
Kapitel 43: Wer ist Ikarus?

Eric und Dorian fiel nun erst auf
das sie tatsächlich seit der einen Nacht, als sie Jasmin
gemeinsam besessen hatten, es nie wieder vorgekommen war. Ihnen
wurde nun klar, was sie damals gesagt hatte, dass das was sie in
dieser Nacht geteilt hatten nie sehr oft vorkommen würde,
wörtlich gemeint war. Sie sprachen darüber und ihnen fiel auf,
das es sich irgendwie immer so ergeben hatte das entweder Dorian
sie wollte oder Eric, aber nie beide zusammen oder zur gleichen
Zeit. Sie teilten zwar das Bett und schliefen auch zusammen,
aber wirklich nur zum schlafen, nie um den Akt mit einander zu
vollziehen. So kamen sie auf die Idee es mal zu versuchen. „Es
ist wirklich merkwürdig, aber es stimmt. Wenn du sie an dich
ziehst weil du etwas von ihr willst, bekomme ich nie mehr mit
als das du es tust und dir scheint es ebenso zu gehen, sobald
ich sie will oder sie sich mir zuwendet, schläfst du ein.“
Dorian sah Eric an, dieser nickte. „Stimmt, ist doch merkwürdig,
aber ich habe eine Idee, es war uns bisher nie bewusst noch
haben wir je darüber nachgedacht, doch heute Nacht testen wir es
mal. Warte bis ich mit ihr im Bett liege und sie bereits an mich
gezogen habe und komm dann erst ins Bett, denn du wirst ja wohl
kaum im stehen einschlafen, oder?“ Dorian nickte und hielt es
für einen guten Plan, es ging nicht darum das sie beide sie
unbedingt gleich zeitig wollten, sondern ihnen kam es darauf an
mal zu testen ob sie sich das nun einbildeten oder ob es
tatsächlich so war, das derjenige der gerade nichts von ihr
wollte einschlief. Kurze Zeit später bekamen die beiden mit wie
Ikarus den nächsten Alterungsschub bekam und er auf einmal ein
junger Mann mitten in der Pubertät war, nämlich ein 16jähriger
Teenager. Er trat auf die beiden zu, fluchte leise vor sich hin
weil er schon wieder mal nackt vor den beiden stand. „Das ist
das einzige das ich dabei zum kotzen finde. Jedes mal kommt es
unerwartet und meine Klamotten fliegen mir regelrecht vom
Körper, weil ich diese beim wachsen sprenge.“ Die beiden Männer
verkniffen sich nun mühsam ein lachen, weil das war doch zu
komisch. Im einen Moment stand noch ein zehnjähriger vor ihnen
und einen Moment später auf einmal ein nackter Teenager. Dorian
hielt kurz darauf Kleidung für Ikarus in der Hand: „Zieh das
an.“ Ikarus nahm die Kleidung und sah die beiden an: „Na lacht
schon, ich sehe doch das ihr es urkomisch findet. Aber weswegen
ich eigentlich gekommen bin.“ Während er sich anzog sah er die
beiden immer mal kurz an, die sich nun doch vor lachen kaum noch
halten konnten. „Ihr habt gar nicht so unrecht, es schläft
tatsächlich immer einer von euch ein oder aber ist nicht da und
hat was anderes zu tun. Das ist im Grunde ganz einfach. Ihr seid
beide wild, verlangend und vor allem sehr ausdauernd im Bett.
Doch ist es kein Problem solange ihr jeder für sich zu ihr kommt
und sie genug Zeit hat sich von euren wilden Spielchen zu
erholen. Doch zusammen kann sie euch kaum verkraften. Also hilft
ihr hier das Licht.“ Dorian und Eric war nun das lachen
vergangen und sie sahen Ikarus an. „Sag mal Junge woher weißt du
was zwischen Mann und Frau vor sich geht und vor allem wie es
bei uns im Bett zu geht?“ Eric war verblüfft. Ikarus lachte nun
seinerseits, sah die beiden frech grinsend an. „Na von euch
beiden Weltmeistern im Bett. Weil ihr habt ihr ja auch keine
Ruhe gelassen als ich bereits unterwegs war und so konnte ich
sozusagen hautnah mit erleben wie ihr beide seid.“ Nun blieb den
beiden Männern die Spucke weg und Dorian fragte leise: „Du warst
doch noch gar nicht geboren, wie konntest du das dann mit
erleben?“ Ikarus sah beide weiter hin an: „Ihr seid wie Mutter,
ihr seht nicht was ihr hier gezeugt habt. Ich bin........nein
ich darf es euch nicht sagen, noch nicht. Doch irgendwann werdet
ihr es verstehen. Wie dem auch sei, ihr wisst nun, da ihr
gelauscht habt, das ihr beide noch mal eine Nacht gemeinsam mit
ihr haben werdet, das wird die Nacht sein in der die Welt in der
Kugel ihre Kugel sprengen und am Himmel erscheinen wird. Doch es
wird noch ein weiterer Akt von Nöten sein um sie zu dem zu
machen was sie werden soll. Jasmins Paradies, ihre Zuflucht,
wenn ihre Aufgabe hier erfüllt ist.“ Die beiden Männer sahen den
Jüngling an und nickten: „Sie wird sich nicht darauf einlassen.
