Kapitel 17: Welche Überraschung

Mystra und Andra waren die
ältesten Bewohner der Insel. Und die beiden hatten sich
inzwischen auch recht verändert. Mystra hatte es unnatürlich
gefunden das sie immer noch wie eine junge Frau aussah. So hatte
sie inzwischen das Aussehen einer Frau so Mitte vierzig
angenommen,. Andra hatte es ihr gleich getan. Sie war immer noch
schön doch konnte sie nun auch viel eher die Mutterfunktion der
Insel übernehmen und die jungen Götter achteten sie dafür.
Als Aurian zum Rat zurück kam,
löste sie die Versammlung erst mal auf und bat Mystra um eine
Unterredung. Sie bat sie, sich mal um Enjara zu kümmern und
erklärte ihr, das Enjara Iskander liebte, doch genau wusste
nicht wieder geliebt zu werden. Und das die junge Frau nun wohl
auch dahinter gekommen war, das Iskander bei ihr gewesen wäre.
Mystra sah Aurian an: „Bei dir gewesen? Wie soll ich das
verstehen?“ Aurian war niemand die um den heißen Brei herum
redete und antwortete daher: „Nun was schon? Sollte ich
zulassen, das er irgendwann die Beherrschung verlieren würde und
dann Enjara doch zu mehr zwingen würde als sie bereit ist zu
geben. Und Mystra, du weißt wie Männer sein können. Also gab es
nur zwei Alternativen, entweder es laufen lassen und das beste
hoffen. Oder sein Verlangen zu stillen. Und du weißt was mit mir
los ist, mir macht es nichts aus. Im Gegenteil inzwischen habe
ich sogar gelernt die Abwechslung zu lieben. Ich liebe Iskander
nicht, doch ab und zu mit ihm zu schlafen fällt mir auch nicht
schwer. Er ist anziehend und von mir hat er zum einen keine
Eifersucht zu fürchten und zum anderen hilft es ihm, sich damit
zu arrangieren das Enjara ihn an der kurzen Leine hält.“ Mystra
nickte, sie verstand und gab Aurian recht. „So ist es wohl
wirklich am besten, wenn es dir nichts ausmacht und deine beiden
Löwen damit einverstanden sind, sehe ich auch nicht warum du es
nicht tun solltest. Also ist das einzige Problem nun Enjara.
Könnte er sie nicht einfach heiraten und ihr so ein Gefühl der
Sicherheit geben?“ Aurian ging auf und ab: „Ich glaube das geht
gegen seine Prinzipien, er liebt sie nicht und sieht wohl daher
auch nicht ein mit ihr den Bund der Ehe zu schließen.“ Aurian
dachte nach: „Aber ich glaube ich weiß wie ich ihn zu fassen
kriege, das er sie um ihre Hand bittet. Er ist ein Mann von
Ehre, sie bekommt ein Kind von ihm, also könnte man ihm sagen,
das er sie aus Ehrgefühl heiraten sollte, was denkst du?“ Mystra
schüttelte den Kopf: „Das wird nichts, selbst wenn er es tun
würde. Ich glaube das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen.
Sie weiß das er sie nicht liebt und wenn er nun ankäme und um
ihre Hand bitten würde, dann würde sie wissen das er es nur aus
Pflichtgefühl tut. Und das denke ich würde sie auch ablehnen. Ne
das mit dem heiraten ist an sich keine schlechte Idee, nur
müsste sie das Gefühl haben das er es aus Liebe tut. Doch dem
steht zum Widerspruch das er auch mit dir geschlafen hat. Zudem
ich das Gefühl habe, das er schon liebt, aber die falsche Frau.“
Aurian blieb stehen und sah Mystra an: „Du glaubst das er...?“
Mystra nickte: „Ja ich glaube das er dich liebt. Er wird zwar
wissen das du ihm nie mehr geben wirst als körperliche
Befriedigung, doch scheint ihm das genug zu sein. Männer sind
manchmal merkwürdig. Und was nun Enjara angeht, ich denke ich
nehme sie mal mit zu Andra und mir. Ich werde mich um sie
kümmern. Wenn dann einige Zeit vergangen ist könnte er zu ihr
gehen und ihr sagen das er sie vermisst und sie dann um ihre
Hand bitten. Vielleicht geht es so.“ Aurian seufzte leise: „Was
ich zu viel habe, hat sie zu wenig. Aber ist gut, versuchen wir
es so, denn ich gehe mal davon aus, das sie die Insel nicht
verlassen wird, das eben nur Trauer, Eifersucht, Unzufriedenheit
und ihre Einsamkeit aus ihr sprach. Ich bin zu jung, in mir
sieht sie eine Rivalin, doch dir hört sie vielleicht zu. Und
danke das du dich um sie kümmern willst.“ Mystra nickte leicht.
„Kein Problem.“ Nach dem Mystra Aurian verlassen hatte bekam
diese kurze Zeit später von Black mitgeteilt das Enjara die
Höhle verlassen habe und mit Mystra gegangen sei. Aurian nickte
und hoffte nun das Mystra dort mehr erreichen könnte wo sie
versagt hatte.
Iskander war nun alleine in der
Höhlenwohnung und merkte langsam wie ihm Enjara fehlte, obwohl
sie erst sehr kurz weg war. Er liebte sie zwar nicht, doch hatte
er es immer schön gefunden sie um sich zu haben. Er saß auf dem
Plateau und dachte nach, als Andra bei ihm erschien. Der setzte
sich ihm gegenüber und sah ihn an: „Ich verstehe das du sie
nicht belügen möchtest, doch ab und an würde eine lieb gemeinte
Lüge vielleicht etwas verbessern. Mir ist klar das du von Aurian
nicht lassen willst und das bräuchtest du auch nicht, doch lass
Enjara nicht merken das du bei ihr warst. Aurian als auch ihre
beiden Männer würden schweigen und niemand würde es erfahren.
Warum sagst du Enjara nicht einfach das du sie liebst und ihr
Mann werden willst?“ Iskander sah Andra an: „Eben weil es eine
Lüge wäre. Ich liebe Enjara nicht, sicher sie fehlt mir jetzt
schon, ich vermisse sie. Ihre warme Art, wie sie sich um mich
kümmert, das sie da ist....doch reicht das?“ Andra sah Iskander
an: „Liebst du Aurian?“ Iskander nickte: „Ja, und das nicht erst
seit sie mit mir schlief, ich liebte sie vom ersten Moment an
als ich sie sah. Doch ist mir auch bewusst das sie mir nie
gehören wird. Sie liebt ihren Mann und ich denke auf gewisse
weise auch Leon. Und sie würde ihn niemals verlassen, das alles
ist mir klar. Doch kann ich mir auch nicht diese Liebe aus dem
Herzen reißen, es geht nicht. Wenn sie mit mir ein wenig Zeit
verbringt bin ich schon glücklich und wenn sie mit mir schläft
fühle ich eine Nähe die man nicht beschreiben kann. Sie ist ein
Traum, der ab und zu Wirklichkeit wird. Und Andra, das will ich
nicht hergeben. Es klingt vielleicht nicht nach viel, doch für
mich sind die wenigen Stunden das höchste auf Erden.“ Andra
nickte: „Fassen wir doch mal zusammen, du liebst sie und sie
macht dich glücklich, obwohl du weißt das sie dir nie ganz
gehören wird, da sie ihren Mann mehr liebt als alles andere auf
der Welt. Dann frage ich mich, warum kannst du dann nicht auch
Enjara dieses kleine Glück geben? Warum sagst du ihr nicht
einfach das du sie liebst, selbst wenn es nur eine Illusion ist,
doch das weißt dann nur du alleine und würdest damit zumindest
sie glücklich machen. Denn Enjara liebt dich, hast du das nicht
gemerkt?“ Nun sah Iskander ihn verblüfft an: „Sie liebt mich? Ja
warum hat sie das nie gesagt? Ich meine wenn ich das gewusst
hätte....dann hätte ich ihr doch nie gesagt das ihre Liebe nicht
erwidert wird.“ Andra sah ihn an wie einen kranken Hund: „Hallo?
Du sagst ihr du liebst sich nicht, ja soll sie dann sagen: aber
ich dich? Also das müsste selbst dir einleuchten das sie das
unter den Umständen nicht sagt. Ich denke sie hatte gehofft
damit leben zu können. Zu wissen das du sie nicht liebst, das du
das was du brauchst dir woanders holst. Doch als ihr heute
bewusst wurde, das du bei Aurian warst, zerbrach ihre Illusion.
