erklären können, denn nicht nur das sein Körper sofort auf das was er dort sah reagierte, nein auch sein Herz brannte auf einmal lichterloh. Bisher hatte er immer über die Liebe auf den ersten Blick gelacht. Er hatte die Frauen für seine Befriedigung benutzt, war immer mal eine Zeitlang mit ihnen zusammen geblieben und dann trieb es ihn wieder weiter. Doch jetzt und hier wollte er nicht mehr weiter. DAS war die Frau die er wollte. Diese kleine Amazone, dieses rassige Weib. Und jede ihrer Bewegungen, zeigte ihm das nicht nur eine Kämpfernatur in ihr steckte sondern auch das hier sehr viel Sinnlichkeit zu erwarten war. Inzwischen waren beiden total verschwitzt, sein nackter Oberkörper war mit einem Schweißfilm überzogen und er sah auf die kleine Amazone herab. Aurian betrachtete ihn immer mal wieder kurz. Sie leugnete es nicht vor sich selber, der Mann war genau das was sie brauchte. Und sie ging davon aus das er auch genau wusste wie die Frauen auf ihn reagierten. Und da bildete sie wohl keine Ausnahme. Sie lächelte ihn bezaubernd an und bat ihn ins Haus: “Ich denke wir könnten beide eine Dusche gebrauchen.“ Er nickte und grinste frech, während er sich sein Hemd schnappte: “Wie wäre es wenn wir Wasser sparen und gemeinsam duschen?“ Sie grinste zurück: „Ja ne ist klar, und worin das enden soll brauche ich ja wohl nicht zu sagen. Das vergiss mal ganz schnell wieder.“ Leicht beugte er sich zu ihr hinab während er sie ins Haus begleitete und flüsterte: „Kann es sein das ich hier ein kostbares Juwel gefunden habe, das man Jungfrau nennt?“ Aurian knurrte leise. „Sehe ich so aus? Das nicht, ich habe meine ersten Erfahrungen schon hinter mir, dennoch habe ich keinen Bock darauf mit dem erst besten unter die Dusche zu springen.“ Sie deutete auf eine Türe: „Du gehst da hinein und ich nehme die Dusche im oberen Geschoss.“ Myrion lächelte leicht in sich hinein und dachte sich : warte ab kleine Wildkatze, dich werde ich schon noch bekommen. Dann ging er in den Raum den sie ihm gewiesen hatte. Leise unter der Dusche pfeifend säuberte er sich. Als er die Dusche verließ hatte er sich lediglich ein Badetuch um die Hüften geschwungen, denn seine Hose war leicht feucht vom Schwitzen und die wollte er erst mal ein wenig trocknen lassen. Aurian hatte ganz andere Sorgen, sie wusste der Kerl konnte ihr gefährlich werden. Irgendwie musste sie sich zusammen reißen damit sie nicht zu offensichtlich zeigte was sie wirklich fühlte. Doch sie gab zu, er gefiel ihr. Und er nahm kein Blatt vor den Mund was ihn recht sympathisch machte, auch gefiel ihr seine freche Art, mal rein vom optischen abgesehen. Als sie mit dem Duschen fertig war, grinste sie leicht und dachte sich: mal sehen ob ich ihn ebenso nervös machen kann wie er mich. So kramte sie in ihrem Kleiderschrank herum bis sie das passende gefunden hatte. Als sie sich angezogen hatte sah sich sich im Spiegel an. Ihre langen Haare fielen seidig glänzend um ihr Gesicht. Sie trug einen kurzen Minirock und eine Bluse mit recht weitem Ausschnitt der kaum etwas verbarg. Sie streckte ihrem Spiegelbild frech mal kurz die Zunge raus und zwinkerte sich selber zu. „So Junge mal sehen was du nun dazu sagst.“ dann trat sie aus ihrem Zimmer heraus und begab sich zur Küche in der sie nun auch Myrion vor fand, der sich bereits aus dem Kühlschrank bedient hatte. Der Kerl kannte wirklich keinen Anstand, dachte sie so. Und doch gefiel es ihr. Er hatte sich eine Flasche Fruchtsaft aus dem Kühlschrank genommen, lehnte lässig am Küchenschrank und schlürfte nun daran herum. Als er sie sah spuckte er fast das, was er gerade in den Mund genommen hatte durch die Küche. Aurian war seine Reaktion auf ihren Anblick hin nicht entgangen, vor allem als sie tiefer schaute. Und sah das sich sein Handtuch von selber bewegte. Auch ihm wurde nun bewusst das er einen kleinen Fehler begangen hatte, als er seine Unterwäsche nicht angezogen hatte, schnell überlegte er, sollte er sich nun herum drehen um die Erektion die nun so offensichtlich zu sehen war, verbergen oder sollte er dazu stehen. Er wählte zweiteres und sah sie frech an: „Was erwartest du, ich bin ein Kerl und das durch und durch. Und wenn du dich mir so präsentierst musst du dich über die Reaktion nicht wundern. Doch freut es mich das du keine kleine Zicke bist sondern durchaus weißt mit deinen Reizen zu spielen und ich muss sagen da hast du einiges zu bieten, meine Liebe.