Du bist ihr Sohn.“ Ikarus sah die beiden sanft an: „Ich bin mehr
als das, doch auch das werdet ihr später mal verstehen. Sie wird
es tun, sie tut immer was getan werden muss. Ob es ihr gefällt
oder nicht. Aber noch ist es Zeit, mein nächster Alterungsschub
dauert noch eine Weile, doch dann werde ich etwa Anfang zwanzig,
ein Mann und auch in der Lage sein, zu tun was ich tun muss. Und
ich werde mich dann nicht abweisen lassen. Aber ich denke nicht,
das ich abgewiesen werde.“ Die beiden sahen Ikarus an und
betrachteten ihn. Er war jetzt schon fast so muskulös wie Dorian,
hatte fast die Größe von Eric erreicht und war selbstbewusst,
als schien er wirklich zu wissen was er sagte. Ikarus sah die
beiden ebenso an: „Doch eins sollte ich euch nicht
verheimlichen, in dieser Nacht wird dann das Licht Jasmin, meine
Mutter verlassen und sich eine neue Trägerin suchen. Mutter wird
das nicht überleben, sie wird in dieser Nacht sterben. Ihre Zeit
ist dann abgelaufen, sie wird in ihr Paradies eingehen und dort
glücklich die Ewigkeit verbringen können, umgeben von ihren
Liebsten.“ Dorian und Eric schluckten nun. Dorian sah Ikarus
eiskalt an. „Dann werden wir uns weigern, gemeinsam mit ihr die
Nacht zu verbringen, wir werden uns hüten und es nicht darauf
ankommen zu lassen. Und deine Welt wird niemals entstehen.“
Ikarus schüttelte leicht den Kopf: „Ihr werdet euch nicht
dagegen wehren können. Nicht umsonst hat das Licht euch
ausgewählt, ihre Gefährten zu sein. Vorrangig war vor allem, das
ihr beide so....nun ja trieb gesteuert seid und des weiteren
eure dunkle Natur. Ihr beide wart grausam, bösartig und der
Dunkelheit verfallen und nun seht euch an. Ihr wärt beide bereit
für das Licht zu sterben.“ Dorian knurrte wütend: “Nein nicht
für das Licht, wir kämpfen nicht für das Licht, wir stehen auf
der Seite Jasmins.“ Abermals sah Ikarus Dorian an: „Das Licht
und Jasmin sind untrennbar mit einander verbunden, geht das
Licht ist Jasmin frei. Ist es nicht das, was sie sich gewünscht
hat? Diese Last los zu werden? In Ruhe leben zu können? Was sie
von dieser Last befreien wird ist eine Nacht mit dem Sohn
des..........verdammt nun hättet ihr mich beinahe dazu bekommen
zu sagen was ich bin.“ Dorian und Eric sahen ihn an und Dorian
knurrte: „Dann sag uns was du bist, sag es uns, damit wir es
verstehen können. Glaubst du wir finden es gut das du und sie?
Und jetzt komm mir nicht mit, die Moralvorstellungen der
Sterblichen gelten hier nicht, damit haben weder Eric noch ich
ein Problem, selbst meine Tochter musste mit ihrem Bruder
schlafen. Also sag uns was du bist.“ Ikarus blickte von einem
zum anderen, sein Blick bis dahin sanft war nun eiskalt:
“Versprecht ihr mir zu schweigen? Versprecht ihr mir zu warten
bis Jasmin es selber erkennt? Und denkt daran wenn ihr euer Wort
gegeben habt, werdet ihr im selben Moment in dem ihr es brecht,
sterben und nicht mit ihr in das Paradies eingehen dürfen. Eure
Seele wird in die Dunkelheit gehen und vergessen werden. Also
versprecht ihr es? Ansonsten wartet bis die Zeit dafür reif
ist.“ Die beiden Männer sahen sich an und antworteten
gleichzeitig: „Wir versprechen es.“ Nun erklärte Ikarus ihnen
was er tatsächlich war, und je mehr er ihnen erklärte um so
größer wurden ihre Augen. Und ihnen wurde klar, das sie Jasmin
selbst wenn sie kein Versprechen abgegeben hätten nichts gesagt
hätten, sie wussten nun das ihre Geliebte, es selber erkennen
würde, wenn der Zeitpunkt gekommen wäre. Nun waren beide auch
bereit zu tun was sie tun mussten und würden dafür sorgen das
die Welt in der Kugel befreit würde und ihren Platz bekommen
könnte. Als Ikarus gegangen war, saßen beide Männer da und
hatten den Kopf in den Händen vergraben und weinten. Dann legte
Eric seinen Arm um Dorian: „Wir müssen stark sein, stark damit
sie nichts merkt.“ Dieser nickte.
Einen Tag später ging Dorian zu
Mystra und forderte von ihr sein Recht auf eine Nacht ein. Er
wusste das er nun abermals einen Sohn zeugen würde und er wusste
auch das es ein dunkler Gott werden würde, bösartig wie er einst
gewesen war. Andra wunderte sich das Dorian so nachhaltig sein
Recht forderte, doch konnte er nichts machen sondern musste
Dorian gewähren lassen. Am Morgen darauf, ging Dorian und sagte
seinem Bruder nur, das er ab sofort sein Recht nicht mehr
einfordern würde, das dies das letzte mal gewesen sein würde.
Andra sah in das versteinerte Gesicht seines Bruders und auch
ohne irgendwas zu wissen, ahnte er als er dessen Gesicht sah,
das er seinen Bruder nun verlieren und Mystra nun nur noch ihm
gehören würde. Eigentlich hätte er glücklich sein müssen und
doch hatte es einen üblen Nachgeschmack. Vor allem weil er den
Sohn den er mit der Sterblichen gezeugt hatte aufgesucht hatte
und dieser nun einen Weg nahm, der gegensätzlich zu dem war, den
er sich für seinen Sohn wünschte. Man hörte ihn immer mal leise
murmeln: „Warum werden einige meiner Söhne so dunkel.“ Die
kleine Insel bereitete sich ohne es zu ahnen auf den Wandel vor.
Das Licht begann alles zu ordnen damit alles bereit sein würde,
für die Nachfolgerin Jasmins.
Jasmin sah den Wandel und ahnte
langsam was kommen würde. Und als sie wieder mal Andras Sohn
beobachtete in dem sie am Strand stand und in den Nebel blickte,
da fiel ihr etwas auf. Die Welt auf der er sich befand war ihre
Welt, war die Welt auf der sie geboren worden war. Wo alles
ihren Anfang genommen hatte. Sie sah ihr Elternhaus, sie sah die
Nachkommen ihrer Kinder. Und leise liefen Tränen ihre Wangen
herab. Ihre Kinder waren schon lange tot, selbst die Kinder
ihrer Kinder und dort sah sie nun Zorans Urenkelin und sie
wusste nun, das sie die nächste Herrin des Lichts zur Welt
bringen würde und sie wusste auch wer ihr Vater sein würde. Und
ebenso traf sie nun die Erkenntnis was Ikarus wirklich war und
sie schrie leise auf. Ikarus stand hinter ihr. „Du hast es also
langsam verstanden? Du hast erkannt was ich bin?“ Sie nickte und
als sie sich umdrehte, stand hinter ihr nicht mehr der Jüngling
der er noch vor wenigen Stunden war, sondern dort stand ein
Mann. Der die Größe und Statur von Eric hatte, der die Haare und
das Gesicht von Dorian trug, und doch ihre Güte und Liebe besaß.