Junge, warte einige Tage, dann gehe zu ihr, sage ihr wie sehr du
sie vermisst, sag ihr das du sie liebst und das du möchtest das
sie deine Frau wird. Denn die Frau die du wirklich liebst, ist
für dich niemals erreichbar. Und wenn Aurian weiter hin bereit
ist das Manko das deine Frau besitzt aus zu gleichen, und diese
Stunden dir dein Glück schenken, dann gib dieses Glück an die
Frau weiter die dich liebt. Sieh es einfach als Preis an, den du
bezahlen musst um die wenigen Stunden mit Aurian zu haben.“
Iskander nickte und dachte über
die Worte nach. Er liebte bereits eine Frau die er nie ganz für
sich erringen könnte, doch war da eine Frau die ihm ihr Herz
geschenkt und das er mit Füßen getreten hatte und die ihm jetzt
sogar ein Kind schenken würde, ein ganz besonderes Kind. Er sah
Andra an: „Du hast recht, ich sollte meinen Mann stehen und die
Dinge wieder in Ordnung bringen. Meine Liebe tief in mir
verschließen, das bisschen Glück mit nehmen das ich bekommen
kann und Enjara soweit möglich ein guter Ehemann sein. Und wenn
das bedeutet Enjara eine Illusion von Liebe zu geben so werde
ich das tun. Denn es ist ja nicht so das ich gar nichts für sie
empfinde, ich liebe sie halt nur nicht. Doch mag ich sie und sie
fehlt mir, vielleicht reicht das wirklich.“ Andra nickte
zufrieden und verabschiedete sich kurz darauf. Iskander konnte
gut nachempfinden was Enjara fühlte, denn hatte ihn nicht selber
kurz die Eifersucht überkommen, als er sah wie Myrion Aurian
küsste und er sich kurz vorstellte das dieser Mann mit der Frau
schlief die er liebte? Und ihm wurde klar, als Enjara begriff,
das er und Aurian zusammen gewesen waren, musste es ihr fast das
Herz gebrochen haben. Iskander nickte zu sich selber. Wenn er
schon nicht die Frau für sich erringen konnte die er liebte, so
konnte er wenigstens der Frau die ihn liebte, den Mann geben den
sie haben wollte. Ihm wurde auf einmal klar wie Enjara dahinter
gekommen war, das er bei einer anderen gewesen sein musste.
Hätte er sie an dem Abend noch gefordert, hätte sie es nicht
gemerkt. So legte er sich einen Plan zurecht, um so etwas in
Zukunft zu vermeiden, vorausgesetzt Aurian würde sich bereit
erklären ihm ab und zu, zu geben was er brauchte. Wenn Enjara
wieder zurück käme, würde er einige Tage nicht von ihrer Seite
weichen damit sie sah, das er zu keiner anderen ging. Er würde
sie aber auch nicht fordern, so das sie das Gefühl bekommen
würde, das er nicht jedes mal wenn er sich abends einfach nur
herum drehte zum schlafen, sich bei einer anderen geholt hatte
was er brauche. Er hoffte das würde ihr ein Gefühl der
Sicherheit geben. Und wenn Aurian und ihre Männer schwiegen, was
er an nahm diese auch tun würden, käme sie vielleicht nie hinter
diesen Betrug. Es passte ihm zwar so gar nicht lügen und
betrügen zu müssen. Doch hier ging es darum für Enjara eine
Illusion zu erschaffen. Die einzige Alternative war, ehrlich zu
sein und Enjara weiter hin zu verletzen, was er noch weniger
wollte. Oder halt ganz darauf zu verzichten, doch auch das
wollte er nicht.
Einen Tag später als er wieder
mal von seiner Wanderung durch die Höhlen zurück kam, sah er das
sich ein kleiner Nebenraum in der Höhlenwohnung gebildet hatte ,
als er diesen betrat erblickte er eine Wendeltreppe die nach
unten führte. Im ersten Moment wunderte er sich, doch dann
betrat er die Treppe und schritt herab. Unten angekommen war vor
ihm eine Türe und als er sie öffnete konnte er die Insel
betreten. Er ging einige Schritte und sah sich das ganze aus der
Ferne an. Dort sah er das Plateau vor Aurians Räumen und die
Treppe die von dort nach unten führte und neben der Treppe war
unten die Türe aus der er eben getreten war. Er schüttelte den
Kopf, doch langsam begann er sich über nichts mehr zu wundern.
Als er anschließend wieder zurück war und nun ihr Plateau
betrat, konnte er statt wie bisher, verschiedene Welten zu sehen
die sich unter dem Plateau bewegten, nun über das Meer und auch
über die Insel blicken. Ihre Wohnung lag östlich von der, die
Aurian bewohnte, wobei er sich auch immer gewundert hatte, das
die Sonne grundsätzlich immer auf das Plateau schien, ihm wurde
nun auch bewusst das es hier noch nie geregnet hatte oder kalt
war. Die Insel lag den ganzen Tag in der Sonne, die angenehm zu
ertragen war, zudem auch immer ein leichter Wind wehte. Nicht
nur die Höhle war ungewöhnlich, die ganze Insel war es. Er
lächelte als er über die Insel blickte. Er war zu Hause.
Mystra hatte sich überlegt,
Enjara mal zu zeigen worunter auch Aurian manchmal zu leiden
hatte. Und so erschaffte sie für sie vor sich eine Art Fenster
in das nun Enjara blickte und sie sah was Mystra an dem Tag
gesehen hatte, als man sie zu Aurian rief, weil sie sich so
schrecklich wand. „Schau her, das ist die Herrin des Lichts. Das
ist Aurians Geheimnis, obwohl es hier auf der Insel keins ist.
Aurian selber bezeichnet es als ihre „Unzulänglichkeit“. Doch
wir sind alle froh das sie dank Myrion und Leon nicht gar zu
sehr darunter leiden muss.“ Enjara sah wie Aurian, nackt wie sie
war auf dem Bett lag und scheinbar vor Schmerzen schrie, wie sie
sich wand. Wie dann Iona und Mystra kamen und diese kurz darauf
Myrion sagten was mit Aurian los sei. Wie sie dann den Raum
verließen und sich Myrion auszog und sich zu ihr legte. Mystra
zeigte ihr auch, was Myrion nun tat. Sie sah wie er Aurian immer
und immer wieder nahm.“ Enjara sah Mystra an: „Was ist mit ihr,
und wie hält sie das aus, Herrgott er hat sie jetzt bestimmt
sechs oder sieben mal genommen. Und wenn er selber eine Pause
brauchte, hat er auf andere weise weiter gemacht. Das hält doch
keine Frau aus.“ Mystra lächelte: „Doch Aurian schon. Schau
weiter.“ Dann sah Enjara wie Myrion langsam wirklich nicht mehr
konnte, doch Aurian schien sich auch beruhigt zu haben. Aber sie
sah auch das liebevolle Lächeln von Myrion und wie er sie sanft
streichelte, als alles vorbei war. Dann sah sie wie Aurian ihn
dankbar ansah und langsam einschlief. „Was ist mit ihr, wieso
schreit sie so? Und wieso musste er das tun?“ Mystra lies das
Fenster verschwinden. „Aurian ist eine Nymphomanin, sie braucht
die Männer. Und ab und zu bekommt sie einen Anfall, wenn sie
dann nicht einen Mann bekommt der ihr alles gibt was sie
braucht, windet sie sich vor Lust und schreit es hinaus, sie
verbrennt innerlich. Sie wurde so erschaffen, doch hat man nicht
bedacht, das sie nicht wie ein Mann ist, dessen Körper
irgendwann streikt und er einfach nicht mehr kann. Sondern eine
Frau ist zu mehr fähig als nur zu einem mal.“ Enjara schüttelte
den Kopf: „Wieso hat man ihr das angetan?“ Nun erzählte ihr
Mystra von Jasmin und das diese nur mit viel Kraft und einem
Trick gelungen war, ihre Löwen zufrieden zu stellen. Das sie
selbst Dorians wilde Liebestürme kaum verkraftete. Und dass das
Licht dafür sorgte das Ikarus gezeugt wurde, das er alles in
sich vereinte. Das Verlangen von Dorian und Eric , als auch sein
eigenes und er nun Aurian zeugte um das alles an sie weiter zu
geben. „Nun und das ist das Ergebnis. Aurian selber kommt gut
damit zurecht und Myrion als auch Leon sind sehr ausdauernde
Liebhaber, die selber recht verlangend veranlagt sind.“ Enjara
nickte: „Und du meinst das auch Iskander seinen Anteil leisten
könnte damit es ihr gut geht?“ Mystra nickte: “Ich habe lange
überlegt, wieso du ausgewählt wurdest, denn Iskander leidet sehr
darunter das er diese Befriedigung nicht von dir bekommen kann.