“ Nun Aurian gedachte es noch ein wenig auf die Spitze zu treiben und ging so zum Kühlschrank, nahm einige Dinge heraus und als sie zum Herd ging um dort alles ab zu setzen, bückte sie sich um aus der untersten Schublade eine Pfanne heraus zu nehmen. Was ihm nun einen deutlichen Einblick unter ihren Rock verschaffte. Doch nun war es um ihn geschehen. Leise stotterte er nur: „Ich geh noch mal duschen, es ist doch recht heiß hier drin.“ Leise hörte er ihr lachen, als er sich schnell verkrümelte. Normalerweise hätte er sie sich nun gegriffen und sie kurzerhand auf dem Küchentisch genommen, doch irgendwie wusste er, würde er das tun, hätte er das Spiel verloren. Er wollte sie, und das nicht nur für das eine mal, er wollte sie für sich haben und das für eine recht lange Zeit. Also musste er sich zusammen reißen. Doch nun würde er zurück schlagen, das Spiel konnten auch zwei spielen. Denn auch ihm war nicht entgangen das sie auf ihn ebenso reagierte wie er auf sie. Und er gedachte nun sie in ihrem eigenen Saft schmoren zu lassen. Schnell hatte er sich eine Taktik zurecht gelegt und würde davon auch nicht abweichen. Er wollte das sie sich ihm in die Arme warf. Als er zurück kam, hatte er abermals nur lediglich ein Badelaken um seine Hüften. Er sah dass sie bereits den Tisch gedeckt und auch für ihn einen Teller mit aufgelegt hatte. Als sie alles auf dem Tisch abgestellt hatte schritt er auf sie zu. Er packte sie um die Hüften und zog sie blitzschnell zu sich heran, leise flüsterte er ihr zu: „Ich sagte dir schon, ich bin ein Kerl durch und durch, und mit mir spielt keine Frau ohne irgendwann die Konsequenzen tragen zu müssen.“ Dann küsste er sie leidenschaftlich und fordernd. Als er spürte das sie, obwohl sie im ersten Moment widerstand leisten wollte, sich dann doch dem Kuss ergab und ihn erwiderte, grinste er leicht in sich hinein. Dann lies er sie abrupt wieder los und meinte nur trocken: “So nun können wir etwas essen, was gibt’s denn?“ Aurian war total atemlos als er sie wieder los lies. Ihr Körper brannte, alles in ihr schrie nach mehr. Doch auch sie riss sich zusammen obwohl sie spürte das ihre Beine fast wie Gummi geworden waren als er sie geküsst hatte. Als sie nun antworten wollte, quietschte ihre Stimme leicht, sein urplötzlicher Kussangriff hatte sie aus der Fassung gebracht: „Rührei mit Speck.“ Myrion bemerkte das der Kuss seine Wirkung nicht verfehlt hatte, doch tat er so als wäre alles noch im normalen Bereich und schaufelte sich den Teller voll. Als sie aßen taxierten sie sich gegenseitig immer mal. Aurian fand es aufregend, sie wollte diesen Mann, sie wollte wissen wie es mit ihm sein würde. Sein Körper regte ihre Fantasie an, hinzu kam das er scheinbar genau wusste wie er mit ihr umgehen musste. Auch wenn sie sich erst einige Stunden kannten, kam in ihr das Gefühl auf, als würden sie sich schon Jahre kennen. Myrion ging es nicht anders. Er liebte jetzt schon ihre recht provozierende Art, die Freiheit wie sie mit allem umging. Das sie keine Scham kannte, denn sie war nicht einmal rot geworden sondern hatte ihm Kontra gegeben. Auch er stellte sich insgeheim vor wie es mit ihr sein würde und ging davon aus, das es recht wild und leidenschaftlich bei ihnen zugehen würde, wenn er sie einmal im Bett hatte.