Er trat vor Jasmin hin und reichte ihr die Kugel mit ihrem
Paradies. „Gib ihr Leben, Jasmin. Es liegt an dir. Du kannst den
Zeitpunkt bestimmen, doch warte nicht zu lange. Denn das Licht
muss bald gehen, du hast es gesehen, die Zeugung der neuen
Herrin steht kurz bevor. Und wenn du dieser Welt nicht das Leben
gegeben hast und nicht dafür gesorgt hast das sie wird was sie
sein soll, hast du keine Zuflucht. Es ist deine Entscheidung.“
Sie sah ihn an und nickte. Er hatte sie nicht mehr Mutter
genannt, das wäre auch unpassend gewesen, denn sie war nicht
seine Mutter, sie hatte ihn nur ausgetragen. Er war der Sohn des
Lichts, nicht ihr Sohn. Sachte hob sie ihre Hand und strich ihm
leicht über die Wange. „Wirst du irgendwann mein Sohn sein?“ Er
nickte und zwinkerte ihr zu: „Allerdings wirst du dann ein Baby
im Arm halten, das du ganz normal auf ziehen musst, meinst du
das dir das gefallen würde?“ Jasmin nickte: „Doch wie wäre das
möglich ich wäre doch dann tot, das verstehe ich nicht.“ Er zog
Jasmin in seine Arme und lächelte sie sanft an. „Du warst dann
einst die Herrin des Lichts, für dich würden andere Gesetze
gelten, denn das wäre dein Paradies und du würdest bestimmen
können was passiert. Du wirst hier und in allen Welten tot sein,
doch in deinem Paradies wirst du leben. Du wirst deine Liebsten
um dich haben. Und wenn du einen Babysohn haben möchtest, so
wirst du ihn bekommen und er wird genau so sein wie du ihn dir
vorgestellt hast. Verstehst du nun wieso ich einen Lebensfaden
habe? Ich werde dieser Sohn sein, doch hier und jetzt musst du
mich eine Nacht als deinen Geliebten akzeptieren, wirst du das
können?“ Jasmin sah ihn an. „Und dann entsteht das Paradies für
mich und ich bekomme meinen Babysohn?“ Ikarus nickte: „Ja dann
bekommst du alles was du dir wünscht, Frieden, die Last wird von
dir abfallen und auch die beiden Männer die du liebst werden
dich begleiten können. Du wirst frei sein, endgültig frei. Nutze
die kommende Nacht und verbringe sie mit den beiden Männern die
du liebst, wie du es schon mal getan hast. Und dein Paradies
wird die Kugel sprengen. Und in der folgenden Nacht, sei mein,
eine Nacht lang, dein Paradies wird entstehen, das Licht dich
verlassen und später in die neue Herrin eintreten die gezeugt
werden wird.“ „Die von dir gezeugt werden wird, meinst du wohl.“
Ikarus nickte. „Ja die ich zeugen werde, nachdem du gegangen
bist und das Licht ebenso wie du wieder frei sein wird. Das
Licht wird mich begleiten, doch ich werde dich nicht eher
verlassen bist du in dein Paradies eingetreten bist.“ Jasmin
verstand, der Akt war nötig, zum einen damit ihr Paradies
entstehen und zum anderen, damit Ikarus das Licht von ihr
übernehmen und es seiner neuen Herrin bringen konnte, so nickte
sie. „Ich werde die Nacht mit dir verbringen.“ Ikarus beugte
sich zu ihr herab und küsste sie, aber nun nicht so wie ein Sohn
seine Mutter küssen würde, sondern eher wie ein Mann eine Frau
küsste. Und nachdem er den Kuss löste rang Jasmin nach Atem und
sah ihn überrascht an. Er grinste leicht und zwinkerte ihr zu:
„Ich bin auch nur ein Kerl.“ Dann drehte er sich herum und als
er an den beiden Männern vorbei ging die alles mit bekommen
hatten, grinste er auch sie an.“ Heute Nacht werdet ihr wieder
mal ein Wunder erleben.“ Dorian und Eric hatten mit bekommen war
dort gesprochen worden war und waren überrascht das Jasmin sich
tatsächlich darauf einlassen würde.

Kapitel 44: Jasmins Paradies

Dorian ging auf und ab, es
dämmerte bereits langsam. Er sah immer mal Eric an.“Weißt du was
das heißt? Wir werden gehen, wir werden alles zurück lassen was
wir sind. Willst du das? Ob wir verhindern können das sie sich
Ikarus hingibt?“ Eric lehnte an der Wand und sah ihm zu. „Wir
werden es nicht verhindern können. Und außerdem ist es nicht das
was sich Jasmin immer schon gewünscht hat? Ein Leben in Frieden?
Egal was sie tun wird, ich liebe sie und ich werde den Weg mit
ihr bis zum Ende gehen, egal wo es mich hinführen sollte. Ob du
mit gehen willst liegt an dir, es ist deine Entscheidung ich
werde sie jedenfalls nicht verlassen.“ Jasmin hatte derweil die
Truhe mit dem finsteren Schwert in einen tiefer gelegenen
Höhlenraum gebracht, hatte diesen dann mit Hilfe ihres
Lichtstabes verschlossen und niemand würde sie je wieder öffnen
können. Selbst die neue Herrin des Lichts nicht. Der finstere
Halbgott würde für alle Ewigkeit dort verborgen sein.
Anschließend trat sie nochmals zu dem Buch, legte ihre Hand
darauf: „Danke für deine Hilfe, vielleicht sehen wir uns
irgendwann wieder.“ Leise hörte sie in ihrem Kopf: „Ist alles
vorbereitet?“ Jasmin nickte: „Ja die Marmorsockel für unsere
Körper stehen bereit. Das Schwert in dem dein Bruder steckt ist
tief verborgen. Ich habe in die Zukunft geschaut und die neue
Herrin wird ihre Aufgabe gut erfüllen. Es ist Zeit für uns zu
gehen. Wir haben länger gelebt als es uns eigentlich zustand.