Doch wenn er zu Aurian gehen würde, käme das beiden zugute. Das
heisst eigentlich euch allen drei, weil du müsstest dich nicht
zu etwas zwingen was du nicht willst, Iskander würde bekommen
was er braucht und Aurian hätte ihre Freude daran. Und sie liebt
Iskander nicht, sie würde nur eins von ihm wollen. So wie du
denkst das er nur eins von dir will. Obwohl ich denke er liebt
dich schon, er kann es nur nicht zugeben. Weil er braucht das
was Aurian ihm geben könnte, doch würde er dich damit
verletzen.“ Mystra wusste das sie nun log, das Iskander eine
andere Frau liebte, doch wollte sie das natürlich Enjara nicht
sagen. Man wünschte sich ja das Enjara glücklich war. „Ich denke
Aurian hat es dir sicherlich schon selber gesagt, man sollte die
körperliche Befriedigung der Bedürfnisse nicht unbedingt mit
Liebe gleich setzen.“ Enjara senkte leicht den Kopf und wurde
glühend rot, Mystra sah sie an: „Was ist los? Also ich sagte nun
nichts was dich nun so erröten lassen müsste.“ Enjara sah sie
immer noch rot im Gesicht an: „Ich wollte sie berühren und
streicheln. Ich....ich weiß auch nicht. Sie ist schön und ich
wollte sie anfassen.“ Mystra sah Enjara nun verblüfft an. „Sag
mal Kind kann es sein das du deswegen nicht mehr als einmal
willst weil du eigentlich auf Frauen stehst?“ Enjara schüttelte
vehement den Kopf: „Nein ich liebe Iskander und finde es auch
sehr schön mit ihm. Ich stehe sicherlich nicht auf Frauen, ganz
sicher nicht.“ Mystra schmunzelte: „Und doch hattest du das
Bedürfnis sie zu streicheln und an zu fassen. Kind du stehst
eindeutig auch auf Frauen, eventuell auf beides.“ Mystra
überlegte kurz. „Hast du das Bedürfnis auch schon mal einer
anderen Frau gegenüber gehabt?“ Enjara schüttelte den Kopf:
„Nein nie. Doch als ich Aurian nun dort liegen sah, wollte ihr
sie anfassen und streicheln.“ Mystra lachte leise. „Warte mal
hier Kind, ich bin gleich wieder da.“ Als Enjara nickte war
Mystra kurz darauf verschwunden um bei Aurian auf zu tauchen.
Myrion und Leon saßen ebenfalls in ihrer Nähe und man unterhielt
sich. „Aurian ich muss mit dir reden.“ Damit setzte sich Mystra
zu ihnen und sah Aurian an: „Hast du schon jemals daran gedacht,
das auch Frauen auf dich abfahren könnten? Und das du es
eventuell mal versuchen könntest?“ Aurian hob leicht eine
Augenbraue: „Öhm nö wieso auch? Ich will doch keine Frau.“ Doch
dann kam die Erkenntnis: „Enjara?“ Myrion und Leon sahen von
einer zur anderen und verstanden rein gar nichts. Mystra nickte.
„Ich glaube sie will deswegen von Iskander nicht mehr als einmal
weil sie insgeheim auch auf Frauen steht und ich denke eine Frau
kann ihr das eher geben was sie braucht als ein Kerl.“ Dann sah
sie die beiden Männer an: „Nichts gegen euch, Jungs.“ Dann sah
sie Aurian wieder an. „Ich glaube sie steht auf dich. Was denkst
du würdest du es eventuell mal in Betracht ziehen und ein
Experiment versuchen?“ Aurian sah Mystra sprachlos an: „Mystra
bei aller Liebe aber ich stehe auf Kerle. Ich stehe auf deren
muskulöse und harten Körper. Ich kann mit dem weichen Körper
einer Frau nichts anfangen.“ Myrion und Leon grinsten sich
gegenseitig an. Welche Fantasien gerade in deren Köpfen vor
gingen konnten sich die beiden Frauen auch so denken. Mystra sah
Aurian immer noch fragend an. Aurian erwiderte den Blick: „Also
gut ich bin zu dem Experiment bereit, mal sehen was dabei heraus
kommt.“ Mystra grinste: „Ich glaube wenn du es versuchst könnte
man das Problem für alle perfekt lösen. Weil Iskander will dich
und wenn stimmt was ich vermute will dich auch Enjara. Denn wenn
du beiden gibst was sie wollen, hättest du den Kerl den du
brauchst und Enjara die Frau.“ Nun fiel Aurian aus allen Wolken.
„Schlägst du jetzt vor das ich mit beiden gleichzeitig ins Bett
gehen soll?“ Mystra nickte. „Ja warum nicht, vorausgesetzt die
beiden Herren hier haben nichts dagegen.“ Myrion grinste nur und
zuckte die Schultern: „Sie hat mit Iskander bereits geschlafen
und zwei Frauen na das ist doch was. Also da würde ich auch
sofort mitmachen.“ Leon nickte zu Myrions Worten und grinste
ebenso: „Wir könnten ja eine Orgie feiern.“ Aurian sah nun
Mystra an: „Siehst du was du angerichtet hast? Meine Männer
denken schon an eine Orgie.“ Mystra lachte leise: „Typisch Mann.
Doch erst mal solltet du sehen ob du mit einer Frau klar kommst
bevor hier irgendwer an eine Orgie denkt.“ Aurian nickte: „In
Ordnung wann soll das Experiment steigen?“ Mystra sah sie an:
„Wie wäre es mit jetzt, würdest du mit mir kommen? Ich habe da
einen Plan.“ Aurian sah Myrion an und es kam auch gleich was sie
erwartet hatte: „Dürfen wir zusehen?“ Als sie nur nickte erhoben
sich alle und waren kurze Zeit später schon wieder im Schloss
das Mystra bewohnte. Sie hatte ein sehr romantisches
Schlafzimmer ausgewählt und bat nun Aurian zu warten bis sie
Enjara rein geschickt habe. Dann sollte sich Aurian ausziehen
und die Reaktionen von Enjara beobachten. Myrion und Leon
machten sich unsichtbar. Für Aurian war das was ganz neues und
sich dachte sich: na das kann ja heiter werden. Kurze Zeit
später betrat dann Enjara das Zimmer und sah Aurian an, sie
wollte gerade etwas fragen, als Aurian abwinkte und sich langsam
begann aus zu ziehen. Enjara schaute wie gebannt zu. Als Aurian
ausgezogen war, ging sie langsam auf Enjara zu und blieb
unmittelbar vor ihr stehen. Sie spürte das Enjara schwer atmete
und nickte leicht, dann beugte sie sich vor und küsste Enjara
sanft. Es erregte Enjara und so folgte sie ihrem Gefühl und
begann nun Aurian zu streicheln. Auch in Aurian stiegen auf
einmal Gefühle auf und sie begann Enjara sachte aus zu ziehen.
Während sie ihren Kuss leidenschaftlicher werden lies schob sie,
nach dem Enjara ausgezogen war, diese sachte zum Bett. Dort
angekommen löste sie den Kuss und Enjara kletterte ins Bett und
sah ihr sehnsüchtig entgegen. Als Aurian diesen sehnsüchtigen
Blick sah konnte sie nicht anders und stieg zu Enjara ins Bett
um ihr nun alles zu geben was die junge Frau sich wünschte. Und
Enjara bekam sogar mehr als das, immer wieder schrie sie leise
vor Lust auf und kam so auch einige male zur Erfüllung. Aurian
wunderte sich selber das es ihr nichts ausmachte, obwohl sie
lieber einen Kerl im Bett gehabt hätte und Enjara ihre
Sehnsüchte nicht erfüllen konnte. Sie genoss zwar die
Zärtlichkeiten die Enjara ihr gab doch zur Erfüllung kam sie
nicht. Als sie nach zwei Stunden von Enjara ab ließ und sie
ansah, sah sie ein glückliches Strahlen in deren Augen und
lächelte sanft. Enjara hatte gemerkt das Aurian was fehlte und
fragte leise: „Ich konnte dir nicht geben was du wolltest oder?“
Aurian sah sie sanft an: „Liebes, ich stehe auf Männer und mir
ist ein harter Kerl im Bett lieber. Ich will dich nicht belügen,
es hat mir Spaß mit dir gemacht und deine Zärtlichkeiten waren
sehr schön. Doch für mich fehlte etwas. Aber das ist auch
unwichtig, war es für dich denn schön?“ Sie streichelte Enjara
noch weiter und diese nickte. „Ja sehr schön.....ich habe da
eine Idee, ich würde das gerne öfter erleben wenn das geht, also
wenn du einen Mann brauchst, aber ich es sehr schön so fand....naja
vielleicht könnte man dann Iskander bitten dir das zu geben was
du noch zusätzlich brauchst.“ Schüchtern sah Enjara Aurian an.