Was beide nicht wussten war, das sie beobachtet wurden, weil man wissen wollte ob die beiden sich finden würden. Andra und Iona standen unsichtbar in der Nähe. Andra grinste Iona an und flüsterte leise: “Also ich spüre das knistern bis hier hin. Ich gehe mal davon aus, das es nicht lange dauern wird bis sie sich in Leidenschaft finden. Oder hast du da was gedreht?“ Iona schüttelte den Kopf: „Nein das ist auch nicht nötig, die beiden brennen jetzt schon von selber lichterloh.“

Als der Abend kam, hatte sich Myrion wieder angezogen und stand vor Aurian, er sah sie an: „Ich sollte jetzt wieder in mein Hotel zurück gehen. Es sei denn du bietest mir einen Platz in deinem Bett an.“ Sie sah zu ihm auf: „Du wohnst in einem Hotel? Nun ja also einen Platz in meinem Bett das kannst du dir erst mal abschminken, doch wenn du magst kannst du gerne eines der Gästezimmer beziehen.“ Aurian war erstaunt über sich selber, doch als er sagte das er gehen würde, hatte sie Angst ihn nicht wieder zu sehen und so lies sie sich dazu hinreißen ihm dieses Angebot zu machen. Er sah sie von oben bis unten an: „Ich sollte dich vielleicht noch warnen, ich bin ein Lüstling und wenn deine Zimmertüre offen steht, könnte es sein das ich unter deine Decke krieche.“ Sie zwinkerte ihm frech zu: „Nun dann werde ich dafür sorgen das sie nicht offen steht.“ Er lachte leise, dann fuhren sie zusammen zu seinem Hotel um seine Sachen zu holen und er bezog erst mal ein Gästezimmer in ihrem Haus. Anschließend zeigte sie ihm alles in dem Haus, vom Büro im oberen Geschoss, wo noch zwei Pulte standen auf denen Zauberbücher lagen, bis hin zu den Kinderzimmern im Erdgeschoss. Er fragte sie: „Deine Familie ist Magiebegabt?“ Aurian nickte. „Ja es gab bei uns immer Zauberer oder Hexen in der Familie. Ich selber besitze auch magische Fähigkeiten, wenn man von mir auch komischerweise mehr verlangte, das ich mich körperlich und im Kampf trainierte. Obwohl ich nicht mal weiß wozu. Aber als gute Tochter tut man was von einem verlangt wird. Die berühmteste Hexe unserer Familie war Jasmin, meine Urururgrossmutter. Aber das ist schon einige hundert Jahre her, glaube ich. Auf unserer Familie lag einst ein Fluch, den sie und ihr Mann lösten. Und man erzählte sich das sie bei einem Magieunfall verschwanden. Irgendwo oben im Bücherregal des Büros muss noch ein Buch liegen von ihr geschrieben, das auf Umwegen irgendwie zu uns gekommen ist und erklärt wohin sie verschwunden waren. Nun ja, aber das interessiert dich wohl weniger.“ Er nickte leicht: „Mich interessiert alles und alte Geschichten, vor allem wenn sie meine zukünftige Frau betreffen, erst recht.“ Aurian schüttelte leicht mit dem Kopf: „Damit macht man keine Scherze.“ Nun sah er sie ernst an: „Ich mache keine Scherze, ich will das du meine Frau wirst.“ Sie sah ihn an: „Lass mal deinen Kopf untersuchen, scheinbar habe ich dich doch fester geschlagen als ich dachte. Wir haben uns vor wenigen Stunden erst kennen gelernt, also ist es da nicht ein wenig früh schon daran zu denken zu heiraten?“ Er sah sie nun gespielt ernst an und nickte: „Ja du hast absolut recht, ich sollte vielleicht noch ein oder zwei Tage warten bis ich davon spreche.“ Nun musste sie doch lachen und schlug leicht nach ihm: „Du bist ein Kindskopf weisst du das?“ Er nickte und lachte mit: „Ja aber ein Kindskopf der erstens scharf auf dich ist und zum zweiten auch sehr gut im Bett.“ Aurian schüttelte leicht den Kopf: „Selbstüberschätzung dein Name ist Mann. Und deine Aussage werde ich bei Gelegenheit mal überprüfen.“