Wir sind nie gealtert und bis auf meine Narben bin ich immer
noch so schön wie eh und je.“ Anschließend betrat sie die neue
Kristallhöhle die sich gebildet hatte und sich direkt neben der
Höhle in der das Buch auf dem Podest lag, befand. Sobald ihre
Körper dort hinein gebettet worden wären, würde sich die Wand
schließen, Allerdings würde diese Wand aus hellem Kristall sein
und man würde durchsehen können. Hier würden ihre sterblichen
Überreste bis in alle Ewigkeit ruhen. Ihre Seelen würden in das
Paradies eingehen und dort in Frieden leben können. Vier Sockel
aus weißem Marmor standen hier bereit, eine für sie, und je eine
für Dorian, falls er mit kommen würde und für Eric ihren
Begleiter seit der Zeit da sie sich fanden. Die vierte würde für
Ikarus sein, sobald er den letzten Alterungsschub bekommen
würde, der ihm dann das Leben nehmen würde. Es war alles
vorbereitet. Sie spürte das jemand hinter sie trat. Dann legte
dieser jemand seine Hände sanft auf ihre Schultern und sie hörte
Ikarus Stimme: „Habe keine Angst, es wird nicht weh tun. Ich
werde dich lieben und du wirst langsam deinen letzten Atemzug
tun. Anschließend werde ich die beiden Männer die du liebst
fragen ob sie dich begleiten wollen. Wer dazu bereit ist wird
dir nach einer Berührung von mir folgen. Und ich hege keinen
Zweifel daran das beide dazu bereit sein werden.“ Jasmin lehnte
sich an Ikarus, nun spürte sie das er nicht mal ein Hemd trug
und sein Oberkörper nackt war. Sie spürte seine gewaltigen
Muskeln die sich unter seiner Haut bewegten, wenn er den einen
oder anderen anspannte. Leise flüsterte sie: „Ich begehre dich
nicht. Egal was du bist ich habe dich ausgetragen, für mich bist
du mein Sohn auch wenn ich weiß das es nicht so ist. Zumindest
noch nicht.“ Ebenso leise antwortete er: „Ich habe dich als ich
noch kleiner und jünger war als meine Mutter angesehen, doch als
ich ein Teenager wurde, sah ich dich in einem anderen Licht. Ich
sah dich als Frau, weil ich wusste was von mir verlangt würde.
Und da ich wusste wie du mit den beiden Männer umgegangen bist
die mit dir das Bett teilen, kam in mir begehren auf. Ich will
dich. Mein Körper schreit danach dich in den Armen zu halten.
Mit dir die höchste Lust zu erleben. Das zu bekommen, was du so
reichhaltig diesen beiden Männern gegeben hast. Dich jetzt so
nahe bei mir zu spüren, stellt meine Beherrschung auf eine harte
Probe, doch ich weiß das ich es noch nicht darf. Ich werde in
diesem Leben nur zweimal die körperliche Erfüllung finden,
einmal in deinen Armen, du wirst die erste sein und dann einmal
in den Armen der Mutter der neuen Herrin. Doch sieh mich an.“
damit drehte er sie zu sich herum. „ich bin stark, ich bin ein
Kraftbolzen, dank Eric. Und die neue Herrin, wird das beste
erhalten von allem. Sie wird Erics Kraft besitzen, sie wird
Dorians Art haben auch mal eiskalt sein zu können wenn es nötig
ist und sie wird deine Güte und Liebe in sich tragen. Doch deine
beiden Männer haben mir etwas mit gegeben und ebenso werde ich
es an die neue Herrin weiter geben. Ihr Verlangen. Sie wird
verlangender sein als du und ich weiß das du es oft nicht mal
wolltest wenn einer der beiden ankam und du gabst es ihnen
dennoch. Doch deine Enkelin, wird alles in unermesslichem Rahmen
besitzen und die beiden Männer die man für sie aus gewählt hat,
werden teilweise ihr blaues Wunder erleben. Sie wird eine
Amazone sein. Aber worauf ich hinaus will ist, Eric und Dorian
haben auch an mich dieses Verlangen weiter gegeben, sie haben es
mir vererbt und bitte weise mich nicht ab, denn ich will dich.“
Jasmin hatte ihm zugehört und nickte leicht: „Ich werde dir
geben was du verlangst. Doch ich will ebenso ehrlich sein wie du
zu mir. Es wird mir nicht leicht fallen. Ich liebe dich, doch
anders als man einen Mann liebt. Ich begehre dich nicht.“ sanft
strich ihre Hand über seine Wange, als sie ihn ansah. Erst jetzt
sah sie, als sie sein Gesicht musterte das er strahlend blaue
Augen hatte. Und diese Augen sahen sie sanft und bittend an. Er
wusste das sie mit sich kämpfte, das war ihm nur zu klar. Obwohl
sie ihm gesagt hatte das er bekommen würde was er wollte, war
sie sich nicht sicher. Er lies sie los und trat von ihr zurück.
„Geh nun, es ist Zeit, die beiden warten bereits im
Schlafzimmer. Ich beneide sie darum. Doch ich hoffe das morgen
meine Zeit gekommen sein wird.“ Jasmin nickte, sah den starken
jungen Mann noch mal an und ging dann an ihm vorbei. Kurze Zeit
später betrat sie das Schlafzimmer, auch hier hatte sie bereits
alles vorbereitet. Die Kugel mit der Welt lag auf einem samtenen
Kissen auf einem Stuhl unterhalb des Bettes. Sie sah Eric und
Dorian an. Dorian lief immer noch auf und ab und Eric lehnte
nach wie vor mit verschränkten Armen vor der Brust an der Wand.
Liebevoll sah Eric Jasmin an: „Bist du bereit?“ Dorian stoppte
und sah nun ebenfalls Jasmin an: „Ich weigere mich. Ich will
nicht das wir alles aufgeben wofür wir gekämpft haben.“ Jasmin
seufzte leise, sah Dorian nun ebenfalls an, dann öffnete sie
ohne ein Wort ihr Kleid und lies es zu Boden gleiten. Sie
wechselte kurz einen entschuldigenden Blick mit Eric und trat
dann auf Dorian zu. Sachte strich sie mit den Fingern über
Dorians bloße Brust und drückte sich an ihn. Dann hauchte sie
ihm verführerisch ins Ohr : „Ich will dich, hier und jetzt.“ Sie
wusste genau welche Knöpfe sie drücken musste um ihn herum zu
kriegen. Eric sah was sie tat und wusste wozu das führen würde.