Aurian seufzte leise beugte sich nochmals über Enjara und küsste
sie zärtlich, dann nickte sie. „In Ordnung.“
Kurze Zeit später informierte
Myrion Iskander über das was geschehen war. Der schaute erst
recht skeptisch, doch wurde nun auch ihm klar warum Enjara nicht
mehr als einmal wollte. Und er hatte schon öfter mit zwei Frauen
geschlafen und wenn noch dazu kam das Aurian dabei sein würde,
war es ihm noch lieber. So nickte er und war ebenfalls damit
einverstanden. Als Enjara davon hörte zog sie wieder in die
kleine Höhlenwohnung. Und Iskander war froh das sie wieder da
war, doch er nahm sich vor sie um ihre Hand zu bitten und sie zu
seiner Frau zu machen. Während Aurian und ihre beiden Männer es
in dieser Nacht wild trieben, denn nun forderte Aurian was sie
brauchte.

Kapitel 18: Zwei Söhne

Erst am nächsten Tag wurde Aurian
richtig klar was sie getan hatte und abermals lief sie wie ein
Tiger im Käfig auf dem Plateau auf und ab. Myrion saß wie immer
recht lässig auf einem Stuhl, mit diesem wippend in ihrer Nähe
und kaute auf einem Grashalm rum. Und Leon saß auf dem
Gartentisch und lies die Beine baumeln. „Also Kätzchen ich fand
es recht aufregend alleine zu zu sehen, wenn ich auch gestehen
muss, ich musste mich wirklich beherrschen, da nicht mit zu
machen. Doch ich glaube das wäre nicht so gut gekommen.“ Myrion
grinste, während er sich von Aurian einen giftigen Blick ein
fing. „Wisst ihr eigentlich was da passiert ist? Sie wird nun
ebenso hinter mir her sein. Verdammt langsam kriege ich ne
Krise. Ich und eine Frau, unglaublich.“ Myrion lachte: „Nun
Mystra hat es schon richtig gemacht, sie hat dich nicht lange
überlegen lassen, scheinbar weiß sie auch, sobald man dir
Gelegenheit gibt über etwas nach zu denken lehnst du es
möglicherweise ab. Beste Beispiel ist Leith.“ Aurian sah Myrion
an: „Ich stehe nicht auf Frauen....kriegst du das nicht in
deinen Kopf rein?“ Leon schaute sie nun an und lachte ebenso:
„Oh dafür war das aber ganz schön heiß, was wir da zu sehen
bekamen. Und wärst du nicht gestern Abend von selber angekommen,
wärst du auch so fällig gewesen.“ Myrion nickte heftig zu Leons
Worten: „Obwohl, was wir hatten war nicht minder heiß,“ gen
Leon. Jetzt nickte dieser. Aurian knurrte leise, was die beiden
Männer nun noch mehr amüsierte. „Ich muss das beenden bevor es
richtig anfängt. Das geht so nicht.“ Nun sah Myrion sie ernst
an. „Kätzchen das geht nicht. Enjara ist nur zurück gekommen,
weil sie glaubt das du ihr ab und an das geben wirst was sie
braucht, abgesehen davon denke ich das sie nicht nur Iskander
liebt. Wenn sie wirklich auch auf Frauen steht, kann ich mir
vorstellen und vor allem so wie sie gestern bei dir ab ging, das
sie sich auch in dich verliebt hat. Ich glaube nicht das sie bei
Iskander je so aus sich heraus gekommen ist. Doch mit deiner
Hilfe könnte er die Kniffe lernen und eventuell wärst du
irgendwann nicht mal mehr nötig.“ Leon sah Myrion an: „Das
glaube ich nicht denn du vergisst eins, den Akt mit einem Kerl
würde sie nach wie vor nur einmal zu lassen und Iskander würde
dabei auf der Strecke bleiben.“ Daran hatte Myrion nicht gedacht
und nickte: „Stimmt auch wieder, damit würde er auf der Strecke
bleiben.“
Das Gespräch drehte sich im Kreis
so das Aurian es irgendwann abbrach. In den kommenden Wochen
ging sie Iskander als auch Enjara aus dem Weg und hoffte das es
sich von selber erledigen würde.
Und Iskander hielt sein Wort, als
er sah das sich Enjaras Bauch in Rekordzeit wölbte, wartete er
ab bis sie mal wieder einen Spaziergang am Strand machte. Und
als sie zurück kam sah sie dass das gesamte Wohnzimmer mit
Kerzen und vielen Blumen geschmückt war. Dann trat er vor sie
hin und kniete sich formvollendet vor sie nieder: „Liebste
Enjara, die Zeit als du nicht bei mir warst, war schlimm für
mich und ich vermisste dich sehr. Erst da merkte ich das ich
dich liebe. Und so möchte ich dich jetzt und hier fragen: Willst
du meine Frau werden?“ Enjara wusste das er seit dem einen mal
nie wieder bei Aurian gewesen war. Ebenso ahnte sie das die
letzte Zeit für ihn schlimm gewesen sein musste. Er wusste das
er nie mehr von ihr bekommen würde und doch fragte er sie ob sie
seine Frau werden wolle. Sie nickte: „Ja ich will deine Frau
werden. Denn ich liebe dich auch.“ Dann erhob er sich und
steckte ihr den Ring an den Finger. „Es ist der Ring meiner
Mutter, ich fand ihn unter den Besitztümern die mein Vater für
mich in die Katakomben hatte bringen lassen.“ Sie sah auf den
Ring und dann ihn sanft an. „Er ist wunderschön, danke.“
Iskander zog sie sachte in seine Arme und küsste sie zärtlich.
In den nächsten Tagen feierte man
dann ihre Hochzeit und abermals waren natürlich alle eingeladen.
Es ging lustig zu und man freute sich das Enjara noch da war.
Sie hatte darum gebeten das Aurian die Trauung vollzog. Dem
diese gerne nach kam. Enjara und Iskander sahen immer mal zu
Aurian hin, nach dem die Formalitäten erledigt waren und man zum
Feiern übergegangen war. Enjara sah Iskander an: „Vielleicht
stört sie mein runder Bauch, vielleicht hat sie sich deswegen
von uns fern gehalten. Wir wissen ja das sie auch ein Kind
möchte. Vielleicht klappt es bei ihr nicht so leicht.“ Dieser
lächelte Enjara an: „Kleines du bist schöner denn je. Also fange
dir nun keinen Minderwertigkeitskomplex ein, wegen deinem
Babybauch. Zudem ist es, wie Iona sagte in wenigen Tagen eh
vorbei.“ Um seine Worte noch zu unterstreichen streichelte er
sanft ihren Bauch. Sie strahlte ihn an und es freute ihn das sie
glücklich war. Als Enjara ging um sich ein wenig mit Iona zu
unterhalten, klopfte ihm Myrion auf die Schulter: „Wie geht es
dir?“ Iskander sah kurz zu Enjara und dann Myrion an. „Nun wie
soll es mir schon gehen? Warum hält sich Aurian fern von uns?
Sie scheint uns aus dem Weg zu gehen.“ Myrion nickte und bat
Iskander ein wenig mit ihm zur Seite zu gehen. Dann sah er ihn
an: „Ich weiß das Aurian eigentlich nicht wollte das wir darüber
reden doch ich denke du solltest es wissen. Aurian steht auf
Männer und das mit Enjara......, ging gegen ihre eigene
Einstellung. Im Moment weiß sie nicht wie sie damit umgehen
soll. Sie mag Enjara doch das sie mit ihr ins Bett ging, war
weil deine Kleine sie so sehnsüchtig ansah. Ich weiß nicht wie
viel du weiß doch ich vermute das sich deine Kleine nicht nur in
dich verliebt hat, sondern das sie auch etwas für Aurian
empfindet. Und das eine Frau auf sie steht, ist für Aurian........
nun ja, merkwürdig.“ Iskander nickte: „Das kann ich verstehen.