An diesem Abend sollte es jedenfalls nicht dazu kommen und Myrion musste wohl oder übel alleine schlafen gehen. Doch lag er noch lange im Bett wach und dachte nach. Er wusste das er ein Halbgott war und ebenso wusste er auch das er seine Frau frei wählen konnte. Und die „kleine“ war magiebegabt, also würde sie auch nicht so früh altern und sterben wie normale Menschen. Also alles in allem passte es schon. Auch dachte er darüber nach wie alt er selber eigentlich inzwischen war, als plötzlich sein Vater im Raum stand. Er erschrak dermaßen das er glatt aus dem Bett fiel. „Boah, Vater kannst du dich nicht ankündigen? Du tauchst jedes mal einfach so auf und ich erschrecke mich eben so oft bald zu Tode.“ Andra sah seinen Sohn an: “Was hast du vor? Das ist kein Spielzeug wie die anderen Frauen die du hattest. Sie ist etwas besonderes.“ Myrion rappelte sich auf: „Was du nicht sagst, ob du es glaubst oder nicht, das habe ich selber bereits fest gestellt, ansonsten hätte ich sie mir schon lange genommen. Und ich sag dir was ich vorhabe. Ich werde sie mir nehmen, sie wird mir gehören und damit ich sie auch nicht wieder hergeben muss, werde ich diese Kleine sogar heiraten, was sagst du nun?“ Dabei sah er seinen Vater kampflustig an. Andra schmunzelte, sein Sohn den er schon als hoffnungslosen Fall eingestuft hatte, entpuppte sich nun, da er scheinbar auf die Liebe getroffen war, doch noch als ein guter Junge. „Ach ja, du willst sie also heiraten?“ Er war froh das Myrion sein schmunzeln nicht sehen konnte da er im Schatten des Mondlichtes stand und somit sein Gesicht im dunklen verschwand. „Ganz recht Vater und jetzt komm mir nicht damit sie ist eine Sterbliche, denn sie ist sogar magiebegabt und wird wohl dadurch eine Zeit länger leben als jede andere Frau, so das wir sehr lange zusammen sein können. Oder passt dir an meiner Wahl etwas nicht. Dann spucks aus. Nur sage ich dir eins, egal was du sagst ich werde sie bekommen und zu meiner Frau machen. Abgesehen davon, hast du meine Mutter auch geschwängert und dich danach nie wieder blicken lassen, also komm mir nicht so.“ Der Schlag saß: „Du hast recht, ich habe mich tatsächlich nicht mehr blicken lassen, allerdings eher aus Scham meiner Gefährtin gegenüber, das ich sie betrogen hatte, als aus Desinteresse und so wusste ich nicht das es dich gab. Bis man es mir sagte.“ Myrion seufzte leise: „Also was sagst du zu meiner Wahl? Werde ich den Segen der Götter bekommen oder nicht?“ Andra nickte und trat nun aus dem Schatten heraus, er griff mit seinen Händen zu den Schultern seines Sohnes und sah ihn ernst an: „Meinen Segen hast du, aber nur wenn du auch tust was du mir eben sagtest. Denn wenn du sie nur ins Bett kriegen willst um sie anschließend wieder fallen zu lassen, wie die anderen Frauen vor ihr, werde ich dich verfluchen mein Sohn.“ Myrion sah seinen Vater ernst an: „Ich werde genau das tun. Ich kann es mir selber nicht erklären, doch als ich sie sah, wollte ich sie. Und alleine der Gedanke sie wieder hergeben zu müssen, verursacht mir Kopfschmerzen. Nein Vater, diesmal kannst du unbesorgt sein. Ich habe mich Hals über Kopf in diese Frau verliebt. Und ich werde sie nicht wieder her geben, kann kommen was will.“ Andra lächelte.