Dorian versuchte sich krampfhaft zu beherrschen. Doch als sie
ihn leidenschaftlich küsste, war es um ihn geschehen und er riss
sie in seine Arme, drängte sie zum Bett und lies sich mit ihr
darauf fallen. Nur kurze Zeit später lagen alle drei nackt auf
dem Bett und Jasmin teilte ihre Zuneigung gerecht unter den
beiden Männern auf. Und wie schon einmal ging es recht wild bei
ihnen zu. Es kam keiner zu kurz und als die beiden Männer einer
nach dem anderen nicht mehr konnten und auch Jasmin erschöpft
zwischen ihnen lag, gab es einen Knall und die Kugel zersprang.
Die Welt in ihrem inneren zerplatzte und war kurz darauf
verschwunden. Eric hielt Jasmin sanft in seinen Armen. Auch
Dorian hatte einen Arm um sie liegen, noch völlig außer Atem
fragte er sie dann: „Und du bist dir sicher? Willst du wirklich
alles aufgeben?“ Jasmin wandte sich Dorian zu: „Ja ich bin mir
sicher. Und ich möchte das ihr mich begleitet. Ich liebe dich
ebenso wie ich Eric liebe und ich möchte nicht ohne euch beiden
sein.“ Dorian sah sie sprachlos an: „Du liebst mich? Ist das
wirklich wahr?“ Jasmin nickte. „Ja ich weiß das ich es noch nie
ausgesprochen habe, doch ich liebe dich ebenso wie ich Eric
liebe. Und ich werde freudig gehen. Ich wünsche mir nichts
sehnlicher, als endlich Frieden zu finden, und wenn ich dazu
noch die beiden Männer mit nehmen kann, die ich liebe, wird mein
Glück perfekt sein.“ Eric lächelte Dorian an, als wolle er
sagen, sagte ich es dir nicht. Dorian nickte. „Wenn es so ist,
dann tue was getan werden muss und ich werde dich begleiten.“
Die Welt war entstanden, nun musste nur noch eines getan werden.
In dieser Nacht, eingebettet in
die Liebe der beiden Männer die sie im Arm hielten träumte sie.
Sie sah das kleine Paradies, sie sah ihre Kinder und sogar ihre
Eltern und alle waren glücklich. Und sie sah Ikarus wie er
langsam auf wuchs. Wie er zu ihrem Sohn wurde. Wärme stieg in
ihr auf und sie wusste nun das sie tun würde was Ikarus von ihr
verlangte. Denn hier stand weit aus mehr auf dem Spiel als nur
ihr persönliches Paradies, sondern das Glück aller Menschen die
sie liebte. Und für sie würde sie tun was getan werden musste.
Sie würde lange Gespräche führen können mit ihren Eltern. Und
sie würde nicht mehr alle Welten im Auge behalten müssen,
sondern nur noch eine, nämlich die auf der ihre Seele endlich
Ruhe gefunden hatte. Und so seufzte sie im Schlaf glücklich auf.
Eric der ihr glückliches seufzen mit bekam lächelte liebevoll.
Als der nächste Morgen kam und
sie ihr Plateau betrat hatte man bereits begonnen Stühle und
Tische auf zu stellen, man hatte einen langen Buffettisch
aufgestellt und man erwartete sie. Die Gänge zu der
Kristallhöhle, ihrer letzten Ruhestätte hatten man mit Blumen
geschmückt und edlen Kerzenleuchtern. Jeder auf der kleinen
Insel wusste was heute geschehen würde. Und jeder von den
Bewohnern war gekommen um noch einige letzte Worte mit ihr zu
wechseln, sie kurz im Arm zu halten und sie noch mal zu drücken.
Andra trat auf Dorian zu. „Mystra hat einem Sohn das Leben
geschenkt und das in sehr kurzer Zeit, außerdem wächst er
schneller als unsere anderen Kinder. Er reift schneller heran.
Ist er der was ich vermute wer er sein wird?“ Dorian nickte. „Es
war nötig das er gezeugt würde. Er wird einer der Begleiter der
neuen Herrin sein. Versuche ihm soviel mit zu geben wie du
kannst. Ich weiß das er nicht gerade der gütigste unter der
Sonne sein wird, er wird wohl eher nach Dion schlagen, doch ich
hoffe einfach mal das die junge Herrin ihm schon Manieren
beibringen wird, so wie es Jasmin bei mir geschafft hat.“ Andra
nickte: „Weißt du auch schon wer ihr zweiter Löwe sein wird?“
Dorian nickte: „Ja, dein Sohn, gezeugt mit einer Sterblichen.
Sobald die junge Herrin erwachsen wird, wird es ihn wie magisch
zu ihr hinziehen und er wird sich unsterblich in sie verlieben.
Eric wird dir später sein Schwert geben, gib es deinem Sohn. Er
wird es brauchen.“ Dann reichte Dorian auch Andra sein Schwert.
„Und gib das meinem Sohn, wenn er soweit sein wird, doch nicht
eher.“ Andra nahm das Schwert entgegen, dann umschlang er seinen
Bruder und drückte ihn an sich: „Ich liebte dich immer, egal wie
niederträchtig du auch zu manch einer Zeit warst.“ Dann betrat
Ikarus das Plateau und nun sah man das er sogar Eric überragte,
das er weit aus kräftiger und noch muskulöser war als seine
Erzeuger. Er trug lediglich eine schwarze Lederhose und nicht
mehr. Die Gespräche verstummten und alle sahen ihn an. Ikarus
sah in die Runde: „Na macht schon weiter, noch könnt ihr euch
verabschieden, noch ist es nicht soweit.“ Der Tag verging, die
drei verabschiedeten sich von jedem einzeln. Ikarus hatte Eric
und Dorian gefragt ob sie dabei sein wollten, wenn er mit Jasmin
ins Schlafzimmer gehen würde, doch beide schüttelten stumm den
Kopf. Sie wollten nicht sehen wie Ikarus ihr das Leben nehmen
würde. Kurz bevor es soweit war, trat Ikarus auf Dorian und Eric
zu und reichte ihnen je ein Schwert. „Sie sind zwar nicht die
welche ihr bisher besessen habt, doch sind sie ebenso edel
gearbeitet und gut. Sie sollen euch in die Ewigkeit begleiten.