Doch wird sie es dennoch tun?“ Myrion zuckte mit den Schultern:
„Ich weiß es nicht. Aurian ist weder prüde noch geht sie
irgendeinem Problem aus dem Weg. Doch das hier ist sehr intim.
Wie soll ich es sagen, sie hat kein Problem damit, mit dir zu
schlafen, doch mit Enjara das ist etwas anderes. Ich weiß es
wirklich nicht. Vielleicht wartet sie nun auch nur darauf das
Enjara ihr Kind bekommt. Das beste wäre du fragst sie selber.“
An diesem Tag kam Iskander nicht mehr dazu mit Aurian zu reden,
denn kaum war Myrion gegangen begann Enjara zu schreien. Iona
begriff sofort was los war. Enjara würde nun ihr Kind bekommen.
So brachte man sie schnell ins Haus der Mutter Natur und Iona
tat alles um es Enjara leichter zu machen. Mit Ionas Hilfe ging
es dann auch recht schnell und der kleine Gott wurde geboren.
Iskander hielt seinen Sohn kurz im Arm und gab ihn dann an
Enjara weiter. „Kleines er ist wunderschön. Er hat deine Augen.“
Man nannte den jungen Gott, Arden. Allgemein bewunderte man den
Kleinen und gratulierte den stolzen Eltern zur Geburt. Doch als
nun Aurian auf Enjara zu trat und sich leicht über sie beugte
und sie sanft küsste, war für die junge Mutter das Glück
komplett. Dann legte Aurian ihre Hand auf den kleinen Gott und
segnete ihn im Namen des Lichts. Dann ging sie ohne ein weiteres
Wort und Myrion folgte ihr wie gewöhnlich. Iskander sah Aurian
nur kurz nach und lächelte dann seine junge Frau sanft an. Diese
hielt nun ihre kleinen Babygott im Arm und lächelte liebevoll.
Auch in der nächsten Zeit bekamen
Iskander und Enjara, Aurian nicht zu Gesicht Und so betrat an
einem Tag halt Iskander das Plateau der Herrin. Doch fand er
dort nur Leon vor der in der Sonne lag. Iskander sah sich
suchend um und Leon setzte sich auf als er ihn bemerkte: „Wen
suchst du? Wenn es Aurian ist, sie ist nicht da. Dein zweiter
Sohn wurde auch geboren und sie ist gegangen um ihn zu segnen
und mit seiner Mutter zu reden. Myrion begleitet sie.“ Iskander
nickte. „Ich wollte mal mit ihr reden. Und du sagst mein zweiter
Sohn ist nun auch geboren?“ Leon nickte und stand auf: „Willst
du ihn sehen? Ich könnte dich hinbringen, wenn du immer noch
nicht selber gelernt hast dich zu Teleportieren.“ Iskander
nickte leicht: „Ich könnte es auch selber? Das wusste ich gar
nicht.“ „Doch könntest du ich könnte es dir beibringen, doch
würde es etwas Zeit in Anspruch nehmen, also werde ich dich
jetzt hinbringen und später zeige ich dir dann wie man es macht.
So schwer ist es gar nicht. Und bevor du dich wunderst, diese
Kraft kommt aus deinem Schwert, Aurian hat ihm einige magische
Kräfte gegeben. Du solltest die Magie im Schwert auch bei
Gelegenheit mal testen. Sie verschafft dir eine Rüstung,
ermöglicht dir die Teleportation und es hat die Fähigkeit sich
leichter zu machen wie auch noch einige andere Dinge.“ Iskander
schüttelte mit dem Kopf : „Das hätte mir auch mal einer sagen
können.“ Nun jedoch brachte Leon Iskander erst mal zu seinem
zweiten Sohn. Als sie dort ankamen sahen sie das auch Iona
anwesend war. Aurian wollte nichts riskieren und hatte so die
Mutter der Natur dazu geholt als es los ging. Und nun lag auch
hier eine junge Frau im Wochenbett und hielt einen Sohn in ihren
Armen. Die beiden kamen gerade dazu als Aurian der jungen Mutter
erklärte das ihr Sohn etwas besonderes sei, das sie ihn wie
einen König erziehen sollte, weil es sein Schicksal wäre einst
König zu werden, doch sollte sie es ihrem Sohn niemals sagen, da
es sonst die Zukunft verändern würde und das dürfte nicht
geschehen. Und das sie es ihr nur aus einem Grund sagte, damit
der Junge alles lernen würde was er als König wissen müsste.
Die junge Frau hatte in den
Monaten ihrer Schwangerschaft, den Aufbau des Gutes, als auch
aller Dörfer überwacht, hatte gelernt was man als Gutsherrin
wissen musste und war so nun auch in der Lage ihrem Sohn die
entsprechende Erziehung zu bieten. Als Iskander sie sah, wusste
er wieder warum er sie an diesem einen Abend ausgesucht hatte.
Sie war eine Schönheit. Langsam trat er auf das Bett zu. Leon
hatte ihm zuvor noch ein Schmuckstück in die Hand gedrückt für
die junge Mutter und nur leicht mit der Schulter gezuckt, als
Iskander es sich ansah und bemerkte wie wertvoll es war: „Wir
haben genug davon, es ist aus den Beständen in der Höhle. Die
Menschen auf den Welten schenken uns die Sachen und legen sie in
den Tempeln ab.“ So kniete sich Iskander an dem Bett der jungen
Mutter nieder und sah sie sanft an. „Als ich dich in dieser
einen Nacht auswählte, wusste ich das ich in deinen Armen einige
Stunden des Glücks finden würde. Doch das du mir darüber hinaus
auch einen Erben und Sohn schenken würdest war mir nicht klar.
Heute noch werde ich diesen Sohn als meinen anerkennen und er
wird mein Erbe sein. Über mein Vermögen, über meine Güter und
über alles was ich an irdischen Besitztümern habe. Und du als
seine Mutter sollst immer dafür geehrt werden. Nimm das als Dank
von mir.“ Damit reichte er ihr das Schmuckstück das er von Leon
bekommen hatte. Die junge Mutter sah ihn gerührt und glücklich
an: „Danke Mylord.“ dann erhob sich Iskander, beugte sich leicht
über die junge Frau und küsste sie zärtlich. Dann nahm er den
kleinen Jungen in seine Arme und hob ihn über seinen Kopf. “Das
ist mein Sohn und Erbe und ab sofort soll er Gwyn Stonehand
heißen. Wie mein Vater. Er wird mutig und stark werden, und er
wird gerecht zu seinem Volk sein. Trinkt und feiert und ehrt
seine Mutter.“ dann sah er sich seinen Sohn sanft an. Und
flüsterte ihm zu: „Enttäusche mich nicht kleiner Gwyn, ich setze
alle Hoffnungen für mein Volk, auf dich.“ Auch küsste er sanft
seinen Sohn und legte ihn dann wieder in die Arme seiner Mutter.
Anschließend verließ er das Geburtszimmer und trat vor den
Tempel, Myrion und Leon folgten ihm. Draußen angekommen sahen
sie das er weinte. Leon und Myrion sahen sich an, dann legte
Myrion einen Arm um den jungen Mann. „Was ist los?“ Iskander sah
Myrion an: „Ich weiß das ich der glücklichste Mann unter der
Sonne sein müsste. Ich habe einen Sohn der ein Gott ist, ich
habe einen Sohn der mal ein König werden wird, ich habe eine
Frau die mich liebt. Dazu eine Aufgabe die Welten umschließt und
doch fühle ich mich leer.“ Leon und Myrion nickten, so dämlich
es sich anhörte doch sie verstanden ihn und konnten es ihm
nachfühlen. Weil er das einzige was ihn wirklich glücklich
machen würde, nicht bekam. Kurze Zeit später trat Aurian dazu
und reichte Iskander die Hand: „Komm, folge mir.“ Sie führte ihn
in ein Schlafzimmer und drückte sich an ihn, als er nun ihren
Körper so nah bei sich und ihren Atem an seinem Hals spürte
wohin sie ihn gerade küsste, riss er sie in seine Arme und
küsste sie hart und verlangend. Er war wild und zügellos, alles
was er die letzten Monate vermisst hatte holte er sich jetzt in
den nächsten Stunden von ihr. Als er sie anschließend ermattet
in seinen Armen hielt, sah er sie an. „Ich liebe dich. Ich weiß
das ich das nicht sagen sollte, doch es ist so und ich will
nichts beschönigen. Ich liebte dich ab dem ersten Moment als ich
dich sah. Und ich weiß das ich nie mehr sein kann, als ein
Abenteuer für dich, dennoch will ich diese Liebe nicht missen.“
Aurian sagte dazu nichts, sie nickte nur sanft, küsste ihn noch
mal und erhob sich dann. „Sag Enjara das ich euch in den
nächsten Tagen zu mir einladen werde.“ Dann zog sie sich wieder
an und verließ das Zimmer. Als er ihr kurze Zeit später folgte
war sie fort, nur Leon wartete noch auf ihn um ihn zurück zu
bringen.