Am nächsten Morgen als Myrion nach unten kam, denn sein Zimmer lag im Obergeschoss, sah er wie ein Mann seine Aurian leicht im Arm hielt. Eifersucht kochte hoch, vor allem da sie ihm offen gesagt hatte das sie schon ihre ersten Erfahrungen gemacht hatte, also nahm er an das war so einer ihrer ersten Erfahrungen. Und da Myrion an sich kein besonders geduldiger Mann war stürzte er sich gleich auf den Fremden und entriss ihm Aurian. Aurian und der Fremde sahen ihn an und Aurian fauchte sogleich los: „Ja sag mal bist du nun von allen guten Geistern verlassen? Was soll denn das?“ Dann entriss sie ihm erst mal ihren Arm an dem er sie fest hielt: „Darf ich dir einen meiner Onkel vorstellen? Aaron.“ Myrion wusste nun nicht was er sagen sollte. „Oh es tut mir leid, ich dachte...ich nahm an....das er und du eventuell und möglicherweise.....na ja es tut mir jedenfalls leid.“ Dann betrat eine wunderschöne Frau mit leuchtend roten Haaren den Flur und lachte leise: “Also das glaube ich kaum, denn Aaron ist mein Gefährte. Und er würde es nicht wagen, auch nur im Traum an so etwas zu denken.“ Aaron nickte nur heftig zu Ionas Worten, denn das würde er in der Tat nicht wagen. Nun sah auch Aaron den jungen Mann genauer an und ihm wurde schlagartig klar als er dessen Gesicht sah das er entweder von Dorian oder aber Andra abstammen musste. Die Ähnlichkeit war unverkennbar. Er wollte gerade fragen wer sein Vater sei, als Iona schnell dazwischen redete. „Setzen wir uns doch erst mal zum Frühstück und sehen dann weiter. Aaron und ich haben nicht viel Zeit heute und wir wollten nur mal nach dir sehen.“ Aaron sah verblüfft Iona an doch die gab ihm mit den Augen Zeichen, das sie ihm gleich alles erklären würde.“ Aaron grinste Myrion an: „Mut hast du jeden falls dich mit mir an zu legen. Doch folgen wir ihr lieber bevor sie sie uns an den Ohren in die Küche zerrt.“ Aurian sah noch eine Weile Myrion giftig an, doch seiner charmant frechen Art konnte sie dann doch nicht lange böse sein und so wurde es dann noch ganz lustig. Als Aaron und Iona wieder fort waren, sah Myrion Aurian zerknirscht an. „Es tut mir wirklich leid, doch du musst auch zugeben das dein Onkel noch verdammt jung aussieht. Und mein Gedanke gar nicht so abwegig gewesen war.“ Aurian sah Myrion nachdenklich an. Das war ihr bisher nie aufgefallen das Aaron und Iona tatsächlich nie gealtert waren. Sie sahen beide aus wie Mitte Zwanzig also nicht viel älter als sie selber und das seit sie sie kannte. Und das war so lange sie bereits lebte. Hier stimmte doch etwas nicht. Auf einmal klatschte sie sich an die Stirn. „Verdammt bin ich blöd. Jetzt wo du es sagst, fällt mir etwas ein was meine Mutter mal zu mir sagte.“ Myrion sah sie fragend an: „Und darf ich wissen was sie sagte?