Ich habe sie selber geschmiedet, jedes von ihnen.“ Die beiden
bedankten sich bei Ikarus für das wertvolle Geschenk. Dann trat
er auf Jasmin zu, die ihren Stab bereits an das Pult gelehnt
hatte wo sie ihn einst gefunden hatte. Ihr reichte er eine
Kugel, die nun leer war. „Das ist mein Geschenk an dich und du
wirst noch etwas im Schlafzimmer finden, was für dich gemacht
worden ist. Diese Kugel hier ist der ähnlich die auf deinem Stab
war und soll dir die Möglichkeit geben, ab und zu wenn du es für
nötig hältst, in die anderen Welten zu schauen oder auch hier
her. So das ihr immer noch, wenn auch als Zuschauer, teilnehmen
könnt.“ Jasmin nickte und bedankte sich mit einem sanften Blick.
Dann trat sie mit Ikarus zu Türe, drehte sich noch einmal um und
sah über ihre Freunde die sie in dieser Welt gefunden hatte. Als
sie sich abwendete weinten einige, sie trauerten jetzt schon
über die Herrin des Lichts die sie nun verlassen würde. Eric und
Dorian hielten nun Wache vor dem Schlafzimmer und sprachen kein
Wort, jeder von ihnen war mit seinen eigenen Gedanken
beschäftigt.
Als Jasmin das Schlafzimmer
betrat sah sie auf einem Sessel ein weißes Kleid liegen mit
einem weiten langen Rock, das über und über mit den Symbolen des
Lichts bedeckt war. Ikarus sah sie sanft an. Sie betastete das
Kleid und lächelte: „Mein Totenkleid?“ Er nickte: „Ja du sollst
standesgemäß in die andere Welt gehen, wie es sich für eine
Herrin des Lichts gehört.“ Sie hob den Blick und sah ihn an:
„Ich habe Angst.“ Mit nur wenigen Schritten war Ikarus bei ihr:
„Du musst keine Angst haben.“ Als er sie an sich zog, spürte er
wie sie am ganzen Körper zitterte. Langsam öffnete er ihr Kleid
und lies es zu Boden gleiten. Er spürte das sie sich dagegen
wehren wollte, das sie am liebsten geflohen wäre. Alles in ihr
sträubte sich gegen das was sie nun zu tun gedachte. Ikarus hob
sie auf seine Arme und trug sie zum Bett dabei sah er sie mit
seinen leuchtend blauen Augen sanft an: „Hab keine Angst, ich
werde sanft und zärtlich sein.“ Jasmin schloss die Augen, dann
spürte sie wie er sich zu ihr legte und sie in seiner Arme zog.
Ebenso spürte sie das er bereits voll erregt war und doch war er
sanft und zärtlich als er begann sie zu streicheln. Sie hielt
die Augen geschlossen und stellte sich vor das es Eric sei der
sie im Arm halten würde. Doch als selbst nach wenigen Minuten
von ihr keinerlei Reaktion kam, hörte Ikarus auf sie zu
streicheln und sah sie nur an. Sie öffnete kurz die Augen: “Was
ist los? Tue es endlich damit es vorbei ist.“ Ikarus schüttelte
den Kopf: „So geht es nicht, sicher ich könnte dich jetzt
nehmen, doch das kann es ja wohl nicht sein.“ Er sah auf sie
herab und dann kam ihm eine Idee, er beugte sich über sie und
presste sie mit seinem Gewicht auf das Bett dann küsste er sie
verlangend und nun spürte er die erste Reaktion. Die beiden
Männer die sie liebte waren selten zärtlich gewesen und das
wurde ihm nun bewusst. Seine Hände wurden fordernder und als er
das erste leise stöhnen von ihr hörte, legte er erst richtig
los, und kurze Zeit später war es dann soweit, er spürte das sie
nun bereits war und nahm sie sich. Und als Jasmin alles los
gelassen hatte und sich ihm voll und ganz hin gab, löste sich
das Licht von ihr und trat in Ikarus ein. Er spürte als sie
beide zum Gipfel kamen das es nicht mehr lange dauern würde. Als
er sich ihr entzog sah sie ihn sanft an. „Ich liebe dich mein
Sohn.“ dann schlossen sich ihre Augen für immer, sie hatte ihren
letzten Atemzug dazu genutzt ihm zu sagen das sie ihn liebte.
Ikarus drückte seinen Kopf auf ihre Brust und weinte.
Es dauerte einige Zeit bis er
sich wieder gefasst hatte. Dann erhob er sich vom Bett, ging zum
Sessel um das Kleid zu holen. Er zog sie an, legte ihre Hände
auf ihren Bauch und in diese Hände legte er die Kugel, die er
ihr geschenkt hatte. Dann zog er noch die Laken gerade und zog
sich wieder an. Als er sich gerade zur Türe wenden wollte stand
ihr Geist hinter ihm und sah wunderschön aus. Sie lächelte. Er
öffnete die Türe, Eric und Dorian sahen in den Raum. Und sahen
nun dort ihre Geliebte tot auf dem Bett liegen. Beide waren
erschüttert bis ins Mark. Dann fragte er Eric : „Bist du bereit
ihr zu folgen? Mit ihr zu gehen?“ Eric nickte unter Tränen: „Ja
ich bin bereit, denn ohne sie ist mein Leben hier nichts mehr
wert.“ Sachte berührte Ikarus seine Stirn mit seiner Hand, die
Seele entwich und Ikarus konnte den toten Körper gerade noch
auffangen und lies ihn sanft zu Boden gleiten. Als er sich
wieder aufrichtete sah er wie auch Erics Geist nun neben Jasmin
stand und dieser seine Geliebte in den Arm nahm. Dann trat
Ikarus auf Dorian zu: „Bist du auch bereit ihr zu folgen und mit
ihr zu gehen?“ Dorian sah ins Zimmer und sah dort den toten
Körper von Jasmin, dann sah er zu Boden auf Eric, dann Ikarus
wieder an: „Ja, ich liebte sie beide und sie mich, ich will mit
ihnen gehen.“ Und als auch hier Ikarus Dorians Stirn sachte
berührte entwich auch ihm die Seele die Eric mit ihm geteilt
hatte. Und auch Dorians Geist erschien und stellte sich zu den
beiden die zu ihm gehörten, für alle Zeit.