Doch dazu sollte es vorläufig
nicht mehr kommen, denn Iona griff nun ein und ehe sich Aurian
versah war sie schwanger, wie sich heraus stellte würde es ein
zweiter Ikarus werden, gezeugt von zwei Vätern. Myrion und Leon
waren ganz aus dem Häuschen. Sie würden einen Sohn bekommen.
Einen ganz besonderen Sohn. Einen
Sohn des Lichts, doch im Gegensatz zu Ikarus würde dieser Sohn
seine Mutter nicht töten, sondern sie lieben. Es würde ein
strahlender Gott werden. Und man hatte auch schon einen Namen
für ihn.......Lazarus.

Kapitel 19: Ein merkwürdiger
Junge

Aurian saß wie so oft auf ihrem
Plateau und genoss die Sonne, als Myrion hinter sie trat und
begann ihre Schultern zu massieren. „Kätzchen wie geht es dir?
Ist alles in Ordnung?“ Sie legte den Kopf in den Nacken und sah
zu ihm auf: „Sicher, mir geht es gut. Doch wenn du mit Kätzchen
ankommst willst du doch etwas. Also was ist es?“ Myrion trat um
sie herum, zog sich einen Stuhl heran und setzte sich ihr nahe
gegenüber. „Nun Leon und ich haben uns unterhalten. Du hast sehr
viele Verpflichtungen, die Verwaltung der Welten, dann das du
überall wo du gebraucht wirst auftauchen musst. Deine Besuche
auf den Welten, wo ab und an auch mal in dem einen oder anderen
Tempel deine Anwesenheit gewünscht wird. Und auch noch Leon und
mich. Und nun bekommst du auch noch ein Kind. Kätzchen wie
schaffst du das alles? Wird dir das nicht langsam zu viel? Nun
wie dem auch sei, Leon und ich haben überlegt, das man dich
eventuell etwas entlasten könnte, vor allem wenn unser Sohn
geboren wurde um den du dich ja eigentlich auch noch kümmern
müsstest.
Wir hätten da eine Idee. Unsere
Höhle ist so groß das da ohne Probleme noch ein weiteres Kind
aufwachsen könnte, wie auch für seine Eltern hier Platz wäre.
Während du dich deiner vielen Verpflichtungen stellst, könnte
sie sich dann doch um unseren Haushalt und die Kinder kümmern.“
Aurian hatte ihn ausreden lassen und sah ihn dann ruhig an: „Du
redest hier nicht zufällig von Arden und seinen Eltern? Also
Iskander und Enjara, oder?“ Jetzt druckste Myrion ein wenig
herum: „Nun ja schon, vor allem da es auch Arden zugute kommen
würde, denn du könntest beiden Kindern gleichzeitig vermitteln
welche Aufgaben auf sie zukommen würden, welche Pflichten sie
als Gott hätten und dergleichen mehr. Abgesehen davon das es
auch unserem Sohn gut tun würde einen Spielkameraden zu haben.
Und um ehrlich zu sein, wir sehen wie Iskander und auch Enjara
leiden, weil du ihnen aus dem Weg gehst. Vor allem Enjara. Gib
ihnen das Gefühl das sie zu uns gehören. Das sie deinem Herzen
auch ein wenig nahe stehen.“ Aurian sah ihn an und nickte. „Ich
verstehe und in gewisser Weise habt ihr ja recht. So schlecht
wäre es wirklich nicht, wenigstens das alltägliche aus der Hand
geben zu können. Und Enjara ist ja ein liebenswertes Persönchen.
Also gut, frag die beiden und wenn sie es möchten werde ich
ihnen einige der Räume zur Verfügung stellen.“ Myrion lächelte
und beugte sich leicht vor um sie kurz zu küssen: „Ich wusste
doch, das wenn man mit dir redet, du es verstehen würdest.
Danke, du hast wirklich ein großes Herz.“ Kurze Zeit später war
er auch schon wieder weg um Iskander und Enjara zu fragen.
Während Myrion zu den beiden ging sah Aurian über die Insel. Sie
führte das weiter was Jasmin begonnen hatte und vor ihr die
Geister der Ewigkeit. Sie war tatsächlich langsam ein wenig
überfordert und doch wollte sie es nicht anders haben. Sanft
strich sie mit der Hand über ihren Bauch. Leon trat näher.
„Liebes kann ich etwas für dich tun?“ und wie zuvor schon Myrion
massierte er ihre Schultern. Abermals legte sie den Kopf in den
Nacken und sah nun zu ihm hinauf. „Danke Leon, doch es geht mir
gut. Setze dich mal zu mir.“ Er kam sofort ihrer Aufforderung
nach und setzte sich auf den Stuhl auf dem zuvor noch Myrion
gesessen hatte. Sie sah ihn sanft an: „Leon ich weiß ich habe es
dir bisher nie gesagt. Und ich weiß auch das dir klar ist das
Myrion immer bei mir seinen ersten Platz haben wird. Doch möchte
ich dir sagen. Ich liebe auch dich, wenn auch auf eine etwas
andere Art als Myrion.“ Leon sah sie an und nahm dann ihre Hände
in die seinen: „Meinst du das ernst, du liebst mich auch?“
Aurian nickte: „Ja das meine ich ernst. Ich liebe dich, so wie
du bist, ohne wenn und aber. Du hast dich als guter Freund
erwiesen. Du hast mir und natürlich auch Myrion immer zur Seite
gestanden und so langsam hast du dich in mein Herz geschlichen.
Ich will dich nicht nur als meinen Löwen, ich will dich nicht
nur als Liebhaber in meinem Bett, sondern ich liebe dich auch.“
Er strahlte sie an: „Ich liebe dich ebenso. Und mag kommen was
will. Immer werde ich an deiner Seite stehen, immer.“ Dann
beugte er sich vor und küsste sie zärtlich. Dann sah er sie an:
„Weißt du ich habe oft darüber nachgedacht warum sich mein Vater
nie um mich gekümmert hat, doch ich glaube nun zu wissen wieso.
Er wusste das Andra mir ein besserer Vater sein würde, als er.
Er liebte Jenna und ich denke er liebte auch mich. Doch seine
Verpflichtungen Jasmin gegenüber und da ich weiß das mein Vater
immer sehr extrem war, konnte er wohl nur eins. Entweder seiner
Jasmin beistehen oder sich um mich kümmern. Und ich denke da er
wusste das Andra mir ein sehr guter und liebevoller Vater sein
würde, also überließ er mich ihm. Und Andra hat das aus mir
gemacht was ich heute bin. Nun ja, Andra und Myrion. Myrion habe
ich wahrscheinlich noch mehr zu verdanken, denn er öffnete mir
die Augen, das man immer man selbst sein sollte. Weißt du, ich
neide ihm seine Vorrechtsstellung bei dir nicht, denn er hat es
verdient und mehr als das. Und nun wo ich weiß das du mich auch
liebst, jubelt mein Herz.“ Aurian sah ihn sanft an: “Du hättest
deinen Vater gerne besser kennen gelernt oder?“ Leon nickte: „Ja
und gerade deswegen möchte ich dem kleinen Kerl der nun in dir
wächst ein guter Vater sein, obwohl ich glaube, so verrückt wie
Myrion werde ich wohl nie sein. Der Kerl toppt alles. Kennst du
schon seine neuste Verrücktheit? Wenn nicht, geh bloß nicht ins
Babyzimmer.“ Dabei lachte Leon leise, während er sanft mit den
Fingern über Aurians Hand strich, die ihn fragend ansah. „Der
verrückte Kerl hat es umgestaltet. Es hängen nun elegante
Wandteppiche an den Wänden und ebenso liegen edle Teppiche auf
dem Boden, er hat das Zimmer gestrichen und er ist sogar her
gegangen und hat die Welten bereist und Babysachen gekauft. Als
ich ihm sagte das wäre doch nicht nötig, das man auch so alles
her holen könnte, sah er mich nur kopfschüttelnd an und meinte:
Das käme ja gar nicht in Frage, er wolle für das Kind nur das
beste und das beste wäre, wenn man es selber macht oder besorgt.