“ Aurian nickte, nippte noch mal am Kaffee und antwortete dann: „Ich fragte mal meine Mutter warum sie nie geheiratet habe, und sie antwortete mir, wer einmal bei einem Gott gelegen hat, der will keinen anderen Mann mehr. Ich Esel.........und da ich ihr einziges Kind war.... bin..... muss ich wohl......“ Myrion nickte: „Musst du wohl von ihm abstammen. Und du meinst das die beiden irgendwie mit deinem Vater verwandt sind?“ Aurian nickte. Nun war es an Myrion offen zu legen wer er war. „Nun jetzt weiß ich auch was mein Vater meinte als er mir sagte du seist was besonderes. Nur frage ich mich jetzt von welchem Gott sprach deine Mutter, weißt du das zufällig? Also wer ist dein Vater?“ Aurian nickte: „Ja sie hat mir seinen Namen nie verheimlicht.“ Myrion hoffte jetzt nur das sie nicht den gleichen Vater haben würden. „Er heißt Ikarus. Sie waren nur eine Nacht zusammen, dann verschwand er und meine Mutter hat ihn nie wieder gesehen. Doch sie hat ihn sehr geliebt.“ Myrion sah sie an: “Ich muss dir etwas sagen, auch ich stamme von einem Gott und einer Sterblichen ab. Mein Vater ist Andra.“ Aurian sah ihn an: „Hast du auch das Gefühl das hier irgend etwas nicht stimmt? Rein zufällig kommst du an meiner Türe vorbei und rein zufällig bist du scharf auf mich und rein zufällig gebe ich dir eines meiner Gästezimmer. Und rein zufällig stammen wir beide von Göttern ab. Und das könnte ich jetzt so weiter führen. Ein wenig viele Zufälle findest du nicht?“ Myrion nickte und musste ihr recht geben. „Ich habe eine Idee, wir müssen Klarheit haben. Nur bevor ich meinen Vater rufe, möchte ich dich etwas fragen, empfindest du etwas für mich? Und bitte sei ehrlich.“ Aurian sah ihn an, seit sie ihn am Vortag kennen gelernt hatte, war er selten wirklich ernst gewesen, doch jetzt schon, er schien es ernst zu meinen mit seiner Frage. Und so wollte sie ihm ehrlich antworten. „Nun du sagtest du bist scharf auf mich, und ich muss zugeben das ich auch nicht ganz unbeteiligt bleiben kann wenn du in meiner Nähe bist. Doch wenn du meinst ob ich dich bereits liebe oder tiefer gehenden Gefühle für dich hege, so kann ich es dir nicht sagen. Ich weiß nur als du gestern gehen wolltest hatte ich Angst dich nicht wieder zu sehen. Und als du mich küsstest, olala, da war es schon schwer für mich gelassen zu bleiben.“ Myrion grinste schon wieder: „Habe ich kaum bemerkt, wenn man mal von dem quietschen in deiner Stimme absieht. Doch um mal ernst zu bleiben, ich habe mich Hals über Kopf in dich verliebt. Und meinte es absolut ernst das ich dich heiraten will. Doch um sicher zu sein das man uns nicht manipuliert hat werde ich meinen Vater fragen, er soll uns Rede und Antwort stehen. Und vielleicht lernst du dann auch mal deinen Vater kennen.“ Verträumt sah Aurian Myrion an: „Das wäre schön, ich würde gerne meinen Vater mal kennen lernen.“ Und so ging Myrion her und rief nach seinem Vater und hoffte das der ihn hören und auch kommen würde.