Es verging einige Zeit dann
traten die anderen zu Ikarus, man hob die beiden Männer und
Jasmin auf und trug sie in einer Prozession zu ihren
Ruhestätten. Dort legte man Jasmin nieder und drapierte das
Kleid so das es sich über den gesamten unteren Marmorsockel
ausbreitete. Die beiden Männer legte man rechts und links auf
die Marmorsockel neben ihr. Man legte jedem ein Schwert auf die
Brust und ihre Hände auf den Schwertgriff. In Jasmins
Händen lag die Kugel. Als man die Höhle verließ, verschloss sie
sich mit der kristallinen Wand. Die drei Geister standen dort
und sahen wie man um sie trauerte, dann verblassten sie langsam
und verschwanden, um nun Jasmins Paradies zu betreten. Dort
wurden sie bereits von allen Lieben die sie je zurück gelassen
hatten begrüßt. Aus den Geistern waren hier wieder
feststoffliche Menschen geworden. Ikarus hatte nicht gelogen und
Jasmin wusste nun das sie irgendwann in absehbarer Zukunft ein
Baby in den Armen halten würde, gezeugt von Eric und Dorian. Und
diesen Sohn würde ihr keiner mehr nehmen können.
Ikarus hingegen stand vor der
Kristallwand und sah auf die drei die dort ruhten. Als die
anderen gingen klopfte ihm jeder noch mal kurz auf die Schulter.
Dann legte er eine einzelne Blüte vor die Wand und hauchte
leise: „Ich liebe dich auch, Mutter.“


Kapitel 45: Trauer und Zweifel

Ikarus war noch oft vor der Wand
zu sehen. Obwohl er wusste das er ihnen bald folgen würde,
trauerte er doch um die drei. Aber ebenso wusste er das er noch
eine Pflicht zu erfüllen hatte. Und so begab er sich auf die
Welt und suchte die Sterbliche, die Mutter der neuen Herrin
werden sollte. Als er sie gefunden hatte und sie ihn sah,
schmolz sie dahin. Seine geballte Kraft die er ausstrahlte und
die Männlichkeit die von ihm ausging, lies ihr Herz erzittern.
Er brauchte nicht viel Energie auf zu wenden um sie soweit zu
bekommen das sie mit ihm das Bett teilen würde. Allerdings belog
er sie auch nicht und sagte ihr auch das es nur dieses eine mal
sein würde. Als sie damit einverstanden war, liebte er sie und
sie genoss jede Minute mit ihm. Er war zärtlich und als sie ihn
immer wieder forderte, auch leidenschaftlich und wild. Er spürte
wie das Licht ihn wieder verließ und nun in das soeben gezeugte
Kind gehen würde. Zum Abschied küsste er sie noch mal, sah sie
sanft an und verschwand urplötzlich. Da wurde der jungen Mutter
klar, das sie bei einem Gott gelegen hatte. Ikarus wusste das
sich nun Iona weiter hin um die junge Frau und ihr ungeborenes
Kind kümmern würde. Er hatte seine Pflicht getan, das Licht war
weiter gegeben worden. Er selber saß anschließend laufend auf
dem Boden vor der kristallinen Wand, als er eine leise Stimme
hörte: “Trauere nicht um sie, du weißt das sie nun glücklich
ist. Und es wird auch nicht mehr lange dauern da wirst du ihr
folgen und wieder in ihren Armen liegen, wenn auch nicht als
Mann so doch als ihr Sohn.“ Er sah sich um: “Wer spricht da?“
Leises Lachen war zu hören. „Mein Name ist Leith, ich bin hier
in diesem Buch. Normalerweise kann das Buch nur eine Priesterin
des Schicksals oder die Herrin des Lichts lesen, doch du warst
einmal für kurze Zeit der Träger des Lichts, deswegen ist es mir
gestattet nun mit dir zu reden.“ Ikarus erhob sich leise
seufzend. „Ich frage mich nur ob ich je die Liebe kennen lernen
werde wie sie sie hatte, sie wurde von zwei Männern dermaßen
geliebt das sie ihr blind gefolgt sind. Ohne in Frage zu stellen
ob das auch alles so stimmt.“ „Sagtest du ihr nicht das alles
was sie sich wünschen würde, dort geschehen könnte? Das es ihr
Paradies sei? Also denke ich wenn du ihr sagst, sobald du
erwachsen geworden bist, das du eine Frau möchtest die dich
liebt, sie dafür sorgen wird. Vielleicht die junge Frau die du
nun zur Mutter gemacht hast. Sie schien dir doch zu gefallen und
es hat dir Freude gemacht bei ihr zu liegen. Und du schienst ihr
ebenso zu gefallen. Und da die junge Frau auch ein Nachfahre von
Jasmin ist, wird sie sie wohl auch zu sich holen, denkst du
nicht?“ Ikarus dachte kurz nach und nickte dann. „Weißt du wie
weit sie ist? Ich meine wann das Kind geboren wird?“ Einen
Moment war Stille doch dann kam leise: „Es ist bereits geboren
und es wächst heran. Möchtest du es sehen? Benutze Jasmins Stab,
vielleicht zeigt dir die Kugel was du sehen möchtest.“ Ikarus
schüttelte den Kopf: „Nein ihre Kugel mag ich nicht benutzen, es
erinnert mich daran, das meine erste Nacht mit einer Frau, mit
dem Tod endete, das ist nicht so angenehm. Vor allem da ich
ihren Tod verursacht habe.“ „Das ist für dich das schlimmste,
oder? Nicht ihr Tod an sich, doch das du dich dafür
verantwortlich fühlst. Doch siehst du hier nicht etwas sehr
falsch? Du bist nicht für ihren Tod verantwortlich, sondern das
Licht, das seine Trägerin wechseln wollte. Und du warst nur der
Ausführende Teil dabei.“ Leise seufzte Ikarus wieder, er ging
wieder zu der Wand legte seine Hände darauf und stützte die
Stirn an der Wand ab. „Weißt du was das schlimmste für mich ist?