Er schleppte mich sogar einige male mit um eine Babywiege,
Wickeltisch, Spielsachen und so einen Kram zu kaufen, obwohl im
Zimmer bereits alles mögliche stand, das er allerdings
kurzerhand raus warf.“ Nun lachte auch Aurian. „Ich weiß nicht
aber das ist typisch Myrion. Verstehst du nun warum ich ihn
besonders liebe. Er ist so herrlich verrückt.“ Leon nickte: „Ja
Liebes und ich denke genau aus dem Grunde kann ihm auch niemand
böse sein. Ich liebe ihn auch, als guten Freund und sogar als
Bruder.“
Nun als Myrion bei Iskander und
Enjara ankam brachte er ihnen die Neuigkeit. Enjara sah ihn
ungläubig an: „Wir dürfen wirklich direkt in ihrer Nähe und
sogar bei ihr wohnen? Ist das wirklich wahr?“ Myrion lächelte
und nickte: „Ja es ist wirklich wahr. Sie ist bereit euch einige
Räume in unserer Privathöhle oder Wohnung zur Verfügung zu
stellen. Nur sollte ich euch warnen. Leon als auch ich sind wie
soll ich sagen nicht gerade prüde oder gehemmt und Aurian ebenso
wenig so das wir auch schon mal unsere Liebesspielchen auf dem
Plateau austragen. Wir gehen damit recht offen um. Darauf
solltet ihr gefasst sein.“ Iskander und Enjara nickten. Sie
verstanden. Doch war das für sie kein Grund das großzügige
Angebot ab zu lehnen und so begannen sie zu packen, obwohl es
nicht viel zu packen gab. Myrion ging dann wieder als er ihren
Eifer sah und wollte Aurian gerade die Nachricht bringen als
Leon von dem Babyzimmer erzählte und hörte so noch wie Leon über
ihn sprach. Als er näher trat klopfte er Leon kurz auf die
Schulter. „Ich liebe dich auch mein Freund.“ Dann an Aurian
gewandt: „Du solltest für die Zimmer sorgen, denn die beiden
sind schon praktisch auf dem Weg.“ Aurian nickte und kurze Zeit
später hörte man es leise knirschen und in einem kleinen
Seitentrakt der Privathöhle waren drei neue Zimmer entstanden.
Ein Schlafzimmer, ein Zimmer für das Kind, ebenso wie eine
kleine Küche und ein Wohnzimmer, das nur der kleinen Familie
gehörte. Myrion sah sich alles an und nickte. Die Zimmer waren
sogar schon vollständig eingerichtet mit sehr edlen Möbeln und
Teppichen. Und als das junge Paar mit dem Baby erschien, führte
er sie zu den Räumen. Anschließend zeigte er ihnen noch die
wirklich privaten Räume der Herrin, unter anderem auch ihr
Schlafzimmer, das sie mit Myrion und Leon bewohnte und Iskander
staunte nicht schlecht als er das überdimensionale Bett sah.
Allerdings wies er die beiden darauf hin, das sie das
Schlafzimmer niemals betreten dürften, das Aurian darauf sehr
großen Wert legen würde. Dann richteten sich die beiden ein und
als sie damit fertig waren traten sie auf das Plateau, Iskander
trug eine kleine Wiege unter dem Arm und Enjara hatte ihren Sohn
in den Armen. Als Iskander die Wiege abgestellt hatte, legte
Enjara ihren Sohn dort hinein. Dann setzten sie sich zu den
anderen, denn auch Myrion hatte nun bei Aurian platz genommen.
Auf dem Tisch standen Kekse und eine große Kanne mit kaltem
Fruchtsaft. Als Iskander Aurian musterte fiel ihm auf das sich
ihr Bäuchlein schon leicht gerundet hatte. Aurian nickte den
beiden nur freundlich zu und deutete an das sie sich bedienen
dürften.
Es dauerte einige Zeit bis das
junge Paar begann sich freier zu bewegen. Anfangs waren sie noch
gehemmt. Doch dann begann Enjara sich um den Haushalt zu kümmern
wobei sie das Schlafzimmer von Aurian immer außen vor lies.
Aurians Bauch wuchs noch schneller als der von Enjara, doch auch
wenn diese das wunderte, so sagte sie nichts dazu und fragte
auch nicht. Sie ging einfach davon aus, das die Herrin eben ein
besonderes Kind zur Welt bringen würde, das wohl auch schneller
wuchs. Myrion und Leon wuselten laufend um Aurian herum, um es
ihr so bequem wie möglich zu machen. Das sie auch alles hatte
was sie brauchte, sie wollten das es ihr gut ging. Auch mussten
die beiden Männer auf einiges verzichten, da Aurian ihre Kraft
darauf verwendete das Kind in sich wachsen zu lassen. Sie hatte
nicht die Zeit neun Monate schwanger zu sein. Zu viele Pflichten
warteten auf sie und sie konnte unmöglich schwanger die Welten
besuchen, das war zu gefährlich auf der einen Seite und
andererseits wäre es nicht so gut gekommen, wenn die
Priesterinnen eine schwangere Herrin des Lichts gesehen hätten.
Iona die Mutter Natur unterstützte sie dabei. So das nach nur
einem drittel der normalen Zeit schon die Geburt bevorstand.
Lazarus sollte geboren werden. Und als es soweit war, flutschte
das Kind nur so aus ihr heraus. Die beiden Männer ließen es sich
auch nicht nehmen dabei zu sein. Doch als das Kind geboren war
und Iona es in ihren Händen hielt, sah sie erst Aurian an und
dann die beiden Männer. Ihr Blick war merkwürdig. „Liebes du
bist dir sicher das es ein Sohn des Lichts werden sollte? Denn
ich spüre in diesem Kind etwas dunkles, etwas sehr
eigenartiges.“ Aurian lächelte: „Ich weiß was er ist. Er wurde
gezeugt von zwei dunklen Vätern, ebenso wie mein Vater. Doch
habt keine Sorge der Junge ist schon genau so wie er sein
sollte. Er wird euch noch alle überraschen.“ Dann nahm sie ihren
Sohn in den Arm und er sah sie mit strahlend blauen Augen an.
Als man sie dann mit dem Kind alleine lies, sah sie es an und
flüsterte leise: „Ich weiß was mit dir los ist. Und ich weiß
auch was später mal geschehen wird, doch ich bin darauf
vorbereitet. Vor mir kannst du dich nicht verstecken, denn
vergiss nicht ich bin die Herrin des Lichts. Ich bin das Licht.
Meine Macht ist grenzenlos.“
Aurian erholte sich recht schnell
und kam dann ihren Pflichten den ihr anvertrauten Welten schnell
wieder nach. Jetzt erst bekamen auch Enjara und Iskander mit wie
eingespannt die junge Frau oft war. Wie sie Welten bereiste, wie
sie auf Gebete die man an sie richtete reagierte und noch
einiges mehr. Natürlich sprang sie nicht wenn ein einzelner ein
Gebet an sie richtete, sondern diejenigen mussten sich in einen
Tempel begeben dort den Priesterinnen ihre Bitte vortragen und
diese entschieden dann ob man damit die Herrin belästigen
sollte. Wurde das Gebet erhört gab es zwei Möglichkeiten,
entweder die Kerzen flammten auf einmal auf, was dies anzeigte
oder aber wenn es sich um etwas größeres handelte tauchte die
Göttin, also Aurian persönlich auf. Doch immer begleitet von
entweder beiden und zumindest einem Löwen. Und nach der Geburt
von Lazarus wechselten sich die beiden Männer ab. Einer blieb
bei dem Kind, der andere begleitete Aurian.
Doch Enjara hatte immer mal
Probleme mit Lazarus. Wenn Aurian nicht da war versuchte sie
auch Lazarus zu stillen, doch dieser schrie wie am Spieß und
wollte das nicht. Er weigerte sich und hörte erst auf, wenn
Aurian zurück war und ihn selber an die Brust legte. Das
Verhalten von dem kleinen Gott kam allen merkwürdig vor, ihm
müsste es doch egal sein, von wem er sein Essen bekam, es war
doch nicht ungewöhnlich das man eine Amme nutzte um ein Kind zu
stillen, doch Lazarus wusste scheinbar genau, wer seine Mutter
war und an wessen Brust er gelegt werden wollte. Iskander
hingegen reiste immer mal auf seine Welt, jetzt wo er wusste wie
es ging. Denn Leon hatte sein Versprechen gehalten und es ihm
gezeigt. So besuchte er auch ab und an seinen zweiten Sohn um
nach dessen Entwicklung zu schauen. Und nebenbei holte er sich
dort auch schon mal das, was er an körperlicher Befriedigung
brauchte und ihm Enjara nicht geben konnte. Doch achtete er
genau darauf das nicht wieder ein Kind daraus entstand, so auch
das Enjara es nicht mit bekam. Die einzige die es wusste war
Aurian und diese schmunzelte nur darüber und schwieg. Allerdings
suchte sich auch ein anderer ab und zu ein erotisches Abenteuer.
Auch wenn Leon dachte sie wüsste es nicht, so war es ihr
durchaus bekannt, sie wartete halt ob er es ihr irgendwann mal
selber sagen würde. Der einzige der sein Glück im heimischen
Bett holte und das nicht gerade wenig war Myrion, er wollte nur
eine Frau und das war Aurian. Ihm hatte sich Leon allerdings
anvertraut, das er auch ab uns zu mal was anderes nebenbei
laufen hatte. Myrion schmunzelte nur leicht, er ahnte das Aurian
alles wissen würde, das man ihr nichts vormachen konnte, doch er
verriet Leon nicht. Enjara hatte sich mit einer jungen Frau
angefreundet die im hellen Teil der Stadt lebte und die Mystra
ihr vorgestellt hatte. Und mit ihr lebte sie auch ein wenig das
aus was Aurian ihr nicht gab, und Iskander ihr nicht geben
konnte. Aurian beobachtete das alles leicht lächelnd. Ebenso wie
sie ihren Sohn beobachtete der langsam laufen lernte und oft auf
ihrem Schoss saß und ebenso oft seinen Kopf auf ihrer Brust
liegen hatte oder danach grabschte. Auch Myrion fiel auf das der
kleine sehr an seiner Mutter hing als auch dessen merkwürdige
Gebaren. Und so als er mit Aurian wieder mal auf dem Plateau saß
und das abermals beobachtete, sah er Aurian an: „Der Kleine geht
ja jetzt schon ganz schön ran. Also bei Arden habe ich das noch
nicht gesehen. Ist sein Verhalten noch normal? Ich meine sieh
dir das doch mal an, er hat jetzt ungefähr das Alter eines zwei
oder dreijährigen und grabscht jetzt schon nach deiner Brust
oder will immer daran liegen.“ Aurian sah auf Lazarus herab und
seufzte leise: „Nein das ist nicht normal, der Kleine hat das
gleiche Problem wie damals Ikarus. Nur das es sich bei Ikarus
erst später im Teenageralter zeigte, wie mir Iona erzählte.“
Myrion sah sie fragend an: „Also gut was ist mit ihm los?“
Aurian sah Myrion an, dann noch mal auf den kleinen Jungen der
sich an sie drückte und auf ihrem Schoss saß. „ Er leidet unter
dem Ödipuskomplex, falls dir das was sagt. Im Grunde ist dieser
Komplex normal bis zu einem gewissen Punkt und Alter, in der
Regel löst der sich mit dem sechsten oder siebten Lebensjahr
auf. Doch ich befürchte das es bei unserem Sohn nicht geschehen
wird. Ein Junge ist gewöhnlich die erste Lebenszeit auf seine
Mutter fixiert und das wird irgendwann mit der Fixierung auf den
Vater abgelöst, doch bei Ikarus und nun auch bei Lazarus, die
zwei Väter haben, kann diese Ablösung nicht stattfinden weil sie
nicht wissen welchen Vater sie nun idealisieren sollen. Und
bleiben so in diesem Komplex gefangen. Das war auch der Grund
warum Ikarus Jasmin begehrte.“ Myrion nickte verstehend: „Und
was können wir dagegen tun? Solltest du ihn dann nicht lieber
jetzt schon von dir fern halten? Damit sich die Bindung lösen
kann?“ Aurian seufzte abermals : „Versuch es,“ :damit löste sie
Lazarus von sich und reichte ihn an Myrion weiter. Doch kaum
hatte der kleine seinen warmen Platz verlassen begann er
höllisch zu schreien. Myrion hatte ihn nun auf seinem Schoss,
doch der Kleine tobte und gebärdete sich wie wild, er schlug
sogar nach Myrion, damit der ihn los lies. Myrion lies aber
nicht los, sonder kämpfte nun mit dem kleinen Kerl und sah
nebenbei Aurian an. „Ich werde mich jetzt mal darum kümmern.“
Der Kleine schlug, kratzte und biss, doch Myrion lies ihn nicht
los sondern hielt ihn fest. Aurian sah es sich seelenruhig mit
an: „Es wird nichts nutzen. Doch du kannst es gerne versuchen.“
In den nächsten Wochen und
Monaten würden Myrion als auch Leon den man darüber aufgeklärt
hatte was mit Lazarus los war, den Kleinen mit sich herum
schleppen. Sei es in der Schmiede wo er sich im Laufe der Zeit
sogar nützlich machte oder wenn sie auch nur irgendwo herum
saßen und sich unterhielten. Aurian achtete im Gegenzug darauf
das er nicht mehr so oft auf ihren Schoss kletterte und setzte
ihn dann auch gleich wieder herunter, was anfangs nur mit viel
Geschrei einher ging. Doch Lazarus lernte das er vorsichtiger
sein musste.
Und so verging die Zeit, die
Kinder wuchsen heran und waren dann auch bald schon im etwaigen
Alter von 10 Jahren. Lazarus begann zu lernen, er half seinen
Vätern in der Schmiede und da er das schon von klein an getan
hatte konnte man nun sehen das sich bei ihm jetzt schon Muskeln
zu bilden begannen. Iskander brachte den beiden Jungen den
Schwertkampf bei und von Myrion lernten sie den Nahkampf. Aurian
brachte ihnen lesen und schreiben bei, als auch was sie als
herrschende Götter wissen mussten, welche Macht sie haben würden
und das man damit verantwortlich umgehen musste. Lazarus
verhielt sich nun unauffälliger, doch Aurian traute dem Braten
nicht. Ihr Sohn war kein normales Kind und auch kein normaler
Gott. Er versuchte etwas vor ihr zu verheimlichen und sie ahnte
auch was. Der einzige der den Jungen ein wenig durchschaute war
Leon, da er selber sein Leben lang hinter einer Maske gelebt
hatte. Er wusste, irgendwann würde es aus dem Jungen heraus
brechen. Und welche Überraschung sie dann erleben würden, wollte
er sich nicht mal ausmalen. Doch Lazarus begann, nicht wie beim
gewöhnlichen Ödipuskomplex seine Väter zu hassen, sondern sie zu
bewundern, wie sie zusammen in der Schmiede arbeiteten, wie sie
zusammen hielten, wie sie sich gemeinsam um seine Mutter
kümmerten und ihr halfen. Er beobachtete und lernte. Er sog
alles auf wie ein Schwamm. Er ging sogar soweit die drei beim
Liebesspiel zu beobachten und auch daraus zu lernen. Er wollte
Wissen. Er las sich durch Unmengen von Bücher, er bereiste
unerkannt sogar schon in seinen jungen Jahren die Welten und
lernte auch dort. Er ging zu Iona und lernte von ihr was sie an
Pflichten hatte, wie ihre Macht aussah, so wie er auch Aaron
löcherte um noch mehr Wissen an zu sammeln. Jeden einzelnen Gott
und jede Inkarnation der Insel suchte er auf und lernte. Er
glaubte sich unbeobachtet, doch eins wusste er nicht, er kannte
nicht die Macht seiner Mutter und so wusste sie immer was er
tat.
Und die Kinder wuchsen weiter
heran.