Und nun halte mich nicht für sentimental, doch ich habe sie
geliebt, ebenso wie meine Väter sie lieben. Verstehst du?“ Aus
seinen Worten klang Qual und unendliche Trauer. „Ich liebte sie
nicht wie ein Sohn seine Mutter lieben sollte, ich begehrte sie,
ich wollte sie, ich liebte sie als Frau. Und als ich endlich
hatte was ich so begehrte, starb sie.“ Einen Moment schwieg
Leith, doch dann antwortete er: “Ich verstehe. Das Licht in ihr
zog dich an, Junge. Das Licht zieht jeden an. Doch eins verstehe
ich dabei nicht ganz, du bist ein lichter Gott, an sich sollte
es nur die dunklen Götter, Menschen oder was auch immer anziehen
und nicht die die eh schon im Licht stehen. Und du bist der Sohn
des Lichts. Du bist das hellste Wesen nach der Herrin des
Lichts. Wie kann das sein?“ Ikarus löste sich von der Wand und
sah das Buch an: „Weil ich zwei dunkle Väter habe, das hat
keiner bedacht, nicht mal das Licht selber, es hat einen Fehler
gemacht. Ich bin nicht so hell wie alle glauben. Ja ich bin
sanft, liebevoll und freundlich. Aber sag mir welcher helle
Stern ist in der Lage kalt lächelnd seine Mutter zu verführen,
sie sich zu nehmen und das mit dem Wissen das es sie töten wird.
Und dennoch wollte ich sie. Wäre ich was man in mir sieht, hätte
ich drauf geschissen und dem Licht gesagt es soll sich für seine
Drecksarbeit jemand anderen suchen. Weil ich niemanden töten
will. Doch mein Begehren trieb mich dazu es zu tun, meine
Triebhaftigkeit, vererbt von meinen Vätern, brachte mich dazu.
Und ist das etwa hell wie das Licht? Wohl kaum.“ Nun lachte
Leith leise. „Junge du verrennst dich in etwas. Mag sein das
deine Triebhaftigkeit dich dazu brachte. Doch meinst du das
Licht tötet nicht? Du hättest dich mal mehr mit Jasmin
unterhalten sollen. Sie hat immer mal hier und da den Auftrag
gegeben zu töten. Sie tötete sogar die gesamte Familie Erics
ohne Ausnahme, keinen lies sie entkommen. Wäre das Licht nicht
zum töten fähig, wäre das wohl kaum passiert. Und
Triebhaftigkeit ist nicht unbedingt ein Zeichen der Dunkelheit.
Dorian zum Beispiel, hat vergewaltigt und gemordet. Doch so
etwas würdest du niemals tun. Du bist genau das was du sein
sollst und das du Jasmin als Frau begehrt und geliebt hast, gab
dir das Urteilsvermögen sie so zu nehmen wie sie war. Junge mach
dich nicht selber fertig ich dachte du bist so weise. Was ist
es, was hat deine Weisheit auf einmal trübt? Oder ist die Gier
nach körperlicher Befriedigung so stark in dir, das du nicht
mehr klar denken kannst? Dann frage eine der Frauen hier auf der
Insel, geh zu Mystra oder frag Iona. Sie werden dich sicherlich
nicht von der Bettkante stoßen. Vor allem nicht wenn sie wissen
wie sehr du darunter leidest.“ Langsam rutschte Ikarus an der
Wand auf den Boden herab. „Ich weiß es nicht. Vielleicht
vermisse ich sie auch nur, vielleicht will ich nur einfach
wieder in ihren Armen liegen. Ich weiß es nicht. Zum ersten mal
weiß ich etwas nicht.“ Er legte die Arme auf seine Knie und dann
den Kopf darauf und weinte. „Vielleicht,“ schluchzte er leise:
„bin ich auch nur ein Kind das Erwachsener spielt. Und das sich
jetzt unendlich alleine fühlt.“ Leith schwieg und lies ihn
weinen. Der junge Mann tat ihm unendlich leid. Dort saß ein Kind
in einem Körper den sich jeder Mann gewünscht hätte und weinte.
Er trauerte um seine Eltern, um das was er verloren hatte.
Selbst wenn er tatsächlich zum Baby werden würde, nach seinem
hiesigen Tod, so würde er doch seine Unschuld bereits her
gegeben haben. Nun verstand Leith was der runde Lebensfaden zu
bedeuten hatte. Hier war ein Kind das schneller zum Mann
geworden war und sogar schneller wieder gehen würde, als es je
der Fall gewesen war, um dann abermals wieder als Baby zu
beginnen. Dann wischte sich Ikarus die Tränen ab. „Ich muss
gehen. Es ist Zeit.“ Langsam erhob er sich, wendete sich wieder
der kristallinen Wand zu und legte die Hand darauf, die Mauer
öffnete sich und er betrat den Raum mit den marmornen Sockeln.
Er ging zu Jasmin beugte sich über sie und küsste sie noch
einmal sanft. „Ich werde nun zu dir kommen.“ Die Mauer schloss
sich wieder hinter ihm. Dann schritt er zu dem Sockel der für
ihn bestimmt war. Legte sich darauf, sah noch mal zu seinen
Vätern und wartete nun auf den letzten Alterungsschub, der auch
kurz darauf kam und sein Leben beendete. Zurück blieb ein Körper
im etwaigen Alter von knapp dreißig Jahren. Bei der
Schicksalsdame zerfiel der kleine Webrahmen in dem nur ein
Lebensfaden gewesen war zu Staub.
Und in Jasmins Paradies, hatte
Jasmin auf einmal ein Baby in ihren Armen. Ein Kind das sie mit
stahlblauen und weisen Augen ansah und sich in ihre Arme
kuschelte. Eric und Dorian strichen ihm sanft über den Kopf und
Eric flüsterte leise: „Willkommen mein Sohn, dein Leiden hat nun
ein Ende.“

Ende Teil 1

Hallo lieber Leser
Sodele das ist nun
vollständig. Jetzt werden noch alle
anderen Geschichten die dazu gehören, als auch der Anfang der
auf die Sims zugeschnitten war überarbeitet werden und als
Manuskript den Verlegern zugeschickt. Und dann mal abwarten was
passiert. Wünsch mir Glück.
Des weiteren wird es dann
einen zweiten Teil geben. Auch wenn mein Manuskript nicht
genommen werden sollte, werde ich bereits den zweiten Teil
beginnen.
LG
Lady
